Jim Fooga

Vier Salzburger Musiker auf den Spuren eines karibischen Erdbeerkönigs.
Higher
2015, Jim Fooga loves Madame Moutot, Higher, ATBR21500001

Jim Fooga über sich

Verrückt. Der Interpret selbst ist Geschichte. Ein Salzburger Vierer schlüpft in die Rolle von Jim Fooga, dem tragischen Erdbeerkönig der Karibikinsel St. Vincent. Fooga ist am Höhepunkt seines Erfolges bei einem verheerenden Hurricane im Jahr 1987 ums Leben gekommen. Die Sturmflut vernichtete auch sein gesamtes Erdbeerimperium.

Das Salzburger Quartett um Martin Werth (Gesang, Gitarre), Gerhard Andraschko-Sorgo (Schlagzeug, Gitarre, Elektronik), Ulrich Pache (Bass) und Frank Wendtner (Elektronik, Keys) setzt dem Mann mit dem Album „Loves Madam Moutot“ ein musikalisches Denkmal: Fooga war der Pionier des Erdbeeranbaus in St. Vincent. Erst kurz vor seinem tragischen Tod war ihm der Durchbruch gelungen: Seine Erdbeerkonfitüre „Madame Moutot in Kingstown“ wurde 1986 in Paris mit der „Frais d’Or“ ausgezeichnet – damals praktisch der Oscar der Marmeladewelt. Für seine Edelkonfitüre hatte Fooga Riesenerdbeeren der Sorte „Madame Moutot“ mit feinstem Zuckerrohr-Rum aus St. Vincent versetzt.

Das Album begleitet Jim Fooga zu den Wendepunkten seines intensiven aber kurzen Lebens. Der druckvolle Opener „Higher“ mit seinem fetten Synthie-Riff führt uns die Schattenseiten von Fooga’s Erfolg als Unternehmer vor Augen. Das herrlich-euphorische „Loveberry“ verschleppt uns in eine Bar nach Kingstown und lässt uns am eleganten Nachtleben der Inselhauptstadt teilhaben. Pure Gänsehaut erzeugt der düstere Lovesong „Julie“: In der Andraschko-Sorgo-Komposition legt Gastsänger David Maier (Künstlername AM I) eine eindrucksvolle Talentprobe ab. Hypnotisch pulsierend kommt hingegen „In Jaipur“ daher, wo Fooga seine große Liebe zur Erdbeersorte Madame Moutot entdeckt. Die Nummer klingt, als hätten sich die Salzburger Musiker mit Sitar-Legende Ravi Shankar eine Portion Magic Mushrooms geteilt. Das bedrückende Schlussstück „Taucher“ wird von Sonartönen bestimmt, die im karibischen Meer nach dem versunkenen Fooga-Reich suchen.

Auf „Loves Madam Moutot“ befinden sich neun höchst eigenständige und anspruchsvolle Pop-Perlen, die von Einfallsreichtum nur so strotzen. Bleibt nur zu hoffen, dass uns der Geist von Jim Fooga nochmals den Gefallen tut und sich für ein weiteres Album aus seinem nassen Grab erhebt.

Das Album „Loves Madame Moutot“ von Jim Fooga ist am 23. Mai 2015 erschienen und auf allen gängigen Download-Plattformen erhältlich. Wer aber eine Chance hat, die Vinylausgabe zu ergattern, sollte diese in jedem Fall nutzen: Das feine Artwork wurde in Istanbul mit einem „European Design Award“ ausgezeichnet.

Facts:

aus Salzburg | *2004
Martin Werth
Frank Wendtner
Gerhard Andraschko-Sorgo
Ulrich Pache

Kontakt:

immermai@linie3.com

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