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Musik, Film, Heiteres

Martin Blumenau

Martin Blumenau

Geschichten aus dem wirklichen Leben.

27. 4. 2009 - 23:00

Journal '09: 27.4.

Programmplaner. Warum beim Mitreden übers Fernsehen das Hirn in die Hose fällt.

Geheimer Sub-Titel: ... und was das mit Jürgen Klinsmann zu tun hat.

Ich erlebe, vor allem in den letzten Monaten, durchaus etliche Diskussionen, Workshops, Debatten, Gespräche etc rund um den ORF - und zwar durchaus über die aktuelle den politischen Engriffen geschuldete Oberfläche hinaus.

Am Rande darf ich hier auf die aktuelle Initiative von sos-orf aufmerksam machen, ohne weiteren Kommentar, weil sich das für einen Mitunterzeichner nicht geziemt.

Dabei ist eines auffällig, und weil ich grade eben wieder aus so einer ein paar Stunden miterlebten Parallelwelt hinaustauche, und es dort wieder einmal erlebt habe, möcht ich es thematisieren. Und zwar das, was ich den Furor der Hemmungslosigkeit nennen möchte, wenn vom Fernsehen die Rede ist.

Es ist nämlich recht egal, wie g'scheit oder blöd die Menschen sind, wie vorgebildet oder unwissend, wie branchenkundig oder -fern: wenn ein bestimmtes Medium auftaucht, dann verliert praktisch jeder die Beißhemmung, die man jedem anderen Professional gegenüber einfach hat.
Und das ist nicht einmal böse gemeint.
Es passiert den Besten.
Die tolle Zeitschrift "Fleisch" hatte vor nicht allzu langer Zeit eine Umfrage, die sie unter Fernsehleuten gemacht hatte, als ORF-Befragung verkauft - und selbst diesen kritisch denkenden Menschen fiel es nicht auf; dass ihnen, wenn es ums Mit-/Rein-/Quer-/-Quatschen, wenn es ums Fernsehen, nein, wenn es ums ORF-Fernsehen geht, der Verstand plötzlich in die Hose plumpst.

Aus dem Unterleib

Dann geht der innere Marboe, den wir scheinbar alle ins uns tragen, mit uns durch, und wir werden zu Unterleibs-Programmplanern, die alles besser wissen, die auf Hinweise nicht nur nicht reagieren, sondern sie instinktgeladen wegwischen wie ein Bröserl vom Wirtshaustisch.

Heute war's wieder genau so.

Im Rahmen einer umfassenden Beschäftigung mit einem der zentralen im ORF-Gesetz vorgeschriebenen Themen der Öffentlich-Rechtlichkeit, dem Sport nämlich (der von Filetierern gern rausreklamiert werden würde, wie die Unterhaltung auch), hatten die im Rahmen einer Art Workshops angetretenen Seher/Hörer/User genau gar kein Problem was die Radio-Berichterstattung betrifft, sprachen ganz normal und umgänglich über Emotionalität bei Live-Einstiegen, waren auch bei den schriftlichen Medien wie Online oder dem Teletext voll von vernunftgetriebenen Einwürfen, die Punkte wie journalistische Qualität oder zeitgerechte Updates betraf.

Sobald es allerdings um das Fernsehen, nein, das ORF-Fernsehen ging, setzte der Verstand einer aus 50 Menschen bestehenden, zufällig gewürftelten Gruppe kollektiv aus.

Es war nicht einmal ansatzweise möglich dieselben Kriterien wie bei Radio/Internet anzuwenden - wenn von der TV-Berichterstattung, nein, der ORF-TV-Berichterstattung, vor allem und in erster Linie der Live-Berichterstattung die Rede war, setzte eine Projektions-Flut, ein Zuschreibungs-Irrsinn ein, der vergleichbare Absurdidäten wie die x Millionen ÖFB-Teamchefs locker in den Schatten stellt. Denn die haben zumindest akzeptiert, dass sie nur 11 Spieler aufstellen könnten, wenn sie am Ruder wären.

Raserei

Alle, die von der kollektiven Programmplaner-Raserei ergriffen sind (also alle), gehen hingegen (um beim Teamchef-Bild zu bleiben) mit gut 33 Spielern, die noch dazu mit technisch unerlaubten Hilfsmitteln (und teilweise auch mit Dopingmitteln) ausgestattet sind, auf den Platz.

Der Hinweis darauf, dass Sportrechte, vor allem in den drei Hauptsportarten des TV-Österreichers (Fußball, Ski, Formel 1 - dahinter kommt lange nichts) einerseits viel Geld (bei zunehmend geringeren Budgets) kostet und der Lizitations-Politik ausgesetzt sind, nützt gar nichts. Ebensowenig der Verweis dass die Forderung nach einer Art Quote für Randsport/Jugendsport/Breitensport (zutreffendes anzukreuzen) ein verlogener ist, der den eigenen Konsuminteressen zuwider läuft.

Ich denke das hat damit zu tun, dass die meisten Menschen die meisten Medien durchaus als journalistisch eigenständig betrachten - und sie auch so wollen. Selbst öffentlich-rechtliches Radio, selbst ihr Ö3, ihr FM4 oder ihr Ö1.

Praktisch alle Menschen jedoch sehen genau ein Medium, nämlich das Fernsehen, genauer "das ORF-Fernsehen" nicht so, sondern als großes Lobby-Instrument, und zwar als eines, das gefälligst sofort auf das Individuum zugeschnittete Inhalte zu präsentieren habe.
Das ist so kindisch, das es schon wieder was hat - da darf man über die Abstimmung per Fernbedienung gar nicht lachen.

Die Medien, die schnell und beweglich sind - derzeit vor allem das Web und das Radio - denen traut der Konsument im wesentlichen.
Dort funktioniert das inhaltliche Outsourcing, da verläßt man sich. Da ist das Mitredenwollen vergleichsweise unterentwickelt.

Just das unbeweglichste aller Medien,

das, das unglaublichen technischen Aufwand und viele Vorläufe braucht, das Fernsehen jedoch, soll auf Zuruf, auf Fingerschnippen dem individuellen Programmplaner (bei einer 50er-Gruppe sind das 50 grundverschiedene Richtungen, das nur zur Diversität dieser Einstellung) funktionieren.
Just das Medium, das zwar in der Spitze die wirklichen Massen befriedigt, in der Breite aber deutlich hinter den anderen Medien zurückbleibt.

Jeder Hinweis auf die Absurdität dieser Haltung prallt ab wie an einem Teflon-Cape. Das Fernsehen, nein, das ORF-Fernsehen, ist die Lobby-Anstalt der persönlichen Bedürfnisse - also eine Bedürfnis-Anstalt.

Im Rahmen der heutigen Debatte kam einmal das Argument, es wäre doch nicht gut zuviel über die aktuellen Doping-Geschichten zu berichten. Die Bösen bekämen da zuviel Zeit gewidmet und man würde den entsprechenden Sportarten (zb Rad) den Zulauf der (abgeschreckten) Jungen verwehren.

Der Planer-Furor der unabsichtlich Beißenthemmten sprach sich also für eine Zensur durch quasi höheres Interesse aus: die dem ORF-TV zugeschriebene Lobby-Verantwortung wäre wichtiger als die journalistische Pflicht.
Eine Pflicht, die den anderen Medien unbenommen ist.

Sport = Politik

Wer jetzt lacht, und sich an einer Zufallsschnittmenge der Bevölkerung, die immer für allerlei Albernheiten abputzen möchte, der sei darauf hingewiesen, dass sich all das exakt auch über die machtpolitischen Zuschreiber und Einflußnehmer sagen läßt.
Das was der (in Obrigkeits-Hörigkeit und Lobbyismus) eifrig geschulte Österreicher da im sehr breiten und populären Sportbereich anstrebt ist genau dasselbe, was die derzeit an einem neuen ORF-Gesetz herumbastelnden Regierungs-Politiker machen: auch ihnen ist die Lobby-Rolle der ORF-TV-Berichterstattung (in dem Fall die der politischen Information) wichtiger als die journalistische Pflicht.

Wie das mit der Kontrolle der Zeitungen geht, erzählt heute Ex-Standard-CR Gerfried Sperl in einer wirklich erschütternd bitteren Kolumne.

Die von anderen Medien (wohl wieder dem Radio, dem von ihnen unterschätzten, weil ihnen noch unbekanntem Netz, und auch den eh auch schon großteils kontrollierten Zeitungen) ruhig erfüllt werden darf.

Nur fürs Fernsehen, nein fürs ORF-Fernsehen gelten andere Regeln. Die der Enthemmung.
Das ist in der Vorstellung vom großen Politiker ebenso wie in der des kleinen Mannes ein Selbstbedienungsladen, in dem jederzeit gefuhrwertk werden kann. Dieser Denk-Tradition entsprechend kann das ORF-Fernsehen gar nicht zur Ruhe kommen, ist sowas wie die Erfüllung eines Auftrags gar nicht möglich. Dazu müßten sich die hysterischen Breiverderber-Köche nämlich ebenso nobel zurückziehen wie aus den anderen Medien.
Und diesem Instinkt, diesem Verlust von Hemmung nicht nachgeben.
Sonst droht ihnen ein ewiges Uli Hoeneß-Schicksal der Unzufriedenheit, ein ewiges Hinterherlaufen hinter den eigentlichen Ansprüchen.

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  • cabdelho | vor 1019 Tagen, 1 Stunde, 12 Minuten

    grausig

    nur mit blumenaus emotionalem zustand zu erklaeren: da hat er [1] recht.

    [1] http://www.henso.com/log/2009.04.30/1385/

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    • blumenau | vor 958 Tagen, 7 Stunden, 31 Minuten

      gib zu, du neidest mir das ä, das ö und das ü und das ß...

  • gerberkurt | vor 1019 Tagen, 17 Stunden, 22 Minuten

    man soll doch über jeden froh sein der eine meinung...

    ...zum orf hat

    man sollte sich vor dem tag fürchten, an dem es keinen mehr interessiert.

    und außerdem ist der orf ein spielball der politik, und deshalb ist das interesse für ihn, bis hin zur programmgestalltung, fast schon eine staatsbürgerliche pflicht.

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  • mischnimpossible | vor 1020 Tagen, 13 Stunden, 26 Minuten

    Möchte da mal den größenmäßig vergleichbaren Bayrischen Rundfunk ins Spiel bringen.
    Deren (angeblicher) Auftrag lautet ja auch nicht, amerikanischer Serien zu zeigen, und kein Mensch regt sich darüber auf.
    Angenehmes Programm, dem man den öffentlichen Auftrag jederzeit abnimmt, keine Diskussion wegen Schulden.
    Ja, ich weiß, die zeigen keine Formel 1, na und?

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    • toteraltermann | vor 1020 Tagen, 10 Stunden, 15 Minuten

      Der BR kann sich das aber auch deshalb leisten, weil ihm die Unterhaltung von ARD und ZDF abgenommen wird. Dann teilen sich die deutschen Drittprogramme auch noch einige Sendungen und haben jeweils noch eine regionaljournalistische Aufgabe. Internationales läuft fast gänzlich über die ARD.
      Größen mäßig vergleichbar, ja, strukturell nicht. Gerade die Diversität der vielen Länderanstalten macht es den Regionalsendern möglich, sich auf eins zu beschränken.
      Der ORF muss aber als Sendeanstalt für ganz Österreich ein viel breiteres Spektrum anbieten.

    • mischnimpossible | vor 1020 Tagen, 9 Stunden, 47 Minuten

      Warum für ganz Ö ein viel breiteres Spektrum?
      Weder flächen-, ncoh einwohnermäßig ist zw. Ö und Bayern ein großer Unterschied.
      Nur leisten wir uns halt auch noch 9 ORF-Regionalsendeanstalten in unserem Miniland. Kost ja fast nix.

    • toteraltermann | vor 1020 Tagen, 9 Stunden, 32 Minuten

      Weil das deutsche System das Ergebnis einer anderen politischen Struktur, nämlich eines noch stärkeren Föderalismus ist.
      Und hinzu kommt, dass sich ein Fernsehsender für 80mio nunmal mehr rentiert als einer für 8mio. Du hast ja im Grunde kaum Mehrkosten, wenn du nur die Reichweite erhöhst, umgekehrt gibt's aber weit mehr Gebührenzahler.

    • toteraltermann | vor 1020 Tagen, 9 Stunden, 25 Minuten

      Und wenn du's dir aussuchen könntest - würdest du dann für Österreich nur das Programm vom BR nehmen - oder doch lieber das vom ORF?
      Ich persönlich mag es, Filme und Serien ohne 7 Werbeunterbrechungen zu sehen.

    • mischnimpossible | vor 1020 Tagen, 8 Stunden, 57 Minuten

      Ich kann's mir ja eh aussuchen. Häufiger läuft bei mir sicher BR. Liegt aber vielleicht an der geographischen und persönlichen Nähe.
      Aber wenn der ORF alles bringen kann, was gewünscht wird (Filme und Serien ohne Werbeunterbrechungen, Sport), ist ja alles paletti.

  • yaketiyak | vor 1020 Tagen, 19 Stunden, 5 Minuten

    Wir erleben hier einen Kommentator, der sich zerspragelt beim Versuch, einen Zusammenhang und Zusammenhalt herzustellen bei einem Medien-Objekt (ORF), das es gerade zerreisst. Ob der Unmöglichkeit, alles sein zu wollen (Old/New School, privat/öffentlich-rechtlich, anspruchsvoll/breitenwirksam etc. usw.) und es allen recht machen zu wollen. Eh amüsant, redlich, verdienstvoll. Wird aber auf Dauer auch nicht helfen.

    Auf dieses Posting antworten
  • yaketiyak | vor 1020 Tagen, 19 Stunden, 5 Minuten

    Wir erleben hier Kommentator, der sich zerspragelt beim Versuch, einen Zusammenhang und Zusammenhalt herzustellen bei einem Medien-Objekt (ORF), das es gerade zerreisst. Ob der Unmöglichkeit, alles sein zu wollen (Old/New School, privat/öffentlich-rechtlich, anspruchsvoll/breitenwirksam etc. usw.) und es allen recht machen zu wollen. Eh amüsant, redlich, verdienstvoll. Wird aber auf Dauer auch nicht helfen.

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  • tjure | vor 1020 Tagen, 21 Stunden, 27 Minuten

    Die verlorengegangene Beißhemmung rastet bei dem Blick auf die Domain dieser Seite sogleich wieder ein. Schade schade.

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  • dylan72 | vor 1020 Tagen, 23 Stunden, 17 Minuten

    sicher ärgere ich mich auch über den orf...

    ... aber ich schau ihn doch noch am meisten- ausser vielleicht noch gotv. denn die privaten sind ja auch meistens zum vergessen. abgesehen von den werbungen werden filme oft gekürzt. der orf hat ein tolles archiv- warum kramt man da nicht wieder mal ein paar kultserien heraus? und nicht immer nur die mundl- silvester und weihnachtsfolge... der orf versucht schon seit jahren ein mittelding zu sein zw. öffentl. rechtlich und privat- bezogen auf das programm. das machen der ard und der zdf besser. wo bleibt die musik im orf ( egal ob klassik, rock, pop, jazz,...)? keine musikfilme (ausser die österr. schmachtfilme der 50er-60er-... welche ich aber ganz nett finde), ewig hat man schon keine monty phytons, keinen woody allen o.ä.gesehen...

    Auf dieses Posting antworten
    • oxymoron | vor 1019 Tagen, 21 Stunden, 9 Minuten

      das hat wohl überwiegend mit der werbung zu tun. wenn der orf keine aktuellen serien anbietet, werden die halt auf privatsendern angesehen, und schlechtere quoten sind schlechtere werbeeinnahmen. eine finanzierung, die weniger bis gar nicht auf werbeeinahmen basiert, wäre da sehr dienlich. dann könnte das programm eine echte alternative zum privatfernsehen darstellen, ein gutes (und günstigeres programm) aus "juwelen" aus dem archiv zusammenstellen, und sich nicht nur an jenen konsumenten ausrichten, die den orf nur wegen seltenerer werbeunterbrechungen dem privatfernsehen vorziehen.

  • höherewarte | vor 1021 Tagen, 3 Stunden, 15 Minuten

    Symptomatisch schön zu beobachten...

    ...wie die ORF-Redakteure aller Orten sich immer geschlossener in der Abwehrhaltung einigeln. Von internem Protest (ich will da dem Autor nicht per se absprechen, dass er seine ehrliche Meinung abgibt und seit FM4-Gründung, dem letzten "revolutionären" Ereignis, voll auf Anstaltslinie ist) ist wenig zu hören. Von offener (!)Reaktion auf durchaus diverse Kundenwünsche auch nicht. Dabei sollte gerade ein öffentlich-rechtlicher Sender den Diskurs mit seiner zahlenden Kundschaft suchen und pflegen. Oder sich in der Programmgestaltung einmal etwas trauen, über das man sich noch gepflegt aufregen kann...da war ja "Monte Video" spannender als jeder aktuelle Club 2. Aber nein. Die Einigler verkünden sinngemäß: "Ihr habt's ja keine Ahnung, Fernsehen ist halt so und wieso ist es so? Weil es eure Fernsehgewohnheiten demokratisch zu dem gemacht haben, was es ist. Und überhaupt, nicht einmal die Befriedigung dieser Gewohnheiten (siehe Sport) können wir uns noch leisten. Also seid's doch bitte ruhig und nehmt's es so, wie es ist! Solidarität mit dem ORF!"

    Mich persönlich interessiert ein ORF nicht, der sich nicht um die Diversität der Kundenwünsche kümmert, sondern mit zweifelhaften Mitteln versucht, sich am Werbemerkt durchzuwurschteln. Beim 57. uninteressanten Schirennen der Saison sich zehn Mal...

    Auf dieses Posting antworten
    • höherewarte | vor 1021 Tagen, 3 Stunden, 13 Minuten

      ..."Iss was Gscheits!" anhören? Wohl kaum. Das peinliche und nervtötende Klammern an die wenigen Cash Cow-Strohalme wird den Niedergang des ORF noch weiter beschleunigen. FM4 hat da in den letzten jahren durchaus eine analoge Entwicklung durchgemacht, was das Tagesprogramm betrifft.

      Meine Empfehlung: Notoperation zum billigeren Qualitätssender. Das Archiv ist nicht nur voll mit länsgt bezahlten Baywatch-Folgen...da sollen auch haufenweise Autorenfilme und Opern herumliegen.

    • blumenau | vor 1020 Tagen, 22 Stunden, 52 Minuten

      ah, ein betroffener. einer, der bei der angesprochenen veranstaltung exakt einmal den mund aufgekriegt hat. einer, der den diskurs also genau gar nicht angenommen hat.
      ja, als laie hat man keine ahnung vom fernsehmachen, und ja, die annahme, dass fernsehschauen allein einen experten macht. ist ein irrtum. bei einem tramway-fahrer würde sich das niemand anmaßen.
      aber hier - absurde anmaßungen ohne ende; ohne jegliche ahnung über die gesetzlichen grundlagen (auch hier im posting wieder) ohne ahnung von professioneller machbarkeit, ohne ahnung von medienrealitäten auf der basis privater geschmäcklerei, die dann auch noch als "kundenwunsch" deklariert wird. fernsehmachen ist (wie jedes medienmachen) kein basisdemokratischer prozeß, sondern eine professionelle dienstleistung, ebenso wie der tramway-transport.

      deine empfehlung bezieht sich - wie alles - wieder ausschließlich aufs tv. gesamtzusammenhänge? - wozu!
      belegt den text leider eindrücklich.

    • höherewarte | vor 1020 Tagen, 22 Stunden, 7 Minuten

      Den Mund bei der angesprochenen Veranstaltung habe ich leider kein einziges Mal aufgebracht, mangels Anwesenheit und Kenntnis...

      Betroffen? Das ja, durchaus. Als Kunde, der Wünsche hat. Geschmäcklerei ist es übrigens auch, wenn ich andere Fernsehprogramme schätze oder eben nicht. Wenn mir die "Zeit" gefällt, aber die FAZ nicht - man kann diese Reihe beliebig fortführen, mit immer demselben Schluss: Ich bin Medienkonsument, der sich in seinem Kaufverhalten von persönlichem Gusto und Interesse leiten lässt, Schande über mich.

      Nur ein einziges Medienpaket, jenes des ORF (um andere Medien legal konsumieren zu dürfen), bin ich gezwungen zu bezahlen, ob ich es nun gebrauchen will oder nicht. Jener ORF pocht auf seine professionellen Dienstleistungen, jammert aber (seine Sonderstellung als gebührenfinanziertes Staatsvehikel in schizophrener Manier gegenüber Politik und Konsumenten wechselweise instrumentierend) über das allgemeine Unverständnis, das ihm von allen Seiten entgegengebracht wird. Die Politik versteht nix von der Arbeit des von Gängelgesetzen gequälten ORF, die dummen Kunden mit ihren Pseudowünschen schon gar nicht - wenn man dann auch noch senden müsste, was die einen und die anderen von einem wollen, dann wär's ja bald ganz vorbei am Küniglberg, nicht wahr? So kann man doch kein Fernsehen...

    • höherewarte | vor 1020 Tagen, 22 Stunden, 6 Minuten

      ...(aus aktuellem Anlass: Welcher Sachverständige lässt sich so etwas wie den Serien/Fußball-Mursk von heute abend einfallen? Der Kommentator vielleicht, der so große Schwierigkeiten hat, den Namen der Stadt auszusprechen, in der er gerade sitzt? Niemand der "Ahnungslosen", die ich bisher darüber schimpfen gehört habe, kann sich einen Reim drauf machen...die Experten werden es schon wissen.)

      Mir ist diese Elfenbein(sende)turm-Einstellung zuwider. Punktum. Mir ist bewusst, dass die Tätigkeit beim ORF keine leichte ist, aber wenn ich mir die erwähnte Einigelei und Ignoranz der letzten Monate ansehe, fehlen mir die Anzeichen für die Bereitschaft, sich mit der Kundschaft auf einer Basis der Zufriedenheit zu treffen.

  • perrymason | vor 1021 Tagen, 4 Stunden, 4 Minuten

    Ich plädiere ja dafür, dass ORF 2 zum unproblematischen und unpolitischen 24 Stunden-Kochsender wird. Aber mit diesem Wunsch stehe ich wahrscheinlich alleine da.

    Auf dieses Posting antworten
    • perrymason | vor 1021 Tagen, 4 Stunden,

      siehe:

      http://www.bongusto.de/tv_gusto/014.xml

  • zikmund | vor 1021 Tagen, 6 Stunden, 53 Minuten

    Ja, dieses "gesunde Volksempfinden aus dem Bauch" ist in der Tat unerträglich.
    Und abgesehen von der Thematik gibts leider noch einige Felder wo viele glauben bar jeder Vorinformation oder irgendeinem fachlichen Einblick mit dem grauslichen Hausverstand Meinung machen zu müssen.
    Tw unterstützt von ihrer HausundHof Zeitung.
    Bei heiklen Geschichten wie etwa Strafvollzug ("lebenslang muss lebenslang bleiben") oder Suchtarbeit(möglichst ungeeignete Medikationen und Therapien, damit der Strafcharakter erhalten bleibt und ebenjene befriedet sind) wirds besonders gefährlich.

    Auf dieses Posting antworten
    • qubert | vor 1021 Tagen, 6 Stunden, 42 Minuten

      Ja ja,

      Billa sagt der Hausverstand. Leider oft nicht viel mehr...

    • fleurquin | vor 1021 Tagen, 2 Stunden, 56 Minuten

      immer auf den armen hausverstand

    • einbeinigegöttin | vor 1020 Tagen, 5 Stunden, 9 Minuten

      Wer für eine Dienstleistung zahlt darf sich auch aufregen wenn er mit der Dienstleistung nicht zufrieden ist. So ist das am freien Markt.

    • einbeinigegöttin | vor 1020 Tagen, 5 Stunden, 6 Minuten

      Ps: mündige Bürger und Mitsprache scheint gerade beim ORF ja ein bisschen ein wunder Punkt zu sein, was prinzipiell eh wurscht ist (jede Firma kann das halten wie sie will) wenn - ja wenn nicht diese unguten Zwangsgebühren wären... Kassieren ja, sich der Kritik stellen nein. Auch eine interessante Zugangsweise...