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Musik, Film, Heiteres

Christiane Rösinger

Christiane Rösinger Berlin

Ist Musikerin (Lassie Singers, Britta) und Autorin. Sie schreibt aus dem Leben der Lo-Fi Boheme.

25. 1. 2009 - 07:30

Wir Panelproletarier

Pop ist am Ende, es bleiben Panels zur Einnahmequelle für Digitalisierungsverlierer.

Wie wir ja alle längst wissen ist Pop am Ende, die Digitalisierung hat zu großen Umwälzungen in der Musikwelt geführt, mit Musik kann man kein Geld mehr verdienen. Zu diesem Thema gibt es in Berlin innerhalb von zwei Wochen gleich drei Kongresse.

Veranstaltungsposter

Den Anfang machte "Dancing with Myself -Musik Geld und Gemeinschaft nach der Digitalisierung" im Hebbel - Theater. Bei "structures", dem Kongress zum Medienfestival Transmediale, fragt man diese Woche weiter nach "Auswirkungen Chancen und Risiken der sich wandelnden Musikkultur" und bei "Audio-Poverty" hält man Anfang Februar eine Konferenz "zur Lage der postökonomischen Musik" ab.

Die Besetzung

"Unnötig, drei mal das gleiche Thema zu beackern!“ könnte man da sagen, aber so ein Kongress mit seinen Diskussionsrunden ist eine wichtige Einnahmequelle für alle Digitalisierungsverlierer! Auf dem Podium sitzen ist weit weniger anstrengend, als ein Konzert oder eine Lesung, macht natürlich weniger Spaß, wird aber bezahlt. Die Rollen sind wie im Theaterfach besetzt: Es gibt den pedantischen Forscher, den Internet-Nerd, die Krawallschachtel und die prekarisierte Quotenfrau.

Veranstaltungsposter

Im Hebbel-Theater wurde das ganze Wochenende durchdiskutiert und abends getanzt, im Panel am Sonntag Nachmittag ging ein Medienforscher der Humboldt-Uni in seinem Vortrag bis zum Rousseauschen Gesellschaftsvertrag zurück, man forderte die Kultur-Flatrate und besprach das Für und Wieder staatlicher Subventionen. Das zweite Panel zum Thema D-I-Y lief schon etwas aus dem Ruder, Holm Friebe referierte aus seinem Buch Marke Eigenbau, Ronny Krieger von beatport.com, einer Download-Platform für elektronische Musik, pries das fantastische Vertriebsmodell seiner Firma und der sympathische Mark Stewart von der Postpunkband "The Pop Group" flocht recht unvermittelt, aber voller Elan Statements zu "independence" an sich ein.

Veranstaltungsposter

Die Zierde jedes Panels, Diedrich Diedrichsen, musste den mit Spannung erwarteten Vortrag "Kunst. Das unkomische Ende des Pop" wegen Krankheit leider absagen, und so saßen dann die ganzen Panelproletarier im Theater- Wirtshaus noch lange beisammen, und unterhielten sich über Gott und die Welt, die Mode, eine noch zu gründende Gewerkschaft für Musiker und die Dschungelshow auf RTL.

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  • truhe | vor 1113 Tagen, 19 Stunden, 51 Minuten

    Also dass es weder einen Zeichenzähler gibt noch eine Warnung wenn ein Beitrag zu lang ist schon brachial schwach...

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  • truhe | vor 1113 Tagen, 19 Stunden, 52 Minuten

    innovativen, wertvollen Kleinlabel und der allegemeinen Massenware unterscheiden? Richtig, er fängt erst gar nicht an damit, deshalb ist dem Problem der Vervielfätigung ja auch so nicht beizukommen.

    Der Tonträger als Ware ist tot, nicht der Pop. Man sollte sich daher in diesem Punkt neue Wege überlegen, denn eine CD ist, um einen Bekannten zu zitieren, "inzwischen nicht viel mehr als ein aufwändiger Flyer".

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    • seayou | vor 1113 Tagen, 18 Stunden, 27 Minuten

      ich glaube nicht daran dass der tonträger tot ist und die ifpi statistiken geben mir da recht
      das gejammere und das bla bla darum wird langsam auch schon fad

  • truhe | vor 1114 Tagen, 13 Stunden, 8 Minuten

    Musik, Design, Architektur, egal was - irgendwann, kurz nach dem Punkt an dem sich alles durch Hotkeyroutinenffizienz endgültig jeglichen Charmes und Charakters entledigt hat und to tough, straight, reduziert und unterkühlt ist dass es eine einzige, streifenfrei polierte, homogene und vorzugsweise hellgraue Fläche ist, wird es die ganze Geschichte zerreißen, in abertausende funkelnde kleine Splitter, von denen keiner gleich ist. Dann wird jemand hier sein der aus dem ganzen wieder was neues zusammenbastelt, mit Rissen, Fugen, Unebenheiten und sonstigen Eigenarten.
    Das werden viele großartig finden, neu, inspierierend, vielleicht revolutionär aber auf jeden Fall Originell und es wird natürlich auch jene geben die jammern und plärren, Schund, Müll, Verschandelung, Degeneriertheit und Dekadenz entdecken, sich in ein Eck hocken und furchtbar bizeln.

    Pop ist nicht tot, nur langweilig und es gibt kaum was besseres für kreativen Leerlauf wie Langeweile.
    Wir diskutieren über Auslaufmodelle nicht über die neue Kollektion - reichlich bescheuert aus dem Blickwinkel.

    Auf dieses Posting antworten
    • gruschenko | vor 1113 Tagen, 21 Stunden, 46 Minuten

      HAt jetzt aber nicht wirklich was mit dem Artikel zu tun, oder?

    • truhe | vor 1113 Tagen, 21 Stunden, 16 Minuten

      Durchaus, wenn auch erst nach der ersten Ecke. Von Zeit zu Zeit kenn ich mich des Eindrucks nicht erwehren als ob sich die Geschichte mit der Musik/Musikindustrie einigermassen ähnlich verhält wie die Sache aktuell bei der Autoindustrie. Bei allem herumwühlen in der Theoriekiste wird völlig darauf vergessen das Produkt, die Ware einmal eines genaueren Blickes zu würdigen. Eisern wird sich in den Datenträger als Kerngeschäft und Heilsbringer verkrallt obwohl nicht der geringste Zweifel besteht dass dieses Medium NICHT beherrschbar ist. Trotzdem immer weiter, Menge, Menge, Masse, Masse - man beschleunigt die Inflation an der man dann selbst zu Grunde geht und in der Verzweiflung ob dessen wird dann allethalben gegen den Konsumenten ausgeschlagen der nichts anderes tut als einem Grundtrieb des Menschen zu folgen - Das benutzen von Werkzeugen. An dem Punkt entgleitet mir dann successive das Verständnis, man schüttet ihn mit Massenware zu versorgt ihn mit dutzenden Gerätschaften die ihn geradezu zur Vervielfältigung zwingen und ist dann furchtbar beleidigt wenn diese Vervielfältigung ausser Kontrolle gerät. Plötzlich erschallt der Ruf nach der Wertschätzung und der Würdigung der Kunst. Welche Kunst denn? Wie soll der Durchschnittskonsument denn zwischen einem hat arbeitenden,...

  • bedenklich | vor 1114 Tagen, 19 Stunden, 2 Minuten

    ist das

    moondog?
    und wenn ja, hat er finanzielle probleme?
    das würde mich wundern, tonträger mit seiner musik drauf sind nämlich sehr teuer und werden sicher trotzdem gekauft.

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    • suedfruechtehaendler | vor 1114 Tagen, 1 Stunde, 50 Minuten

      ist moondog nicht

      gestorben? und zwar seltsamerweise ziemlich genau nach der veröffentlichung von mr. scruffs rmx? und das noch an herzversagen? (soll jetzt kein urteil über mr. scruff sein)

    • bedenklich | vor 1113 Tagen, 21 Stunden, 49 Minuten

      das ist aber wirklich

      eine seltsame verkettung von umständen.

    • suedfruechtehaendler | vor 1113 Tagen, 21 Stunden, 29 Minuten

      oder

      eine sehr krasse art seine meinung mitzuteilen...

    • bedenklich | vor 1113 Tagen, 18 Stunden, 11 Minuten

      sehr

      sehr.

  • arnonymous | vor 1114 Tagen, 21 Stunden, 40 Minuten

    hmm

    musik als tonträger ist nun software. die private nutzung durch einzelpersonen ist nicht kommerziell bzw. entzieht sich dem kommerz. genau wie bei software kann gerade mal die nutzung durch andere für kommerzielle zwecke reguliert werden (werbung, ...).

    die eigentliche musik, die kunst, ist nun wieder live, das wahrhaftige. muss aufgeführt werden, um existenzfördernd zu sein.

    das internet ist die gedächtnismaschine, was einmal irgendwo irgendwann durch irgendwen rezipiert wurde, wird nie wieder vergessen (aber vielleicht nicht mehr gefunden), ist überall, immer für jeden verfügbar.

    die kurze episode des gelderwerbs durch verkauf von trägermedien ist vorbei, in der musik wie eben in der software allgemein. die kopie ist nichts wert.

    Auf dieses Posting antworten
    • robertglashuettner | vor 1114 Tagen, 18 Stunden, 51 Minuten

      schön auf den punkt gebracht

    • robertglashuettner | vor 1114 Tagen, 18 Stunden, 48 Minuten

      wobei, "die kopie ist nichts wert" natürlich so nicht stimmt. bei dvds und games etwa werden ja auch kopien verkauft, auf physischen trägermedien wie auch als software - und diese märkte florieren bekanntlich.

    • rotifer | vor 1114 Tagen, 18 Stunden, 29 Minuten

      hmm ich nehme wiederum an, ihr lebt beide nicht von Live-Musik, sonst würdet ihr nicht glauben, dass das auch nur im Ansatz geht, wenn einer nicht Stones oder Madonna heißt.

    • rotifer | vor 1114 Tagen, 18 Stunden, 26 Minuten

      PS: Ja, das hab ich mich auch letztens gefragt, wie ich für meiner Kinder wii bis zu 40 Pfund pro Game bezahlen sollte. Das finden die Leute, die Musik ganz selbstverständlich umsonst haben wollen, total okay. Warum eigentlich? Weil das ist ja ein großer Konzern, der muss bezahlt werden, Musikmacher dagegen nicht, die sind ja Künstler oder so? Oder gehts eher nur darum, was sich bequem kopieren lässt?

    • makronaut | vor 1114 Tagen, 16 Stunden, 59 Minuten

      @arno
      "die eigentliche musik, die kunst, ist nun wieder live, das wahrhaftige."

      Entschuldige, aber das ist Blödsinn.
      Was sagst Due den Komponist_innen, die jahrelang im Büro an Sinfonien tüfteln? Was dem Techno(bzw DnB, Hipop etc.-)head, der/die Ewigkeiten an den Sounds seiner Nummern schraubt?
      Den Tontechniker_innen, die sich nächtelang mit irgendwelchen Bands rumschlagen müssen?

      Die alle treten nicht konzertant auf. Also ist es keine "wahhaftige" Kunst, keine "eigentliche" Musik?

    • rotifer | vor 1114 Tagen, 15 Stunden, 43 Minuten

      Danke, makronaut, ein guter Einwand: Pop ist/war unter anderem dazu da, uns vom Diktat der Wahrhaftigkeit zu befreien und über das Instrument Tonstudio gänzlich unwahrhaftige Utopien zu entwerfen.

    • genick | vor 1114 Tagen, 15 Stunden, 41 Minuten

      Schöne Romantisierung

      ...diese Parallele mit Software: das Standardwerk zum Thema Free Software/Open Source muss wohl erst noch geschrieben werden, und es sollte drinstehen, dass sich nur ein Bruchteil diesem Ideal hingeben kann, weil er es sich nur durch anderweitige finanzielle Absicherung leisten kann.

      Selbst bei wohlwollender Betrachtung (nämlich der, dass die FLOSS Bewegung erst in Bewegung geraten und noch auf dem Weg ist), ist z.B. schnell erkannt, welcher Monopolist derzeit die offensichtlich unentbehrliche Software für Bildbearbeitung herstellt, wie sie entsteht, wo sie verfügbar ist, und was sie kostet.

      Sollte der Prozess des Musikveröffentlchens auch nur annähernd so funktionieren wollen, sitzen wir weiterhin im selben Boot, nur mit einem schöneren Leck.

    • arnonymous | vor 1114 Tagen, 15 Stunden, 35 Minuten

      präziser:
      die kopie im internet, die digitale version ist nichts wert. tonträger schon, nur sind diese eben überholt.

      ich habe versucht, die entwicklung zu beschreiben. ich habe keine wertung abgegeben.

      ihr wollt nun wissen, wie musiker überleben sollen. was weiss ich?

      da draussen im netz leben leute von ihren blogs (kottke, daringfireball,...). sie ziehen aufmerksamkeit auf sich, vermarkten diese.

      es tut mir leid, dass meine beschreibung von fakten euch nicht gefällt. in dem moment, wo ein hobby zur industrie wird, muss jeder der daran teilnimmt auch mit den nachteilen ebendieser zurechtkommen - und nun trifft es die musikindustrie (hobbymusiker haben eher kein problem damit).

      ja, musik so wie sie die letzten 100 jahre war, ist vorbei. es geht auch anderen branchen so, wenn euch das tröstet.

      spielkonsolen sind ein letzter versuch einer anderen branche, die netze zu trennen, firewalls des kommerz aufzuziehen. schau ma mal.

      und nochmal: ich liebe musik, sonst wäre ich nicht hier.

    • arnonymous | vor 1114 Tagen, 15 Stunden, 31 Minuten

      @genick:
      sehr gutes beispiel!

      wieviele PRIVATE nutzer zahlen für photoshop?

      GENAU dies ist mein punkt.

      das verhältnis zwischen privater und kommerzieller nutzung ist bei musik nunmal ein anderer.

    • laotzu | vor 1114 Tagen, 15 Stunden, 16 Minuten

      "PS: Ja, das hab ich mich auch letztens gefragt, wie ich für meiner Kinder wii bis zu 40 Pfund pro Game bezahlen sollte. Das finden die Leute, die Musik ganz selbstverständlich umsonst haben wollen, total okay."

      ich glaub die überschneidung der gruppe jener, die musik umsonst haben will und jener die das gleiche bei computerspielen jedoch nicht okay findet, ist kleiner, als du glaubst. zumindest lamentieren die großen softwarehäuser weiterhin über piraterie (auch wenn das geschäft dennoch floriert).

    • karlll | vor 1114 Tagen, 14 Stunden, 12 Minuten

      Jemand,der sich als Musikfan bezeichnet und keinen Groschen abliefert ist kein Informations-Rebell im Kampf gegen die böse Musikindustrie (wie sich solche Kids gerne darstellen), sonder in erster Linie ein Schmarotzer. Ausser er/sie hat kein Geld, dann ist downloaden ok.

    • makronaut | vor 1114 Tagen, 13 Stunden, 38 Minuten

      "ich habe versucht, die entwicklung zu beschreiben. ich habe keine wertung abgegeben."

      "die eigentliche musik, die kunst, ist nun wieder live, das wahrhaftige." kommt mir irgendwie ein kleinwenig wertend vor. Aber vielleicht empfinde ja nur ich das so.

    • robertglashuettner | vor 1114 Tagen, 11 Stunden, 24 Minuten

      @rotifer

      du zahlst deshalb 40 pfund für ein mainstream-game, weil im durchschnitt 80 menschen zwei jahre lang daran arbeiten, die bezahlt werden wollen. viele davon sind "im echten leben" musiker, grafiker, etc. und fühlen sich nicht automatisch durch die industrie künstlerisch ausgebeutet.

      ohne zu werten und polemisch sein zu wollen: das steht rein personell eben in einem starken ungleichverhältnis zu einer, sagen wir, dreiköpfigen band, die in vier monaten ein studioalbum aufnimmt.

      games sind natürlich oft trotzdem überteuert, weil die entwicklungskosten stark varieren. bestes beispiel sind brillante, aber technisch simpel und schnell umsetzbare konzepte wie "brain training" und co., da nützt die games-industrie den konsumenten schamlos aus, indem auch bei diesen titeln die preise gleich hoch bleiben. aber das ist eine andere geschichte, und, wie überall: wo ein käufer, da ein markt.

    • appetiteforconstruction | vor 1114 Tagen, 10 Stunden, 36 Minuten

      und in den vier monaten der studioaufnahmen leben die mitglieder der dreiköpfigen band - wovon? wovon bezaheln sie studiomiete, tontechniker, werbung und was sonst noch so anfällt? wenn sie (noch) nicht sehr bekannt sind und keine firma hinter sich haben? wovon bezahlen sie ihre sonstigen lebenskosten? all das von den satten gagen der zahlreichen live-auftritte vor unmengen von zuschauern?

      und überhaupt: wofür verlangen z.b. autoren eigentlich honorare? kostet ja nicht viel, so ein buch zu schreiben - dauert nur ein paar monate, im notfall braucht man nicht mal einen computer, es reichen ja papier und bleistift. dann tippt man's schnell ab, stellt's online. wie kommt man überhaupt darauf, für sowas geld haben zu wollen? unerhört, eigentlich!

    • rotifer | vor 1114 Tagen, 10 Stunden, 32 Minuten

      Schau an, plötzlich ist wichtig, wie viel Arbeit da drin steckt. Aber hast du wirklich bedacht, wie viel Arbeit in einer Pop-Platte drin stecken kann, die nicht eine dreiköpfige Gitarrenband nach dem Selbstermächtigungsmuster des Punk wiedergibt, sondern Utopien vertonen und bei der Produktion offene Strategien verfolgen will? Anders gefragt: Wie viele Leute haben damals wohl an Sergeant Pepper's gearbeitet, inklusive des Orchesters, das sich heute niemand mehr leisten könnte. Oder falls dir das nichts gibt, dann zum Beispiel Brian Enos Sound-Forschungen der Siebziger, von denen sich heute alle Elektroniker mit Ambient-Ästhetik nähren. Oder all die Soul-Platten, die die erste Generation der Sample-deliker vor dem Sieg der Anwälte plündern durfte. Weißt du eigentlich, wie viel (berechtigterweise) ein Tag in einem jener Studios kostet, wo diese Platten unter Beteiligung der Expertise mittlerweile in die Wildnis geschickter Techniker aufgenommen wurden? Eines nach dem anderen dieser Studios wird derzeit abgerissen, weil kein Schwein es sich mehr leisten kann, dort aufzunehmen. Das kann man traurig finden (wie ich) oder neutral als Zeichen der Zeit hinnehmen (wie arnonymous), aber das hier was verloren geht, kann niemand bestreiten. Home Recording ist was Großartiges, aber nicht das Format...

    • rotifer | vor 1114 Tagen, 10 Stunden, 27 Minuten

      ...Home Recording ist was Großartiges, aber nicht das Format zur Verwirklichung aller Hirngespinste, die ich oder vielleicht auch du gern verwirklicht hören würden.
      Pop ist historisch gesehen keine Subventionskultur, Oper schon. Zweitere wird überleben, erstere vielleicht auch, aber vermutlich nur als ihr perfekt nachempfundenes, seiner Funktionen beraubtes Abbild bzw. als Cut-Price-Karikatur seiner selbst.
      Ad: "Wo ein Käufer, da ein Markt": Mit solchen schulterzuckenden Berufungen auf die Gerechtigkeit des Markts werden wir in den kommenden düsteren Jahren sicher nicht weiter kommen. Das ist entweder liberaler Fundamentalismus oder verantwortungsloser Defätismus, beides sehr gefährlich.

    • rotifer | vor 1114 Tagen, 10 Stunden, 18 Minuten

      noch einmal ich, sorry: Meine Postingswurst bezog sich natürlich auf Robert, nicht appetite, dem ich hier nur zustimmen kann.

    • appetiteforconstruction | vor 1114 Tagen, 8 Stunden, 52 Minuten

      appetiteforconstruction = weiblich. freue mich aber trotzdem über deine zustimmung :-)

    • rotifer | vor 1114 Tagen, 8 Stunden, 33 Minuten

      Ever so sorry. Es war das - zugegebenermaßen ins Gegenteil umgekehrte - Guns 'n Roses-Zitat, das mich in Richtung maskulin denken hat lassen. Dumm dumm.

    • rafael | vor 1114 Tagen, 3 Stunden, 44 Minuten

      ich glaub, dass es nicht wirklich sinn macht, in dieser diskussion platten und spiele gegeneinander aufzurechnen. da sind die grundvoraussetzungen eigentlich auch zu unterschiedlich. eine platte runterzuladen ist sicherlich "einfacher", weil weniger speicher und man braucht sich meistens auch nicht mit unterschiedlichen cracks/kopierschutzvarianten herumschlagen. andererseits is natürlich auch die schnittmenge von zockern und solchen leuten, die wissen was bittorrent ist und wie man damit umgeht eine ziemlich große. aber kaum verlässt man den pc/windows markt in richtung konsolen schaut die sache wieder gänzlich anders aus. (beides (zielgruppe, plattform) übrigens umstände, die mit dem unpackbaren wirtschaftlichen erfolg von guitar hero ziemlich gut zusammenpassen).

      im allgemeinen glaub ich aber nicht, dass in abhängigkeit vom medium unterschiedliche moralische einstellung bezüglich einer entgeltfreien konsumation gibt. und ich würd trotzdem sagen, dass ein spiel tendenziell höhere produktionskosten hat, als eine platte. aber das ist jetzt auch eher ein bauchgefühl. und wenn jetz wär "äpfel! birnen!" schreit - ja eh.

    • robertglashuettner | vor 1114 Tagen, 2 Stunden, 39 Minuten

      ich nehme zur kenntnis, robert, und verstehs auch irgendwie, dass dein zugang zum "untergang von pop", den du hier schon vielfach heruntergeschrieben hast, dir persönlich sehr nahe geht. schade, dass dabei immer so schnell ideologische zuweisungen stattfinden, wenn sich darum eine diskussion entfacht. der "käufer/markt"-satz war nicht schulterzuckend, zynisch, corporate, evil oder was du sonst noch daraus liest, gemeint, sondern ist bloß der nüchterne grund, warum eben wii-spiele für viel geld gekauft werden. weil es die kids wollen und ihre eltern kaufen. und weil es auch viele eltern selbst spielen und deren eltern kaufen, und - wenn wir hier schon so in fahrt sind - so manches wii-spiel vielleicht genauso leiwand und popkulturell relevant ist bzw. werden wird wie heute eine brian eno-platte.

      sind das äpfel und birnen? ja und auch nein. denn was mich wirklich ankekst an dieser weinerlichen "pop ist tot"-diskussion: dass unter pop so oft immer nur im weitesten sinne alternative musik und deren ersinnung, produktion und vermarktung von den 1960ern bis zur jahrtausendwende verstanden wird. pop ist aber mehr. pop ist fließend und transdisziplinär, und auch viele dinge, die du ganz böse findest, gehören dazu. wii-games zum...

    • robertglashuettner | vor 1114 Tagen, 2 Stunden, 37 Minuten

      ...beispiel, auch wenn viele menschen immer noch inbrünstig der meinung sind, dass derlei produkte im vergleich zu musik kulturell kollektiv weniger wert seien. kein direkter vorwurf an dich, du wärst mit dieser ansicht ja nicht allein.

      um wieder zum eigentlichen thema zurückzukehren: davon auszugehen, dass freie, kreative, gesellschaftspolitisch relevante popmusik fortan vorbei ist, weil sich die alten bedingungen grundlegend zu neuen verändert haben, kann doch keine ernsthafte, kritische auseinandersetzung sein.

    • deus | vor 1113 Tagen, 13 Stunden, 34 Minuten

      @robertg

      davon geht doch eh keiner aus, oder? die frage ist ja vielmehr - und ich hab rotifers zugang auch als solche gelesen - wie die konkreten modelle zur wirtschaftlichen erhaltbarkeit kultureller arbeit unter den veränderten bedingungen (der rezeption) aussehen.

      bezgl. games und pop: hast du mein mail bekommen? (r@)? wenn ludische artefakte mal nicht pop sind... :)

    • robertglashuettner | vor 1113 Tagen, 9 Stunden, 42 Minuten

      mail: ja, danke, gut angekommen! hab mir die seite bisher nur kurz angesehen, ist auf der vormerkliste :)

    • rotifer | vor 1113 Tagen, 7 Stunden, 51 Minuten

      Tut mir leid, aber die Meinung anderer
      1) als persönliche Angegriffenheit zu bagatellisieren
      2) mutwillig falsch darzustellen, um sie besser widerlegen zu können
      funktioniert zwar zum Punktesammeln, macht aber das Weiterreden sinnlos. Auch schade.

    • bloodshed | vor 1108 Tagen, 15 Stunden, 27 Minuten

      ich finde nicht

      dass musiker jemals auch nur einen cent verdienen sollten