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Martin Blumenau

Martin Blumenau

Geschichten aus dem wirklichen Leben.

7. 2. 2009 - 17:59

Journal '09: 7.2.

Skandal-Kommunikation ist Werte-Kommunikation. Bloß: als alleiniger Debatten-Auslöser ist das trotzdem zu wenig.

"Machst du noch was über die Pius-Brüder?", fragt meine Freundin, "oder ist dir das zu wurscht?"
Ja und nein.

Natürlich sind mir Erregungen innerhalb der katholischen Kirche und der von ihnen vertretenen Gläubigen mehr als ein bissl wurscht - weil ich da ja nicht dazugehöre.

Und dass ein stockkonservativer, global agierender, auf Gewinn angelegter und extrem lukrativer Konzern wie die Amtskirche (noch dazu unter einer selbst für ihre Verhältnisse recht reaktionären Führung) die alte katholische Tradition des Anti-Semitismus (mit der man vor allem im zweiten Fünftel des letzten Jahrhunderts trittbrettfahrermäßig gut unterwegs war) wieder aufnimmt und ein paar Holocaust-Leugner pardoniert, ist ebenso logisch und nicht diskussionswert wie die Tatsache, dass die hierzulande aktiven Islam-Lehrer in großem Umfang europäische Werte-Maßstäbe wie Demokratie u.ä. nicht teilen mögen.
Denn auch hier handelt es sich ja nicht um vergeistigt Erleuchtete, die einfach ihren Glauben (und die den großen Religionen inneliegende Toleranz) lehren, sondern um einen rivalisierenden Welt-Konzern, dem es auch nur um Quoten, Marktanteile und Boni geht.

Wer sich also über derlei Vorkommnisse wundert, über den wundere ich mich - außer über die sich auch hier gerne blödstellenden und daraus eine künstliche Empörung ziehenden Kollegen und politischen Kleingeldwechsler aller Kaliber: für die darf so etwas wie eine professionelle Verachtung gelten.

Eigentlich.

Denn natürlich gibt es - wie so oft - eine halbwegs akzeptable Ausrede. Nämlich die (mittlerweile weithin akzeptierte) These, dass es mittlerweile einzig die Kommunikation über Skandale wäre, mit der man die Menschen nicht nur erreichen, sondern auch über die Werte und die Moral ihrer Gemeinschaft nachsinnen ließe. In der Kulturzeit dieser Woche wurden anläßlich der diversen Vorkomnisse einschlägige Experten und Publikationen befragt/zitiert.

Skandalkommunikation ist Werte-Kommunikation, bedeutet, über den aktuellen Stand der Moral zu reden.
Denn all diese Themen der derzeitigen Erregung (aktuell kommen da auch noch die Fälle der Alt-Nazis Helm und Asner dazu, die Bände über die aktuelle Position der Übernahme von Verantwortung sprechen) bedeuten für jene, die sich dran beteiligen, Position zu beziehen. Zumindest kurz - und wenn nicht öffentlich, dann für sich selber.

Und das ist nichts, was schaden würde,

im Gegenteil.

Die Verteidiger der Skandal-Kommunikation meinen, dass sie im Rahmen der aktuellen Medien-Rezeption gar keine anderen Möglichkeit hätten, als mit Überspitzung und Skandalisierung (samt der nachfolgenden Aufgeregtheit) reinzufahren - weil sie ja auch die Konkurrenz des hochgepimpten Blödsinns aus den LindsayLohan-Welten und die ebenso künstlich inszenierten innenpolitischen, immer auf Personen zentrierten Debatten wegdrücken müssen.

Ich meine da: ja und nein (schon wieder).

Denn natürlich ist die Skandal-Kommunikation für die absolute Mehrheit der Menschen, die sich mit dem, was passiert, nicht wirklich beschäftigen wollen (sondern sich in Eskapismus aller Art üben - egal ob man sich zudröhnt, versteckt oder mit dem Sich-Lustig-Machen über Druckfehler in Österreich begnügt), die einzige Gelegenheit, sich zu positionieren - weil es so leicht ist, so einfach.
Ebenso klar ist aber, dass aus der Skandal-Kommunikation, die an der Oberfläche pickenbleibt, sich nichts entwicklen kann - und genau das ist notwendig.

Anderswo, also in Diskursen von Nationen, die eine demokratische Tradition haben und da nicht derart schwach entwickelt sind wie Österreich, geht sich das deswegen aus, weil es da neben der Skandal-Kommunikation auch eine davon unabhängige Debatten-Kultur gibt. Wenn jemand, der in einem bestimmten Feld eine gewisse Definitionsmacht hat, ein Thema oder ein Feld anreißt, dann wird es (in den USA, im UK, in Deutschland, Frankreich oder auch der Schweiz) recht skandalfrei diskutiert.

Es gibt in Österreich keine skandalfreie Diskussion

Diese Tradition, dass nämlich eine Diskussion, eine Debatte auch thematisch und nicht nur via Skandal-Zuschreibung funktioniert, die existiert in Österreich nicht.

Schlimmer noch: die durch Buckel-Monarchie, Metternich-Spitzelei, Ständestaat-Mief und Nazi-Terror völlig abgetötete Diskussionskultur wurde in der 2. Republik auch nur ungenügend reaktiviert (wogegen sich eine Nation von Blockwarten auch zu wenig gewehrt hat), weshalb es dann so kommen musste, wie es kam. Dass nämlich ein Skandaldiskussionsmächtiger und - superbegabter wie Jörg Haider und seine Freunde des 3. Lagers die Definitions-Macht über diese einzige Form der Auseinandersetzung erlangen konnten und damit den Rest der Republik vor sich hertreiben können.

Denn auch das zeigte der Club 2 von Mittwoch: die medial ein wenig gar oberflächlich inszenierte und von den Gegnern ein wenig hilflos geführte Skandal-Debatte um den 3. Nationalratspräsidenten Graf und dessen weicher Distanzierung von Nazi-Umtrieben in seiner engeren Umgebung, nützte dort nur Mölzer/Höbelt, Haiders Theoretikern, die inhaltliche Themenführerschaft betrieben, und die Grenzen dessen, was man öffentlich aussprechen und diskutieren kann, wieder einmal auszudehnen verstanden. Würde es eine Debatten-Kultur geben, die den Boden, auf dem derlei passieren kann, durchbesprochen hätte, müsste man sich nicht im Rahmen einer aufgeregt verhaspelten Skandal-Kommunikation drüber erregen (um sich damit automatisch erreg- und damit angreifbar zu machen), könnte sowas nicht passieren.

Meiner Ansicht nach hilft da (falls in diesem leider immer noch hart am Rande der Suche nach dem Autoritären tänzelndem Land überhaupt noch der Turnaround zu wirklich seriösen demokratischen Strukturen möglich ist) nur die Doppelstrategie.

Wem jetzt hier auffällt, dass ich hier im Journal beides versuche, also sowohl die klassische bewusste und aktuelle Provokation zu setzen, als auch immer wieder Nachdenk-Futter anzubieten, das - weil ohne aktuelle Skandal-Anbindung - in aller Unaufgeregtheit daherkommt, der hat mich durchschaut: ich versuche mich an meine eigenen Absprüche zu halten.

Das bedeutet:

Neben der nicht abzutötenden, hochpopulären und von Populisten aller Sorten (Politik, Medien etc) geliebten Skandal-Kommunikation, die der das Herz da gern auf der Zunge tragenden Mehrheitsbevölkerung zu eh zu selten getätigter Äußerung verhilft, braucht es den antizyklischen unaufgeregten Diskurs.

Es braucht die Themensetzung durch Themensetzer.

Es bedeutet, sich der einem selber wichtigen Themen immer wieder (und am besten aus interessanten Gesichtspunkten heraus) anzusprechen, anstatt hinter dem von anderen aufgewühlten Schlamm herzuhampeln und dabei Dreck abzubekommen.

Es bedeutet zu agieren, anstatt zu reagieren.

Es würde für die Politik den Mut bedeuten, das auf den Weg zu bringen, was nötig wäre, anstatt jedes Detail vorher angsterfüllt auf Popularitäts-Werte abzutesten, weil der reine Machterhalt wichtiger ist, als der eigentliche Sinn des Jobs.
Und es würde für Medien bedeuten, sich auf die zentrale Aufgabe zu besinnen - und die ist nicht, brav und angepasst hinter Ereignissen hinterherzuberichten, sondern Fragen zu stellen und in Frage zu stellen und vor allem dort Debatten loszutreten, wo es Not tut, schwierig ist. Und das geht über das bequeme Hinterhertapsen in Skandal-Fällen weit hinaus - im Fußball-Klischee-Jargon hieße das: dorthin gehen, wo's weh tut.

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  • harryjen | vor 1099 Tagen, 18 Stunden, 43 Minuten

    ...die den großen Religionen inneliegende Toleranz...

    Das halte ich für ein Gerücht.

    Auf dieses Posting antworten
    • blumenau | vor 1098 Tagen, 16 Stunden, 34 Minuten

      nicht dis grundaussage der religionen mit ihren amtsträgern verwechseln!

    • harryjen | vor 1097 Tagen, 19 Stunden, 16 Minuten

      Nicht die Grundaussage der Religionen mit ihren verwässerten, moralisch bereinigten Neuzeitversionen verwechseln.

      Wer Religion ernst nimmt, muss immer noch glauben, dass Feuer und Schwefel auf die Ungläubigen regnen wird.

      Die religiösesten Menschen sind die, die Flieger in Gebäude fliegen, und Abtreibungskliniken abbrennen.

      Die Toleranz gibts nur dadurch, dass man die unangenehmen Stellen der Bibel (des Korans, ...) diplomatisch überliest, und dafür die netten auf alle Menschen anwendet, statt auf die, die schon dazugehören.

    • blumenau | vor 1097 Tagen, 16 Stunden, 36 Minuten

      und genau das hat alles mit dem urpsrung der religionen nix zu tun - die kleinlich/falsche kirchen-interpretation von buchpassagen ist ja schon der zweite schritt, der die religion zu einem markteteilnehmer macht.
      die religion an sich sieht derlei nicht vor - da regiert (auch beim islam) toleranz.

    • oxymoron | vor 1097 Tagen, 16 Stunden, 11 Minuten

      das stimmt nun wieder nicht. ob die toleranteren/gerechteren oder die gewalttätigeren/selbstgerechten aussagen zB der bibel oder des korans herausgepickt werden, liegt nicht in der religion an sich begründet, sondern an den Gläubigen/Kirchenchefs. Sowohl der Koran als auch die Bibel enthalten sehr widersprüchliche Aussagen, in Bezug auf Toleranz Anders- oder Ungläubigen gegenüber enthält besonders der Koran nicht nur ein paar vernünftige Zeilen, sondern auch viele sehr unvernünftige (wenn du schon sagen willst, welcher aspekt da außerhalb der modernen interpretation "regiert": das ist eindeutig der weniger tolerante - nachzulesen in online-ausgaben).
      der ursprung der religionen sind nämlich die "buchpassagen" als regelwerke für einen gemeinschaftlichen zusammenschluss, unter anderem mit dem zweck der moralischen selbstüberhöhung.
      "grundaussagen" einer religion ergeben sich erst aus der interpretation der überlieferungen für die religionsausübung.

    • blumenau | vor 1097 Tagen, 16 Stunden, 6 Minuten

      das würde meinem nebensatz von der "den großen Religionen inneliegenden Toleranz" (und um den geht es hier) nicht widersprechen.

    • oxymoron | vor 1097 Tagen, 15 Stunden, 14 Minuten

      eben, die formulierung im text war richtig, deshalb: "DAS stimmt nun wieder nicht" in bezug auf die falschen schlüsse in dieser diskussion hier...

    • harryjen | vor 1096 Tagen, 16 Stunden, 54 Minuten

      @oxymoron:

      Okay, Recht hast du. Die angesprochene Toleranz findet sich natürlich schon in allen Religionen, insofern stimmt der Satz. Was mich gestört hat, war, dass sie im Artikel extra hervorgehoben wird, obwohl sie wahrlich keinen zentralen Aspekt irgendeiner Religion darstellt, schon gar nicht gegenüber Angehörigen einer anderen oder keiner Religion. Das zu behaupten ist um nichts weniger interpretativ.

      Die Toleranz findet sich ebenso wie die Homophobie eines Wagner, wodurch diese daher vielleicht kleinlich ist, aber ganz sicher nicht "falsch", im Sinne der moralischen Grundstruktur einer Religion.

      Was nichts daran ändert, dass Wagner ein Depp ist, sondern nur aufzeigt, dass man sich auf die Religion als moralischen Leitfaden nicht verlassen kann.

  • erwin77 | vor 1100 Tagen, 9 Stunden, 34 Minuten

    uuups

    heute ist es mir wieder mal passiert; hab versehentlich um 20:42 das radio angemacht und hab diese kommentare gehört. leider steht in den nutzungsbedingungen von fm4 #

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    und ich, ich halte mich daran, obwohl mir immer wieder mal, wenn ich versehentlich etwas zu früh das radio anmache, ganz gross übel wird. aber umso mehr freue ich mich dann, wenn dieser herr sich in seiner grenzenlosen selbstüberschätzung selbst so peinlich zum zum kasperl macht....lg, der erwin

    Auf dieses Posting antworten
    • blumenau | vor 1100 Tagen, 9 Stunden,

      nur zur klarstellung: "diese kommentare" hat der erwin im zimmerservice nicht gehört - denn dort hab ich diesenb text nicht vorgelesen. gehört hat er halt irgendetwas, das ihn so erregt hat, dass es dies (seine erregung, nicht mehr, leider...) einfach irgendwohin posten 'mußte'.

      wenn man so will ist das auch ein beispiel für den skandal-ansatz von rezeption...

    • erwin77 | vor 1100 Tagen, 8 Stunden, 11 Minuten

      ha-haaaaha ha ha ha haaaaaaa...

  • johncarterdenton | vor 1100 Tagen, 16 Stunden, 2 Minuten

    wie jetzt etwa die graf-diskussion im club 2 in deutschland, frankreich oder den usa anders ausschauen würde, sagst du nicht.

    in frankreich und den usa würde das kaum staub aufwirbeln, hätte daher auch kaum diskussionspotential. der graf täte sich in diesen ländern wahrscheinlich brav distanzieren, die sache wäre schnell erledigt.

    für deutschland gilt die von dir prophezeihte "skandalfreiheit" gerade nicht. dort wäre ein graf, der sich dann noch so hinter seine bescheuerten mitarbeiter und seine widerliche lebenspartnerschaft stellt, so was von weg vom fenster. da geraten nämlich auch seine lebensmenschen ganz schnell in den malstrom der schweigespirale. (um mal einen treffenden vergleich zu bringen: wo waren die verteidiger von eva herrmann?) das ergebnis: graf wäre zwar weg, eine (echte) diskussion fände aber nicht statt.

    da sind mir hilflos mit den armen fuchtelnde, herumdrucksende, offenkundig schlechte ausreden von sich gebende mölzers und höbelts auf der club 2 couch wesentlich lieber.

    keine art, damit umzugehen ändert die stammtischmeinung oder die meinung der an der diskussion beteiligten. (letzteres passiert aber eh niemals; siehe blumenau vs. fluch: der "diskurs".) die "österreichische art" hat wenigstens den reflektierenden menschen offenbart, was hinter dem dritten lager steckt. wenn es...

    Auf dieses Posting antworten
    • johncarterdenton | vor 1100 Tagen, 16 Stunden, 1 Minute

      nur einer/m vorher nicht klar war, ist schon einiges gewonnen.

    • blumenau | vor 1100 Tagen, 8 Stunden, 58 Minuten

      stimmt. deswegen sage ich in meinem text ja auch nie dass die skandal-kommunikation schlecht oder bös wäre. sie allein ist halt zuwenig.

      was anderswo in diese fällen stattfände entzieht sich meiner kenntnis/fantasie.

    • johncarterdenton | vor 1099 Tagen, 13 Stunden, 18 Minuten

      "Anderswo, also in Diskursen von Nationen, die eine demokratische Tradition haben und da nicht derart schwach entwickelt sind wie Österreich, geht sich das deswegen aus, weil es da neben der Skandal-Kommunikation auch eine davon unabhängige Debatten-Kultur gibt. Wenn jemand, der in einem bestimmten Feld eine gewisse Definitionsmacht hat, ein Thema oder ein Feld anreißt, dann wird es (in den USA, im UK, in Deutschland, Frankreich oder auch der Schweiz) recht skandalfrei diskutiert."

    • oxymoron | vor 1099 Tagen, 10 Stunden, 35 Minuten

      Der Unterschied im UK ist maximal, dass dort die Debattenkultur auch anlassbezogen konfliktscheu bleibt (s. Religionen, s. Kingdom, s. Krieg). Und in Deutschland funktioniert die Diskussion in manchen Bereichen gerade deshalb besser, weil dort "Skandale" zur tiefergehenden Diskussion genutzt werden, statt mit dem Verweis auf die Skandalisierung abzuwiegeln oder sich zu gut für eine weitere REaktion zu sein.

    • blumenau | vor 1098 Tagen, 16 Stunden, 33 Minuten

      welcome back, oxymoron!

  • thomas1974at | vor 1100 Tagen, 17 Stunden, 33 Minuten

    strukturell unmöglich ...

    stimme dem o.a. vollkommen zu nur für den lösungsansatz fehlt mir der optimismus! in diesem unserem land gibt es keine Themen - Vorgeber die einen rationalen diskurs über welches thema auch mmer führen können/ wollen/ dürfen. Zu eng ist das netz aus protektion, günstlingswirtschaft, ( oder auch freunderlwirtschaft) und politischer abhängigkeit quer durch alle bereiche die für einen rationalen themenbezogenen diskurs nötig wären. Egal ob Forschung oder Medien die in "normalen" gesellschaften den Auftrag haben sich skandal unabhängig mit Gesellschaftlichen Spannungsfeldern zu beschäftigen beide stehen in direkter finanzieller abhängigkeit zu den machthabern die wiederum genau diese abhängigkeit nützen!

    ich finde ja das ist am besten bei Wirtschaftspolitischen massnahmen zu beobachten (die vollkommen unaufgeregt/ undiskutiert bei uns umgesetzt werden können ) kein intellektueller diskurs zu den steuermassnahmen &banken förderungen und nicht einmal die tatsache das darüber nicht diskutiert wird wird diskutiert ! egal ob man Deutsche Englische oder US Medien verfolgt überall geben wirtschafts professoren Nobelpreis Träger zumindest eine unaufgeregte Einschätzung ab wie die geplanten massnahemn greifen werden und ob es bessere gäbe= bei uns wirds beschlossen umgesetzt und niemand redet drüber!(solangs um die familie geht scheint immer alles gut zu sein...

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  • miam | vor 1100 Tagen, 18 Stunden,

    auch meine vollste Zustimmung

    zum Artikel - urteilsfrei geschrieben und die ganze Diskussion um die Pius-bruderschaft in der öster. Öffentlichkeit im Kern getroffen. Um Stellungnahme des Einzelnen abzuringen scheint dieses Land manchmal Skandale zu brauchen. Das Positive an der ganze Sache sind Diskussionen der Kontraste, die die Kirche schlussendlich weiterbringt. Das Negative ist das übliche Kirchen-bashing abseits aller aktuellen Sachlichkeit.

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  • kamikaz | vor 1100 Tagen, 21 Stunden, 31 Minuten

    Sauguter Artikel.

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  • cheguevarawithblingon | vor 1101 Tagen, 10 Stunden, 42 Minuten

    Dieser Mangel an Debatten- und Kommunikationsfigur, sowie Mangel einer Zivil/Bürgergesellschaft ist auch eins der Hauptgründe für den demokratiepolitischen Rückstand in der islamischen Welt.Hier kommt dazu, dass der Skandal/die Provokation mittlerweile zumeist von ausserhalb kommt und damit auch die Möglichkeit einer Diskussion abwürgt.Würde jetzt eine längere Diskussion und Geschichte sein, aber um zu einem Schluss zu kommen, die Hauptidee/Hauptslogan/Hauptanliegen von Khatami damals bei seinem ersten Antritt war eine Zivilgesellschaft zu schaffen, alles im Rahmen der islamischen Republik. Dass er damit keine Revolution anzetteln wollte, hätte klar sein müssen, aber das alles nahm dann irgendwann einen Lauf und er selbst wusste nicht mehr was er machen soll. Deswegen war seine Hauptaktion damals die Erleichterung und Stärkung der Medienfreiheit, indem eben tatsächliche Skandale besprochen wurden, man irgendwie freier über Tabuthemen reden konnte, zumindest im gesetzlichen Rahmen. Das hatte bis zu einem gewissen Grad auch seinen Erfolg, ist jetzt aber nach ca. 5 Jahren Verfall seiner Bewegung irgendwie im Abstocken.
    Aber seine Reformen damals waren vielleicht in den letzten 40-50 Jahren eins der wichtigsten Beiträge zur Demokratisierung im Iran, vor allem da sie eher gewollt waren.

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