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Martin Blumenau

Martin Blumenau

Geschichten aus dem wirklichen Leben.

8. 5. 2009 - 22:13

Journal '09: 8.5.

Generation unkritisch. Generation hilflos?

Kürzlich geschah folgendes in einem U-Bahn-Lift:
ein Vater mit Kinderwagen und schon recht großem, sprachfähigem Sohn steigen ein.
Sohn hat eine Mütze auf.
Vater: "Geh, Sebastian, magst das Kapperl nicht runtertun?"
Sohn: blickt Vater mehr als fragend an, weil er ja kein Kapperl aufhat, sondern ein Mützerl.
Vater: "Sebastian, magst das Kapperl nicht runtertun?"
Sohn: schaut verwirrt, entdeckt dann etwas und sagt "Auto!".
Vater: "Nein, Sebastian, das ist kein Auto, das ist eine U-Bahn. Magst nicht das Kapperl runtertun?"
Kind. "Auto!"
Die beiden steigen aus.

Der eine hält den anderen für einen Trottel, weil er ein Kapperl nicht von einer Mütze unterscheiden kann. Der andere den einen, weil dem wurscht ist welche Art Fortbewegungsmittel er da benennt.
Die beiden reden miteinander in etwa so wie die alten mit den jungen Journalisten.

Heute nachmittag (man will ja niemandem den Abend anpatzen...) fand eine durchaus bemerkensmerke Podiums-Diskussion statt.
Bemerkenswert, weil es eine Basis-Initiative ist.
Unter dem Titel „Generation unkritisch- Jungjournalisten ohne Mut und Prinzipien?“ wollte die Studenten-Vertretung des Studienganges Journalismus der Fachhochschule Wien ein Ausrufezeichen setzen. „Wir wollen, dass die Diskussion rund um die Kritiklosigkeit junger Journalisten nicht an uns vorbei, sondern mit uns geführt wird“, sagt der Studiengangssprecher.

Auslöser waren diverse kritische anmerkungen, vor allem ein Gespräch, das Alfred Dorder in einem Kulturmontag (im Jänner) mit Anneliese Rohrer führte. Rohrer, Ex-Presse und -Kurier/Datum-Kommentatorin, hat da deutliche Worte gefunden, und die jungen Auszubildenden als unkritisch und unwiderständisch bezeichnet. Rohrer ist auch eine der zentralen Dozentinnen dieses FH-Studiengangs. Was die ganze Sache zu einer rein internen Geschichte machen würde.

Wenn da nicht auch außerhalb der FH anstrengende Leute wie ich oder Datum-Herausgeber Klaus Stimeder wären, denen nach jahrelanger Verteidigung die zunehmende Teilnahmslosigkeit der Jungen auffällt, dann wäre die Diskussion vielleicht gar nicht passiert. So aber erkannten auch die in einen verschulten prozeß hineingeworfenen Studenten, dass es sich um mehr als nur ein internes Sandkasten-Problem handelt.

Um da alle kurz ins Boot zu holen:

1)

Unkritische Jungjournalisten ohne Mut und Pinzipien - woher sollen sie's auch nehmen?
Die Prinzipien, die lebt ihnen keiner vor- kaum jemand im Mainstream-Journalismus zeigt was; die Armin Wolfs sind an einer Hand abzuzählen.
Es wird auch nicht gelehrt. Die FH-Ausbildung zielt drauf ab, braved Copy-Paste-Zeilenfüller für Printmedien auszubilden, mehr ist nicht.
Mut kriegt man nicht in der Ausbildung, sondern im Leben, im Elterhaus, Schule, Peer-Group. Und im untertanengeist-getränkten Österreich sieht es da überall durchgehend schlecht aus.

2)

Wenn sie's zufällig haben, durch die Gnade dieser Herzensbildung, die Courage und die Prinzipien - wie tough muß man sein um nicht aufzugeben, in einer von machtpolitisch zerfressenen Medienlandschaft, in der sowas eher hinderlich ist?
Sehr.
Es geht in dieser Diskussion sowieso nur um eine qualifizierte Minderheit der Goscherten. Die große Mehrheit der Journalisten, auch der Jungen und der in Ausbildung repräsentiert die große Mehrheit der Österreicher, sind ebenso desinteressiert und unkritisch.

3)

Warum wars früher besser?
War's nicht, es war leichter den Feind zu orten, weil das System verknöcherter war. Jede Nischeneroberung war ein klar sichtbarer Sieg,
Durch die Diversifizierung der Interessen und der Medien ist diese Sichtbarkeit geringer geworden.

Zudem versitzen heute überall Versteher (die Babyboomer) die Plätze. Die sind (nach eigenem Dafürhalten) "eh selber noch jung", kennen die Tricks der Jugendkulturen und erwarten vom Nachwuchs clever gekontert zu werden.

Und werden da brachial enttäuscht; weil der Nachwuchs sich diesbezüglich (Einsatz auf dem Terrain der Versitzer) verweigert.

4)

Die Jungen tun viel zuwenig um aufzufallen.
Keiner setzt sich in Szene, obwohl alle wissen, dass es genau sowas brauchen würde um sich durchzusetzen.
Man verzichtet darauf seine ureigenen Kenntnisse im Bereich der digitalen Medien einzusetzen, und läßt sich weiter zum künftigen Zweispalter-Schreiber in der Tageszeitung ausbilden, 40 Wochenstunden lang.

Die von österreichischen Jungjournalisten geführten Blogs sind in ihrer Mehrzahl eine Parodie, formal öd, inhaltlich leer, Nacherzählungen und kindliches Nachplappern statt Zusammenführung verschiedener Gedanken oder gar der Entwicklung von Spezialistentum oder Investigatives.
Sie fabrizieren keinerlei Medien-Aktionismus, obwohl sich das jeden Tag anbieten würde.

Es gibt auf der FH nicht einmal sowas wie ein Heftchen oder eine Plattform, in der die Studis sich selber die Möglichkeit schaffen, Gehör zu finden, einander quasi gegenseitig Feedback und Anerkennung geben können. Jede Schule hat eine Schülerzeitung oder eine site - ein Medienausbilder, dessen Ausbildende kein Medium produzieren, ist nichts als ein schlechter Witz.

Keine Eigeninitiativen, keine billig produzierten Blättchen, Seiten, Youtube-Videos, Podcasts zu Themen, die unterrepräsentiert sind und unter den Nägeln brennen.´
Nichts.

Weil gar nichts brennt.

Warum?

A)

Falsche Ausbildungsstandards, sowohl auf der Uni, als auch bei der FH. Man konzentriert sich immer noch auf Print. Das ist so als würde man im Zeitalter der Dampfmaschinen Pony-Reiter ausbilden und die Technik sowie das Handling der Zukunfts-Technologie zu vernachlässigen, weil das ein paar Altnasen zu sehr stinkt. Da überholt man sich selber auf dem weg in die Vergangenheit

B)

Verschulte Studien normieren Neugierige zu Faden. Wer das Ziel des "Fertigwerdens" über das "Experimentieren" stellt, hat schon verloren; erst das macht uns zum Menschen.
Alles andere garantiert nur die Ausbildung von Mitläufern.

C)

Ein seltsames Sicherheitsdenken hat Einzug gehalten. Es geht den Auszubildenden jetzt schon drum ihr Leben zu planen, Anstellungen anzustreben und sich in 40 Arbeitsstunden einzumauern (über die für viele nichts hinausgehen darf). Das (samt politischer Rückendeckung) reicht um ein Mückerl zu werden, um ein guter Journalist, ein guter Reporter, ein guter Beobachter, ein guter Schreiber, Redner, Akteur zu werden, reicht das nicht. Den Begriff "kritisch" erwähn ich in diesem Zusammenhang gar nicht.

Lustigerweise würde diese Sicherheits-Einstellung der heutigen Generation perfekt in die heile Welt der versteinerten Medien-Strukturen, wie ich sie in den 70ern und 80ern noch erlebt habe passen. Die Nomenklatura der Presse zb (der damals auch die hart auf Linie getrimmte Frau Rohrer, die ihre heute angestimmte Saite erst nach ihrer Entmachtung durch die die Wende-Regierung unterstützende konservative Medien-Macht, spielt) wäre begeistert.
Leider hatte sie es damals mit einer No Future-Postpunk-Generation zu tun, die keine Angst vor der Zukunft hatte, und keine Sicherheits-Konzepte für die Pension brauchte.

Hier läuft also eine gesellschaftliche Entwicklung diametral zu den Notwendigkeiten eines Berufsstands. Denn gerade in einer Zeit zunehmenden Outsourcing des eigenständigen Denkens an populistische Verschlagzeiler, wäre das, was eine Studentin wunderbar als "zudringlichen Journalismus" bezeichnete, überlebensnotwendig.

Die Diskussion

blieb dann erschreckend nieder im FH-Universum hängen, auch weil sich Rohrer und Absolvent Stefan Apfl (ein hervorragender Anstrengender, ein Dauer-Nachfrager und Quäler, ein echter kritischer Journalist eben) in einem Kleinkrieg verloren. Außerdem blieben die Wortmeldungen der Betroffenen, der Einberufer dieser Debatte mehr oder weniger aus, es meldeten sich dann eher Gäste oder Ältere. Bei den wenigen Anmerkungen dominierte die Grundfrage "Was sollen wir denn machen?".

Unbeantwortbar. Oder vielleicht so: wer keine eigenständige Idee hat, konnte früher Parteijournalist werden oder sich jetzt als PR/Lohnschreiber am Boulevard verdingen, und vielleicht eine politische Karriere erreichen.
Ein echter Journalist kann er keiner werden.

Die höfliche Generation verabschiedete das Podium mit Bonbons (sehr gut, danke!). Auf der Website dieser Veranstaltung sagt die Zahl neben "Kommentare" weiterhin: 0. Besser könnte man das eigene Driften zwischen Weltfremdheit und Wurschtigkeit nicht bestätigen.

Vielleicht sollte man aus dem "Unkritisch" ein "Hilflos" machen.

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  • koolaid | vor 272 Tagen, 2 Stunden, 28 Minuten

    http://maximilianbauer.viennablog.at/2009/05/12/wir-sind-ueberall

    Auf dieses Posting antworten
  • freispiel | vor 272 Tagen, 19 Stunden, 25 Minuten

    Vorbildlich, Herr Blumenau...

    Ich war selber auch bei der Diskussion, hätte mir insgesamt auch mehr handfeste Ergebnisse erwartet.
    Aber was mich wirklich schockiert hat, ist allein schon einmal die Annahme, dass nur unsere Generation junger Studenten keinen Mut haben und nur Copy&Paste-Journalismus praktizieren, weil ihnen der Mut zur Kritik fehlt. Wer glaubt, dass das nur bei den Jungen der Fall ist, der irrt. Ich habe im Zuge eines Praktikums leider feststellen müssen, dass dies auch bei vielen älteren Journalisten - ja, sogar Chefredakteuren - des öfteren der Fall ist. Ob man Mut zum Hinterfragen, zum Nachdenken und zum Kritisieren hat, ist meiner Meinung nach keine Frage des Alters, sondern eine Frage der Persönlichkeit. Und diejenigen, die wirklich für den Beruf brennen, die keine Angst davor haben, sich abzuheben und nicht nur mit dem Strom mitzulaufen, die werden es auch schaffen – da bin ich sicher. So düster, wie Sie es darstellen, lieber Herr Blumenau, ist die Situation auch wieder nicht. Aus Ihnen spricht nur eine Vielzahl an überholten Vorurteilen - mehr nicht.
    Was mich in der Diskussion schon furchtbar aufgeregt hat, (worauf ich auch gerne noch eingegangen wäre, wenn die Diskussion da nicht...

    Auf dieses Posting antworten
    • freispiel | vor 272 Tagen, 19 Stunden, 25 Minuten

      Was mich in der Diskussion schon furchtbar aufgeregt hat, (worauf ich auch gerne noch eingegangen wäre, wenn die Diskussion da nicht schon beendet worden wäre…): dass Sie so auf den Printjournalismus losgegangen sind. Klar, Sie kommen aus einer anderen Ecke – aber das heißt noch lange nicht, dass Print automatisch schlecht, veraltert und „brav“ ist, wie Sie es bezeichnet haben. Und die Aussage, dass es in 10 –15 Jahren keine Zeitungen mehr geben wird, ist einfach nur mehr lächerlich. Das hat es vor zehn Jahren schon geheißen, und hat es sich bewahrheitet? Nein.
      Erst vor zwei Wochen wurde dieses Thema am diesjährigen European Newspaper Congress diskutiert, mit dem Fazit, dass Zeitungen nicht aussterben werden. Das heißt aber nicht, dass sie gleich bleiben werden. Ganz im Gegenteil: Sie werden sich verändern müssen, um überleben zu können. Einen Mehrwert bieten – z.B. in Form von Hintergrundberichten, die andere Medien wie z.B. Internet nicht liefern können. Und schon jetzt gibt es europaweit einige positive Beispiele von Medien, die es geschafft haben, Print- und Onlineausgabe sinnvoll zu ergänzen und dem Leser beides schmackhaft zu präsentieren. Dies alles nur als kleine Anmerkung, um Sie auf...

    • freispiel | vor 272 Tagen, 19 Stunden, 24 Minuten

      Dies alles nur als kleine Anmerkung, um Sie auf den neuesten Stand der Print-Medienrealität zu bringen…
      Recherchieren scheint Ihnen offenbar sowieso nicht so am Herzen zu liegen. Denn das es an der FH genügend Ausbildungsmedien gibt, ist schon lange kein Geheimnis mehr…und nicht nur an der FH Wien…ich selber studiere an der FH St. Pölten, und auch da gibt es ein Studentenmagazin, einen Radiosender, eine TV-Sendung und jede Menge praxisbezogener Projekte, u.a. auch in Kooperation mit diversen Medienunternehmen. Außerdem ist an FHs ein verpflichtendes Praktikum zu absolvieren – und spätestens da lernt man die Medienrealität hautnah kennen.
      Dass wir Jungjournalisten nix tun, nicht auffallen und ja keine Ahnung haben, wie’s da draußen in der Medienwelt ausschaut, lasse ich mit deshalb nicht von Ihnen unterstellen! Unsere Hausaufgaben, wie z.B. Recherche, erledigen wir sehr wohl! Nur: wenn Sie es schon so vehement von uns Jungen fordern, dann machen Sie es doch wenigstens selbst auch! Sonst ist es nur unnötig peinlich, würd ich sagen…

  • mataharikrishna | vor 276 Tagen, 4 Stunden, 21 Minuten

    eine veranstaltung über kritischen journalismus

    bei der die "famose aufdeckerin" Isabella Richtar vom österreichischen CNN Ableger puls4 auf dem podium sitzt.... da braucht es keinen Ö-Walraff mehr, garantiert.

    Auf dieses Posting antworten
  • cycus | vor 276 Tagen, 5 Stunden, 9 Minuten

    Ein weiterer Beitrag

    zur Diskussion ist auf dem KOMMPress-Blog von Kollegen des Studiengangs Kommunikationsiwrtschaft zu finden:
    http://kommunity.twoday.net/

    Auf dieses Posting antworten
  • fitsh | vor 276 Tagen, 6 Stunden, 3 Minuten

    Eine Farce

    Die Podiumsdiskussion gestern hat gezeigt, wie man es eigentlich nicht machen sollte.

    Als Publizistikstudent der Hauptuni Wien bin ich nur aufgrund einer Mitteilung meiner Fachtutorin auf die gebotene Diskussion an der FHW gestoßen.

    Im Publikum konnte man eine überwiegende FH-Studentenmehrheit ausmachen. Dass hierbei keine respräsentative Verteilung an interessierte JungjournalistInnen stattgefunden hat, klärt sich somit von selbst. Wenn man wahrscheinlich dem Organisator Maximilian Bauer mitgeilte hätte, dass es auch Interessierte in anderen Studienrichtungen gegeben hätte (Germanistik beispielsweise), wäre sein Horizont gesprengt worden. Bei dieser einen bösartigen Unterstellung möchte ich es aber eigentlich schon belassen.

    Die Intention der Podiumsdiskussion war eigentlich auch nicht wirklich geklärt. Wie Herr Blumenau seinen Eindruck vermittelte, es handle sich um eine FH-intere unterrichtserweiternde Veranstaltung, war die ganze Misere eigentlich schon aufgedeckt.
    Alfred Noll brachte es dann auch inhaltlich auf den Punkt. Man müsse den Begriff "kritisch" definieren, kritisch sei nämlich noch lange nicht mit gut gleichzusetzen.

    Persönlich hat mich das ganze an die immerwährende und wiederkehrende Diskussion, der hier Rohrer zum Ausbruch verhelfen wollte, zwischen Alt und Jung, an der sich schon der griechische Schrifsteller Hesiod alle Fingernägerl abgebissen hat.

    Herr Blumenau forderte vom Publikum mehr Eigenintiative va im Bereich des Bloggens zu...

    Auf dieses Posting antworten
    • fitsh | vor 276 Tagen, 6 Stunden, 1 Minute

      Eine Farce (2)

      ... zeigen.
      Hier ist mein Beitrag dazu Herr Blumenau und don't worry: Es gibt genug Studenten, die sich täglich "engagieren", I'll promise.

    • chachoo | vor 276 Tagen, 2 Stunden, 5 Minuten

      dass bei einer diskussion zu diesem thema auch und gerade journalismus studenteninnen kommen, sollte dich nicht überraschen...außer du bist naiv und/oder präpotent, weil du glaubst, dass nur du und uni-leute den horizont haben, um einer diskussion zu folgen.
      du hattest ja die möglichkeit gehabt, über eine frage die diskussion auf eine andere ebene zu heben, oder nicht? im nachhinein nur darüber zu suddern ist kein versprechen - wie du oben "bloggst" -, das ist ur-österreichisch.

    • chachoo | vor 276 Tagen, 1 Stunde, 57 Minuten

      wer hat mehr germanistinnen, publizistinnen oder numismatikerinnen am teilnehmen gehindert?

    • fitsh | vor 264 Tagen, 20 Stunden, 47 Minuten

      Meine präpotenten Vorurteilen mit weiteren Verallgemeinerungen zu verurteilen dahinter steckt wahrlich eine Ironie, die nicht jeder zu erkennen vermag.

  • fightclub | vor 276 Tagen, 6 Stunden, 26 Minuten

    da steckt sehr viel warhhheit drin. leider.

    Auf dieses Posting antworten
  • os84 | vor 276 Tagen, 9 Stunden, 2 Minuten

    wer kann unserer generation den einen vorwurf machen? was waren/sind den die großen themen UNSERER zeit die uns wirklich zwingen, nicht aus moralischen verständnis sondern blanker notwendigkeit, zu reagieren? alles "revolutionäre" wird doch nur von der vorgängergeneration kopiert?

    Auf dieses Posting antworten
    • toteraltermann | vor 276 Tagen, 6 Stunden, 20 Minuten

      Neue Ethik. Globalisierung. Selbstverwirklichung vs. Ökonomie. Wahrung persönlicher Freiheit. Integration. Auseinanderdriften der Gesellschaft. Zukunft der Medien. Wege jenseits der Bipolarität. Das neue Verständnis von globalen Zusammenhängen. Europa. Klimawandel. Die Abkehr vom Egozentrismus.

      Artikel und Kommentar hören sich für mich zu sehr nach Good Old Times an.

    • fightclub | vor 276 Tagen, 6 Stunden, 19 Minuten

      mach die augen auf. such dir ein thema und dann mach was draus. es gibt da draußen unendlich viel ungerechtigkeiten, täglich kommen neue dazu. jemand der reden kann und seine stimme erheben kann ist da zwingend notwendig. vielleicht nicht für sich selber, vielleicht für jemand anderen. und scheiß auf die revolutionäre pose in denen sich viele so gefallen. veränderung und evolution ist ein langer und steiniger weg.

    • fightclub | vor 276 Tagen, 6 Stunden, 13 Minuten

      und weils mir grade noch so auffällt: nicht bös sein, aber mit dieser "was sind denn die themen, sagts es uns bitte" passivhaltung wird sich leider nie was bewegen. wenn das nämlich so einfach wäre, würd ich jetzt glatt sagen: "geh raus, mach revolution."

    • os84 | vor 276 Tagen, 6 Stunden, 3 Minuten

      all diese themen haben eine gewisse berechtigung und fordern einem einigermaßen reflektiven menschen auch seine notwendigkeit ab. grob gesagt: solangs nur wasser und keine bomben regnet reicht der regenschirm! erst ab diesem moment machts "klick" und man sagt sich:"hey, jetzt kann ich heuer ja doch keinen urlaub mit meiner freundin haben!", dann "hey, jetzt muß ich in nen sozialbau ziehen weil ich die miete nicht zahlen kann", und dann ... dann fängt der mensch, eventuell(!) zu handeln an. denkt nicht nur kritisch sondern HANDELT auch. wie ist den jetzt die stimmung bei der wirtschaftskrise? wie es so schön sinngemäß bei "löwen und lämmern" heißt: "Rom brennt bereits aber wir lavieren noch ums feuer"

    • fightclub | vor 276 Tagen, 5 Stunden, 55 Minuten

      jetzt, gerade in diesem moment regnet es bomben irgendwo auf der welt. zufälligerweise grade nicht in österreich.

    • deathjrjr | vor 276 Tagen, 3 Stunden, 45 Minuten

      trommeln soll da helfen, hab ich gehört.

    • os84 | vor 275 Tagen, 5 Stunden, 54 Minuten

      ohne jetzt unmenschlich zu klingen, aber wen juckt ein krieg in togo-togo? jetzt WIRKLICH, hand aufs herz? ich glaub so wenig, wie einen österreicher der vietnamkrieg damals tangiert hat.

  • derfiedler | vor 276 Tagen, 10 Stunden, 26 Minuten

    ad 1. die ausbildung an der fh will keineswegs copy-paste-journalisten ausbilden und tut das auch nicht. im gegenteil. was die absolventen anschließend aus der ausbildung machen, ist eine frage der persönlichkeit - und vor allem der mölichkeiten. die wolfs werden nicht per inserat gesucht, noch gewollt oder gefördert.
    ad 2. word.
    ad 3. an der verknöchertheit hat sich nichts geändert.
    4. brauchen wir noch mehr lackaffen, die ihren eigenen blog haben (den kein schwein liest), damit das in ihrem lebenslauf steht? die sich ein erkennungsmerkmal einfallen lassen, zurückgeschleimte haare oder eine fliege? die nicht müde werden, ihre angeblichen leistungen nebenbei zu erwähnen? nope. das hat nun wirklich nichts mit journalismus zu tun.
    ad A) auch im internet ist trext die vorherrschende journalistische form, den umgang mit dem technischen rundherum (redaktionssystem oder myspace) kann man da nicht lernen. radio, tv und web sind entgegen deiner annahme ein großer teil der ausbildung.
    ad B) die verschulung der fh rettet die kopfmenschen, die ich dort kennengelernt habe, davor, ihr studium nie abzuschließen und erst zehn jahre später zu ihrer bestimmung zu finden. da ist übrigens auch jede menge platz zum experimentieren.
    Ad C) WTF? du glaubst doch nicht...

    Auf dieses Posting antworten
    • derfiedler | vor 276 Tagen, 10 Stunden, 22 Minuten

      Ad C) WTF? du glaubst doch nicht ernsthaft, dass jährlich 50 neue journalisten eine anstellung bekommen? freie mitarbeit bei thema, standard, datum, kurier, presse, fm4 oder ein volontariat bei der süddeutschen. das ist die realität.
      politische rückendeckung? wir treten an, um dem ein für alle mal ein ende zu setzen - etwas, bei dem du und deine generation versagt hat. in einem der letzten journale hast du von haltung gesprochen. für mich bedeutet das, nicht mit dem ticket einer partei zu fahren. damit stehe ich sehr aufrecht.

      du willst kritische journalisten? die gibt es längst. sie schaffen sich ihren platz, sie halten sich an keine farbregeln, und um ihren kritischen geist musst du dir keine sorgen machen. wenn du die große revolution erwartest, muss ich dich enttäuschen.

    • blumenau | vor 274 Tagen, 4 Stunden, 27 Minuten

      wenn das so ist, ists ja gut.
      aber, komisch, wieso macht eine versammlung von künftigen jorunalisten eigentlich kein medium? wieso gibt es fh-intern, vor mir aus jahrgangsintern kein blättchen, keine platform?
      da würde dann auch dasa ungelesen blog-probelm wegfallen - wenn man sich zusammentut und als ersten schritt einmal gegenseitig liest (oder hört oder sieht) schafft man eine erste öffentlichkeit.
      und nicht einmal das schafft dieser fh-kurs.

    • blumenau | vor 274 Tagen, 4 Stunden, 17 Minuten

      ansonsten: wieder viel gerede von "anstellung", und nur diffuses zur "einstellung". bei fm4, dem datum oder dem falter (um nur drei zu nennen) gibts auch niemanden, der auf einem politischen ticket reist - das ist vor allem den politisch umfehdeten tageszeitungen vorbehalten.

      dass radio etc auch teil der ausbildung ist, ist mir bekannt. mir ist allerdings auch der interessens/wissensstand in diesen bereichen bekannt (und der ist schwach.

      von mir kam keine anmerkungt zum unsinnigen allgemeinplatz "kritisch". ich will also auch keine kritischen journalisten, da hast du was fehlgehört.

      ich will menschen, die ihre hausaufgaben erledigen (die nicht ihre basisrecherche erst im interview machen), die die medienrealität ein bisserl besser als wikipedia kennen und die sich von der grauen wand hinter ihnen abheben, als individuen erkennbar sind.
      wenn du das kritisch nennen willst, nenn es kritisch.

    • derfiedler | vor 274 Tagen, 3 Stunden, 27 Minuten

      wo ist deine recherche?

      fh-medien:

      http://www.studifm.at/
      http://www.vienna.at/punkt
      (beides kenne ich allerdings nicht so gut.)

      durst, die studentenbeilage des falter wurde von fh-studenten entwickelt, und zwar prächtig - http://tinyurl.com/plldlr

      detto das interview -
      http://www.dasinterview.at/

      und auf okto gibt es unter anderem die sendung "kopfsalat", die von fh-studenten gemacht wird.

      und jede menge medien, die angedacht wurden, wo es einen piloten gibt oder eine erste ausgabe, die auch ein, zwei jahre gemacht und dann eingestellt wurden.

      das meiste des aufgezählten machen die studenten für lau, nur um des spasses und der erfahrung willen -teilnahmslosigkeit schaut jedenfalls anders aus.

      und die kenntnisse der medienrealität kommen vom in der medienrealität arbeiten - das geht während der ausbildung nur bedingt (im rahmen von praktika oder den erzählungen der lektoren, von denen ein großteil aus der praxis kommt).

    • chachoo | vor 274 Tagen, 41 Minuten

      wer bin ich ... ???

      wie nennt man einen 50-jährigen berufsjugendilchen, der junge menschen will, "die ihre hausaufgaben erledigen (die nicht ihre basisrecherche erst im interview machen)", sich jedoch seine eigene gschicht nicht durch recherche zsammhaun will?

    • altrosa | vor 273 Tagen, 22 Stunden, 31 Minuten

      "fh-medien"....

      auf okto gäbe es dann auch noch die freistunde und instinkt.

    • derfiedler | vor 273 Tagen, 11 Stunden, 26 Minuten

      die - sehr gute - frei:h (alle folgen auf youtube) habe ich im programm nicht mehr gefunden, instinkt kenne ich nicht.

  • evilspaceman | vor 276 Tagen, 10 Stunden, 26 Minuten

    gut, das ist jetzt weitgehend derselbe sermon, der auch gestern ausschweifend, schulmeisternd und weitgehend unreflektiert vorgetragen wurde.

    aber gut, es war nichts anderes zu erwarten.

    Auf dieses Posting antworten
    • fightclub | vor 276 Tagen, 6 Stunden, 18 Minuten

      erleuchte uns bitte. wie ist die wahrheit?