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Felix Knoke

Felix Knoke Berlin

Verwirrungen zwischen Langeweile und Nerdstuff

25. 3. 2009 - 14:42

Frust-Tagebuch: Fremdenfeindlichkeit ohne Fremde

In Halle leben kaum Ausländer - laut Verfassungsschutz aber viele Ausländerfeinde. Wie passt das zusammen? Drei Beispiele vom ganz normalen Rechts-Sein in Halle (Saale).

Vorweg: Im Oktober 2008 zogen meine Freundin und ich von Hamburg nach Halle (Saale). Sie wollte hier studieren, ich arbeiten, gemeinsam wollten wir eine neue Stadt erforschen, neue Freunde finden und viele Abenteuer erleben. Dann packte uns der Provinzfrust. Davon handelt dieses Frusttagebuch. Was es können soll und was nicht, erklärt der Beipackzettel.

Eigentlich hätte es in diesem Tagebuch ja vorrangig um Kleinigkeiten gehen sollen: Rote Haare, seltsame Bräuche und kleine Irritationen. Aber die vielen Kommentare in den letzten beiden Provinzfrust-Tagebüchern haben mir gezeigt: Neben dem ewigen Thema Ost/West (dabei liegt Halle ja in Mitteldeutschland) muss ich auch erstmal Grundlegendes und Persönliches zum Thema Ausländerfeindlichkeit (und in einem anderen Text auch noch Sexismus und Anti-Queer) in Halle sagen.

Sachsen-Anhalt ist eine Hochburg von Neonazis und anderen Rechtsextremen. Das zeigt der – im März 2009 noch aktuelle - Verfassungsschutzbericht des Landes Sachsen-Anhalt für das Jahr 2007. Nirgendwo in Deutschland werden pro 100.000 Einwohner mehr rechtsextrem motivierte Gewalttaten begangen. Für's ganze Bundesland rechnen die Verfassungsschützer mit etwa 1.460 rechtsextremen Personen, von denen 800 einem "gewaltbereiten, subkulturell geprägten Spektrum" zugeordnet werden können. 270 der sächsisch-anhaltinischen Rechtsextremisten bezeichnet der Bericht als Neonazis. Im Raum Halle können 60 bis 80 aktive Personen der "teilweise neonazistisch ausgerichteten rechtsextremistischen Szene" zugeordnet werden.
Wie rechter Alltag in Halle und Sachsen-Anhalt aussieht, beschreibt dieser beklemmende Spiegel.de-Artikel: Ich darf ihn noch nicht mal Mörder nennen.

Interessant in diesem Zusammenhang: Mit unter zwei Prozent liegt der Ausländeranteil in Sachsen-Anhalt deutlich unter dem bundesdeutschen Durchschnitt von circa neun Prozent. Zum Vergleich: Der Anteil der Einwohner Hamburgs mit ausländischer Staatsangehörigkeit liegt bei 15, in Berlin bei 14, in Leipzig bei 6,3. In Halle (Saale) liegt der Ausländeranteil bei unter vier Prozent. Angesichts solcher Zahlen erscheinen "ganz normale" fremdenfeindliche Äußerungen, wie ich sie weiter unten beschreibe, weniger als ideologische Argumente, denn viel mehr hilflose Reflexe auf etwas Unbekanntes. Statt aber an einer Kultur des Verständnisses und der Aufgeschlossenheit zu arbeiten, versuchte man in Sachsen-Anhalt offenbar, das braune Problem einfach zu vertuschen.

Die Braune Brut will wieder heim

Das Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt versuchte im Jahr 2007, den braunen Sumpf mit manipulierten Statistiken öffentlichkeitswirksam trocken zu legen. Die Süddeutsche Zeitung beschrieb im November 2007 die Bemühungen des Landeskriminalamts Sachsen-Anhalt, die Kriminalstatistik hinsichtlich Rechtsextremismus zu schönen. Der Dreh flog auf, der LKA-Chef kündigte und im nächsten Jahr stieg die Zahl der Delikte mit rechtsextremem Hintergrund laut Innenminister Holger Hövelmann im Vergleich zum Vorjahr um 30,4 Prozent auf 1.761 Straftaten pro Jahr. Bei den Gewalttaten gab es insgesamt einen Anstieg um 72 Fälle (55 Prozent) auf 203 Delikte, protokollierte DDP Anfang März auf einer Pressekonferenz des Innenministers.

Man darf sich nicht täuschen lassen, in Sachen rechtsextremistische Gewalt schenken sich die deutschen Bundesländer nicht viel. Nach absoluten Zahlen liegen die (bevölkerungsreichen) Länder Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen immer wieder in der Spitzengruppe, heißt es im Rechtsextremismus-Dossier auf tagesschau.de. Bei einer Befragung von knapp 5.000 Menschen im Bundesgebiet lehnten nur 16 Prozent der Befragten diese Aussage ab: "Die Bundesrepublik ist durch die vielen Ausländer in einem gefährlichen Maß überfremdet". Die rechten Einstellungen bei deutschen Jugendlichen versuchte zum Beispiel das kriminologische Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) mit einer umstrittenen Studie zur Jugendgewalt festzustellen.

Bei all diesen Zahlen sollte klar werden: Rechtsextremisten und Neonazis sind die eine, rechte und rechtsextreme Einstellungen die andere Seite der braunen Medaille. In Halle bleiben mir die stumpfen Glatze-und-Lonsdale-Nazis verborgen in dem Maße, wie mir ganz normale rechte Einstellungen begegnen. Dieser ganz normale Fremdenhass, das sind auch die Blicke von Supermarktangestellten, das verächtliche Schnauben von Jugendlichen, die in der Bahn lieber stehen bleiben, als sich hinzusetzen, das Aufstellen von Pferdewurst-Schildern vor Lokalen, der Türsteher mit genauen Anweisungen, die Mauer aus Schweigen und das genaue Abzählen des Kleingeldes. Wie fühlen sich alltäglicher Rechtsextremismus und latente rechte Einstellungen in Halle (Saale) an?

Kaffee, Bücher, Revanchisten

Nach dem letzten Tagebuch-Eintrag etwas friedlich gestimmt (Kreide dämpft?) bekam ich dann gleich noch die dreiteilige, dicke Ladung Ausländerhass ab, die mir ordentlich die Stimmung verdarb. Nummer Eins: Auf dem Weg zum Pick-up-Punkt meiner Mitfahrgelegenheit überraschte mich das Bücher-Café, in dem ich mir hin und wieder einen zu starken Kaffee kaufe, mit einem Exemplar der "Deutschen Militärzeitschrift". Schön in der Auslage neben anderen Hobbyisten-Pamphleten. Titel: "Lebendige Geschichte: Waffen-SS im Einsatz."

Das Blatt wird von der deutschen Bundesregierung als rechtsextrem eingeschätzt, eine kurze Blätterei zeigte das übliche rechte Inventar: Dürftig chiffrierte Holocaust-Leugnung/Relativierung, Israel-feindliche Kommentare, derber Geschichtsrevisionismus. Ein Revanchistenblatt, das die Waffen-SS verherrlicht, in einem ganz normalen Straßencafé, in dem sich Studenten Kaffee und ein Lifestyle-Magazin kaufen? Das kannte ich noch nicht. Meine Konfrontation mit dem Café-Betreiber steht noch aus: Ich musste mich erstmal schlau machen, machte ein paar Bilder und versteckte die DMZ dann hinter Strickanleitungen.

Kaum, dass der Kamm abgeschwollen, dann schon der Schreck Nummer Zwo: Ich sitze im Auto Richtung Hamburg, am Steuer eine tolle Mitfahrgelegenheit: Ein netter Kerl in meinem Alter, den es beruflich von Halle nach Hamburg verschlagen hat. Wir unterhalten uns prima, haben viel Spaß. Als er mich rauslässt, frag ich ihn, warum er eigentlich wieder nach Halle zurückziehen will. "Hamburg ist doch wunderschön," meine ich.

"Das hat halt alles zwei Seiten," antwortete er: "Hamburg ist viel zu teuer, das kostet alles so viel." Die hohen Lebenskosten waren aber längst nicht alles, was meinen Fahrer an Hamburg störte: Zu laut, zu groß, zu gefährlich war ihm die Stadt. Und dann auch noch "dieses ganze Durcheinander" – also: "unsere ausländischen Mitbürger," wie er unumwunden zu verstehen gab. Mir verschlug es die Sprache, ich zahlte mein Fahrtgeld, stieg aus und ließ mir tausend bessere Antworten als mein gestammeltes "Ich mag es eher so, wenns so richtig bunt ist" durch den Kopf gehen.

Rückfahrt in die Gegenwart

Nach ein paar schönen Tagen in Hamburg werde ich dann auf der Rückfahrt im Zug noch Zeuge eines Dialogs zwischen Magdeburg und Halle (Saale). Zwei Mädchen aus Sachsen-Anhalt steigen zu und unterhalten sich über das Leben als Student. Hier die Partys, da die Prüfungen, dort neue Freunde. Schöner Studi-Alltag. Endlich ein paar Worte zur Wohnheim-Odyssee: "Und da lebte ich mit einer aus Peru. Uuuäh, war ich da schnell weg!" Naja, dachte ich, vielleicht hatte sie ja was gegen die Person, nichts gegen den Peruaner, die Peruanerin an sich. Weit gefehlt, denn ihre Erfahrungen im zweiten Wohnheim waren auch nicht besser: "Das war so... das reinste Asylantenheim, sag ich mal." Verständnisvolles Nicken der anderen. Klar, dass man da nicht wohnen will, sondern lieber zuhause auf'm Dorf.

So fühlt sich für mich alltägliche Ausländerfeindlichkeit in Halle (Saale) an.

Ist das ein Wunder bei einem so geringen Ausländeranteil? Ist das Furcht vor dem Fremden, Unsicherheit? Oder steckt da doch eine tiefsitzende Ideologie dahinter, eine Kultur des Hasses und der Abgrenzung?

Vor allem aber: Wie damit umgehen?

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  • advseb | vor 1036 Tagen, 38 Minuten

    Viel mehr

    Das Problem ist komplexer. Richtig ist, dass ein geringer Ausländeranteil eher zu einer Entfremdung führt, da die nötigen Erfahrungen fehlen. Weiterhin wurden nach der Wende alle Fehler Westdeutschlands wiederholt. Anstatt Ausländer/Asylbewerber in die normalen Wohngebiete zu integrieren, wurden diese lieber ghettoisiert, indem man auch hier lieber ganze Straßenzüge in Sozialwohnungen umwandelte und damit eben nicht für eine gute Mischung sorgt.

    Tatsache ist, dass viele Ostdeutsche Probleme mit einem hohen Ausländeranteil haben, da sie den Umgang nicht gewohnt sind. Aber auch dies ist wieder keine spezifisches Problem von Halle.

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  • hairyballs | vor 1054 Tagen, 8 Stunden, 21 Minuten

    totergreis

    Was genau ist an dieser Satzkonstruktion so ulkig? Vielleicht etwas zu kurz gefasst?

    Eigentlich sind die 20er in Wien hier ein recht beschissenes Beispiel aber bitte, du darfst es ruhig etwas detailierter ausführen. Vielleicht hab ich es missverstanden.

    Auf dieses Posting antworten
    • toteraltermann | vor 1053 Tagen, 15 Stunden, 8 Minuten

      Wie zum Geier willst du Differenzen oder Konflikte "verspinnen"?

      Ist das sowas wie unter den Teppich kehren?
      Und ich wüsste keinen anderen Ort in Europa, an dem so viele Intellektuelle (weil nicht was du mit DENKENDE meinst, irgendwo denkt nämlich jeder Mensch) aller Nationen und Kulturen an einem Ort gelebt und ihn durch ihre Arbeit bereichert haben, wie in Wien.

  • randolphcarter | vor 1054 Tagen, 16 Stunden, 51 Minuten

    so so... rechts-sein ist also anstössig?

    Und Anti-Queer sein auch ein gedankenverbrechen? Muss das unnormale immer mehr zur Normalität gebürstet werden? Muss man Überfremdung und Perverse "gut" und als Bereicherung empfinden? Wäre ein solcher Artikel auch denkbar in dem sich jemand daran stösst, dass in einer Stadt die "Linken" am Ruder sind und deswegen extra viele Ausländer leben.?
    Ausländer, die sich nicht integrieren wollen oder können. Umgeben von einer Bevölkerung die der Aussage dass ihre Heimat durch viele eingebürgerte Ausländer überfremdet wird. Das ist einen Hetzartikel wert? Dass diejenigen die zuerst da waren ein Recht auf die unversehrtheit ihrer Heimat haben?
    Wer legt denn bitte fest, wann zuviele Ausländer im Land sind? Die Gutmenschen und ihre NGOs oder die Bevölkerung?
    84% meinen: die Bevölkerung. Und sie irren nicht.

    Halle ist eine feine Stadt, auch Naumburg, Nebra und Quedlinburg sind OK. Es ist Mitteldeutschland und Kernland. Die nicht-migrationshintergründigen Menschen haben dort auch ein Recht auf die Gestaltung ihrer Umgebung und dieses Recht nutzen sie. Halle ist OK - jedoch Übergriffe und Gewalttaten oder vergehen gegen Verbotsgesetze jeder Art gehören verfolgt und bestraft!

    Aber manche wittern überall wo es nicht wie in Traiskirchen oder am Brunnenmarkt zugeht die braune Flut: Da reicht schon...

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    • toteraltermann | vor 1054 Tagen, 16 Stunden, 47 Minuten

      Was für eine gequirlte rechte Scheiße.

    • screenshot33 | vor 1054 Tagen, 16 Stunden, 31 Minuten

      randolphcarter ist wohl auch einer von denen die schlagwörter googlen und dann quer durch die Foren ihre scheiße posten. Mir wärs ja zuviel Aufwand mich wo nur anzumelden um dann sowas zu schreiben. Aber bitte, auch solche Leute gibts. Und Rechte sind halt nicht gscheit. Man sieht es all zu deutlich.
      Foren scheinen halt die Klowände des 21. Jahrhunderts zu sein.

    • randolphcarter | vor 1054 Tagen, 16 Stunden, 29 Minuten

      warum gleich so garstig? Ich habe auch nicht mit Linker Volltilo oder Gutmensch eröffnet und andere oder den Autor diffamiert. Auch wenn Du anderer Einstellung bist, können wir miteinander reden. Oder ist das Dein Demokratieverständnis, dass man nur links, ganz links und ziemlich links abstimmen dürfte?

    • toteraltermann | vor 1054 Tagen, 16 Stunden, 23 Minuten

      Alles was nicht deiner Meinung ist, ist für dich wohl offenbar links.
      Soviel zu Demokratieverständnis

    • screenshot33 | vor 1054 Tagen, 16 Stunden, 16 Minuten

      Mit jemanden reden der queer mit pervers gleichsetzt und von überfremdung faselt? Na geh bitte. Wirklich nicht.

    • screenshot33 | vor 1054 Tagen, 16 Stunden, 15 Minuten

      und PS.:

      Ja, rechts sein IST anstößig

    • randolphcarter | vor 1054 Tagen, 16 Stunden, 10 Minuten

      andere Meinung = Links ... nein, so einfach ist das nicht, denn meisten erlebe ich das so: Alles was nicht links ist, ist so und so ein Nazi. Und das stimmt natürlich auch nicht.

      Was sind Deine Beweggründe, dass Dich Moscheen und Moslems, deren Frauen mit Kopftüchern und ihre Infrastruktur nicht stören? Empfindest Du das nicht als massive Störung Deiner Heimat udn Wohnumgebung?

      Mich persönlich stört das wirklich. Mir gefällt das nicht. Bin ich nun automatisch ein "rechter Ausländerhasser", weil ich lieber in einer Stadt mit geringerem Migrantenanteil leben möchte und nicht dauernd auf der Strasse Frauen mit Kopfwindeln treffen mag? Die schleichende Islamisierung gefällt mir nicht.

      Klick Dich mal durch http://www.sophiebabel.at/library/01000/00388_das_hydraulische_minarett.htm
      auf der Seite die öffnet dann auf "project" und dann auf "hydraulic.minaar" ...

      Woher legitimiert sich die Vorstellung, dass sich jede Kultur ohne Rücksicht auf die bereits vorhandene ausbreiten darf, wenn sich immer mehr Menschen daran stossen? An Demokratie galuebn wir beiden, reden kann man immer miteinander...

    • knoke | vor 1054 Tagen, 16 Stunden,

      Anti-Queer und Ausländerfeindlich ist für mich nicht nur eine "politische Meinung" sondern vor allem auch eine "anstößige Tat", weil sie Menschen, von denen man einen einseitigen, direkten Einfluss (die auf mich) ausgehen sieht, benachteiligt. Kurz: Man bestraft sie aus dem Bauch heraus.
      Die Vorstellung, dass sich Kulturen "ohne Rücksicht ausbreiten", "verdrängen" auch noch "dürfen" ist darüber hinaus ja auch zutiefst "völkisch" und "rassistisch" geprägt, also rechtsextrem. Jedwede Art von Rassismus und "völkischem" Verständnis von Kultur kann heute nur als Rechtsextrem bezeichnet werden - oder im günstigsten/lächerlichsten Fall als gefährliche Pseudowissenschaft.

    • screenshot33 | vor 1054 Tagen, 15 Stunden, 48 Minuten

      Frage: "Bin ich nun automatisch ein "rechter Ausländerhasser", weil ich lieber in einer Stadt mit geringerem Migrantenanteil leben möchte und nicht dauernd auf der Strasse Frauen mit Kopfwindeln treffen mag?"

      Antwort: ja.

      Frage: "Empfindest Du das nicht als massive Störung Deiner Heimat udn Wohnumgebung?"

      Antwort: Nein, in keinster weise. Im gegenteil. ich bin froh in einem Land zu leben wo Frauen Kopftuch tragen können wenn sie dies wollen (das setze ich voraus) und zwei Männer händchen halten können. Meine jetzige Heimat heißt Wien und wurde exakt aus diesen Gründen von mir gewählt.

    • alabaster | vor 1054 Tagen, 10 Stunden, 47 Minuten

      "Halle ist eine feine Stadt, auch Naumburg, Nebra und Quedlinburg sind OK. Es ist Mitteldeutschland und Kernland."

      Momentmal. Mitteldeutschland? bloß weil der "mdr" dort rumfunkt? Mitteldeutschland ist doch eher etwas östlicher, sagen wir zwischen Stettin und Laibach.
      Andererseits, rechnen wir das Gebiet westlich des Rheins auch hinzu, könnte es sich wieder ausgehen. . .

  • ryhme | vor 1055 Tagen, 42 Minuten

    http://www.youtube.com/watch?v=uNdJJ1Vm7VA

    Auf dieses Posting antworten
  • hairyballs | vor 1055 Tagen, 7 Stunden, 12 Minuten

    das multi-kulturelle

    ist nur in einer Gesellschaft gegeben, die von DENKENDEN Individuen verschiedener Nationen stark geprägt worden ist / nach einem lebendigen beispiel suche ich noch

    es kann nur dann vielfältigkeit bestehen wenn vernunft tonangebend ist und durch intelligente kommunikation die differenzen miteinander versponnen werden

    wann hat es dir zuletzt die sprache verschlagen, weil du WENIGSTENS durch zufall irgendwie erfahren hast wieviel nationalistisch-rassistisches gesindel es unter den "ausländischen mitbürgern" gibt?

    Auf dieses Posting antworten
    • toteraltermann | vor 1054 Tagen, 21 Stunden, 39 Minuten

      Im Umkehrschluss ist es also gewissen Kulturkreisen nicht möglich, denkende Individuen zu produzieren uns sich auszudrücken?
      Wie feinsinnig!

      "die differenzen miteinander versponnen" ist übrigens eine reichlich ulkige Satzkonstruktion.

      Wien in den 20er wär übrigens ein gutes Beispiel... und soweit ich weiß, hat dem nicht das "nationalistisch-rassistische gesindel unter den ausländischen mitbürgern" ein Ende gesetzt.

  • buntewarenwelt | vor 1055 Tagen, 13 Stunden, 14 Minuten

    Vorweg: Teilweise ziemlich krass, was du da schreibst.

    Trotzdem eine Anmerkung zu deiner Mitfahrgelegenheit: Ist man wirklich schon ein "Ausländerhasser", wenn man lieber in einer Stadt mit geringerem Migrantenanteil leben möchte? Du weißt nichts über die Hintergründe, die den Mann dazu bewogen haben, so zu denken. Immerhin gibt es tatsächlich einige reale Probleme mit "Ausländern"; den Wunsch, diesen Problemen aus dem Weg zu gehen, kann ich nachvollziehen. Vielleicht hat er auch selbst negative Erfahrungen gemacht. Diese Probleme zu negieren bzw. totzuschweigen, spielt hingegen nur den wirklichen Rechtsextremen in die Hände.

    Auf dieses Posting antworten
    • tschoenn | vor 1055 Tagen, 10 Stunden, 16 Minuten

      alleine schon die pauschalisierung "ausländische mitbürger" disqualifiziert die mitfahrgelegenheit ...
      erinnert mich im übrigen stark an: "ich hab ja nix gegen ausländer, aber ... " -.-

    • buntewarenwelt | vor 1054 Tagen, 23 Stunden, 41 Minuten

      "Ich hab ja nix gegen Ausländer, aber..." ist immerhin ein erster Schritt hin zur von dir vermissten Differenzierung, oder?

    • knoke | vor 1054 Tagen, 22 Stunden, 34 Minuten

      @buntewarenwelt, ich finde, das ist einer von vielen Schritten weg von der Differenzierung. Ich kann nichts von "den Ausländern" halten, es gibt diese Gruppe ja nur auf dem Papier ('den Papieren').
      Du willst natürlich raus auf: 'Es gibt auch reale Probleme'. Aber was für Probleme sollen das sein? Die "der Ausländer" oder doch die ganz bestimmter (wiederum nur angenommenern) Menschengruppen? Sind diese Ausländer auch Amerikaner, Skandinavier, Franzosen und Österreicher, entschuldige: Deutsche?

    • buntewarenwelt | vor 1054 Tagen, 15 Stunden, 38 Minuten

      Naja, um einmal konkreter zu werden: Volksschullehrerinnen berichten, dass ab einem gewissen Anteil an Kindern nicht-deutscher Muttersprache der Unterricht massiv leidet. Neben der Sprachbarriere auch deshalb, weil viele türkische Buben eine Frau als Autoritätsperson nicht akzeptieren. Das weiß ich aus erster Hand und nicht aus der Nationalzeitung...

      Viele Leute geben deshalb ihre Kinder in Privatschulen oder ziehen in eine Stadt mit niedrigerem Ausländeranteil. Das kann ich sehr gut nachvollziehen - bin ich jetzt auch ein Ausländerhasser?

      Und natürlich ergeben sich aus den Zuständen in den Schulen später einmal weitere Probleme wie Arbeitslosigkeit und Kriminalität...

    • fightclub | vor 1054 Tagen, 10 Stunden, 49 Minuten

      buntewarenwelt, so halbrechtsextreme die sich irgendwie in die mitte der gesellschaft schummeln wollen und immer nur so krone fragmente absondern sind einfach mühsam.
      deiner konstruktion zufolge, ziehen die menschen also in städte mit niedrigerem ausländeranteil (halle z.b.) um dann noch lauter über die ausländer zu schimpfen obwohl es keine gibt. bitte kreuzen sie also an, wer ist schuld an der ausländerfeindlichkeit
      () Anzahl der Ausländer
      () Furcht der Inländer vor dem Unbekannten

      übrigens kinder sind und bleiben kinder, die von autoritätspersonen insgesamt recht wenig halten. und das ist auch gut so, stubenreine speichellecker werden sie eh früh genug.

    • oxymoron | vor 1053 Tagen, 18 Stunden, 11 Minuten

      @buntewarenwelt: niemand redet davon, dass man probleme negieren soll. aber dass es nicht sinnvoll ist, von problemen mit einzelnen menschen, die ausländer sind, auf ausländer im allgemeinen zu schließen, sollte wohl auch klar sein. und was das problem der mangelnden sprachbeherrschung in der schule betrifft, so ist auch das kein problem der zuwanderung an sich (erst recht nicht in halle, wo es fast keine zuwanderung aus dem ausland gibt), sondern ein problem das z.B. durch die gesamtschule schon massiv erleichtert würde. was den respekt betrifft: das ist ein soziales und kein "ausländer"-problem - auch das wäre durch gesamtschulen viel geringer.

    • buntewarenwelt | vor 1049 Tagen, 16 Stunden, 53 Minuten

      Ja klar, niemand will Probleme negieren - aber ansprechen darf man sie auch nicht, sonst ist man ein Halbrechtsextremer und es werden einem irgendwelche absurden Konstruktionen in den Mund gelegt. (FYI, fightclub: Mein Posting bezog sich nicht primär auf die Mitfahrgelegenheit, sondern war ein allgemeiner Denkanstoß!)

      Das von mir gebrachte Beispiel ist übrigens ganz klar ein kulturelles und kein soziales Problem. Es ist ein Unterschied, ob ein Kind normal widerborstig ist oder ob die Message ganz klar ist: "Du bist eine Frau, deswegen hast du mir nichts zu sagen und ich ignoriere dich und deine Anweisungen". Genau das ist nämlich oft der Fall.

      Sprachprobleme hingegen kann man natürlich durch verschiedene Maßnahmen in den Griff kriegen, nur _derzeit_ wird da viel zu wenig getan, weshalb es _derzeit_ ein Problem an vielen Schulen gibt und ich _derzeit_ Leute verstehe, die ihre Kinder nicht an so eine Problemschule geben möchten. Und wenn Leute wie ihr sagen, es gibt eh kein Problem, dann wird sich am _derzeitigen_ Stand auch nichts ändern (zumindest nicht zum Guten...).

    • oxymoron | vor 1048 Tagen, 19 Stunden, 37 Minuten

      was heißt "oft"?
      Mir ist das jedenfalls noch nicht untergekommen, und ich habe auch schon mit türkischen schülern zu tun gehabt.
      frauenfeindliche bürschchen kommen - egal ob österreicher oder migrantenkind - eher aus bildungsfernen schichten, und ob man bildungsfern ist und bleibt, ist sehr wohl ein soziales problem. wenn nun diese frauenfeindlichen bürschchen in hauptschulen "gesammelt" werden, ist klar, dass frauenfeindlichkeit auch eher im alltäglichen verhalten manifest wird.

    • buntewarenwelt | vor 1048 Tagen, 16 Stunden, 9 Minuten

      Oft heißt, dass bei einer Klasse mit 100% Migrantenkindern schon 3-5 solche Bürschchen dabeisein können, was dann den Unterricht enorm behindert.

      Wenn du dich dann besser fühlst, kannst du dir natürlich weiterhin einreden, dass das ein rein soziales Problem ist und das Frauenbild türkischer Jugendlicher sich nicht von dem österreichischer unterscheidet. Strache bedankt sich bei dir.

  • moot | vor 1055 Tagen, 13 Stunden, 42 Minuten

    geh am fluss spazieren.

    Auf dieses Posting antworten
  • screenshot33 | vor 1055 Tagen, 17 Stunden, 45 Minuten

    Q: Vor allem aber: Wie damit umgehen?

    A: Das ist eine Frage die auch ich mir oft stelle ... Wenn zB mein 80+ Vermieter anfängt dass er keine Ausländer im Haus haben will (offizieller Grund: In einem Haus im 10. hatten sie große Probleme. Schafschlachtungen am Gang etc). Meine Vormieterin kam allerdings aus Argentinien und einer aus dem Nebengebäude (vermutlich) aus Afrika. Oder ein Vorgesetzter der aus dem 16. wegziehen will "weil man sich in den Lokalen ja vorkommt als wäre man als Einheimischer der Ausländer". Ich kann da nur sagen: ich lege keinen Wert auf eine monokulturelle Gesellschaft. Deshalb bin ich nach Wien gezogen.
    Oder die Hakenkreuzschmiererei im Oberösterreichischen Mühlheim die ich vom Zug aus immer sehe. Bislang hat sie noch niemand durchgestrichen. Das werd wohl ich tun müssen. Beim nächsten mal "heim" fahren.
    So lange es noch keine Chemikalie gibt die Wasser mit Intelligenz anreichert bin ich leider ratlos was den Umgang mit nationalistischem Gesocks angeht. Ausser zu dem stehen was man ist: antirassistisch/antihomophob in Gedanken, Worten und Werken (um mir diesen Ausflug in Erstkommuionszeiten zu gestatten :).

    Auf dieses Posting antworten
    • caveb | vor 1055 Tagen, 11 Stunden, 16 Minuten

      riad hod do a an schlechten ruf.

      nach ewigen diskussionen mit dem rechten gesocks sehe ich keine verbesserungen. und denke mir warum die ganze energie in das stecken. ignorieren ist einfacher.

      aber effektiv kommt man ihnen nicht bei.
      Für mich auch einmal wasser mit itelligenz!