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Arthur Einöder
Astrid Schwarz

Astrid Schwarz

Digitales und Reales

5. 3. 2009 - 14:14

Mehr als grüne Imagepflege

Die CO2-Emissionen der IT- und Kommunikationsbranche haben das Niveau der des Flugverkehrs erreicht. Green IT dient nicht nur der Imagepflege sondern auch der Rettung des Planeten - im besten Fall.

Green IT

eine Computer-Platine

Programmschwerpunkt am 5. März

  • Mehr als grüne Imagepflege - Die CO2-Emissionen der IT- und Kommunikationsbranche haben das Niveau der des Flugverkehrs erreicht. Green IT dient nicht nur der Imagepflege sondern auch der Rettung des Planeten - im besten Fall
  • Green IT - Aus Müll mach Geld - Von Elektroschrotthalden in Entwicklungsländern und dem Kampf dagegen. Wie Recycling ausschauen sollte und kann. Und warum Handies im Hausmüll landen.

Der Strom wird nicht billiger, die CO2-Emissionen nicht weniger und viele Ressourcen wachsen einfach nicht mehr nach. Seit einiger Zeit hat das auch die IT Branche erkannt und setzt auf grüne Elektronik. Doch ist es tatsächlich die Sorge um das Wohlergehen des Planeten oder mehr ein Verkaufsargument?

Apple bewirbt im TV seit kurzem das grünste, recycelbarste und schadstoffärmste Macbook, das es je gab. In zarten Bleistiftstrichen wird in Videos das Macbook comichaft am Schirm illustriert und eine luftige Stimme versucht zu überzeugen, dass schlechtes Gewissen fehl am Platz ist, wenn man sich diesen Computer zulegt - man tut der Umwelt einen Gefallen.

Life's good, when ist green

Der Hersteller LG Electronics verkündet als globales Motto für den Konzern "Life's good, when ist green", rühmt sich einiger besonders umweltfreundlicher Produkte und betont, dass sie immer schon und in Zukunft noch mehr um einen verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang mit der Umwelt und den Ressourcen bei der Herstellung, im Betrieb und beim Recycling bemüht waren und sein werden.

Marktcheck.at

Seit 2006 gibt Greenpeace den Green Electronics Guide heraus, aus dem KonsumentInnen ersehen können, bei welchen Computern, Bildschirmen, Mobiltelefonen oder PDAs auf Schadstoffe wie Blei Cadmium und bromierte Flammstoffe verzichtet werden, welche energieeffizient im Betrieb und einfach zu entsorgen sind. Die Teilnahme ist freiwillig, die Unternehmen werden eingeladen, die Daten ihrer grünsten Produkte zur Verfügung zu stellen. Die Resonanz ist jedoch nicht so gut wie erhofft, sagt Claudia Sprinz von Greenpeace. Apple, Asus, Microsoft, Palm, Philips und Nintendo haben verweigert und daher gab es Dezember 2008 beispielsweise kein spezielles Ranking der Spielekonsolen.

Ratgeber Grüne Elektronik:
marktcheck.greenpeace.at

Nokia führte das Ranking im Dezember 2008 ganz klar an. Problematisch sei oft, dass viele Hersteller ein grünes Vorzeigeprodukt haben und es sich auf die Marketingfahnen heften, sagt Claudia Sprinz. Warum die Unternehmen nicht ihre gesamte Produktlinie umstellen können, ist ihr ein Rätsel.

Mann mit Handy vor einem green IT Village Plakat auf der CeBit 08
greenIT Village auf der CeBit 2008

Eigenverantwortung

Auf dem Elektroniksektor jagt eine Generation von Geräten die nächste. Unternehmen versuchen immer mehr, bisher unbekannte Bedürfnisse mit noch innovativeren Produkten zu befriedigen. Doch wenn das alte Mobiltelefon noch funktioniert, braucht man wirklich ganz dringend das neue iPhone oder das Google-Handy? Claudia Sprinz von Greenpeace hat ein vier Jahre altes Diensthandy und ist vollkommen zufrieden damit. Nicht nur bei Unternehmen ist Nachhaltigkeit gefragt, auch die KonsumentInnen sollten sich über ihre Verantwortung und auch ihre Macht in Punkto Kaufkraft bewusst werden. Nicht erst einmal waren Proteste von KonsumentInnen auslösender Faktor, um ein Unternehmen zu einem grüneren Verhalten zu bewegen, so Sprinz.

Mehr Bewusstsein bringt auch im Eigenheim direkten Gewinn. Immerhin 34 Euro sind es im Jahr, die man sparen kann, wenn man alle Standbygeräte wirklich vom Netz nimmt und nur bei Bedarf aktiviert.

Green IT für zu Hause

Programmtipp

Mehr zu Green IT gibt es heute, 5. März in der Homebase (19-22)

  • Brauchst du wirklich ein neues Handy? Kannst du deinen alten PC vielleicht aufrüsten? Das spart Energie und Recourcen in der Herstellung und im Recycling.
  • Vierfachkernprozessor und Grafikkarte der neuesten Generation klingen ganz gut, wenn du mit dem PC aber nur surfst und Seminararbeiten schreibst, kostet das nur.
  • Du hast noch einen Röhrenmonitor am Schreibtisch stehen? Das sind Stromfresser. Wie Stand-PCs überhaupt. Laptops sind zum Stromsparen gebaut, Netbooks sind Sparmeister.
  • Der Standby-Falle entkommst du am besten mit einer abschaltbaren Steckerleiste. Ein Knopfdruck und der Strom hört auf zu fließen.
  • Das Netzgerät von deinem Handy oder dem Laptop frisst Strom, sobald es in der Steckdose ist und auch, wenn gar kein Gerät dranhängt. Abstecken!
  • Kaputte Elektronikgeräte kannst du gratis an jeder Abfallsammelstelle abgeben. Dort kümmert man sich um eine korrekte Entsorgung.

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  • octogen | vor 1176 Tagen, 8 Stunden, 17 Minuten

    Wirkliche "Green IT" erreicht man nur mit mehr Vernunft

    Es ist eigentlich selbst für Laien einfach zu erklären.

    Unternehmen, die seit 50 Jahren das Gleiche verkaufen, haben irgendwann mal begonnen, IT-Anlagen zu nutzen, meistens für die Buchhaltung oder Lagerverwaltung.
    Mittlerweile brauchen Computer bei einem Zigmillionenfachen der Rechenleistung von damals viel weniger Strom, und man stellt sich die berechtigte Frage, warum solche Unternehmen trotzdem heute mehr Strom für IT verheizen als damals.

    Warum also braucht man heute um 3 Sorten Besen und 5 Sorten Schauferln zu verkaufen plötzlich das EINMILLIONENFACHE an Leistung?

    Das funktioniert so:
    1) JEDER Mitarbeiter will unbedingt ständig über den alleraktuellsten Stand des Lagers informiert sein. -> Laptop für jeden, personalisierter Datenauszug für jeden = Rechenleistung + Speicher.
    2) Webseite, Forum, Online-Bestellung (direkt an's Lager gekoppelt), Kundenkonto, Datamining, personalisierte Werbezusendungen, automatisierter Newsletter, Trendauswertung, Marktanalyse == VERDAMMT viel Rechenleistung + Speicher
    3) Jetzt ist alles digital, daher Rechnungen, Kundenbriefe, etc. in Dokumentenablagesysteme, hochauflösend 32bit Truecolor = PERVERS viel Speicher.
    4) Die IT-Umgebung ist jetzt so komplex, dass ständig etwas ausfällt oder sonstwie spinnt -> Monitoring-Systeme
    5) ...und dass man sie "outgesourced" wird an einen Service-Provider; der hat seine Leute in Indien sitzen -> 15000 km Kabel, 60 Router, Ticketsystem, Telefonanlagen für Serviceleitungen, etc.

    Und schon brauchst du STARKSTROM,...

    Auf dieses Posting antworten
    • octogen | vor 1176 Tagen, 8 Stunden, 17 Minuten

      ...

      ... und zwar richtig viel davon.

      Warum das alles? Wie immer - weil die Unternehmen glauben, damit irgendwo 1,5% mehr Gewinn 'rausholen oder "Kosten sparen" zu können.
      Was der Betrieb von diesem ganzen Müll wirklich kostet, versteckt sich völlig untransparent in teilweise sehr kreativ eingerichteten Kostenstellen.

      Drei Dinge sind aber sicher: Notwendig, vernünftig und Green ist das alles sicher nicht.

  • balancepoint | vor 1176 Tagen, 10 Stunden, 9 Minuten

    Allerdings ist es nicht sinnvoll einen Tintenstrahldrucker an eine abschaltbare Steckerleiste zu stecken.
    Diese Art von Ausgabegeräten führt nach dem Einschalten der Leiste nämlich eine Intensiv-Düsenreinigung durch. Die Preisersparnis für die Stromkosten bezahlt man dann sehr teuer in Form von Tintenpatronen!

    Auf dieses Posting antworten
    • derfiedler | vor 1176 Tagen, 6 Stunden, 40 Minuten

      tatsächlich.
      na zum glück stirbt diese bescheuerte gattung ja langsam aus.