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Musik, Film, Heiteres

Barbara Matthews

Barbara Matthews

"Bright light city gonna set my soul on fire" - dispatches from New Orleans.

15. 3. 2009 - 16:50

My Friends Told Me About You...

Unser aller Lieblingsbassist Carlos D. macht jetzt Filme.

Der Morgen danach ist nie angenehm. Die Jahre danach wohl auch nicht, vor allem wenn es sich um die Repositionierung nach seiner Zeit an der Spitze des New Yorker Rock-Band-Booms handelt. Interpol haben damals die Musikwelt (zumindest meine eigene) verändert. Seit langem gehen sie aber eher auf Richtung Nummer sicher, und die Mitglieder der Band sind aus dem New Yorker Partyleben, wo sie einst so prominent schillerten, fast zur Gänze verschwunden. Während Frontman Paul Banks mit Model Helena Christensen hauptberuflich sonnenbadet, hat sich Carlos D. seiner neuen Berufung als "Composer" hingegeben. Hättet ihr gedacht, dass die Musik in der I-Phone Werbung von ihm ist? Wundert mich auch, aber nur so macht man anscheinend heutzutage als Musiker sein Geld.

Der wahre Wandel des Carlos D. hat sich allerdings schon angebahnt, als er begonnen hat, für den britischen Guardian einen Kolumne über klassische Musik zu schreiben. Im breiten, aufgesetzten NYU-Englisch und mit Dandy-Schnauzbart hat er versucht sich neu zu erfinden. Ich war verwundert, enttäuscht und habe das Ende seiner Karriere ausgerufen - der Blog ist gottseidank nie so richtig in Gang gekommen.

Aber! Carlos D. hat anscheinend beim Wagner-Hören viel darüber nachgedacht, über seinen ehemaligen, selbst-zerstörerischen Status als Party-Prinz. Das Resultat: sein erster Film.

Carlos D. dirigiert ein unsichtbares Orchester, in einer Szene aus "My Friends told me about You".

"My Friends Told Me About You" ist eine 26-minütige Abhandlung über Ruhm, Begierde und den Wahn des "Celebrity" Kults. Carlos D. hat den Kurzfilm produziert, die Musik dazu komponiert und schlüpft zum ersten Mal in die Hauptrolle. Schon der Trailer zeigt: David Lynch lässt grüßen - oder was hat das herrenlose Ohr sonst hier zu suchen? Aber wie das von Dengler verfasste Manifest zum Film (Manifeste sind immer gut) zeigt, passieren hier in 26 Minuten so einiges. Dengler befasst sich damit, das Berühmtheit eine Art psychische Störung ist und eine dramatische Identitätskrise hervorruft:

"The inability of the man to manage all of these positive assignments within his lifetime is a crisis of identity in that he no longer is in charge of his face; the crowd has taken it from him."

Carlos D. in einer Szene aus "My Friends Told Me About You"

Spricht der Hipster-Lothario da aus eigener Erfahrung? Es klingt auf jeden Fall alles sehr spannend und clever - den gesamten Film "My Friends Told Me About You" gibt es in der Spring 2009 Ausgabe des DVD-Magazins "Wolphin" zu sehen. Den Trailer hier, und vielleicht schaffts der Film bald auf ein Festival in unsere Nähe.

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  • ostermayer | vor 1064 Tagen, 3 Stunden, 42 Minuten

    es ist wieder einmal zu spät,

    um noch ernst genommen zu werden, aber bist du dir sicher, liebe barbara, dass der wannabe-dandy nicht nur ein boring afferl ist? hab ihn kurz nach dem ersten und echt tollen interpol-album interviewt: was für eine taube nuss! dagegen sind geile britpopper ... was? ... pulp? oder gar cockney rebel? wenn amis european sons & daughters entdecken, dann wirds oft leicht sehr seicht. obwohl: das via u2 sich einschleimende deppenpathos der killers find ich schon sehr ok. fremdschämen trifft da auf 2nd-hand-glam. das hat durchaus seinen reiz. aber carlos? geh bitte ... sorry.

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