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Musik, Film, Heiteres

Martin Blumenau

Martin Blumenau

Geschichten aus dem wirklichen Leben.

5. 2. 2009 - 17:08

Journal '09: 5.2.

Drei Paradigmenwechsel. Oder: drei (mögliche) Bruchlinien des Denkens und Handelns.

Heute geht es um drei Veränderungen von Sicht- oder Handlungsweisen, eine vergangene und zwei aktuelle. Zwei davon sind im gestrigen Club 2 angesprochen worden, eine vom Historiker Jagschitz, eine vom Historiker Höbelt. Die dritte stammt aus Frost/Nixon.

1

Im heute anlaufenden, Mitte der 70er spielenden Ron Howard-Film Frost/Nixon lässt der Drehbuchautor (der interessanterweise einen Teil seiner Lebenszeit auch in Wien und Österreich verbringt) den Ex-Präsidenten gegen Ende laut über das Wesen der Politiker nachdenken und prophezeien, dass sich die Typologie umdrehen würde. Bis dahin wären oberflächliche, auf medienwirksame Zuspitzungen und plakative Erfolge ausgerichtete Charaktere (wie David Frost) als Journalisten aufgetaucht, während sich intellektuelle, nicht an direkter medialer Wirkung interessierte Problemlöser mit einem Verständnis für komplexe Zusammenhänge als Politiker verdingt hätten. Künftig, meinte die Nixon-Figur, würde das womöglich andersrum sein.

Nun ist diese Verknappung durch Filter wie die stark egomanische Sicht Nixons oder durch eine auch durchaus vorhandene Selbstüberschätzung der Politiker-Garde des alten Typus getrübt - im Kern ist dieser Paradigmenwechsel aber durchaus richtig eingefangen.

szenenbild aus Frost/Nixon: shakehands der beiden kontrahenten

Allerdings sollte niemand den Fehler machen, diesen Wechsel einfach den Medien und ihrer Wirkungsmächtigkeit anzuhängen. Ähnliches ist u.a. auch bereits im (recht medienlosen) alten Rom passiert - es geht also eher um die Aufgabe von Verantwortung, ums Delegieren des Denkens.

2

Der Publizist und Historiker Lothar Höbelt hat im gestrigen Club 2 zum Thema "Wie rechts ist Österreich" eine hochinteressante These aufgestellt, die zu einer völligen Neubewertung jeglicher drastischen Aktivität, die auf jugendkulturellen Gesichtspunkten basiert, führen muss.

Höbelt ist nicht irgendwer, sondern - gemeinsam mit dem nicht zufällig neben ihm auf dem Club-Sofa sitzenden Andreas Mölzer - das intellektuelle Zentral-Komitee des sogenannten 3. Lagers, Vordenker des öffentlich populistisch, im Kern aber sehr traditionell und streng national agierenden sogenannten nationalliberalen Lagers.

Höbelt nun meinte, nachdem er sich zuerst einmal - freilich eher in falscher Bescheidenheit - als mit dem Wesen von Jugendkultur nicht allzu vertraut dargestellt hatte, dass dieser, quasi per Automatismus, das Vorrecht einzuräumen wäre, sich mit den Mitteln der Provokation immer denjenigen gesellschaftlichen Spannungsräumen zu nähern, die am meisten tabuisiert wären.

Deswegen sei es logisch, dass nach einer Provo-Kultur, die in den 60ern und 70ern gegen das Establishment demonstriert hätte, die heutige Jugend(kultur) die (seiner Meinung nach allzu stark) etablierten 68er mit Provokationen überzieht, und wie selbstverständlich auf die immer stärkste Symbolik zurückgreifen würde (und auch dürfe) - also auch mit Nazi-Insignien hantierend oder Holocaust-Tabus brechend. Das alles wäre kein Problem, weil eben jugendliche Provokation, pubertär, politisch irrelevant, ein bewusst angelegtes Spiel. Der neben ihm sitzende Mölzer nickte diese These deutlich sichtbar ab.

Die Club 2 Teilnehmer Mölzer und Höbelt

Nun ist diese Ansicht auf drei, vier, fünf Ebenen entgegen- und als zu wenig durchdacht ablehnbar. Aber darauf aufzuspringen hieße, die Argumentation inhaltlich als diskutabel zu akzpetieren - einer der klassischen Tricks jeder Provokation - womit die Grenzen des Denkmöglichen wieder einmal erweitert wurden.
Da dies also bereits in den direkten Repliken geschehen ist, halte ich es für viel interessanter, allen künftigen Beschwerden der Ideologiegänger von Höbelt/Mölzer (und derer gibt es viele - Mölzer schaffte es sogar, sie in nämlichem Club 2 anzubringen) mit der hier gebrauchten Irrelevanz von jugendlicher Provokation zu entgegnen.

Was auch immer wem auch immer von jugendkultureller Seite entgegenschlägt: Solange es nicht per Gesetz verboten ist, sondern "bloß" ideologisch diskutiertbar wäre, gilt dafür der Höbeltsche Persilschein. Ist ja nur eine jugendkulturell legitimierte Provokation.

Ich halte eine solche Blanko-Erklärung, die Höbelt gestern abend jedermann&frau mit seinem Schuld-Freispruch für ideologische Provokation der drastischsten Sorte gegeben hat, natürlich für hochproblematisch - mit den Folgen, die durch jene erwachsen, die diesen seinen Worten mit Taten folgen, wird sich allerdings Höbelt herumzuschlagen haben.

3

In derselben Club-Diskussion gab ein anderer Historiker, einer der führenden heimischen Zeitgeschichtler, der auch international angesehene Gerhard Jagschitz, ein paar ganz bemerkenswerte Sätze zu Protokoll, die nicht direkt mit dem Thema der Debatte ("Wie rechts ist Österreich?") zu tun hatten, sondern tief in die Grundlagen eintauchten. Jagschitz entwarf ein Bild der österreichischen Nachkriegsgesellschaft, die das verdrängte Thema der Mitschuld am NS-Terrorregime nicht nur bis heute nicht verkraftet hat, sondern sich - zu großen Teilen - mittels Einkuscheln in (wie überall durchaus vorhandene, hierzulande aber historisch mehr als belastete) autoritäre Strukturen noch nicht ernsthaft in Richtung Demokratie entwickelt hätte. "Mutationen" nennt er diese Entwicklungen, Mutationen, die aus dem Nachlass der NS-Zeit stammen.

Jagschitz ging weit. "Wir sind keine Demokratie," sagt er, "Wir inszenieren Demokratie. Und in diesem Biotop der Unschärfe... und der mangelnden Zivilcourage..." würde der Hang zum Autoritären dann gedeihen. Auch durch das, was er eine "moderne soziale Entwicklung" nennt, also das multikulturelle Zusammenleben, das für Probleme sorgt, die dann (in einer ohnehin xenophob aufgeladenen und autoritätssüchtigen, in sich undemokratischen Gesellschaft) für Probleme und Spaltung sorgt.

Das, worauf sich viele im Grunde ihres Herzens immer verlassen, den Aufschrei nämlich, den Widerstand der Anständigen, den gibt es nicht, bei uns, sagt Jagschitz.
Ich denke, da hat er recht: ein neuer Heldenplatz ist in Österreich immer und sofort möglich.

Ich weiß nicht, ob den Wagemut - das grundlegende Problem, das Österreicher mit der Demokratie haben - so deutlich, nämlich als Fakt, anzusprechen, im schlimmsten Fall dann gleich wieder als Rechtfertigung (Ja, wenn jemand wie der Jagschitz sagt, dass Österreich keine Demokratie - und wenn auch nur im philosohischen Sinn - ist: wozu das dann noch? Her mit den starken Männern!) für die Freunde des Autoritären herhalten muss. Auch wenn Jagschitz damit das Gegenteil erreichen will (nämlich eine flächendeckende politische Bildungs-Initiative für ein chronisch unterversorgtes Land) ist mir seine Drastik lieber als das relativierende "Wir können uns drauf einigen, dass unsere Demokratie unterentwickelt ist!" der besorgten restlichen Club-Teilnehmer. Im Unterentwickelten nämlich (das entspricht ideal der Selbstzuschreibung des unverstandenen Außenseiters) fühlen sich Österreicher meist recht wohl.

Der Club 2 wird heute nacht um 4.30 in 3sat wiederholt.

Ich weiß nur, dass dieser Gedanke und seine Implikationen die wichtigste Bruchlinie unseres Denkens und Handels sein muss - weil diese Bewusstseinsschärfung und die politische Bildung unsere Zukunft prägen werden.

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  • softmachine | vor 396 Tagen, 4 Stunden, 52 Minuten

    um eine antwort auf die frage "wie rechts ist OE" zu bekommen, sollte man sich nur einmal kurz ueberlegen ob rechtsradikale wie moelzer und co. in D (bei Beckmann, anne will etc.) ueber deutschnationale, rechtsradikale verbindungen und andere rechtsnationale inhalte plaudern koennten. hallo ? zivilgesellschaft ? die antwort auf die rhetorische frage der sendung ist wohl klar: zu sehr rechts. andere laender geben diesen leuten kein forum.

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    • speedtriple | vor 394 Tagen, 18 Stunden, 53 Minuten

      Andere Länder geben diesen Leuten kein Forum??!!

      Aha. Na dann bitte einmal nach Italien, Ungarn, Frankreich, Schweden, Polen, Tschechien (!),.. zu blicken.

      Nur weil man dort nicht wohnt, ist es nicht gleichbedeutend damit, dass sich dort nicht auch Bewegungen abzeichnen. Und zwar heftige. Und die diskutieren nicht über privat Photos aus Privatwäldern mit jugendlichen "Paintballern". Or the famous three beer.

  • sfbuch | vor 397 Tagen, 18 Stunden, 58 Minuten

    es ehrt dich als freund, dass du elisabeth scharangs auftritt nicht kommentierst.

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  • diamondback | vor 397 Tagen, 22 Stunden, 58 Minuten

    wie mieselsuechtig das rechte leger in oesterreich ist, sieht man daran dass sich moelzer als intellektueller darstellen kann.

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  • maui123 | vor 398 Tagen, 16 Stunden, 26 Minuten

    Das ungute Gefühl dieser Diskussion

    2 Dinge möchte ich zum Club 2 allgemein, und im speziellen zu dieser Sendung anmerken:

    allgemein: Ich finde es sehr schade, dass das Open-End-Prinzip im "neuen" Club2 keine Anwendung findet. Es wäre so wunderbar, mal eine Diskussionssendung im Fernsehen zu sehen, die das Ende einer Diskussion vom Diskussionsverlauf selbst abhängig macht, dh. die Teilnehmenden sollen so lange diskutieren wie sie wollen, bis sich ein Ende abzeichnet oder Teilnehmer aus Zeitgründen gehen müssen (wobei Verbleibende ja noch bleiben können).

    im speziellen: ich erinnere mich wie Köhlmeier zum Schluß sagte: "Also ich weiß nicht wie es ihnen geht, aber ich fühle mich gerade nicht gut, nach dieser Diskussion" (so ähnlich eben); und genauso ging es mir dann eigentlich auch, eine Diskussion die einem mit einem unguten Gefühl zurückgelassen hat.

    und noch etwas: Mir fällt immer wieder auf, wie "linke" Persönlichkeiten in solchen Diskussionen dazu neigen sich ihre an sich richtigen Argumentationen komplett zu versauen indem sie sich einfach nicht zurückhalten können radikale Beisätze einzustreuen, die die Hauptargumentation völlig wegblenden und perfekte Angriffspunkte bieten, zB der Sager von Ruth Beckermann mit den "alkholsüchtigen Familien in Österreich" , hat ihr komplett den Wind aus den Segeln...

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    • alpiarts | vor 398 Tagen, 13 Stunden, 21 Minuten

      Dem letzten Absatz stimme ich zu. Leider.

  • protagoras | vor 398 Tagen, 16 Stunden, 27 Minuten

    Altbacken

    Punkt 1: Freu mich schon auf den Film. Jetzt noch mehr.

    Punkt 2: Das Jugendkultur gerne gegen die Vorgeneration(en) aufbegehrt, oft durch Aufgreifen von Tabuthemen ist, denke ich mal, allgemeiner Konsens. Hier muss man wohl die Frage stellen, warum ein Tabu (Linksextremismus, Kommunismus) weniger schlimm ist als ein anderes ideologisch sehr Verwandtes (Rechtsextremismus, Nationalsozialismus). Liegt es daran, dass viele der Protagonisten der heutigen Leitkultur nunmal in ihrer Jugend (68er, 78er) mit dem Tabu des Linksextremismus symphatisierten? Liberale Ansichten eignen sich wohl leider nicht für eine Rebellion (Anm. d. Red.: liberal im Sinne von Hayek, nicht im Sinne von dem was man in Österreich heutzutage glaubt darunter zu verstehen)...

    Punkt 3: Wo ist hier der Paradigmenwechsel? Dass man als Teil des ideologischen Establishments völlig sinnentleertes und unbelegtes (ja, unbelegbares) Österreich-Bashing betreiben kann? Einen Applaus hat sich Herr Jagschitz für seine Ansichten wahrlich nicht verdient. Der gehört in die gleiche Systemerhalter-Ecke wie Mölzer und Co. Frei nach dem Motto: solange man jemanden hat, dem man für alles die Schuld zuschieben kann, braucht man keine Lösungen für richtige Probleme (bei den Linken sind es die Rechten, und bei den Rechten die Ausländer). Club2 = Barbara...

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    • protagoras | vor 398 Tagen, 16 Stunden, 26 Minuten

      Club2 = Barbara Karlich auf dem Ledersofa

    • gerianer | vor 398 Tagen, 14 Stunden, 19 Minuten

      Tabu?

      Welches Tabu des Linksextremismus, Kommunismus gibt es bitte, was soll das konkret heißen? Und inwiefern ist Rechtsextremismus ein Tabu, hier wird meiner Meinung nach Strafbarkeit (nach dem Verbotsgesetz) mit dem gesellschaftlichen Begriff von Tabus vermengt..

    • johncarterdenton | vor 398 Tagen, 14 Stunden, 15 Minuten

      ad 2

      weil nichts - auch nicht das scheinbare gegenteil oder der scheinbare zwillingsbruder - mit dem nationalsozialismus vergleichbar ist.

    • perrymason | vor 398 Tagen, 13 Stunden, 7 Minuten

      Ich hab mir jetzt auch vorgenommen andauernd nichtssagende Film- und Serienschmonsens (jedoch aus unkommerziellen Zwecken, aber ja das meiste kann man früher oder später am ORF1 oder 2 sehen) von mir zu geben. Ad Protagoras Punkt 2: Hast du nicht Star Wars gesehen? Entweder du bist auf der guten Seite der Macht (68), oder du bist auf der bösen (Nazi). Darth Maul und der Imperator sind halt nicht mit Lord Landau zu vergleichen.

    • blumenau | vor 394 Tagen, 13 Stunden, 12 Minuten

      ad 3.
      der paradigmenwechsel wäre die tatsache, dass man nicht mehr davon ausgehen muß, österreich als funktionsfähige demokratie zu sehen (was ich zb immer getan habe), sondern das ganze auch aus dem blickwinkel des totalen schwellenlandes zu betrachten. das ist (zumindest mir) neu gewesen.

    • blumenau | vor 394 Tagen, 13 Stunden, 11 Minuten

      die kommentierung der eh schon zurecht zersausten gleichsetzung in punkt 2 von protagoras erspar ich mir hier...

  • completeunknown | vor 398 Tagen, 19 Stunden, 50 Minuten

    sehr gutes journal!
    ich denke die letzten absätze bringen die tragweite dieser thematik sehr gut auf den punkt. mehr davon, bitte!

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  • johncarterdenton | vor 398 Tagen, 21 Stunden, 40 Minuten

    ein heldenplatz ist nie und nimmer möglich.
    so viele es auch geben mag, die sich dorthin stellen würden, sie werden niemals oppositionslos dort stehen.

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    • endlessnameless | vor 398 Tagen, 21 Stunden, 13 Minuten

      zumindest in der studierendenschaft seh ich aber wenig potential für eine apo 2.0

    • rockoconnoisseur | vor 398 Tagen, 16 Stunden, 58 Minuten

      schoenfaerber!

      ín den sozialen niederungen wiens kann ich mir das sehr gut vorstellen.

  • razzo | vor 398 Tagen, 21 Stunden, 47 Minuten

    Höbelts Witze über Merkel und die pseudolinke Greifzange

    Die Aufregung über Höbelts Merkelwitze sind vollkommen überzogen und zeigen, wie wenig die österreichische Medienlandschaft mit deutschen Diskursen vertraut ist. Man sollte sich mal anschauen, wie deutsche, und wohlgemerkt alles andere als rechte, Kommentatoren mit Merkel umgehen. Derartige Witze über Merkel hört man im deutschen Fersehen zu Hauf. Anspielungen auf Enthaltsamkeit und Pastorentöchterchen scheinen mir zum Beispiel von einem Kaberettisten namens Urban Priol geklaut. (Wäre es wirklich mal wert sich anzusehen)

    Und was die Überzogenheit des Umgangs mit Themen des rechten Lagers betrifft, da ist Österreich auf jeden Fall ein Kasperltheater. Langsam scheint mir, man müsse wenigstens im Sich-Schlechtmachen der Größte sein, um wenigstens über das Maß der Selbstzerfleischung einen internationalen Rang einnehmen zu können.

    Auf dieses Posting antworten
    • genick | vor 398 Tagen, 19 Stunden, 43 Minuten

      Ich kann nicht beurteilen, wie sehr Du mit »deutschen Diskursen« vertraut bist.

      Den »Umgang mit Themen des rechten Lagers« in Österreich als überzogen zu empfinden, mag amüsant erscheinen; von dort zum Kabarett überzuleiten, erfordert dann doch ein ungesundes Maß von moralischer Elastizität und Assoziationsakrobatik.

      Herr Höbelt mag vielleicht als Historiker durchgehen, Komiker ist er jedenfalls keiner.

    • pixacao | vor 398 Tagen, 19 Stunden, 29 Minuten

      @razzo
      du hast die diskussion offensichtlich nicht gesehen.
      höbelt hat nicht über den"enthaltsame pastorentochter"-habitus merkels gespottet;
      er hat schlicht darüber gescherzt, dass man angesichts (solcher und anderer) "pastorentöchterchen" das f e h l e n d e zölibat bei den protestanten beklagen müsse ("und das sage ich als "lutheraner"" - *zwinkerzwinker*).

      > so eine aussage offenbart weniger humor als eine frauen-/menschenfeindliche einstellung -
      wenn du darüber lachen kannst, mein beileid!

    • diamondback | vor 397 Tagen, 23 Stunden, 4 Minuten

      @genick: hoebelt ist ein komiker...denke da an eine quizsendung und den kanidaten "lothar"...als historiker hat er sich jedenfalls nicht wirklich einen namen gemacht.

  • pixacao | vor 399 Tagen, 5 Stunden, 51 Minuten

    ich hab die diskussion nur teilweise mitverfolgt, aber ... spinnt der orf ?? (oder sind solcherart besetzte diskussionsrunden der "dank" für die seinerzeitige wrabetz-wahl durch das dritte lager??)

    okay, mittlerweile weiß jedes kind: wenn im orf über rechts diskutiert wird, ist mit dem gespann mölzer/höbelt auf der couch zu rechnen.
    man mag über die intellektuelle kompetenz des paares geteilter meinung sein, aber profis, ja, das sind sie ...
    (sie ideologisieren ja auch hauptberuflich)

    wieso bemüht man sich nicht, auch auf der linken seite "profis" zu finden ?
    kurt palm, hubsi kramer, emmerich talos, franz schuh, isolde charim, robert menasse ... hätten sicher eine bessere figur gemacht als die inferiore beckermann und die überforderte zöchling.

    in gewisser weise war die wahl von zöchling/beckermann dann allerdings auch wieder richtig: sie haben den zustand des linken lagers -
    zwischen (überheblicher) gesprächsverweigerung und (haarsträubender) argumentationsarmut - perfekt repräsentiert ...

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    • rockoconnoisseur | vor 398 Tagen, 22 Stunden, 53 Minuten

      dein letzter absatz sagt leider die ganze wahrheit! die leute mit diesen menschen (die legitimerweise dort sitzen, wegam demokratischen spektrum warads) eine ernsthafte diskussion fuehren koennten haben keinen bock drauf (wie du sagts menasse). jene die bock drauf haben, sie oft recht talentfrei! das rechte/dritte lager faellt seit laengerem durch eine hoehere professionalitaet auf als das liberale/linke. anscheinend ist der leidensdruck nicht gross genug, weil man sich ja immer nich igemuetlich in sein liberales biedermeierleben zurueckziehen kann!

    • johncarterdenton | vor 398 Tagen, 21 Stunden, 44 Minuten

      ganz im gegenteil:

      höbelt und mölzer haben sich wunderbar selbst enttarnt: diese verzweifelte verteidigung der einladung des rechten sängers durch die olympia und der "lebensgemeinschaft" von graf, das gespielte unwissen, die hektische körpersprache...

      dagegen waren ihre "kontra"gesprächspartner herrlich ruhig und argumentativ (und natürlich moralisch) weit überlegen.

  • wasabi | vor 399 Tagen, 7 Stunden, 17 Minuten

    --

    wie meist gut durchdacht - ich glaube das problem ist aber zum teil auch hausgemacht, aufgrund des elendigen verhältniswahlrechts. denn so kommt es immer wieder nur zu einer wiederholung von ideologischen schablonen, die sich im kern aber wenig weiterentwickeln. der nächste zahntechniker scharrt vermutlich schon in den startlöchern.

    anzumerken ist, das der hierzulande historisch verpönte ruf nach den starken männern/frauen, in all seiner bedrohlichkeit in funktionierenden demokratien kein problem darstellt.

    als beispiel möchte ich england anführen, wo mit den miliband brüdern ein beobachtenswertes modell heranwächst. auch wenn robert rotifer schon ein wenig geknüppelt hat, wäre so etwas in österreich glaube ich undenkbar.

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