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Musik, Film, Heiteres

Robert Glashüttner

Robert Glashüttner

Videospielkultur, digital geprägte Lebenswelten, Musik aus Österreich

25. 1. 2009 - 05:20

Mal zappeln, mal kopfnicken

Die Große Halle der Wiener Arena oszilliert am FM4 Geburtstagsfest zwischen gebrochenen Beats und zuckenden Körpern.

Was, erst um halb Zehn geht's los? Ist aber eh klar: Mit einem Zuckerschlecker-Line Up auf der Open Air-Bühne macht es keinen Sinn, drinnen in der Halle allzu früh Konkurrenz on stage zu schicken. Außerdem ist es nie schlau, wenn zu vieles gleichzeitig passiert. Wir wissen alle, wie es sich anfühlt, wenn die drei persönlichen Lieblingsbands endlich mal versammelt auf einem Festival spielen und dann sogar alle gleichzeitig auf verschiedenen Bühnen auftreten. Und wenn ihr jetzt sagt: "Ha, wie sollen Gruppen wie Hinterland oder Schwefelgelb den Deichkindern und Ferdinand Fränzen Konkurrenz machen?!", dann willkomme ich euch zur frenetischen, dicht gedrängten Menschenmenge in der Großen Halle der Wiener Arena.

Mehr!

Alles rund ums FM4 Geburtstagsfest

Überaffirmation der Peinlichkeit

Quasi als Vorband zu den wirklichen Bands stehen aber zuerst die ausgeflippten Herren von FM3000 auf der Bühne. Elsbacher, Puntigam, Ratschiller und Tagwerker wandeln eine halbe Stunde lang durch unterschiedliche Rollenspiele, die mit bizarren Kostümierungen genussvoll überzogen in Szene gesetzt werden. Pole dancing, gender-bending und Puntigam'sche Brachialästhetik (frei nach dem Motto: "My outfit is more embarrassing than yours.") stehen am Programm, bis der FM4 Ombudsmann endlich im Rollstuhl mit Blindenbrille und Stock auf die Bühne gefahren wird. Und zehn Sekunden später feststellt, dass "etwas passiert" sei und er wünscht, die Windeln gewechselt zu bekommen. Eine erste Andeutung auf das nahende Ableben einer Figur?

Hermes und Blumenau moderieren Hinterland an.
Martin Blumenau und Hermes sorgen für den fließenden Übergang vom verstörenden Auftritt des FM4 Ombudsmanns hin zum Hauptabendprogramm in der Großen Halle.

Getortet und gefedert zu Beats and Rhymes

Nach dem aufgeregten Hin und Her zwischen der traditionellen Torten-Zeremonie (dieses Mal für den perfekt dazu passenden Deichkind-Riot zeitlich vorverlegt) und der sich stetig füllenden Großen Halle ist es beim Auftritt des oberösterreichischen HipHop-Trios Hinterland Zeit, zu bleiben. Die Protestsongcontest-Finalisten aus dem Vorjahr verführen Beats & Rhymes-SkeptikerInnen zwar nicht zum Aufhorchen, die versammelte Menge ist aber weitgehend zufrieden - auch, wenn die kritischen Raps akustisch leider größtenteils untergehen.

Hinterland rappen am Bühnenrand.

Schwefelgeil

Etwas entäuscht war ich ja schon, als klar wurde, dass aus dem angedachten Geburtstagsfestauftritt von DAF doch nichts wird. Schwefelgelb seien ein würdiger Ersatz für die alten EBM-Herren aus Düsseldorf, hieß es bald darauf redaktionsintern.

Eddy und Sid von Schwefelgelb

Einige Wochen und zwei Songs später will ich von DAF-Vergleichen und anderen Referenzen nichts mehr hören! Sex, Sünde und Sägezahn-Sounds sind hier konzentriert versammelt und das ist wohl alles, was zählt. Nasse, strohblonde Haarsträhnen, die in die schwarz geschminkten Augen klatschen, exaltierte Posen, dreschende Snare Drums, hysterische Arpeggios, Texte voll von hedonistischem Größenwahn. Ich weiß nicht, ob ich von Schwefelgelb genug kriegen möchte. Die schreiende Meute im Publikum ist zurecht missmutig, als ihre kräftigen "Zugabe"-Schreie nach dem Auftritt zu schnell in der aufgedrehten Konserven-Musik untergehen.

Der Sänger von Schwefelgelb

Lasst die Puppen tanzen

Zugegeben, meine Augen blieben beim erstmaligen Lesen des Line-Ups zum FM4 Geburtstagsfest nicht bei der Erwähnung der Puppetmastaz hängen. Das zwar immer noch originelle, aber mittlerweile bekannte Konzept der zotigen und schäbigen Rap-Puppen ist schon über einige Jahre hinweg immer wieder mal live zu sehen. Trotzdem, die HipHop-Puppetshow bewährt sich jedes Mal aufs Neue und die perfekt umgesetzte Lippensynchronisation von Mr. Maloke, Snuggles und Co. ist ein weiteres Mal bemerkenswert. Die Stimmung in der Halle bleibt blendend.

Puppetmastaz

Natalie Brunner hat die Puppetmastaz auch zum Interview getroffen. Die Kamera war mit dabei

1000 Robota, nicht genügend Batterien

Fotos:
Ute Hölzl/Susi Ondrusova

Okay, denke ich mir, nach einem HipHop-Act nun wieder wildes Gezapple von energiegeladenen jungen Herren - so will es die Running Order des heutigen Abends. Es folgt der übliche Gang vom Backstage-Bereich in die Halle und ... nichts. Als ob eine dicke Milchglas-Wand zwischen Band und Publikum aufgebaut wäre, die den Schall abschirmt und die Musiker nur schemenhaft durchscheinen lässt, schrummen 1000 Robota müde und leise von der Bühne in ein ratloses Publikum. Was ist hier los?

Sebastian Muxfeldt von 1000 Robota im Strobo-Licht

"Wie ihr schon bemerkt habt, sind wir eine eher schwierige Band", meint Sänger und Gitarrist Anton Spielmann irgendwann und setzt noch eine beleidigte Anspielung auf das unbeeindruckte Publikum nach. Zwei Songs später verlässt das Trio wortlos und mit hängenden Schultern in vollendeter Resignation die Bühne. Werden die jungen Bandmitglieder ihrem grassierenden Hype nicht gerecht und sind nun in weiterer Folge hoffnungslos überfordert? Vielleicht hatten sie aber auch einfach nur einen schlechten Tag.

Anton Spielmann, Sänger von 1000 Robota

Bäuche, Bässe, Bärte

Vergangener, stundenlanger Bandwahnsinn und eine rätselhafte Performance des vorigen Gruppe gestalten die Ausgangslage für die drei humorvollen Dänen von WhoMadeWho, die den krönenden Abschluss des Festes bestreiten, schwierig.

Schlagzeuger von Whomadewho

Ihre Bass-lastige, gemütlich dahingroovende Gitarrentanzmusik lässt aber viele Gäste langsam wieder aus ihrer Erstarrung erwachen. Optisch herrscht auf der Bühne Eintracht und Einfallsreichtum: Die Gitarristen sind monochrom gewandet, der bärtige, bauchige Drummer ist zeigefreudig. WhoMadeWho sprengen keine Ketten und lassen kaum Adrenalinbäche fließen, der gelungene Abschluss des Live-Aufgebots beim vierzehnten FM4 Geburtstag ist ihnen dennoch bestens geglückt.

Gitarrist von Whomadewho mit Sektflasche in Hand.

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  • judo1 | vor 1112 Tagen, 14 Stunden, 28 Minuten

    Fotos

    meine Fotos gibts hier zu sehn

    http://flickr.com/photos/judo10/tags/fm4fest/

    Auf dieses Posting antworten
  • checker1337 | vor 1114 Tagen, 8 Stunden, 34 Minuten

    der ombudsmannauftritt war aber nicht so geplant, oder?

    Auf dieses Posting antworten
  • redde | vor 1114 Tagen, 12 Stunden, 1 Minute

    Mich würde ja interessieren wie die neuen Songs von Whomadewho so sind...

    Auf dieses Posting antworten
  • konjunktiv2 | vor 1114 Tagen, 12 Stunden, 32 Minuten

    @hinterland:

    "...auch, wenn die kritischen Raps akustisch leider größtenteils untergehen." - ewig schad drum!

    Auf dieses Posting antworten
  • blumenau | vor 1114 Tagen, 14 Stunden, 4 Minuten

    die jungen herrn robota - die beste band des abends. auch weil mir wurscht ist, ob jemand schwierig ist, solange musikalische intensität, text-qualität und bandinterne dichte so eng gewobene qualitätsduftmarken (!) setzen.
    dass ein fm4-publikum hier begriffe wie schwierig mit pfui gleichsetzt, zeigt, dass es sich anschickt im rezeptionsmainstream zu verblöden.
    das schwierige ist das einzig interessante, das einzig sexye - das leichte halt nur hohl und leicht.
    da weiß ich gern wo ich stehe.

    Auf dieses Posting antworten
    • rotifer | vor 1114 Tagen, 13 Stunden, 53 Minuten

      Klingt ja hochinteressant, was sich hier im Forum ausdifferenziert. Zumindest diese Funktion scheint diese Band ja hervorragend zu erfüllen. Wär gern dortgewesen.

    • konjunktiv2 | vor 1114 Tagen, 12 Stunden, 34 Minuten

      mein polemischer beitrag:

      http://tinyurl.com/5adr2k - ein schwieriges persönchen und ihre schwierige popmusik?! mich hat die schule des lebens ja immer gelehrt über geschmäcker lasse sich nicht streiten. will sagen: hab mich zwar persönlich nicht wirklich an den robotas gestört (weil auch keine erwartungshaltung meinerseits vorhanden), dass sich teile des publikums enttäuscht zeigen halte ich aber eingedenk von meinunsfreiheit und all so 'nem zeug schon für legitim. d'accord geh ich mit der aussage das leichte sei halt 'nur' leicht. bloß: what shalls? *achselzuck*

    • konjunktiv2 | vor 1114 Tagen, 12 Stunden, 29 Minuten

      aja: ich beantrage dann auch gleich noch einen possessivpronomen-change, passend zum wende-obama.

    • redde | vor 1114 Tagen, 12 Stunden, 3 Minuten

      text-qualität? Abgedroschene Parolen triffts wohl eher...

      Musikalisch find ich sie nicht schlecht, aber mit ihren 17/18 Jahren diese Arroganz an den Tag zu legen und zu glauben das Rad neu erfunden zu haben find ich lächerlich.

      Aber von den 3en ist der eigentliche arrogante Schnösel ja nur Anton Spielmann. Hab mit dem vor nem Auftritt gesprochen und er war zwar nicht schwierig, aber recht von sich eingenommen und mit einem 1-dimensionalen Weltbild gesegnet.

      Außerdem, Martin, wie kann eine Band die ihren Auftritt abbricht die beste des Abends sein?

    • hermoine | vor 1114 Tagen, 11 Stunden, 52 Minuten

      @ hrn blumenau

      dann gehns halt zu mehr konzerten, damits mehr zum vergleichen haben.

      es geht hier um die qualität des auftritts, nicht um die qualität der band oder ihrer lieder am album. wenn ich nur wenige konzerte ähnlicher bands bzw. von den robs themselves gesehen hab kann ich natürlich finden dass das ein saugeiles konzert war.

      so isses aber nicht, wenn man schon vorher bissl gesehen und erfahren hat dürfen was von so einer band möglich hätte sein können (und müssen).

      alright?

      und what the! soll "bandinterne dichte so eng gewobene qualitätsduftmarken" bedeuten?
      mal zur abwechslung was verständlich erklären bzw. beschreiben wär eine willkommene abwechslung. bloß wenn mal was mit klaren, herkömmlichen dt begriffen geschrieben wird ists nicht unbedingt qualitativ minderwertiger.

    • gerlinde666 | vor 1114 Tagen, 11 Stunden, 28 Minuten

      mit dem mischpulttypen ("de kenna jo ned schpüün ... east amoi zwa joahr in proberaum und daun ...") würd ich mich jederzeit wieder streiten. grrrrrrr die robota warn doch gut!!!

    • hermoine | vor 1114 Tagen, 11 Stunden, 21 Minuten

      gut,

      aber nicht außergewöhnlich und fantastic, wies eigentlich zu erwarten war

    • konjunktiv2 | vor 1114 Tagen, 11 Stunden, 15 Minuten

      ;-)

      kollektiv hat die jugend von heute eh niveau, einzig das im rezeptionsmainstream verblödende fm4-publikum drückt den schnitt. prinzip hoffnung: zumindest werden wir uns dieser progredierenden verdummung allmählich gewahr, blumenau holt uns da raus!

    • hermoine | vor 1114 Tagen, 11 Stunden, 5 Minuten

      grundsatzfrage

      was hat denn musikgeschmack hinsichtlich mainstream (und wer kann schon objektiv und allgemein gültig mainstream im weiten feld der indie/pop/alternative/rockrollmusik definieren) mit verdummung/-blödung zu tun?

      das würd ich gerne erklärt haben.

    • konjunktiv2 | vor 1114 Tagen, 10 Stunden, 53 Minuten

      ...und wizo hören eigentlich alle nur was ihnen gefällt? stellte ständige (selbst)konfrontation mit dem akustisch schwer bis unmöglich erträglichen nicht die größere herausforderung dar?

    • hermoine | vor 1114 Tagen, 10 Stunden, 44 Minuten

      die antwort steckt in der frage...

      ...weil es ihnen gefällt. der einzig wahre grund um sich musik anzuhören. der einzige der zählt.

      und überhaupt:
      nicht das publikum macht die band, sondern die band das publikum.

      oder zumindest ist es eine gewisse wechselwirkung. aber wenn von der band nix kommt, wo komma denn da hin wenn das publikum die band aufgeiln muss, damit die sich selbstbewusst genug und wohl genug fühlt um ein gutes set hinzulegen um wiederrum das publikum aufzuheizen.

    • redde | vor 1114 Tagen, 10 Stunden, 19 Minuten

      @hermoine:

      Die Band macht das Publikum mag für Einzelkonzerte gelten, für Festivals (und das Geburtstagsfest seh ich als solches), siehe Frequency 2007 bei den NIN...

      Aber trotzdem, obwohls uncool gilt und gar nicht "Punkrock" ist, kann man das Set fertigspielen und vielleicht versuchen von den 1500-3000 Leuten 200-300 voll zu überzeugen, als beleidigt von Dannen zu ziehen.

      @gerlinde: was hätt der Techniker bloß zu Deichkind gesagt... da muss er doch nur die Micros einstellen und Play drücken ;)

    • konjunktiv2 | vor 1114 Tagen, 10 Stunden, 17 Minuten

      @hermoine: zustimmung (was deine antwort betrifft)

      und auch ein noch so renommierter radioonkel wird seinen lesern/hörern nicht ein- oder ausreden können was ihnen zu gefallen hat. imho klar: blumenau geht's um eine differenzierte sicht der diffizilen dinge: aus gründen des anspruchs uU sperrigen künstlerischen ausdruck muss mensch nicht gleich mies finden, allerdings schließt das eine ('schwierig') das andere ('pfui') nicht aus.
      ----------
      quid pro quo: "was hat denn musikgeschmack hinsichtlich mainstream (und wer kann schon objektiv und allgemein gültig mainstream im weiten feld der indie/pop/alternative/rockrollmusik definieren) mit verdummung/-blödung zu tun?" - ich denke, viel zu viele leute da draußen lullt die von ihnen erwählte beschallung in eine verräterisch heile feelgoodplastikpopwelt. musik kann agitieren, provozieren, stein des anstoßes sein etc. da gibt's meines erachtens schon gröbere gräben. trotzdem: auch ein uniprofessor darf gerne auf dj ötzi abgehen, und wirklich objektiv is' der herr friedle dann auch nicht besser oder schlechter als hausnummer conor oberst. (dafür geh ich vorsorglich schon mal in deckung... ;-))

    • etcetera | vor 1114 Tagen, 8 Stunden, 40 Minuten

      Nur so am Rande: Die Band ist, wie gesagt (aber das ist offenbar missverstanden worden) das Gegenteil von schweirig. Ein Klumpen sloganpumpender Simplizität. Ein Energiebündel, orientiert am britischen Effizienzmodell. Geht leichter runter, als so Einiges, was die Charts bevölkert. Das haut manchmal hin, manchmal nicht. So war's auch beim Konzert. Ein Song gut, der nächste nicht. "de kenna jo ned schpüün"? Stimmt natürlich nicht, und wie die spielen können, so tight, dass es eben schon schädlich ist. Sich darauf "Schwierigkeit" einzubilden, halte ich für unangebracht. Und bleibe bei meinem Urteil: Durchwachsen, okay, weiter so, oder auch nicht.

    • hermoine | vor 1114 Tagen, 7 Stunden, 24 Minuten

      antworten

      @ redde: den verweis aufs frequency und nin versteh ich nicht, sorry.

      "[...] das Set fertigspielen und vielleicht versuchen [...] zu überzeugen, als beleidigt von Dannen zu ziehen." ist genau meine meinung!

      @ konjunktiv2: die ganze diskussion scheitert schon mal im ansatz an blumenaus kommentar. Er übersieht einfach dass man, aufgrund von erwartungshaltung und vergleichbaren konzerterfahrungen, ruhig zu dem schluss kommen kann dass das konzert nicht sooo gut war. als band schwierig sein macht das auch nicht wett.

      Und bei seiner aussage „die beste band des abends“ mit dem adjektiv „schwierig“ zu bezeichnen muss man sagt das auch schon alles.
      ----------
      bitte, so ein quatsch.
      das würde ja umgekehrt bedeuten, dass wenn man sich nicht mainstream (again: muss definiert werden) anhört (um der verblödung zu entgehen), sondern sich, ich sag jetzt mal aufs geratewohl einen namen 1000 robota, anhört, dass man dann schlauer wird.

      Das is eine grobe und dümmliche aussage, auch vom blumenau. Verdummung wg mainstream? What the!

      @ etcetera: auch nicht die qualität des spielens war das problem (diesbezüglich wars gut, sind ja auch sehr gute musikanten).
      und, was auch immer tight heißen mag, schädlich kanns doch nie sein (nur wenn zu nah am...

    • alexandraaugustin | vor 1114 Tagen, 6 Stunden, 54 Minuten

      1000 robota!

      ...find ich immernoch geil. und hätte ich nicht gefilmt und mich deichkind nicht mit ihrem wodkaschwall benetzt, ich wäre drinnen gewesen!!!

    • konjunktiv2 | vor 1114 Tagen, 6 Stunden, 21 Minuten

      obwohl mitunter durchaus seriöse forschungarbeiten vorliegen, die einen zusammenhang zwischen dem konsum ganz bestimmter musiken und der dadurch angeblich gesteigerten intelligenz der konsumenten nachzuweisen versuchen (stichwort: http://tinyurl.com/alv3z5), will eine derartige diskussion gar nicht führen; ich wage lediglich zu behaupten: ob mensch sich klassisch fatalistisch mit einem status quo arrangiert (d.h. frisst, was vorgesetzt wird / nicht hinterfrägt / einen gewissen wohlfühlfaktor durch ausblendung erreicht / die eigene unbequemlichkeit ablegt usw.) oder halt einen subversiveren, subkulturelleren weg wählt, macht zumindest den unterschied, dass in letztgenanntem fall eher geistesgegenwart und kritische schärfe bewahrt werden. und wie wir hier wohl alle wissen: jugendkultur erkämpft sich stets neuland, sprengt die ketten der altvorderen um mitgestalten und verändern zu können. ö3-konservenpop (vom musikantenstadl ganz zu schweigen) fördert also imho schon eher intellektuelle trägheit.
      schön wär's ja, wenn sich blumenau selbst äußern würde, ich glaube aber hier liegt ein missverständnis vor: er meint mit 'rezeptionsmainstream' vermutlich nicht unbedingt angepassten geschmack, sondern schlampigkeit beim versuch sich von kunst ein bild zu machen: wer nämlich automatisch schlecht findet was sich ungewohnt bis fordernd präsentiert, sitzt einem schweren denkfehler auf, der wiederum verunmöglicht entwicklung im sinne 'kultureller fortbildung'. 1000robota z.b....

    • konjunktiv2 | vor 1114 Tagen, 6 Stunden, 20 Minuten

      1000robota z.b. deshalb nicht zu mögen, weil der hörer gitarrenmucke per se nicht leiden mag, is argumentativ ev. schwer nachvollziehbar, aber kein kognitives foul, im gegensatz zum kurzschluss 'schwierig' => 'pfui'! weil ich also hoffe das verstanden zu haben, find ich's (von blumenau) doch gut und richtig darauf hinzuweisen. mir stößt ja eher das über einen kamm scherende 'verblödende fm4-publikum' auf, wo sich grade mal eine handvoll individualisten zu unglücklich formulierten kommentaren hinreißen hat lassen.
      insofern dann immer wieder beachtlich welche breite eine phalanx erreichen kann, die gegen wenige zeilen blumenau aufmarschiert.
      ;-)

    • hermoine | vor 1114 Tagen, 5 Stunden, 47 Minuten

      puhh, ja ich weiß nicht

      das muss ich mir morgen nochmal genau durchlesn.

      und von zumindest meiner seite aus is das kein aufmarschiern gegen blumenau, es is nicht mal ein aufmarschieren. der kerl is mir egal.
      sondern es is einfach nur eine meinung zu einer anderen. (immerhin sind nicht viele kommentare es wert dass man sich ein antworten antut)

      und das konzert war nicht "ungewohnt", es war auch nicht "fordernd", deshalb sind das auch nicht die gründe ums schlecht (oder nicht so gut) gefunden zu haben.
      der kurzschluss schwierig = pfui, stünde garnicht zur debatte, wenn wir uns einfach mal eingestehen dass es tatsächlich sein kann dass sie kein gutes (wie es aber zu erwartendes war wenn man ihre vergangenen livekonzerte bissl mitverfolgt hat) konzert präsentiert haben. und wenn nicht vehement versucht wird das alles aus lauter sympathie der band gegenüber schönzureden (also gründe suchen wie: das konzert war gut, man musses nur verstehen, die band is halt schwierig).

      die einzige variable die in unsrer rechnung fehlt is die objektivität.

    • redde | vor 1114 Tagen, 5 Stunden, 29 Minuten

      @hermoine: mit NIN am Frequency (wo Trent & Co von skandierenden Ärzte-Fans angepisst war) meinte ich nur, dass die Band bei einem Festival aufs Publikum keinen einfluss hat... Wenn Sigur Ros spielt und die ersten Reihen voller Gloodhoundgang-Fans sind, dann kann auch Sigur Ros nix machen...

    • konjunktiv2 | vor 1114 Tagen, 5 Stunden, 20 Minuten

      das zitat is' der gläserne pantoffel der postmoderne und am ende einer rauschigen ballnacht oft der einzige anker zum festklammern und liebhaben. in diesem sinne also eine referenz (oder zwei, wenn's ein bisserl mehr sein darf):
      http://tinyurl.com/bk8fu4
      "subjektivität ist objektiv."
      woody allen

      ich würde sogar noch verschärfen: subjektivität is' vermutlich das einzig objektive. und sorry: ich bin auf gedanklichen abwegen, ziehe meine (wenn du so willst) induktiven schlüsse und bewege mich zusehends fort von 1000robota hin zu einer grundsatzdiskussion.

      und jetzt wird es dann drei uhr und damit langsam zeit sich bettgehfertig zu machen... ;-)

    • hermoine | vor 1113 Tagen, 22 Stunden, 57 Minuten

      ja,

      darüber ließe sich noch ewig...

      34 kommentare sind genug, alles wichtige steht eh schon hellgrau auf etwas dunklerem grau.

      schönen tag und bis zur nächsten konzertbesprechung

  • etcetera | vor 1114 Tagen, 16 Stunden, 59 Minuten

    "Wie ihr schon bemerkt habt, sind wir eine eher schwierige Band."

    Ein Glück, dass ich das gestern überhört habe, sonst wäre der ohnehin durchwachsene Auftritt noch einen Deut tiefer gefallen. Schwierig, my ass.

    Auf dieses Posting antworten
  • blam | vor 1114 Tagen, 17 Stunden, 15 Minuten

    wer stellt denn die motive...

    ... für die Bilder der Topstories frei? wenns keinen gibt der das kann, dann sollte man andenken ob der graue hintergrund denn unbedingt sein muss, weil so schaut das wirklich nichts gleich.

    Auf dieses Posting antworten
  • hermoine | vor 1114 Tagen, 17 Stunden, 29 Minuten

    die robota

    waren ziemlich schwach, dafür dass man sonst nur gutes hört und liest.

    what the!

    arroganz à la manddiao in deren frühen anfängen, dürfen sich die robotas nicht leisten;

    die haben einem als zu erwartenden persönlichen höhepunkt des abends ebenjenen (den abend) ziemlich versaut mit ihrem komischen was auch immer das war, postpubertären was weiß ich

    Auf dieses Posting antworten
  • sadsappysucker | vor 1114 Tagen, 18 Stunden, 18 Minuten

    1000 robota (und weil ich den satz schon immer mal...

    ...sagen wollte)

    HAB ICH DOCH GESAGT!

    Auf dieses Posting antworten
    • sadsappysucker | vor 1114 Tagen, 17 Stunden, 13 Minuten

      http://fm4v2.orf.at/connected/226165/main

  • danielgebhart | vor 1114 Tagen, 21 Stunden, 50 Minuten

    wahnsinns fotos, ute!

    Auf dieses Posting antworten
    • symphonyofheat | vor 1114 Tagen, 20 Stunden, 51 Minuten

      stimmt,ute und susi.

    • etcetera | vor 1114 Tagen, 16 Stunden, 57 Minuten

      word.

    • utehoelzl | vor 1113 Tagen, 14 Stunden, 3 Minuten

      danke sehr ;)