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Ombudsmann

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Der FM4 Ombudsmann - bereinigt Widerstände. Und es gibt ihn auch als Podcast

14. 6. 2009 - 10:34

Liebe Webuserin! Lieber Webuser!

Der Steiner Horsti und das Qi

Deinen Ombudsmann erwartet heute ein Abend, an dem erwachsene Menschen zusammenkommen werden, die nicht mehr gemeinsam haben, als die Tatsache, dass eine runde Anzahl von Zeiteinheiten verstrichen ist, seit ihre individuelle Identität unter demselben Dach, von denselben Personen systematisch gebrochen und ihre Lust an der Frage innerhalb derselben vier Wände von diesen so genannten Pädagogen für alle Zeiten in den Staub getreten worden ist, womit das bewusste Erfahren für all jene, die sich da Jahre später in einer Buschenschank zusammenfinden werden, auf immer und ewig zur schmerzvollen Erfahrung degradiert wurde, weshalb sie heute Abend, weil sie ja nicht mehr teilen als diese Verstümmelungen, keine Wahl haben werden, als sich gegenseitig bei kontinuierlicher Aufnahme von Blunzngröstl und Obstler auf schonungslosestmögliche Weise den bizarren Folgen dessen auszusetzen, was wir gemeinhin Erziehung nennen.

Ja, ich werde ein Klassentreffen besuchen.

vogelnest auf kruzifix
"Auch das noch"

Beim letzten Mal hat mir der Steiner Horsti offenbart, er hätte eine Idee für ein todsicheres Geschäftsmodell. Er hätte einen fertigen Businessplan für ein Schnupfenmittel in der Tasche und ich bräuchte nur ein einziges Wort zu sagen, dann würde er mir alles genau erklären.

Dein Ombudsmann hat nachweislich geschwiegen und dennoch erfahren, dass der Steiner Horsti den Jamie Oliver sehr bewundert und lange versucht hat, auch so mediterran und vor allem so schnell zu kochen. Mittlerweile steht für den Steiner Horsti fest: Man muss das üben mit der Geschwindigkeit. Er habe sich sehr oft in sämtliche Finger geschnitten, dadurch den Beruf als Konzertflügeltester vernachlässigt und folglich kaum noch Geld verdient. Da er aber ausschließlich mit frischen Zutaten gekochte habe, hätte jede seiner Mahlzeiten 600 Euro gekostet, er sei verarmt, sämtliche Freunde hätten sich abgewandt, weshalb er gezwungen gewesen sei, anzufangen zu trinken.

In der Rehaklinik habe er dann eine erste Erleuchtung erfahren und es sei ihm ein vollbusiger Engel erschienen, der dem Steiner Horsti am hellichten Tag ins Ohr geflüstert habe, "Es gibt kein richtiges Leben in Flaschen".

sektkellerei
Die Hoffnung stirbt zuletzt

Sofort habe er das Trinken sein lassen und sich der traditionellen chinesischen Medizin anvertraut. Er lasse sich da von einem sehr sympatischen, authentischen Mediziner betreuen. Der habe einen langen Spitzbart, einen runden, noch spitzeren Hut und trage einen gelben Kimono mit schwarzen Schriftzeichen drauf. Also, das wirke garantiert, hat mir der Steiner Horsti versichert. Sein Heiler vertue sich sogar beim l/r aussprechen. Manchmal stolpere er auch über seinen langen Zopf und er habe früher in einer Wäscherei gearbeitet und gehe prinzipiell nicht ohne Handkarren und Papierschirm aus dem Haus.

Grundlage der TCM sei jedenfalls die Lehre vom Qi (sprich: Tschie), einem Stoff, der in den Nieren gespeichert sei. Je mehr Qi durch richtiges Leben aufgebaut werde, desto weniger vom dem Qi, das man vor der Geburt mitbekommen hat, müsse man aufbrauchen. Die Vorstellung von gesund und krank solle man loslassen. Die TCM sehe das ganzheitlicher. Es sei sogar oft so, wenn einem das Knie wehtue, dass in Wahrheit gerade in Vorarlberg ein Zugsunglück sei. Die Behandlungsmethoden seien entsprechend komplex. Das könne er mir jetzt auf die Schnelle unmöglich erklären, aber ich dürfe ihn gerne anrufen.

Was er mir aber eigentlich hätte erzählen wollen, der Steiner Horsti, sei die Idee, auf die ihn das mit dem Qi gebracht hätte.

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Kater Mikesch, heuer zu sehen bei den Seefestspielen Mörbisch als Allegorie "Die Gesundheit"

Überall in den Medien sei die Rede von der Schweinegrippe und vom islamistischen Terror. Sobald der Markt für Pharmazeutika endgültig legalisiert sei, würde er das nützen und sein Schnupfenmittel "Tschi Had!" auf den Markt bringen.

Der Steiner Horsti ist dann dem Heurigenwein erlegen, bevor er noch das Wortspiel mit "Hatschi" erklären hat können.

Du wirst verstehen, dass ich sehr ungern auf diese Menschen treffe, zumal sich in diesem Jahr auch mein alter Schulkollege, der Schuldnerberater Sigi Stangl angekündigt hat. Und wenn der einen über den Durst getrunken hat, dann drückt er gerne jungen Frauen die Nagelschere in die Hand, die er immer in seiner Brsuttasche mit sich führt. Begleitet von den Worten: "Sie sind ja eine Shareholderin, junges Fräulein. Haben Sie es gewußt? Dann sagen Sie ja!"

Mir bleibt, dir ein erquicklicheres Wochenende zu wünschen und auf die Möglichkeit hinzuweisen, sich unter ombudsmann.fm4@orf.at mit seinem Fragen an mich zu wenden. Servus!

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