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Musik, Film, Heiteres

Martin Blumenau

Martin Blumenau

Geschichten aus dem wirklichen Leben.

6. 4. 2009 - 18:01

Journal '09: 6.4.

Diskurs-Orientierung. Lernen aus einer guten Profil-Geschichte.

Doppelseite des aktuellen Magazins Profil zum Thema Generation Angst

Anmerkungen zur Fast-Cover-Story im aktuellen Profil (15/09) zum Thema Generation Angst

Oft sind sie ja zum Lachen und Schenkelklopfen, die alljährlichen und zutiefst bemühten Illustrierten-Geschichten zum Thema "Jugend aktuell", die mit gaghaften Abbildungen neuer Jugendkulturen, ein paar alten Klischees und dem gönnerhaften Abwatschen durch die Distinktions-Filter, die das jeweilige Medium sich (oder, schlimmer, seiner Leserschaft) aufsetzt, billiges Kapital schlagen.

Bevor jetzt wieder einige aufkreischen: der Falter erscheint zwar auch wöchentlich, ist aber kein Magazin im klassischen Sinn.

Warum das diesmal, bei der bitteren, ungeschönten Analyse im aktuellen Profil nicht so ist, lässt sich nicht nur damit erklären, dass das einzig relevante Wochen-Magazin Österreichs sich zuletzt wieder zunehmend seiner Primär-Aufgabe zuwendet, der Investigation und der Beschäftigung mit dem Rest politischer Substanz, den das Land noch hergibt. Es hat auch was mit einer endlich (eh schon fast zu spät erfolgten) kollektiven Einsicht zu tun, die die Gegebenheiten zwischen den Entscheidungsträgern und den natürlich Nachdrängenden nicht mehr wegdrängt, sondern anspricht.

Die mit Studien, Erfahrungswerten und Experten vollgestopfte Expertise des Profil bewegt sich mitten im Kampfgebiet, vor allem im Spannungsfeld zwischen zwei Aussagen.
Aussage 1 kommt vom Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier und lautet: "Die Jugend ist nicht diskursorientiert".
Die andere kommt von einem 16jährigen AHS-Schüler namens Christoph Wadowski und lautet: "Die Schüler wollen halt Sachen, die einfach zu erklären und gleichzeitig schockierend sind."

Der eine erklärt mit seinem Satz den Einbruch von kritischen Bewegungen, zb den der Grünen, der andere spricht das Oberflächenwissen seiner Mitschüler bei Reiz-Themen an. Und führt mit seiner knappen und gut beobachteten Aussage bereits einen Diskurs (was aber keinen Widersprich zur Aussage 1 darstellt)

"Die Jugend ist nicht diskursorientiert".

Klar.
Aber: ist das bei den ehemaligen Jugendlichen, den Erwachseneren, den Gesettelten und den wirklich Alten anders?
Wo war denn jemals jemand diskursorientiert in Nachkriegs-Österreich? Meint man da die hierzulande praktisch inexistente, zahlenmäßig lachhafte sogenannte 68er-Generation?

Was seit Jahren überschätzt wird, ist das kritische Potential, die Anzahl derer, die Bewegung wollen und anstreben, die Anzahl derer, die sich auseinandersetzen und das Handeln, das Tun, dem Genörgel vorziehen.
Das ist dem 68er-Irrtum geschuldet.

Da hat das strukturkonservative Establishment seit Jahren einen fiktiven Popanz aufgebaut, hat die in den 70ern Rebellischen (die hauptsächlich einer Umwelt- und Friedensbewegung entstammten) zu etwas hochgerechnet, was sie nie waren: eine Mehrheit innerhalb der Jugend. Und zwar aus einem einfachen Grund: um einen äußeren Feind, als machtlosen Sündenbock zu haben; sowas ist immer praktisch, egal ob für Mainstream-Medien oder Mainstream-Politik.

Nur war "die Jugend" immer ein 1zu1-Abbild der gesamten Gesellschaft: und ist und war zu 90% reiner, glatter Mainstream.
Die medial grell abgebildeten Jugendkulturen waren immer absolutes Minderheiten-Programm. Wenn etwas in den Massenmarkt crossoverte, sich dann jedermann gefahrlos damit schmücken konnte, war die Bewegung längst ihres Diskurses beraubt worden.

"Einfach zu erklären und gleichzeitig schockierend."

Das ist ein Angebot, das sich an den Mainstream richtet; auch an den jugendlichen Mainstream.
Das ist ein Angebot, das die Rechtspopulisten perfekt ausgereizt haben; eines, das die etablierten Parteien nicht so recht draufhalten, weil sie ihre Follower eher nach alten, autoritären Prinzipien strukturieren; eines, das die Grünen nicht legen können, weil sie anders sozialisiert sind.

Und nicht einmal die, die die billige Machart dieses Schmähs durchschauen, die also diskursfähig sind (wie der zitierte 16jährige AHSler, vielleicht sogar ohne dass er's weiß), haben dieser Tage Interesse an einer konstruktiven Mitarbeit am Prozess "Gesellschafts-Modell Österreich".

Das hängt wiederum damit zusammen, dass die älteren, prädigital sozialisierten Generationen ihnen die Plätze zustellen und - angesichts einer gefühlt eh schon seit einem Jahrzehnt dauernden, jetzt aber erst wirklich ausgebrochenen Krise der gesamten Weltordnung - sie auch keine Möglichkeiten sehen, sich irgendwann aus der prekären Situation, was Arbeit oder Lebensqualität betrifft, befreien zu können.

Die Generation Angst

bunkert sich ein, sieht sich als Opfer der Umstände, frustet sich in eine Abwärtsspirale, sieht sich unter einer gläsernen Decke gefangen - und das alles wohl auch zurecht.

Das gilt für die Natives ebenso wie für die Migrations-Kids - beide laufen den Rechtspopulisten, die längst die Disco-Hoheit im Land haben, hinterher.
Dass die Tabus, die für alle Älteren mitschwingen, den Jungen wurscht sind, wird aus dem Schüssel-Sündenfall erklärt: für die aktuell Jungen ist die FPÖ eine ehemalige Regierungs-Partei, also vollständig legitimiert. Mit den ewigen Paintball-Anwürfen langweilt man sie - im übrigen genauso zurecht.

In einem Zeitalter, das Wahrnehmungen prinzipiell im Grundton des Vorwurfs ausstellt, ist die einfache Erklärung samt gutem Effekt die wichtigste Kommunikations-Strategie.

Die Angst basiert auf der schwachen visionären Projektionsfähigkeit hiesiger Themenführer. Die Jungen gehen (völlig zurecht) davon aus, dass ihre Bildung und Ausbildung niemandem wirklich wichtig ist, sie gehen (völlig zurecht) davon aus, dass ihr Platz am Arbeitsmarkt bloße Manövriermasse im Interessens-Kampf der politischen Bewegungen und der ökonomischen Machinationen sind.

Ihr werdet um eure Zukunft betrogen!

Da passt jetzt wieder der schon einmal verlinkte Exkurs von Dietmar Dath zum Thema deutsche Revolution.

das ist die Botschaft, die Populisten jetzt unterschwellig streuen, sagt Klaus Hurrelmann von der deutschen Shell-Studie. In Deutschland mag man da auf sowas wie revolutionäres Potential hoffen, in Österreich saugt das der rechte Rand auf, indem er ein hierzulande eigentlich nur vages, gefühltes Xenophobie-Problem zu etwas Großem aufpimpt.

Näher am hiesigen Mann steht da der Österreicher Heinzelmaier.
Der spricht von der Furcht, den Lebensstandard der Eltern nicht mehr halten zu können (das wäre der erste Turnaround seit langer Zeit, etwas seit 1945 Unvorstellbares) und einem (dem selbstverständlicheren Umgang mit den neuen Medien geschuldeten) zunehmend loserem Beziehungsgeflecht, aber auch dem Gefühl überhöhter Reglementierung und Kontrolle (was ich für ein Kriterium der Älteren halte - die Jungen sind mit dieser neuen Welt bereits aufgewachsen).
Und er spricht auch ein Paradox an, das viele Junge plagt: dass sie einerseits auf der Suche nach dem schnellen, lösungesorientieren Ansätzen sind (weshalb ihnen Nachdenken, Diskurs etc. nichts wert scheinen), aber andererseits sich einer ständigen "Selbstinspektion", also einem immerwährenden Check unterziehen, ob schon was weitergegangen ist.
Das ist ein Lebensprinzip, das in sich zum Scheitern verurteilt ist und nicht nur frustriert macht, sondern auch Sündenbock-Ideologie-anfällig ist.

Was heißt das?

Ist es angesichts dieser nicht neuen, aber hier und jetzt schön gebündelten Wahrheiten nötig sich - vor allem als Medium, das Junge ansprechen soll - drauf ein- oder gar alles umzustellen?

Ja und nein.

Umfassende "Jugendmedien" gibt es nicht.
Österreichs größte Jugendmedien sind die Kronen-Zeitung und Ö3, weil die die weitaus meisten jungen Leser und Hörer haben (die Schauer sind wohl bereits mehrheitlich im Netz daheim).
Die Jugendkulturmedien des alternativen Bereichs haben immer die maximal 10% Erreichbaren angesprochen, die sich eben nicht schon als Junge im Mainstream aufhalten (später bröselt die Prozentzahl dann auf etwa fünf zusammen). Und für diese Gruppe der Interessierten gilt all das, was die enstprechenden Studien und Expertisen sagen, ebenso nur zu 10%, also kaum.

Die sind diskursinteressiert und geben sich nicht mit der erstbesten einfachen Lösung zufrieden.
Dafür bleibt dann der hektische Dauer-Selbstcheck aus, was weniger Verzweiflung und weniger Angst bringt.
Man ist halt in einer Minderheiten-Position, und wird dann (zurecht) nicht ernstgenommen, wenn man sich und seinesgleichen zu etwas allgemeingültigem hochrechnet - was oft genug passiert.

Jugendmedien?

Das allerdings ist wohl allen Jugendkulturmedien bewusst und eher ein Problem der Zuschreiber, die immer noch "Jugend" (einen reinen Altersquerschnittsbegriff) und "Jugendkultur" (kulturelle Äußerung mit Innovations/Veränderungs/Abgrenzungs-Anspruch) durcheinanderbringen.

Den Jungen selber passiert das kaum: der junge Mainstream interessiert sich zwar nicht für den Jugendkulturbereich in seiner Umgebung, kennt ihn aber. Nur ein Teil der Alten wirbelt das durcheinander, weil er in verklärten Erinnerungen "jung-sein" automatisch mit "rebellisch-sein" gleichsetzt. Ein tragisches Trugbild der Verdrängung des Banalen.
Und nicht die beste Vorraussetzung um die immer deutlicher zutagetretende Barriere zwischen den Generationen zu überwinden.

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  • aubrey | vor 307 Tagen, 8 Stunden, 3 Minuten

    Ist doch einfach

    Die SPÖ und ÖVP machen Politik für ihre Stammklientel - und die ist nun mal 50+
    Die Grünen und BZÖ für 25-30+
    Die FPÖ dagegen spricht nun mal die jungen Leute an, da kommt es den angesprochenen oft gar nicht so sehr auf die politische Ausrichtung (auf grauslich) an, hauptsache es interessiert sich wer für sie (auch wenn einfache Parolen und Sündenböcke dabei sicher nicht schaden).

    Solange die anderen Parteien ihr Programm nicht weiter aufmachen wird sich da auch nicht viel tun, da kann die ÖVP noch soviele Teenager mit "Benita"-Jacken rumlaufen lassen und die SPÖ ihre "Zukunftshoffnung" Laura Rudas ins Parlament setzen. Solche Alibiaktionen interessieren doch keinen. Wer sich nicht um den Nachwuchs kümmert verliert ihn eben für seine Partei und/oder politische Richtung. Strache hat das gut erkannt, und wenn es noch so lächerlich wirkt wie er sich den Teenagern anbiedert, es funktioniert, weil eben gar keine Konkurrenz da ist - außer noch radikalere und rechtslastige Gruppierungen.

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  • harald123 | vor 307 Tagen, 21 Stunden, 10 Minuten

    aha. die jungen wollen es einfach zu erklären und gleichzeitig schockierend. aber um rechtsradikal zu wählen, brauchen sie eine legitimation durch gott schüssel. wirklich?
    ich bin mir sicher, dass 90% der jungen strache-fans den schüssel micht mal vom hörensagen kennt.

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    • harald123 | vor 307 Tagen, 21 Stunden, 9 Minuten

      korrektur: nicht mal

  • collective | vor 308 Tagen, 2 Stunden, 13 Minuten

    zusammenfassend:

    nicht-mainstream/fm4-hörer = diskursfähig ergo glücklich
    mainstream = nicht diskursfähig ergo ängstlich und depressiv

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    • keyserkeli | vor 308 Tagen, 1 Stunde, 7 Minuten

      wer so zusammenfasst, will einfache erklärungen.
      diskursfähig ist sojemand mit sicherheit nicht!

    • collective | vor 307 Tagen, 9 Stunden, 28 Minuten

      ich bin ihrer meinung!

  • sicklikejosef | vor 308 Tagen, 9 Stunden, 51 Minuten

    Ich muss die Jugend da in Schutz in nehmen

    obwohl sie das nicht nötig hat, aber es ist nicht die Jugend, die nicht diskursorientiert ist, sondern es sind die Eliten, die nicht diskursorientiert sind.
    Das hat der Martin eh schon im Text angesprochen, ("Wo war denn jemals jemand diskursorientiert in Nachkriegs-Österreich?"), aber man muss das schon präzisieren.
    Das Problem der österreichischen Gesellschaft sind nicht die FPÖ wählenden Jugendlichen, und eigentlich auch nicht die rechten Parteien selbst, obwohl sie der reinste Ausdruck dieses problems sind, sondern die komplette Unfähigkeit der Eliten überhaupt irgendeine Form der gesellschaftlichen Steuerung zu entwickeln außerhalb von institutionell verankerten Vetternwirtschaften. Man kann das u.a. an der extrem hohen Quote von Konkursen von Jungunternehmern sehen. Ein spleeniger Milliardär wie Julius Meinl wandert in den Bau, weil ihm die beschätzen zwei Milliarden Vermögen nicht genug waren und sozialdemokratische Politiker sind wie der Bundeskanzler nur noch dazu da, die Politik der Kronenzeitung zu machen.
    Was sollen Jugendliche und junge Erwachsene denn sonst sein, als desinteressiert und gelangweilt und durch eine Industrie wie Starmania davon überzeugt, dass man nur noch lebt, wenn man von anderen durch die Brille des Popstars wahrgenommen wird?

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    • alpiarts | vor 308 Tagen, 6 Stunden, 34 Minuten

      In diesem Fall täte ich das Wort "Eliten" durch das Wort "Eltern" ersetzen.
      Ist sogar recht easy, man braucht nur die Buchstabenreihenfolge ändern und das i mit einem r vertauschen. Und: "die Jugendlichen" von jeglicher Eigenverantwortung loszusprechen ist auch seltsam.

    • fenris79 | vor 307 Tagen, 7 Stunden, 28 Minuten

      Es geht um die gesellschaftliche Steuerung nicht darum was die Eltern den Kindern beibringen.

    • alpiarts | vor 307 Tagen, 5 Stunden, 22 Minuten

      Naja, dann sind wir sowieso alle unmündig und Opfer der Umstände. Ohne Eigeninitiative, eigene Ideen. Steuern kann man nur Jemanden, der/die sich steuern lässt. Oder sind Menschen ohnehin generell bewusstlos?
      Das erinnert mich an Schopenhauer's These von der Unfreiheit des Willens: Man kann zwar tun, was man will, aber nicht wollen, was man will. Trostlos und ich bin dagegen.

  • aneedtoargue | vor 308 Tagen, 9 Stunden, 55 Minuten

    grundton des vorwurfs

    viel zu spät habe ich die geschichte über den kehlmannschen sager gelesen. finde ich sehr interessant, für mich passt ganz gut dazu was misik in seiner dankesrede zur verleihung des staatspreises für kulturpublizistik gesagt hat: nämlich dass intellektuelle in ermangelung einer sache, sich in den dienst ihres ich stellen.
    wenn interesse mit verachtung gleichgesetzt wird, bleibt nur mehr fatalismus übrig, der einem nachher abgeklärt mit "ich habs dir eh gesagt" besserwisserisch auf die schulter klopft. die kehrseite der medaille ist übermächtig geworden und gerade im fall obama habe ich das in meinem freundeskreis ob meiner begeisterung für ihn stark zu spüren bekommen. man kann nicht mehr für eine sache sein, auch und gerade weil man ihre schattenseiten kennt. diese grundeinstellung spiegelt sich auch bei den politikerInnen wieder: "die" jugendlichen, "die" kärntner sind halt so. "der grundton des vorwurfs" impliziert meines erachtens vor allem eines: sich der eigenverantwortung zu entheben.

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    • christianfuchs | vor 308 Tagen, 7 Stunden, 9 Minuten

      time to pretend

      "man kann nicht mehr für eine sache sein, auch und gerade weil man ihre schattenseiten kennt."

      das fasst in einem simplen satz das dilemma aller generationen nach 68 zusammen. weil man an die teilweise tollen, aber teilweise auch sehr böse gescheiterten utopien & experimente nicht mehr anschließen wollte.

      und auch danach sah jede generation weitere fehler der vorgänger-generationen, die sich anhäuften.

      spätestens als die gen x (nicht) historisch dran war, hatten sich fast alle ideologischen und philosophischen optionen als sackgassen erwiesen.

    • christianfuchs | vor 308 Tagen, 7 Stunden, 7 Minuten

      was tun danach? heute? hmm.

      wahrscheinlich sich (teil-)blind stellen & einfach wieder von vorne anfangen.

      so wie leute auch nach der postmoderne & nach dem ende der kunst wieder (großartige) songs und bücher schreiben, bilder malen, neues auf den ruinen des alten formulieren.

      möglicherweise ist eine mischung aus brutaler abgeklärtheit (die kriegt man eh nicht mehr weg) und bewusster naivität eine möglichkeit.

      it's time to pretend. und deswegen, und aus anderen gründen, bin ich absolut bei deiner obama-euphorie dabei.

    • mishkin | vor 308 Tagen, 1 Stunde, 9 Minuten

      Die "Ruinen"-Metapher finde ich sehr gut. Dazu müssen diese Ruinen jedoch erst einmal erkannt und identifiziert werden. Sie werden nämlich von den zuständigen Drahtziehern sehr gut verschleiert und als intakt verkauft.
      Also, wo siehst du diese Ruinen? Ist die kommerzialisierte Musik auch ein Teil davon?

  • stereoworld | vor 308 Tagen, 20 Stunden, 44 Minuten

    Mit Verlaub aber: Heinzlmaiers konstatierte "Furcht, den Lebensstandard der Eltern nicht mehr halten zu können" ist einer der billigen Tricks die/seine Trendscoutstudie einen journalistisch "interessanten" Dreh zur aktuellen Wirtschaftskrise geben zu können. (Von der gesamten eh vor kurzem veröffentlichten Studie ist genau gar nix irgendwie neu.) Festmachen will die Studie das übrigens an dem Emos.

    Das ist natürlich Quatsch. Was da "beobachtet" wird, wurde, wenn auch anders konnotiert und mit einem anderen Spin, schon 1991 als Generation X (Coupland und, hier erst gestern angeführt, Cobain) beschrieben worden. Und das hat nix mit der aktuellen Krise, sondern dem, wie die Gesellschaft mit Jugendlichen umgeht, eh siehe Text, zu tun.

    Was stimmt ist die Beobachtung, dass das vor allem mittelständische Jugendliche betrifft. Nur das hätte man auch schon Bourdieu und allen Jugendstudien, die sich auf ihn beziehen, nachlesen können.

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    • keyserkeli | vor 308 Tagen, 20 Stunden, 8 Minuten

      der mann ist gut!
      schon bei coupland gibts die angst, den lebensstandard der elterngeneration nicht halten zu können...
      (offensichtlich wiederholt sich das dann alle 15/20 jahre)
      aber, um dem ganzen wieder einen neuen spin zu geben, die generation x im gleichnamigen buch sind ja anfang der 90iger schon 30+ und verweigern aufgrund von perspektivenlosigkeit, da gabs ja die grunge verweigerer die danach folgten noch gar nicht bzw die waren jünger.

    • stereoworld | vor 308 Tagen, 16 Stunden, 28 Minuten

      Ma, genier ich mich für meine hastigen Tippfehler und Satzbauwahnsinnigkeiten oben.

      Aber "Jugend" ist ja ein dehnbarer (nach unten und massiv nach oben, see adultolescence) und de facto eh willkürlich verwendbarer Begriff. Und in den letzten Jahren gabs noch dazu die eindeutige Tendenz, dass sich die, ich sag mal, (pop)kulturellen Phänomene (zunehmende Differenzierung in Genres, eher wieder Distinktionsgewinn etc.) altersmäßig nach unten verschoben haben.

    • blumenau | vor 308 Tagen, 5 Stunden, 41 Minuten

      richtig beobachtet - die pure furcht davor ist nix neues. neu ist, dass diesmal ersmals auch die echte gefahr besteht, dass es eintrifft.

  • toteraltermann | vor 308 Tagen, 21 Stunden, 27 Minuten

    Wen interessiert's?

    Das ist doch das eigentliche Problem.

    Wer hat denn ein Interesse an interessierten Jugendlichen? Geht doch nur auf die Nerven, wenn die Fragen stellen.
    Studenten? A geh, hamma eh zuviel.
    Solln's lieber was Gscheids lernen.

    Ich hör eigentlich immer nur, dass über Jugendliche als Unruhestifter, Bildungsversager, Gewalttäter und politisch frustrierte geredet wird.

    Ich will keinem Proll-Mainstream-Diskursverweigerer einen Vorwurf machen, denn ganz ehrlich, wer würd ihm denn zuhörn?

    Das Loblied auf die Alternativkulturmedien (à la "Wir finden schwarze Hosen aber viel fescher, nur Deppen ziehn weiße an!") will ich so aber auch nicht stehen lassen. Sicher hör ich lieber fm4 als Ö3, aber das einzige Format, in dem ich mich wirklich wiedererkenne, ist leider auch nur das Jugendzimmer.

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    • kleinerrollhügel | vor 308 Tagen, 20 Stunden, 36 Minuten

      beim jugendzimmer muss ich vor lauter fremdschämen immer den sender/auf cd wechseln. :)

    • schubiduh | vor 308 Tagen, 17 Stunden, 29 Minuten

      "hamma eh zuviel"

      ...und nur so nebenbei bemerkt ist Österreich nicht gerade Spitzenreiter, was die Anzahl der Studierenden betrifft. Auf jeden Fall, was die Studienabschlüsse betrifft. Was auch immer das dann für Konsequenzen hat.......

    • rohstoffexperte | vor 308 Tagen, 10 Stunden, 34 Minuten

      @kleinerrollhügel

      voll geil. mir gehts genauso. kurz hören, dann unglaublicher fremdscharm! :-)

    • mastamind | vor 308 Tagen, 9 Stunden, 18 Minuten

      mir auch. fremdschämen pur. aber ohne :)

  • teilzeitjugendlicher | vor 308 Tagen, 22 Stunden, 22 Minuten

    bin schon gespannt auf den Profilartikel...

    auch wenn's stimmt, dass die Diskursorientierung früher, als ich noch Vollzeitjugendlicher war (also in den späten Achtzigern...), auch nur ein Minderheitenprogramm waren. Aber diesem Programm konnte man vielviel Zeit widmen, denn man konnte eeewig studieren, bekam leicht einen Job beim Mecki, mit dem Geld konnte man dann wochenlang nach Griechenland fahren, handyrechnungen etc mussten auch nicht bezahlt werden usw. Die Yuppy-Gfraster machten derweil von den reichen Eltern finanziert Karriere und konzentrierten sich dann auf die Herbeiführung der aktuellen Wirtschaftskrise.
    Da können einem die Jungen schon sehr leid tun, die habens nicht lustig, wenn der, der sie am meisten anspricht, dieser Bumsti (siehe www.misik.at) ist. Die, die bei uns den Karren aus dem Dreck ziehen werden, sind wohl noch zu jung, um schon diskursieren zu können. Aber da wird schon was kommen, und wenn ich dann im Altersheim dem Ende entgegenkiffe, gibts dann endlich einen linken Wahlsieg in Österreich und die ÖVP hat nur mehr 5%. (die F und das BZ gibts dann eh nicht mehr...)

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  • itchy | vor 308 Tagen, 23 Stunden, 23 Minuten

    Aus dem Profil Artikel:
    "...Der globale Wirtschaftscrash und die damit grassierende Zukunftsangst potenzierte das Polarisierungsbedürfnis unter Österreichs Jugendlichen, deren „romantischer Glaube an eine multikulturelle Gesellschaft“ (Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier) von der Realität ohne­hin längst überrollt wurde."
    Genau das wollen viele nicht war haben und genau darum laufen die Jugendlichen in Scharen zur FPÖ und genau darum haben die Grünen bei den Jugendlichen keine Chance mehr. Wenn sich die beiden Großparteien dem Thema nicht endlich annehmen, dann wird die FPÖ bei der nächsten Wahl wohl nocheinmal kräftig zulegen.

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