Brian Molko hatte Recht. Kurt Cobain hatte Recht. Und Sting hatte auch einmal Recht. Egal, woher der Zeitgeist gerade weht, die Idee, die Welt im Trio zu erobern, ist immer gut. Wo sich Gitarre, Bass und Schlagzeug zur klassischen Rock-Dreifaltigkeit vereinen, ist Powerplay angesagt. Ein treibender Beat. Ein gut geerdeter Bass. Und ein paar druckvoll freigesetzte Akkorde auf der E-Gitarre: So stürzen sich Plastotype in den Eröffnungstrack ihres pressfrischen Albums „Citylisation“. Die Zahl Drei ist für die Salzburger Formation in mancher Hinsicht bedeutsam. Drei Jahre hat die Arbeit an dem Nachfolger in Anspruch genommen. Durch Umbesetzungen und Soundexperimente hatte sich in der Zeit immer mehr herauskristallisiert, dass sich die Visionen des einstmals größer besetzten Bandprojekts von Sänger und Bassist Arno Wagenhofer, Drummer Hannes Gappmaier und Gitarrist Clemens Fartacek am besten im verschworenen Trio auf den Punkt bringen lassen. Auch live, auf der Bühne: „Im Trio spielt jeder die Hauptrolle, sagt Wagenhofer. „Da kann man sich in keinem Moment verstecken.“
Was die Songs auf „Citylisation“ zusammenhält? Da sind die Geschichten, in denen es „oft um Beziehungen geht. Um die Liebe. Und um das Scheitern an der Liebe“. Und da ist die Konzentration auf das Wesentlich als treibende Kraft, die der eindringlichen Stimme des Sängers viel Raum lässt, sich im Ohr breit zu machen. Mehr brauchen Plastotype nicht für ihre Vision einer druckvollen, urbanen Rockmusik für das 21. Jahrhundert.
Im Song „Monster“, der ersten Single des neuen Albums, wird druckvoll, eindringlich und weit weg von allen Popklischees der Fluchtinstinkt besungen, den Liebe auslösen kann, wenn aus der Nähe plötzlich eine unheimliche Erkenntnis wächst: „I see a monster!“
Die Sogwirkung, die „Monster“ und die anderen Songs auf „Citylisation“ erzeugen können, sind das Ergebnis eines langen, sorgfältigen Destillier-Vorgangs. Die bereits fertigen Tracks wurden im Archiv abgelegt, die Songs noch einmal ganz neu erspielt. Entschlackt. Verdichtet. Auf den Punkt gebracht.
Einmal um die halbe Welt ist das Album schon vor seiner Veröffentlichung gereist: Gemastered wurde „Citylisation“ von dem US-Mastermind Keith Blake auf dessen Kundenliste auch Granden wie R.E.M., Neil Young oder The Red Hot Chilli Peppers stehen. Weiteren Exkursionen der Songs sollte nichts im Wege stehen. Zu dritt lässt sich die Popwelt noch immer am besten erobern.