Zum Abschluss der Transmediale gab ich mir selbst zur Lösung eine Frage auf: Soll ich Medienkunst jetzt doof finden oder nicht? Es spricht so vieles dafür und manch tolles dagegen.
Alle wollten Bruce Sterling reden hören, den aggressiven Cyberpunk-Autoren. Doch es war ein alter Professor mit Overheadprojektor, der dem Größenwahn die Luft ablies.
Die Wirrnisse des ersten Transmediale-Tages sollten von den Erleuchtungen des dritten überstrahlt werden: Es ging um die Vergangenheit der Zukunft des Internet. Und Shapiro war auch mit dabei.
Die Transmediale will sich als Festival der Medienkünstler an der Gegenwart der Zukunft abarbeiten. Für mich war Tag 1 aber vor allem die Konfrontation mit zwei Wahnsinnigen. (Update)
Die Nerds werden die Welt nicht retten, sie werden sie nur besser vermarktbar machen. Neun Aufrufe zu ein wenig Demut vor Unerträglichkeit der (Nerd)Welt.
Ein Internet-Manifest der deutschen "Blogger-Elite" soll den Forderungen der deutschen Verleger eine Netz-Perspektive entgegensetzen - und argumentiert verlogen.
In der Speisehölle an der Saale muss man sich gar nicht erst auf die Suche nach einem netten Abendessen auswärts machen. Hier kamen selbst den Gourmets von Gault Millau das Würgen.
Domotic singt mit viel Liebe und Hass von seiner Jugend in der Kleinstadt: "I hate you forever!" Erst in Halle hab ich den süßen Schmerz dieses süßen Songs schätzen und füchten gelernt.
Ein schwedisches Unternehmen will die Torrent-Suchmaschine The Pirate Bay aufkaufen - ein Skandal in der Filesharing-Szene. Die Hintergründe sind unklar, die Spekulationen weit.
Das Frühstück ist das Herz meiner Tage. In Halle aber hat sich die Caféschaft scheinbar gegen mich verschworen. Sie treibt rostige Buttermesser da rein, wo's morgens am dollsten weh tut.
Mit "Hölle an der Saale" wagten einige Hallenser eine Sammlung aller schlechten Dinge Halles - die Stadtverwaltung lies die Satire-Seite sperren - vergeblich. Ein Literaturscreening.
Vor lauter Lärm hör ich meine Frustration nicht mehr: In Halle tobt der (vergebliche) Kampf um Schuhkunden. Innerlich ringe ich jedoch um körperlichen Zusammenhalt.
Das Leben in Halle ist rauh und ungewohnt. Mit Freundlichkeit darf man nicht rechnen - und sollte es im Verkaufsgespräch auch nicht versuchen. Wer nett ist, ist nicht vertrauenswürdig.
Ganz unerwartet schlägt der Provinzfrust im Supermarkt zu. Wie fühlt sich das an, plötzlich keine Auswahl mehr zu haben? Schlecht - aber hinter der Kasse geht es ja weiter.
In Halle leben kaum Ausländer - laut Verfassungsschutz aber viele Ausländerfeinde. Wie passt das zusammen? Drei Beispiele vom ganz normalen Rechts-Sein in Halle (Saale).
Wie steinig ist der Weg zu meinem inneren Dorf? Ein paar Gedanken zu dem, was das Frust-Tagebuch können soll und was nicht, bevor die große Klopperei losgeht.
Es erschien als gute Idee von Hamburg in die ostdeutsche Kleinstadt Halle (Saale) zu ziehen. Ein Vierteljahr später regnet es noch immer; ein Frusttagebuch aus der ostdeutschen Provinz.