Erstellt am: 17. 2. 2009 - 18:29 Uhr
Microsoft Singsang
Ein Riesenspaß: A-ha auf Boogie, Britney auf Calypso, Johnny Cash auf Showtune: seit zwei Wochen tauchen auf Youtube Bearbeitungen bekannter Songs auf, die direkt aus der Hölle kommen könnten. Tun sie aber nicht, obwohl ....
Microsoft hat ein neues Programm auf den so genannten Markt gebracht.
Singsang
Es heißt Songsmith und ist dazu gedacht, Musikbegleitung für a capella Stücke zu generieren. Songsmith als Name verwirrt mich leider irgendwie, deswegen sage ich gern "Singsang" dazu, was ich hier so gut es geht vermeiden möchte. Der Nachvollziehbarkeit wegen. Gut möglich, dass einige, die den Softwarekonzern mit "direkt aus der Hölle" gleich setzen, Micro$oft SS dazu sagen. (Die wissen vermutlich auch den ASCII-Code für Runen. Ich nicht.)
Was man so hört und liest, hat Microsoft ganz schön viel Manpower und Millionen Dollar in dieses Projekt hineingeblasen. In der Internetöffentlichkeit hält sich die primäre Zielgruppe, also der musikalisch ambitionierte Anwender, der gern eigene Lieder singt, aber für eine Band oder Fruity Loops zu faul ist, noch nobel zurück. Dafür überschwemmen Songsmith'd-Versions die Welt. Das gibt zumindest mir als einfältigem Betrachter einen kurzen Trash-Kick.
Unterhaltung
Jetzt ist inzwischen ein .NET-Update heruntergeladen, und ich hab die Captcha des notwendigen Windows-Hotfix endlich richtig eingetippt. Der Installation steht somit nichts mehr im Wege. Und siehe da: die Bedienung ist tatsächlich super einfach. Mikro anstecken, Preset auswählen (ich empfehle Funky Rock für den Anfang, gern auch Tropical oder HipHop 2) und die Bpm einstellen. Die Bpm lassen sich später nicht mehr ändern, schließlich ist davon der Takt abhängig, der während der Aufnahmesession durch die Kopfhörer jagt. Wenn die Vocals dann einmal im Kasten sind, gehts ans Feintuning. Idiotensicher gibts da zum Beispiel einen "Happiness"-Regler und einen Schieber für den "Jazzfaktor": damit kann sich dann schlagartig das Outfit der Musik ändern. Musikalische Fähigkeiten sind nicht nur nicht notwendig sondern vermutlich gar gänzlich unerwünscht.
sonst noch schön:
Britney Spears - Toxic ,
AC/DC - Thunderstruck und der leider-nein-Starmaniac
Das Resultat klingt dann ein bisschen wie diese Orgel, die der schnauzbärtige Alleinunterhalter im bunten Sakko (Herr Johnny? Herr Manfred?) beim Sommerfest im Kleingartenverein immer hat. Da drückt Herr Manfred ein bisserl an den Presets herum und plötzlich raschelt ein billiger Beat aus seinem Keyboard, der perfekt zum Ambiente und zu "I Just Called To Say I Love You" passt. So weit, so fürchterlich. Die tatsächlich brauchbaren Einstellungen lassen sich innerhalb der sechsstündigen Gratis-Probephase problemlos herauskitzeln. Alles andere ist für Menschen mit Lust am Dummen (also mich) zwar auch lustig, aber leider nicht lang. Ich will die Youtubevideos mittlerweile nicht mehr sehen. Das Leben ist zu kurz für so einen Scheiß. Jetzt kauf ich mir ein Tamagotchi.
BONUS:
Die FM4 Morning Show (starring Stuart Freeman und Lilly Gollackner) in der Songsmith Version!
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