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Musik, Film, Heiteres

Michael Schmid

Michael Schmid

produziert Texte und Radiobeiträge für Connected, Homebase & Im Sumpf

7. 6. 2009 - 11:20

"Pop hat sich zu Tode gesiegt"

Dort wo früher zwischen high und low unterschieden wurde, regiert jetzt die Popmusik allein. Diedrich Diederichsens Ausstellung im Kunsthaus Graz.

Was, wenn plötzlich alles Pop ist, und Popmusik zur allgegenwärtigen Konstante der Gegenwart geworden ist? Wenn sie in alle gesellschaftlichen Bereiche hin diffundiert hat, Modell geworden ist für Methoden des Erwachsenwerdens, für Ideen von Öffentlichkeit und Aufmerksamkeit oder sogar für die creepiesten Realitysoaps? Was, wenn Stars, die als Sex-Objekte genauso funktionieren wie als Verkörperung neuer Lebensformen, zum einzig erstrebenswerten Berufsziel werden? Wenn die Popmusik mit ihren Sei-du-selbst-Imperativen und ihren rebellischen, nonkonformistischen Haltungen die öffentlichen, politischen und privaten Bereiche des Lebens gleichzeitig penetriert?

Dann hat Pop "sich zu Tode gesiegt."

malende Frau auf Leiter
Lucie McKenzies Kommentar zur Genderpolitik von Nerds

Um neue Fortschritte bei der Selbstbeobachtung zu machen, um sich weiterzuentwickeln, reicht Selbstreferentialität dann plötzlich nicht mehr aus. Ein Anderswo muss her - anders organisierte Ausguckposten, Reibepunkte oder Unterscheidungsmöglichkeiten, mit denen die Popmusik konkurrieren oder zusammenarbeiten kann. "Sonst versinkt sie in der Entropie ihrer Allgegenwärtigkeit." Dieser Ansicht ist zumindest Diedrich Diederichsen.

Das Anderswo sucht er (klarerweise) in der bildenden Kunst. Dort, wo sich in den letzten 50 Jahren ein lebendiger Transfer zwischen den beiden kulturellen Formaten entwickelt hat, setzt der Kulturwissenschaftler, Autor und Poptheoretiker mit seinen Überlegungen an. Diesmal aber nicht in seiner gewohnten Rolle als Textproduzent, sondern als Kurator. Drei Generationen an KünstlerInnen hat er im Kunsthaus Graz zusammengetrommelt, deren Methoden und Fragestellungen die Körperpolitik, die Wissensproduktion und das Weltverhältnis der Pop-Musik für ihre eigenen Zwecke einsetzen.

Einen akustischen Rundgang durch die Ausstellung Schere - Stein - Papier gibt's am Sonntag, 7. Juni bei FM4 Im Sumpf (21-23h).

Schere - Stein - Papier

Vier riesige Hüpfburgen für Kinder, wie man sie vom Volksfest kennt, stehen im Zentrum des space 1 im Kunsthaus Graz. Über das ganze Stockwerk hinweg dröhnt der grässliche Lärm von Industriegebläsen, die die Plastikschlösser und Riesenpilze in Form halten, vermischt mit fragmentarischen Gitarrensounds. Der Raum ist abgedunkelt. Es riecht nach PVC. Aus dem Inneren des grotesken Rummelplatzes blitzt grelles Stroboskoplicht, von außen sind extrem zerhackte Projektionen auf die Burgen geworfen. Menschen als Clowns oder Spielkarten verkleidet wechseln sich mit Porno-Schrott ab. In einer höchst zugespitzten Weise werden die grotesken Formen und Narrationen, in denen sich Kinder normalerweise austoben, mit absurden Formen des Austobens für Erwachsene kombiniert.

Mike Kelleys Hüpfburginstallation
Mike Kelley "Sex, Drugs And Rock 'n' Roll Party Palace". Eine Karikatur dessen, was man Spaßgesellschaft, nennen könnte.

Die wahrscheinliche bekannteste Mike Kelley Arbeit:

Sonic Youth Dirty

Das Cover für "Dirty"

Der Produzent dieses sarkastischen Monuments ist der Installationskünstler Mike Kelley. Mit den Jumpies, wie er die Hüpfburgen nennt, tritt er aber nicht nur gegen den allgegenwärtigen Imperativ an, so viel Spaß wie möglich zu haben, sondern formuliert gleichzeitig eine Totalabsage an jegliche romantische Vorstellung von Rock 'n' Roll als avantgardistische, revolutionäre Bewegung. Dabei zählt gerade er als Ex-Mitglied bei Destroy All Monsters genau zu jenen, die diese revolutionäre Haltung einer Rock 'n' Roll Avantgarde im Punk und Noise-Rock Anfang der 70er Jahre vorangetrieben haben. Irgendwo muss aber der Glaube an die Tugenden des Rock 'n' Roll verloren gegangen sein.

Der 55-jährige Künstler aus Detroit gehört schon zur zweiten Generation, wie Diedrich Diederichsen sie nennen würde - einer zweiten Generation von Künstlerinnen und Künstlern, die in ihrer Entwicklung maßgeblich von Popmusik beeinflusst wurden.

Hochmoderne vs. Massenkultur

Die Anfänge der Liebesbeziehung zwischen Popmusik und bildender Kunst datiert Diederichsen zurück in die 1950er und 60er Jahre. Wobei die Welt der Kunst anfangs ein wenig brauchte, um sich der neuen Kulturform anzunähern. Die Kunst steckte damals noch in einem hochmodernistischen Paradigma.

"Da ging es noch ganz stark darum, eine anti-illusionstische, anti-kulturindustrielle, ihre eigenen Produktionsbedingungen reflektierende Kunst zu entwickeln - in einem demokratischen, kritischen Sinne. Da war die Popmusik nicht auf dem Schirm."

Andererseits wurde aber auch bald klar, dass die Popmusik der 60er Jahre sehr stark mit den radikalen politischen und sozialen Bewegungen verbunden war. Und so machten sich bildende Künstlerinnen und Künstler wie Robert Smithson, Gustav Metzger, Andy Warhol oder Dan Graham immer öfter Gedanken über dieses neue kulturelle Format Pop.

Art & Language und The Red Krayola

Einer dieser frühen Protagonisten, Mayo Thompson, gründete 1966 die immer noch bestehende, und somit wahrscheinlich dienstälteste Noise-Rock Band der Welt The Red Krayola. Nach Jobs als künstlerischer Assistent für den Pop-Art Künstler Robert Rauschenberg in New York trifft er auf die Künstlergruppe Art & Language und nimmt ein Album mit ihnen auf. Die radikalen Konzeptkünstler und ihre Sprachwissenschaft beeinflussen The Red Krayola nachhaltig.

Nach Graz kommen Art & Language mit einer Karaoke-Installation mit Songs von The Red Krayola. Man ist dazu aufgefordert, selbst zum Mikrofon zu greifen, und selbst Teil der Installation zu werden. Karaoke weniger als musikalisches, sondern eher als soziales Erlebnis. Und schon sieht man sich damit konfrontiert, singenderweise die marxistischen Thesen von Art & Language zu vertreten.

Kim Gordon & Jutta Koether

Teilnehmende KünstlerInnen
Saâdane Afif, Cory Arcangel, Art & Language mit The Red Krayola, Sam Durant, Kim Gordon und Jutta Koether, Renée Green, Stefan Hablützel, Mike Kelley, Klara Lidén, Lucy McKenzie, Dave Muller, Albert Oehlen, Katrin Plavcak, Mathias Poledna, Uwe Schinn, Nico Vascellari

Mit Karaoke beschäftigten sich auch schon Kim Gordon und Jutta Koether. Beide sind bildende Künstlerinnen, beide arbeiten aber auch in Bereichen der Popmusik. Kim Gordon bei Sonic Youth, Jutta Koether als Musikjournalistin und Schriftstellerin. Bei "Reverse Karaoke" einer Arbeit von 2005, drehten die beiden das Karaoke-Prinzip um, indem sie das Publikum an Schlagzeug, Gitarre und Bass Platz nehmen ließen. Die BesucherInnen instrumentalisierten Kim Gordons Gesangspur und nahmen dann gleich eine Schallplatte der eigenen Performance mit nach Hause.

Im Kunsthaus installieren die beiden drei Schallschutzkabinen, mit Material ausgekleidet, wie man es aus Tonstudios kennt. Im Inneren laufen Videos mit extremen Performances, teilweise found footage, teilweise selbst gedreht. Bei ihrem Video "Two Dead Sluts One Good Fuck" treiben sich vier junge Männer der gleichnamigen Band mit Lärm in den Exzess. Ein kleines Tonstudio dient als Bühne für ihre aggressive Noise-Punk-Performance. Einer von ihnen steht nackt am Synthesizer, einer schreit ins Megaphon, am Ende wird das Inventar zerstört. Für Diedrich Diederichsen eine dialektische Verbindung zwischen dem extremen Austoben und Lärm einerseits und einer akustischen Isolierung andererseits.

Generation 2

Kim Gordon und Jutta Koether zählt Diederichsen genauso wie Mike Kelley zur Generation 2 der Künstlerinnen und Künstler, die sich mit Popmusik beschäftigen. Sie sind, so wie auch der Kurator selbst, in den mittleren oder späten 50er Jahren geboren.

"Das sind Leute, deren ödipale Konflikte, deren Politisierungsphasen und deren sekundäre Sozialisation viel mit Popmusik zu tun haben. In ihren Arbeiten thematisieren sie genau diese Aspekte von Pop sehr stark. Sie leben nicht mehr vom Gegensatz hochmodernistischer und massenkultureller Ästhetik, sondern vertreten vor allem Elemente von avantgardistischer und experimenteller Popmusik-Ästhetik gegen das langsam zerfallende modernistische oder teilweise auch postmodernistische Paradigma."

Cory Arcangel

Einen Stock tiefer geht es ruhiger zu. Auf space 2 hat Diedrich Diederichsen ein "Stationendrama" arrangiert, wie er es selbst nennt. Die Arbeiten sind in Black Boxes, Nischen oder Ecken installiert, manchmal fügt sich auch ein whitecube in die Architektur des Kunsthauses ein. Diese Arbeiten sollen für sich stehen und wenn sie mit Sound arbeiten, reicht dieser nicht über den Kopfhörer oder über die Nische hinaus. So wie die Installation von Cory Arcangel. Mit einer selbstgeschrieben Software analysiert er ein Klavierstück von Schönberg, baut es nach, nimmt aber als Ausgangspunkt ausschließlich Klänge von Katzen, die er aus Youtube-Videos gesampelt hat.

Katze auf Klaviertastatur
500 Katzen und 5000 von ihnen produzierte Töne sind die Basis von Arcangels Arbeit

Die Band Lago Morto wurde extra für die Ausstellung in Graz gecastet, um ein Monat lang täglich ein Konzert zu spielen. Nicht unüblich, wenn man das Leben von MusikerInnen auf Tour kennt. Der Unterschied hier: Die Band spielte ausschließlich im Heimatort des Künstlers Nico Vascellari, jeden Tag in einer anderen Venue. Weil Vittori Veneto nicht gerade mit Venues protzt, spielen sie in Eisdielen, Pizzerien und Jugendhäusern. Die Dokumentation der Gigs, des gesellschaftlichen und politischen Aufruhrs in der norditalienischen Kleinstadt hat Vascellari für die Ausstellung dokumentiert.

Band in Videothek
Nico Vascellaris Casting Band Lago Morto in der Videothek

Generation 3

Cory Arcangel und Nico Vascellari gehören beide innerhalb Diederichsens System von Künstlerinnen und Künstlern, die sich mit Popmusik beschäftigen, der dritten und vorerst letzten Generation an. Also diejenigen, die weder die hochmodernen Positionen der Kunst bis zu den 60er Jahren erlebt haben, noch die Phase in der Popmusik mit Pubertät, Revolte oder Aufbegehren zu tun hatte. Sie sind mit Popmusik, als selbstverständlichem Bestandteil aller Ausdrucksformen aufgewachsen. Pop war alles und überall für die KünstlerInnen-Generation der um die 30-Jährigen. Sie haben keine drastische, emphatische Beziehung zu Popmusik und ihren Effekten, sondern eine völlig alltägliche, was die Anzahl an Thematisierungen von Popmusik in ihren Lebensgeschichten nochmal in die Höhe schnellen hat lassen.

"Schere - Stein - Papier" und andere vor kurzem stattgefundene Ausstellungen sind wahrscheinlich die letzte Runde, in der man den Bezug auf Popmusik und ihre Geschichte so herausheben kann. Dann wird wohl wieder die Dominanz des Thematischen regieren. Ein Ausverkauf ihrer Geschichte ist die Ausstellung aber deshalb nicht, auch keine Freakshow im sicheren Hafen des Museums. Viel eher zeigt die Ausstellung neue Zusammenhänge zwischen konkurrierenden Ausdrucksformen auf und stellt eine Menge Fragen, die in letzter Konsequenz in eine kulturwissenschaftliche Auseinandersetzung münden.

Schere – Stein – Papier
Pop-Musik als Gegenstand Bildender Kunst
bis 30.08.2009 im Kunsthaus Graz

Am 30.06.2009 Diskussion/Performance
"Rock ist tot!" und Lago Morto
(Nico Vascellari & Band) live

Wenn es Zeiten gab in denen sich die Kunst in erster Linie mit der Natur und ihrem perfekten mimetischen Abbild befasste, oder wo der ganz spezielle Ausdruck eine wichtige Rolle spielte, wie etwa im Expressionismus, dann befinden wir uns wohl gerade jetzt in einer Epoche, in der die Beschäftigung mit Popmusik, ihren Effekten und Spielarten ins Zentrum der Kunst gerückt ist.

Was bleibt, ist die Frage, was sich die Popmusik von einer Ausstellung wie dieser mitnehmen kann, bevor sie sich gar in der "Entropie ihrer Allgegenwärtigkeit" aufzulösen droht. Wo und wie sonst könnte man dann all die außergewöhnlichen und gewöhnlichen Interaktionsweisen, Lebensformen, Freiheitsversprechen, Glücksempfindungen, Erschöpfungszustände, Handlungsintuitionen und Erkenntnisblitze praktizieren, wenn nicht in und mit der Popmusik? Was würden wir tun? Wohin ausweichen? Aber, eine Zeit lang wird sie's schon noch machen, die gute alte Tante Pop.

Zum Nachhören

Diederich Diederichsen über die Unterscheidungsmerkmale der Felder Kunst und Pop, Wissensproduktion in der Popmusik und antiautoritäres Verhalten gegenüber der neoliberalen Verwertbarkeit von beiden.

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  • heikowi | vor 929 Tagen, 20 Stunden, 13 Minuten

    Audio-Aufnahme verschwunden

    Die Audio-Aufnahme ist leider verschwunden! Der Download des 20-minütigen Gesprächs funktioniert nicht und anhören lässt sich die Aufnahme leider auch nicht mehr.

    Auf dieses Posting antworten
  • seayou | vor 1082 Tagen, 4 Stunden, 59 Minuten

    warum schreiben alle auf ein mal so schwul (nix gegen homos) sobald ein museum oder so ins spiel kommt

    so wie das jetzt rüberkommt hat die austellung gar nicht so viel mit pop zu tun das wirkt eher wie eine marketing label hier, die island austellung die rotifer beschreibt klingt schon ein bischen geiler und wenn man so will auch wahrer

    Auf dieses Posting antworten
    • rotifer | vor 1082 Tagen, 4 Stunden, 48 Minuten

      Auch wenn es mir als alter Hete nicht wirklich zusteht, das zu beurteilen, aber auch an der Island-Ausstellung ist so einiges wunderbar schwul. Wie das Pink Label Mitte der Sixties wohl gewirkt haben muss... Will sagen: Ein anderes, besseres Wort bitte, dann brauchen wir auch nicht die Klammer zur Entschuldigung.

    • seayou | vor 1082 Tagen, 4 Stunden, 14 Minuten

      mir fällt keins ein :(

  • blairwaldorf | vor 1082 Tagen, 6 Stunden, 46 Minuten

    das ist leider nur ein teil der wahrheit: all die angeblich subversiven strategien (eine sakrosankte und zweifelhafte kategorie übrigens, die vor allem von menschen benutzt wird, die sich ihre vorstellung davon aus cultural studies-readern angelesen haben), die es angeblich nicht mehr geben soll, werden heute doch mit großem erfolg von rechtsextremen parteien und bands eingesetzt.
    die poplinke ist doch mittlerweile in einer art schockstarre nud elfenbeinturm, wo lieber die kleinste phasenverschiebung nach 30 jahren sonic youth abgefeiert wird als unwehleidige strukturanalyse zu leisten. kein wunder, dass das die heutigen jungen nicht mehr abholt.

    Auf dieses Posting antworten
  • christianlehner | vor 1082 Tagen, 20 Stunden, 23 Minuten

    jetzt hab ich´s !

    pop war groß. dann kam das internet und hat ihn/sie gefressen.

    Auf dieses Posting antworten
  • bunglemania | vor 1082 Tagen, 22 Stunden, 24 Minuten

    Schade

    nur daß das Konzert der Krayolas nicht besprochen wurde. Von der Ferne aus ein Uteil zu fällen ist selten ein Maßstab für das, was wirklich abgegangen ist. Aber Gott Seit Dank wurde ja von der Stadt Graz wenigstens ein Filmer hingeschickt. 90% der Leute konnten oder wollte nicht wissen, was da auf der Bühne abegegangen ist. Doch eine Intelligenzfrage ?

    Auf dieses Posting antworten
  • mausfabrik | vor 1083 Tagen, 2 Stunden, 3 Minuten

    daniel johnston hat neulich in einem interview in der spex erzählt, dass seine katze oft mit ihm klavier spielt. generell ist ja wohl eher kittycontent die neue alte tante als kunst, wenngleich sich darüber trefflich streiten ließe.

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    • mausfabrik | vor 1083 Tagen, 1 Stunde, 45 Minuten

      vor meinem kommentar eben rotifers kommentar unten nicht gelesen (weil seite länger offen und nicht refreshed), der natürlich wie immer alles viel zutreffender und besser sagt, als ich es je könnte.

  • rotifer | vor 1083 Tagen, 3 Stunden,

    Genau in deinem Schlusssatz liegt ja leider das Problem: Gute alte Tanten der Subversion gibt's nicht. Das ist vorbei, gerade weil die Tante so beharrlich weiter rackert (die Musik, die sie macht, finde ich übrigens immer noch gut).
    Dass die Beschwerde über die dann ausgerechnet in einer Ausstellung ihren Ausdruck findet, ist aber schon die blanke Selbstironie, oder? Ältere Tanten als die bildende Kunst im Kunsthaus gibt's doch kaum.
    Den Instinkt, sich im Kunstbetrieb einen - vielleicht eh nur vermeintlich - sicheren Hafen für den eigenen Rückzug zu bauen, finde ich sehr verständlich und in - im Gegensatz zur müden neoliberalen Marktlogik vieler FürsprecherInnen der "neuen" Pop- und Medienökonomie - auch gar nicht verwerflich.
    Aber wir wissen doch wohl alle, dass das kein Ersatz für die revolutionären Energien sein kann, die der Pop uns nicht mehr liefert. Oder hab ich da was verpasst?

    Auf dieses Posting antworten
    • alpiarts | vor 1083 Tagen, 3 Minuten

      Pop kann nicht subversiv sein, ansonsten wäre es nicht Pop. Andy Warhol war nicht subversiv, er war Wergegrafiker, hat offene Türen eingerannt, höchst spekulativ auf allgemein bekannten Klischees reitend, fast könnte man sagen: populistisch. Ich mag Populismus aber nicht. Das Alles hat längst nichts mehr mit sog. freier Kunst zu tun. Populismus ist nicht frei. Er biedert sich an. So, punkt.

    • christianlehner | vor 1082 Tagen, 23 Stunden, 47 Minuten

      das populäre an pop war/ist? der schlüssel zu seiner/ihrer subversion - nicht umgekehrt, dear alpiarts.

    • rotifer | vor 1082 Tagen, 23 Stunden, 31 Minuten

      Stimmt, aber bzw. gerade deshalb teile ich andererseits mit alpiarts die Skepsis gegenüber Warhol. Dessen größter Verdients am Pop war wohl seine Förderung von Velvet Underground, seine Kunst dagegen im Endeffekt eigentlich Anti-Pop (Die Verwandlung des Massenprodukts zum Unikat, statt umgekehrt).

    • michaelschmid | vor 1082 Tagen, 23 Stunden, 11 Minuten

      @rotifer Ich seh da keine Beschwerde von Seiten der Kunst und revolutionäre Energien (egal von welcher Seite) grad gar nicht. Aber ich halte die Augen offen :)

    • martinpieper | vor 1082 Tagen, 21 Stunden, 57 Minuten

      aber wir können uns hoffentlich schon drauf einigen, dass warhol und sein einfluss/schaffen mindestens so vielschichtig ist wie die diskografie der beatles.

    • christianlehner | vor 1082 Tagen, 21 Stunden, 12 Minuten

      @rotifer - war es nicht gerade warhol, der zb seine portraits seriell herstellen ließ?

    • alpiarts | vor 1082 Tagen, 21 Stunden, 5 Minuten

      Je mehr Pop, desto einflussreicher, ja.
      The more public, the more social influence.
      Erste Klasse in Werbepsychologie.
      Ich bin dafür, dass Pop mehr kann als sich Wichtigmachen.

    • alpiarts | vor 1082 Tagen, 20 Stunden, 52 Minuten

      ad christianlehner:
      warhol, der zb seine portraits seriell herstellen ließ?
      Ja, er hat machen lassen und deligiert.

      ad martinpieper:
      Warhol war genau überhaupt nicht vielschichtig, wie kann man auf solch eine Idee kommen. Er hat seinen Style beinhart durchgezogen/ziehenlassen. Wie ein Verkaufsprodukt, eine Marke.
      Ja, Pop eben. Kein Risiko.

    • christianlehner | vor 1082 Tagen, 20 Stunden, 32 Minuten

      populär = wichtigmachen im umschlag mit werbepsychologie?

      ich glaube, wir reden hier von unterschiedlichen dingen.

      mit dem "masse statt klasse" ansatz kommt man da nicht weit.

    • alpiarts | vor 1082 Tagen, 20 Stunden, 13 Minuten

      Pop = sich an die "Masse" bzw. Zielpublikum (kommerziell erfolgreich) anbiedern.
      Und zwar ausschließlich. Die Frage ist, inwiefern man noch irgendwie bei sich ist oder bleiben kann/darf.
      Zitat aus einer Aussendung einer Werbeagentur:
      "Wir beobachten Trends, und sobald sich da Etwas etabliert, gehen wir darauf ein und blasen es kommerziell auf." Das ist dann Pop.

    • christianlehner | vor 1082 Tagen, 19 Stunden, 58 Minuten

      the black cnn

      pop biedert sich an gar nichts an.

      pop hat genuine qualitäten im sinn von eigenschaften. die akteure nutzen sie auf unterschiedliche art und weise - ob jetzt rapper aus mali, oder werber in wien.

      pop kann noch so furchtbar, gemein und fpö werden - die qualität der schnellen, vorbildungsfreien und dezentralisierten kommunikation wird immer bleiben - erst recht im web.

      gut? schlecht? pop

    • rotifer | vor 1082 Tagen, 19 Stunden, 45 Minuten

      ad martinpieper: Warhol und Beatles - Birnen und Äpfel, mein ich. Seinen enormen Einfluss hab ich auch nicht bestritten, den sieht man an der Börse genauso wie im Reality TV und natürlich überall im Kunstmarkt und in jedem Postkartenladen, aber das heißt nicht, dass ich ihn ideologisch erträglich finden muss.
      ad christianlehner: Vervielfältigung ja, aber mit Siebdruck? Exklusiver lässt sich Vervielfältigung kaum angehen. Und das ändert nichts am Prinzip: Suppendose = Massenware. Male Suppendose und mache daraus teures Kunstwerk für den/die MeistbieterIn.
      Prinzip Popsingle geht umgekehrt: Produziere Teenagersymphonie, mache daraus Massenware für viele viele, die jeweils ein paar Pennies dafür zahlen.

    • christianlehner | vor 1082 Tagen, 19 Stunden, 33 Minuten

      ad robert: aber wer hat denn den großen reibach gemacht, bei den teenagersymphonien?

      eben!

      will heißen: pop war doch nie per se gut oder schlecht, cheap oder expansive usw.

      deshalb kann ich ja das wehklagen derer nicht verstehen, die - wie du meiner meinung nach vollkommen richtig angemerkt hast - sich in die institutionen zurückgezogen haben, oder - wie sonic youth - von einer ausstellung zur nächsten weitergereicht werden.

    • rotifer | vor 1082 Tagen, 19 Stunden, 3 Minuten

      Das ist leider immer das klassische Missverständnis, "linke" Zugänge mit Wohltätigkeit zu verwechseln: Ich kritisiere nicht Warhols Rebbachmachen, sondern seine exklusive Methode des Verkaufens. Das widerspricht für mich dem Popgedanken.

      Und Pop war nie gut oder schlecht per se, aber er hatte immer ein Potenzial zur Transzendenz gesellschaftlicher Gegebenheiten, das jetzt nicht mehr sichtbar ist.

    • christianlehner | vor 1082 Tagen, 18 Stunden, 33 Minuten

      "Das ist leider immer das klassische Missverständnis, "linke" Zugänge mit Wohltätigkeit zu verwechseln:" na dann wären wir diesbezüglich eh einer meinung.

      ich finde ja, dass man dem - ähm - lieben pop etwas unrecht tut, wenn man (und das tun ja leider viele) die schuld ausschließlich innerhalb dieses multiversums sucht, schließlich sind es doch vor allem die veränderten rahmenbedingungen, die seine/ihre einstige "kraft zur veränderung/unterwanderung" verpuffen lassen.

    • rotifer | vor 1082 Tagen, 18 Stunden, 1 Minute

      Ja, damit stimm ich auch überein, aber die hat er aber natürlich schon auch selbst mit verändert, die Rahmenbedingungen. Die Grundthese, dass er ein Opfer seines eigenen Erfolgs geworden ist, stimmt also wohl.

    • christianlehner | vor 1082 Tagen, 16 Stunden, 42 Minuten

      deshalb habe ich ja "ausschließlich" geschrieben (und damit die vorwürfe gemeint, pop wäre nur noch redundant, angepasst oder würde nicht mehr als spiegel der gesellschaft taugen).

      doch der "pillenknick", die wahre zäsur, ist imho mit dem netz und seiner spezifischen kultur der aneignung und distribution gekommen.

    • christianlehner | vor 1082 Tagen, 16 Stunden, 31 Minuten

      das hat ja nicht nur den pop (im sinne von musik/wirtschaft) kalt erwischt, sondern auch das schreiben darüber, den diskurs, die ausspielwege, rezeption verfügbarkeit, generationsscheide usw.

      da war doch dieser verdammte dinosaurier pop so mit seiner selbstzerfleischung und auswaidung beschäftigt, dass er gar nicht geschnallt hat, als die supernova über ihn hereingebrochen ist.

    • softmachine | vor 1082 Tagen, 6 Stunden, 54 Minuten

      @rotifer: der gute andy ist aber nicht nur der suppenkasper. mit einer gänzlich kunstmarkt untypischen haltung, die es heute nicht mehr gibt, hat er sich in den underground film geworfen, seine schreenshotsserie, seine queere junkee ästhetik, schliesslich auch das gesamtkunstwerk der exploding plastic invetables, also des tourenden happenings mit VU, seine Theaterstücke und Bücher, seine kommunenhafte form des Zusammenlebens. Das war eindeutig gegen jeden Mainstream und in seinem oft auch geldverbrennenden Gestus radikal.Bitte einen zeitgenössischen Künstler anführen, der so eine Gesellschaft radikal gespiegelt hat, der so in den Underground gegangen ist und diese Anarchie sogar mit einem Mordversuch bezahlen musste.

    • martinpieper | vor 1082 Tagen, 6 Stunden, 5 Minuten

      danke softmachine, so seh ich das auch. also warhol auf komerzielle postkartenkunst zu reduzieren geht echt nicht. allein die filme... etc.
      "subversiv" - ich finde den begriff mittlerweile sehr verwaschen - ist/war das auf alle fälle.

    • rotifer | vor 1082 Tagen, 4 Stunden, 56 Minuten

      Da wird aber schon gehörig verzerrt, was ich gepostet habe. Noch einmal: Ich habe seinen Einfluss auf alle Kunst nach ihm nicht in Zweifel gezogen. Und ich habe ihn für sein Engagement für VU ausdrücklich gepriesen. Ich habe ihn weder als Suppenkasper bezeichnet, noch auf die kommerzielle Postkartenkunst reduziert. Ich bitte freundlichst das nachzulesen.
      Im übrigen finde ich es aber interessant, dass ihr beide genau den Teil seines künstlerischen Erbes mit Abschätzigkeit betrachtet, den ich eigentlich am Interessantesten finde: Nämlich dass durch Warhol Gebrauchsgrafik als Alltagskunst wahrgenommen wird. Das ist doch ein guter Nebeneffekt seiner nicht nur meiner bescheidenen Meinung nach widersprüchlichen Umsetzung dieses Gedankens.
      Was den Undergroundfilm angeht, hab ich aus derselben Ära schon Interessanteres gesehen als Flesh oder Chelsea Girls, sind aber zugegeben die beiden einzigen Warhol-Filme, die ich je gesehen habe, also wage ich kein Urteil über sein filmisches Gesamtwerk.
      Man kann ihm in der Tat hoch anrechnen, dass er mit der von dir zitierten queeren Junkie-Ästhetik einen verborgenen Aspekt des amerikanischen Lebens sichtbar gemacht und vielen heimatlosen Leuten mit seiner Factory eine Familie gegeben hat. Man kann ihn angesichts der Schicksale, die viele dieser Leute dann erlitten haben, aber...

    • rotifer | vor 1082 Tagen, 4 Stunden, 55 Minuten

      ...auch als Komplizen in deren Ausbeutung sehen. Wie underground die Exploding Plastic Inevitables wirklich waren, weiß ich nicht. Ich hab nur gelesen, dass sie u.a. von Jackie Kennedy frequentiert wurden, was illustriert, dass es in der New Yorker Gesellschaft zu diesem Zeitpunkt bereits sehr angesagt war, ein bisschen off-Mainstream schnuppern zu gehen. Was den geldverbrennenden Gestus angeht, kannst du genauso den Geld fetischisierenden Gestus der Achtziger dagegen halten.
      Auch hier - und beim Interview Magazine als einer der Mütter der Celebrity Culture - zeigt sich wieder ein tiefer Widerspruch: Einerseits das Postulat, dass jeder ein Star sein kann, andererseits die leidenschaftliche Affirmation etablierter Celebrities.
      Beim "Anführen eines zeitgenössischen Künstlers, der so eine Gesellschaft radikal gespiegelt hat" scheitere ich ein bisschen an deiner Definition: Weil radikal spiegeln tun sehr viele in ihrer Kunst - ob visuell oder musikalisch -, allerdings nicht als Anführer (von wegen Anarchie) ihrer selbstgeschaffenen Community. Liegt da dein Unterscheidungskriterium?
      Den Mordversuch hatte er jedenfalls nicht seiner Anarchie zu verdanken, sondern seiner Entscheidung, das Manuskript von Valerie Solanas nicht anzunehmen. Warhol war eindeutig das Opfer, und Solanas' Tat war sicher keine feministische Heldentat, wie sie geglaubt haben mag. Aber wie sich...

    • rotifer | vor 1082 Tagen, 4 Stunden, 53 Minuten

      ...das Attentat als Beweis seiner anarchistischen Involvierung in den Underground anführen lässt, versteh ich nicht ganz.

    • mausfabrik | vor 1082 Tagen, 4 Stunden, 2 Minuten

      imho macht es vielleicht mehr sinn, warhol nicht als pop, sondern als experimentellen popwissenschafter zu betrachten, der sich nicht scheute, in den unangenehmen teilen von pop zu forschen und experimente damit anzustellen, wie der ganze laden (kunst, pop, "mainstream", "subversion", die interferenzen und widersprüche) läuft. dann kann man ihm nicht mehr vorwerfen, zu unangenehmen ergebnissen gekommen zu sein. es ist halt einmal ein unterschied zwischen einem politischen aktivisten und einem popkünstler/wissenschafter und die maßstäbe des einen passen halt nicht (notwendig) zum anderen. immerhin ist warhol als historische figur gut/widersprüchlich/komplex genug, dass wir hier drüber streiten können, wie wir seine arbeiten beurteilen sollen. will sagen: immerhin hat er etwas sichtbar gemacht (was imho schonmal was ist). dass er halt nicht z.b. penny rimbaud war ist wieder was anderes.

    • softmachine | vor 1082 Tagen, 3 Stunden, 21 Minuten

      @rotifer/lehner:das attentat resultiert aus dem radikalen offensein für andere/anderes.also aus einer durchaus anarchischen sozialen struktur, seien das weirdos, junkees, stricher, nutten oder hardcore feministinnen. nach dem schuss von SCUM-Solanas war die factory nicht mehr das was sie war. das interessante an deinen argumenten ist ja die ausblendung der radikalität und heterogenität in warhols werk und die behauptung warhol selbst, wäre der mainstream gewesen.das ist aber nur der unhistorische blick auf ihn, der nicht mehr seine zeitgenossenschaft mitreflektiert und eher unsere alles nivellierende gesellschaft abbildet .seine weigerung im jahre 1965 nicht mehr weiterzumalen, sondern nur noch dutzendweise filme über blow jobs, zigarre rauchen, 24 h empire state building, 8 h sleep etc. etc. zu drehen, egal was es kostet (im wahrsten sinne), war ja die kommerzielle totalverweigerung und der frontalangriff auf hollywood mit den mitteln des pop. so wie es ihm auch gänzlich egal war, ob ein werk von ihm gefälscht war oder nicht und weiterverkauft wurde (ein damien hirst würde dich da mit zig anwälten verklagen). und siebdruck von einem polaroid oder einem zeitungausschnitt war zur damaligen zeit überhaupt nicht elitär, sondern eine der billigsten varianten ein bild in serie...

    • softmachine | vor 1082 Tagen, 3 Stunden, 11 Minuten

      ..zu produzieren.Die Copyright Revolution und das Serielle seiner Arbeiten, der bildhafte Loop quasi, wäre auch in Verbindung mit Musikhistorie interessant. egal. viel interessanter ist die behauptung von lehner/rotifer das internet hätte POP zerstört. das ist natürlich quatsch. vielleicht meinen sie ja den autoritären diskurs ÜBER POP, aber tatsache ist, internet ist POP ! was wenn nicht internet könnte noch mehr POP sein. war POP von einst das schimmern der blase von aussen, sitzen wir jetzt mitten drin. mehr POP geht nicht.

    • rotifer | vor 1082 Tagen, 3 Stunden, 2 Minuten

      In aller Höflichkeit:
      Es muss jetzt schluss sein, glaub ich.
      Dein Posting verdreht alles, was ich hier geschrieben habe, bis zu einer derartigen Nichtwiedererkennbarkeit, dass ich mich hiermit von der ganzen "Diskussion" ausklinken und von allen weiteren Deutungen meiner Schreiberei distanzieren muss.
      Wenn du hier fantasierst, ich und Smash hätten behauptet, das Internet hätte den Pop zerstört, geht das echt schon in Richtung mutwilliger Unterstellung.
      Dagegen will ich mich nicht wehren müssen.
      Over. I'm out.

    • softmachine | vor 1082 Tagen, 2 Stunden, 17 Minuten

      eine etwas seltsame art eine diskussion zu beenden. wollte hier niemandem irgendwas unterstellen, habe nur argumente aufgegriffen. und ja, christian lehner hat geschrieben: "doch der "pillenknick", die wahre zäsur, ist imho mit dem netz und seiner spezifischen kultur der aneignung und distribution gekommen " und weiters "da war doch dieser verdammte dinosaurier pop so mit seiner selbstzerfleischung und auswaidung beschäftigt, dass er gar nicht geschnallt hat, als die supernova über ihn hereingebrochen ist.". rotifer war das nicht, stimmt,lehner schon, sorry. ansonsten kein grund zur paranoia bitte.

    • christianlehner | vor 1082 Tagen, 55 Minuten

      ja, softmschine ist leider ein notorischer missversteher, der es nicht schafft, ein argument ohne unterstellung oder beleidigung anzubringen, was schade ist, denn man könnte mit ihm sehr spannende diskussionen führen (ich behaupte jetzt mal, dass sich dahinter keine sie verbirgt).

      zu dem satz stehe ich nach wie vor und natürlich ist pop deshalb nicht tod (hilfe, er sitzt gerade in meinem ohr!).

      das ist für mich kein widerspruch.

      im gegenteil, ich leiste mir die romantische vorstellung, dass - solange es "angfressene junge leut" gibt, die sich über dieses medium ausdrücken - pop ein subversives/utopisches potential hat, auch wenn das aufgrund der heutigen, medialen gegebenheiten möglicherweise nicht mehr jene gesellschaftliche reibung entwickeln kann, die es braucht, um einen größeren diskurs in gang zu setzen oder einfach die autoritäten herauszufordern.