ROIA

Das Salzburger Duo Nina Hochrainer und Dorian Wimmer mit zarten, elektronischen Popsongs.
Suicide Butterfly

ROIA über sich

Zitat:"Pop, sagt man, ist die Begleitmusik der Abnabelung von den Altvorderen. Hier nicht. Im Gegenteil. Roia ist ein generationen-übergreifendes Projekt. Da sind zunächst Nina Hochrainer und Dorian Wimmer, zuständig für Gesang, Komposition, Text, vorwärtsgewandte Vision. Das Gesicht von Roia. Da sind aber auch Sam Vahdat und Paul Hochrainer, zuständig für Studiotechnik, Erfahrung, rückwärtsgewandte Vision. Der Rückhalt von Roia.

Jahrelang hat man eins zum anderen gefügt. Ein Bruchstück zum nächsten. Eine Perspektive zur anderen. Die dunkle Seite des Mondes zur hellen. Vision auf Vision geschichtet. Was dabei herauskam, nach langen Nächten (Tage kennt man in Aufnahmestudios nicht), ist nach klassischer Betrachtungsweise ein Konzeptalbum. Ein niedliches kleines Meisterwerk. Das allerdings ganz schön beißen, kratzen, verletzen kann. Die Halsschlagader ist nur einen zärtlichen Biss entfernt.

„Cute Little Fear“... Traumata-Humtata? Depro-Pop? Ein blühender Neurosengarten? Gewiß, da hat jemand seine Ängste, Sehnsüchte, Träume, Albträume in eine Kapsel verpackt und auf die Reise geschickt. Auf einem langen, ruhigen Fluß von Worten und Tönen. „Slow“, „Frame“, „Stereotype“, „Empty“. Man schreibt derlei nicht, um im Partykeller für wohliges Schaudern zwischendurch zu sorgen. Roia ringen mit den Dämonen, die sich hinter, neben, in uns verbergen. Manchmal auch im Puppenregal im Kinderzimmer. Seltener im Lordi-, Slipknot- oder DJ Ötzi-Konzert.

Tatsächlich steht Roia, ein persisches Wort, für Traum. Der sphärische, partiell verhangene, dann wieder kräftig aufklarende Klangirrgarten der Band (die gewiß keine Band im herkömmlichen Sinn ist) läßt sich wohl am besten als urbaner elektronischer Pop umschreiben. Unterschiedliche Stilmittel, Einflüsse und Strömungen nehmen Roia auf, übersetzen sie und verdichten sie zu Songs, die zu gleichen Teilen Schwerelosigkeit und Schwermut verkörpern. „Suicide Butterfly“ – lange auf FM4-Rotation – war ein erster Vorgeschmack auf das Debutalbum der Salzburger Formation. „Cute Little Fear“ ist ein außergewöhnliches Album einer außergewöhnlichen Formation, am ehesten zu vergleichen etwa mit Archive, frühen Cure, diversen 4AD-Acts wie Dead Can Dance oder den späten Talk Talk rund um Mark Hollis.

Aber das sind nur Schubladen für jene, die verzweifelt nach der Bedienungsanleitung suchen. Die dürfen ihre Spielfigur hiermit an den Start zurücksetzen. Der Rest vom Fest schweigt und hört. Erkennt, erinnert, erzittert. Wohlig, durchaus, auch. Niedliche kleine CD. "

Facts:

aus Salzburg | *2000
Nina Hochrainer
Dorian Wimmer

Kontakt:

http://www.roia-music.com

Haftungsausschluss

Die ORF.at-Foren sind allgemein zugängliche, offene und demokratische Diskursplattformen. Die Redaktion übernimmt keinerlei Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Wir behalten uns aber vor, Werbung, krass unsachliche, rechtswidrige oder beleidigende Beiträge zu löschen und nötigenfalls User aus der Debatte auszuschließen. Es gelten die Registrierungsbedingungen.
timowarken | vor 2434 Tagen, 1 Stunde, 59 Minuten
::..
was soll ich sagen, zwei großartige Stimmen, die sich selten unspektakulär und dennoch bedingungslos ergänzen. ein kleinwenig monoton, ohne jedoch in belanglosem easy listening aufzugehen. mir fallen auf anhieb tausende momente ein, in denen ich das hören will... seh schön.

gruß subontext