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2. 5. 2009 - 19:14

Die Experten

Mehr privat - weniger Staat

Das Private ist politisch, aber das Politische ist wirklich privat.
Wenn Intimkontakt zur ersten Bürgerpflicht wird, ist ein Mindestmaß an Zeigefreudigkeit nicht zuviel verlangt.

Die Neuinterpretation des Begriffes "Freikörperkultur" ist überfällig. Immerhin sollen bald schon nicht mehr bloß Grenzen ausschließlich nach selbstbewusster Abgabe eines Fingerabdruckes überwindbar sein, sondern auch Türsteher in Diskotheken. Da darf man nicht prüde sein. Sogar am Getränkeautomaten kann die Verhüllung der Originalhaut schließlich ein Verdachtsmoment darstellen.

Die verdienstvollen Entwicklerinnen und Entwickler der für den Kennenlernprozess dringend notwendigen Technologien, haben jedenfalls ganz bestimmt Verwendung für intime Kontakte zum EU-Parlament.
Wer hier eine Warnung vor bevorstehenden, massiven Einschränkungen der Persönlichkeitsrechte oder die Unterstellung von Korruption heraushört, der irrt gewaltig.

Immerhin sind es diese und ähnliche public private partnerships, die garantieren, dass auch in wirtschaftlich harten Zeiten immer wieder auf echte Experten gehört wird.

Die wissen selbstverständlich nicht nur bestens darüber Bescheid, welcher Spitzenkandidat, welche Spitzenkandidatin bei der EU-Wahl am Besten geeignet ist, die Kulturnation Österreich am Unverwechselbarsten zu vertreten. Nein, sie wissen sonst auch fast ALLES und vor allem das Eine: "Die Würde des Menschen ist antastbar. Vorausgesetzt, beide Partner sind einverstanden".

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