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Musik, Film, Heiteres

Martin Blumenau

Geschichten aus dem wirklichen Leben.

22. 6. 2009 - 17:43

Journal '09: 22.6.

Es ist vorbei. 2009 ist das Jahr, in dem Österreich kippt. Der Weg zur Security-Demokratie ist fix vorgezeichnet.

Ich denke, dass in Rückschauen auf die 2. Republik Österreichs (sei es in der autoritären Phase, die bevorsteht, oder später, nach ihrer Überwindung) von 2009 als dem Jahr die Rede sein wird, in dem alles gekippt ist, als die Phase des Knackpunkts.

Ich denke, nein, ich bin sicher, dass entscheidende Entwicklungen heuer, gerade eben, genau jetzt irreversible Ausmaße angenommen haben und ich glaube, nein, ich bin überzeugt davon, dass diverse kritische Punkte, was Gefühligkeiten und Stimmungslagen betrifft, in diesen Tagen prägend auf Schiene gesetzt wurden.

Österreich wird um eine autoritäre Zukunft nicht herumkommen. Der Countdown ist gestartet; und er kann nicht mehr angehalten werden.

Unaufhaltsam

Ich spreche da nicht von einer halblustigen Medien-Diktatur, wie sie gerade in Italien geübt wird, auch nicht von einer Oligarchie nach russischem Vorbild, einer Militärdiktatur der alten Schule und auch nicht vom Aufleben des alten faschistischen Ständestaats, der bereits die 1. Republik zu Grabe getragen hat, sondern von einer, von einer wirklich breiten Mehrheit getragenen bzw. verschuldeten, autoritäten Scheindemokratie.
Wie die genau aussehen könnte, daran arbeiten bereits (da bin ich sicher) einige Think Tanks mit aktuell noch wenig tauglichen Ideen; aber sie haben ja noch ein paar Jahre Zeit.

Und alles, wirklich alles, spielt denen, die aus der derzeit (nach Jagschitz) unterentwickelten und teilinszenierten Demokratie einen Übertritt in ein autoritäres System mit scheindemokratischen Formalien machen wollen, in die Hände.

Alles.

Zentrale Punkte sind dabei
1) das fortgesetzte Schlechtreden von Demokratie
2) das in allen Bereichen propagierte Delegieren von Verantwortung
3) die NLP-mäßige Umprogrammierung von moralischen Standards.

Dabei spielen folgende, sehr österreichspezifische Fakten eine Rolle:
Die seit der Nazizeit geförderte und gepflegte Abwesenheit einer intellektuellen Elite, eines funktionierenden Bürgertums und einer funktionierenden Zivilgesellschaft.
Der von allen politischen Kräften geförderte Untertanengeist, die Blockwart-Mentalität des Zusammengehörigkeitsgefühls der Missgünstigen und Unterschätzten.

Dazu kommen ein paar weltweit funktionierende Rezepte.
Etwa das Erschaffen von Feindbildern.
Das funktioniert, wie überall in Europa in den klassischen Kategorien (Ausländer, Juden, Zigeuner...), aber auch mit den Resten einer an Werten wie Selbstbestimmung festhaltenden Zivilgesellschaft, die nicht nur als unpatriotisch, sondern auch als unösterreichisch diffamiert wird.
Während anderswo der Gutmensch (bonhomme, good minds etc.) auch deshalb zurecht verarscht wird, weil er Einfluss repräsentiert und eine kritische Größe darstellt, wird der Begriff in Österreich verwendet um einen ohnehin nur noch versprengten Rest in seiner Substanz zum Abschuss freizugeben. Als Elois für die Morlocks.

Die Entwicklungen sind unübersehbar.

Die Zahl derer, die sich nach dem starken Mann sehnen, ist signifikant gestiegen, die Zahl derer, die Angst vor Fremden, dem Anderen, "der EU" oder auch nur der Zukunft haben, ebenso. In einem der reichsten und sattesten Länder der Welt ist die Zufriedenheit mit dem politischen System auf einem Tiefpunkt.
In dieser Situation sind die, die einem einreden können, diese Art "Sorgen" doch auszulagern, an einen quasi politischen Security-Dienst zu delegieren, erfolgreich.

Und die nächste Campaign greift schon, wenn auch derzeit noch unterschwellig: den Menschen erfolgreich einreden, dass es eh keinen Unterschied gibt zwischen der aktuellen ungeliebten Demokratie und dem starken Führer, der per Plebiszit oder Zuruf oder sonstwas mit einem Mandat ausgestattet wird, gegen das Unliebsame vorzugehen.
Mit dem Vorteil, dass man dann (im Gegensatz zur demokratischen Mitverantwortung) moralisch ja nicht zu belangen wäre, wenn so ein "starker Mann" dann womöglich Verbrechen begeht.

Das Wegschauen als Prinzip - auch eine österreichische Moral-Tradition. Wird anläßlich der Asyl-Problematik ja auch schon ein wenig durchgespielt.

Glitzer-Distinktion

Dazu kommt ein bislang weithin unbeachtetes Phänomen mit dem sich aktuell die Rechtspopulisten ihre Zukunft sichern: mit dem schlauen Fischen im Pool der Zuwanderer.
Die besitzen nämlich nur in den Augen der (zunehmend unwichtiger werdenden) stramm nationalen Kader Angst-Potential - für Strache und Co. sind sie ein wie für sie gemachtes Reservoir.

Mit der Unterscheidung zwischen guten, anständigen und bösen Ausländern sind hier nämlich ebenso viele Stimmen zu machen, wie mit der direkten Ansprache der 2. und 3. Generation als konsumgierige Nachholer, die sich ihre Glitzer-Distinktion in Konsumrausch und dümmlichen Männlichkeits-Ritualen abholen; allesamt der "home turf" der Populisten. Dass sich in den politischen Biografien der Zuwanderer-Familien zudem viel Nationalismus und Etliches an autoritären Strukturen und tendenziell wenig demokratisches Bewusstsein findet, verstärkt die Rolle der Secondos als optimale Zielgruppe für Rechtspopulismus. In ein paar Monaten, wohl schon für Wien 2010 werden nämlich dort die jungen migrantischen Kandidaten aufgestellt werden.

Versäumnisse, die in den letzten 20, 30 Jahren im Bildungssystem, in der Integrations-Politik auch in der Steuerung der Zuwanderung bzw den Angeboten für gut ausgebildete Zu/Einwanderer geschehen sind, lassen sich in den nächsten 5 bis 8 Jahren nicht mehr aufholen - so kurzfristig greifen keine Maßnahmen, dieser Zug ist abgefahren, diese Generation ist bereits (demokratiepolitisch betrachtet) verloren.

Medien-Verantwortung

Anderswo würde in so einern Situation ein funktionierende Zivilgesellschaft via Medien eingreifen: das geht in Österreich auch nicht mehr aus. Der ORF wird sich, wenn er tatsächlich mittels neuem Gesetz enger an die Regierung angebunden wird, nicht aus der Spirale rausdrehen können, die
heimischen Kirche bzw. Industrie, der die wichtigen Verlage gehören, wird sich, wie immer, mit dem was kommt, arrangieren. Und die Rolle der Kronen-Zeitung wird mit fortschreitendem Alter ihres Prinzipals immer wilder: gefiel man sich bis vor Kurzem noch als Macher hinter den Kulissen, machte Hans Dichand dann vor der NR-Wahl kein Geheimnis mehr aus seiner Gesinnung, stellte dann einen eigene EU-Kandidaten und verlangt jetzt eine Art Abstimmung beim Trafikanten für seine Pröll-Doppelspitze.

Das erfüllt einige der Vorrausetzungen, die die Vorantreiber eines baldigen Autoritarismus auf ihrer To-Do-List (Neo-Plebiszite, Delegieren von Verantwortung) haben und erleichtert, womöglich sogar unabsichtlich, deren Arbeit. Die Krone-Leserbriefseite, auf der handverlesene Einzel-Bürger solange und so scharf wie sie wollen, schreiben können, solange sie auf Linie sind, ist ein Vorgeschmack auf ein Meinungs-Outsourcing an einen starken großen Bruder.

Die eigentliche Aufgabe der Medien als Kontroll-Instanz der Zivilgesellschaft was die Arbeit der Legislative und Exekutive betrifft, ist durch die Verschmelzung mit derselben ad absurdum geführt.

Autoritarismus

Dabei sprechen die Kennzahlen eine gänzlich andere Sprache. Österreich geht es unglaublich gut. Die Probleme sind großteils Konstrukte, das Land leidet unter veritablen Phantom-Schmerzen.

Die Grundlagen sind also allesamt gelegt: Alle finden das, was da ist, furchtbar, keiner ist zufrieden. Die einzigen, die das gesamtheitlich kanalisieren können sind die Rechtspopulisten, die einfach allen Ärger ansaugen und simple Heilsversprechen abgeben, wo alle anderen zögern, zaudern, (zurecht) die Komplexität betonen oder gar schönreden.

Sicher die Hälfte der Bevölkerung ist mit diesen oder weitereichenden Versprechen zu den Themen Sicherheit, Angst vor Veränderung oder Xenophobie und Antisemitismus so weit verunsicherbar, dass sie problemlos Gewalt in Kauf nehmen, solange sie ausgelagert wird.

Aktuelle Cluster:
29 % ichbezogene Autoritäre, 18 % enttäuschte Pragmatiker 27% familienzentrierte Konservative, 13 % brave Bürger, 13 % liberale Idealisten.

Ein autoritäres System der Security-Demokratie würde all diese Wünsche erfüllen. Die aktuelle Demografie Österreichs (die strukturelle Überalterung) würde sie ebenso befürworten wie die aktuelle Clusterung, die eine breite Absolute der Braven, Autoritären, gefrusteten Modernisierungsverlierer und Vorsichtigen zeigt. Auch die künftige, durch die 3. Generation der Zuwanderer veränderte Struktur wird diese stabile Mehrheit stärken und ein autoritäres System stützen.

Es ist gegessen. Es ist vorbei.

Ich wünschte, ich würde mich täuschen; würde aber nicht gegen mich wetten.

Ganz unabhängig von einzelnen Personen, von möglichen Struktur-Maßnahmen, globalen oder lokalen Geschehnissen, läuft der Countdown und er ist unaufhaltbar.
Alle Daten, alle Tendenzen, alle Maßnahmen, alle Nicht-Maßnahmen deuten klar darauf hin, dass auf einer nur halbherzigen Inszenierung von Demokratie (dem Jetzt-Zustand) eine Phase des Autoritarismus folgen wird.

Mit heftiger Zustimmung einer breiten Mehrheit - also demokratisch legitimiert. Was im Selbstverständnis einer in ihrem Kern noch nie ernsthaft demokratisch gewesenen österreichischen Gesellschaft wohl auch nicht als Problem wahrgenommen werden würde.

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  • ternound | vor 2620 Tagen, 15 Stunden, 48 Minuten

    Angstmache von rechts UND von links!

    meiner Meinung ist diese Angst Hetze nicht nur von rechts sondern auch deutlich von links zu spüren!
    Glawischnig und Strache wären wahrscheinlich ein lustiges Paar.

    Global gesehen ist Politik in Österreich ein reines Kasperltheater!

    Polarisieren, Kaschieren, propergieren

    In Österreich fehlt die gesunde Mitte! Kein links bzw. kein rechts aufgekochter (teils radikalistischer) Haufen!

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  • spookster | vor 2620 Tagen, 16 Stunden, 14 Minuten

    Richtig.

    "Alle Daten, alle Tendenzen, alle Maßnahmen, alle Nicht-Maßnahmen deuten klar darauf hin, dass auf einer nur halbherzigen Inszenierung von Demokratie (dem Jetzt-Zustand) eine Phase des Autoritarismus folgen wird."

    Ich denke, das ist eine völlig richtige Einschätzung.
    Die Tendenzen deuten (leider) schon viel länger darauf hin, und jeder halbwegs interessierte, für die Thematik sensibilisierte Mensch, hat es bereits schon erkannt.
    Es wird noch schlimm werden.

    Auf dieses Posting antworten
  • mmiigg | vor 2621 Tagen, 4 Stunden, 53 Minuten

    Nicht Schwarzmalen, bitte.

    es ist nicht so schlimm, wie es in dem artikel beschrieben wird.

    auf der einen seite sollte man die EU kritisch betrachten und hinterfragen. auf der anderen seite ist nur darin eine zukunft zu sehen, das wir uns alle als Europäer sehen und österreich als bundesland...

    und alle schreien, weil die tendenz nach rechts rutscht. man muss sich die frage stellen, warum das so ist.
    die menschen sind von den ergebnissen der politik enttäuscht. die einzigen die besserung versprechen und auf die sorgen der menschen eingehen sind die rechten. und nachdem sie mit den jetzt regierenden engefahren sind, probieren sie was anderes, weil blöder kanns e nicht mehr werden.
    oder es wird aus protest rechts gewählt.

    vielleicht sollten sich die herren politiker mal für die anliegen der menschen einsetzen und nicht soviel streiten...

    leider trifft der spruch zu:
    "versicherungsvertreter verkaufen versicherungen. staubsaugervertreter staubsauger. und volksvertreter das volk. (für blöd)"

    Auf dieses Posting antworten
  • caveb | vor 2621 Tagen, 6 Stunden, 28 Minuten

    Steuerung der Zuwanderung?

    War es bis jetzt nicht immer so das der kleinste teil der zuwanderung wichtig arbeitskräfte waren.

    und der Großteil Teil-Illegale, Flüchtlinge, recht und unrechtmäßige Asylanten, und bleiberechtler waren.

    Auf dieses Posting antworten
    • stecher | vor 2621 Tagen, 5 Stunden, 14 Minuten

      Das ist AFAIK nur eine weitere Dichandlüge, mit der "die echten Österreicher" systematisch auf alles gehetzt werden, was eben nicht "echt österreicher" ist, also Nichtarier und Mitbürger mit nicht deutscher Muttersprache. ("Echter Österreicher" wird sehr offen als Neuformulierung von "Arier" oder "Volksgenosse" benutzt).

    • toteraltermann | vor 2621 Tagen, 4 Stunden, 53 Minuten

      Nicht nur AFAYK.
      Und die meisten, denen der "Ausländer" zum Vorwurf gemacht wird, haben hier gelebt, bevor sie sprechen konnten oder sind sogar hier geboren.
      Soviel zu der Behauptung, Xenophobie wär kein Rassismus, wenn man nach der Herkunft der Eltern beurteilt wird.

    • caveb | vor 2620 Tagen, 8 Stunden, 2 Minuten

      Dichand lese ich zu selten... um mich mit der Materie Krone-Arier und Volksgenossen auszukennen.

      Jap, ich würde die zweite Generation als Zuwanderung bezeichnen. weil man die dritte Generation noch immer nur Pizza-Döner-machend sieht. Zumindest sind die wenigsten Einwanderer wichtige ausgebildtet Arbeitskräfte gewesen.

      Denke auch nicht das, dies gewollt ist oder war.

  • endlessnameless | vor 2621 Tagen, 19 Stunden, 4 Minuten

    APO!

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  • antoinedionel | vor 2621 Tagen, 19 Stunden, 25 Minuten

    Eine Apokalypse für ganz arme

    Fällt mir spontan zu diesem hirnlosen und äußerst schlecht argumentierten Text ein.
    Außerdem missfällt es mir sehr, dass du zu dem unsäglichen und auch von dir selbst kritisierten Tool der Alarmisierung als Kommunikationsstrategie greifst. Aber leider geht deine Strategie auf, wie die über 100 Postings für diesen armseligen Text beweisen.
    Noch etwas zum inhaltlichen: "It is the economy, stupid!. Es mag einen defacto pragmatisierten und somit sozial hervorragend abgesicherten ORF-Redakteur verwundern, aber sehr sehr viele Menschen in diesem Land leben unter wirtschaftlich äußerst prekären Verhältnissen. Seien es schlecht ausgebildete Menschen(White Trash wie sie von "GutmenschInnen" wie dir verächtlich bezeichnet werden) die früher als Fabriksarbeiter ein geregeltes und ausreichendes Einkommen erlangen konnten heute aber für einen Bettel für Trenkwalder u. Co oder für eine Securityfirma arbeiten müssen, seien es Jungakademiker die im Prekariat gehalten werden. Und die Wirtschaftskrise wird das noch weiter verschärfen. Das außer Acht zu lassen, zeugt von der Unseriösität des Textes.

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    • simplizius | vor 2621 Tagen, 17 Stunden, 36 Minuten

      hmm,

      wo ist deine Gegenargumentation?
      Jetzt seh ich das ganze auch nicht so überspitzt wie der Herr Blumenau, aber die Tendenzen nehm ich auch schon seit Jahren wahr. Bei dem Spruch Österreich zum sichersten Land auf der Welt zu machen hats mich gar arg gegruselt.
      Eine Masse an denkfaulen, bedürfnisorientierten, solidaritätsverweigernden Menschen ist doch genau das, was man dazu noch braucht. Und das hat jetzt nichts mit Bildung zu tun. Nur weil einer in der Fabrik arbeitet muss einer nicht denkfaul sein. Man würd sich sogar wundern, wie engagiert so mancher einfacher Arbeiter in seiner Freizeit ist.
      Und denkfaule hab ich auch auf der Uni getroffen. Wollen schnell einen Abschluss um dann Fett Kohle zu scheffeln und so ... aber Hausverstand (nicht der vom Billa) fehlt irgendwie.

    • einbeinigegöttin | vor 2620 Tagen, 22 Stunden, 26 Minuten

      Selbst Nazi-Sprech wie "GutmenschInnen" verwenden und gleichzeitig Seriösität einfordern widerspricht sich, antoine.

  • nahkampfsau | vor 2621 Tagen, 19 Stunden, 37 Minuten

    Naja, so glatt geht die Sache hoffentlich doch nicht über die Bühne. Es gibt genug Menschen in unserem Staat, die widerstand leisten werden. Ich denke, dass ein Bürgerkrieg unvermeidbar sein wird. Allein schon wegen der Zustände, wenn eher bald Lebensmittel und Trinkwasser knapp werden.

    Ich sehe da vor allem ein Problem in der EU - es werden Truppen ins Land kommen, um die "Aufständischen" niederzumachen. Klarer Fall: Die EU hat nichts von all dem gehalten, was man uns versprochen hat. Und wo sie tatsächlich hätte funktionieren können, ist sie jämmerlich gescheitert - Schüssel hat uns jahrelang gegen die EU ausgespielt, um Innenpolitik damit treiben zu können.

    Security-Demokratie: Ich finde, dass das Wort nicht verwendet werden sollte - Demokratie wirds keine mehr geben, auch nicht das Zerrbild davon.

    Auf dieses Posting antworten
    • harald123 | vor 2621 Tagen, 18 Stunden, 54 Minuten

      nickname-technisch bist du eh schon gerüstet für deinen bürgerkrieg

    • pixacao | vor 2621 Tagen, 5 Stunden, 15 Minuten

      : )

    • stecher | vor 2621 Tagen, 5 Stunden, 12 Minuten

      Schwachsinn: Die Behauptung, die EU hätte uns nichts gebracht, ist völliger Topfen. Okay, das von Haider so enthusiastisch angekündigte Schildlausjoghurt existiert nicht, ebensowenig die Blutschokolade.

      Bezüglich Schüssels unsäglichen Methoden geb ich dir recht, aber das war kein Versagen der EU, sondern der ÖVP.

  • altruist | vor 2622 Tagen, 9 Minuten

    Das alles darf auch im globalen Zusammenhang gesehen werden

    Dass wir von Teilen der Eliten von vorne bis hinten betrogen werden, wissen wir nicht erst seit Julius M. V. sondern vielleicht schon seit Semperit.
    Die Spalter der Gesellschaft feiern Erfolge - die Versöhner werden nicht einmal mehr belächelt. Das ist jetzt schon Realität. Daher ist Blumenaus Zukunftsszenario durchaus schlüssig. Mir persönlich geht in Blumenaus Perspektiven der Einflussfaktor "Zunehmende Verarmung" ab, der in den nächsten Jahren entscheidende Dynamiken auslösen wird. Ein Vortrag von Andreas Clauss, einem Physioökonom, erklärt hier wesentliche Zusammenhänge:

    http://www.videogold.de/vortrag-crashkurs-geld-und-recht-andreas-clauss/

    Auf dieses Posting antworten
    • voicefromeurope | vor 2621 Tagen, 23 Stunden, 38 Minuten

      der kontext...

      ...ist schon eher weltverschwörungstheoretisch auf illuminatenniveau.

    • voicefromeurope | vor 2621 Tagen, 23 Stunden, 36 Minuten

      "die planen über generationen, die sind richtig gut"

      naja.

    • voicefromeurope | vor 2621 Tagen, 23 Stunden, 29 Minuten

      aha

      Die 12 Sterne in der EU-Fahne "symbolisieren die 12 Stämme Israels".

      Also auch das antisemitische Ressentiment, New-World-Order-Thesen, bla blubb. Kann man abhaken, das Video.

    • dilak | vor 2621 Tagen, 8 Stunden, 32 Minuten

      eben

      weiß doch jeder dass die 12 Apostel damit gemeint sind.

  • unami | vor 2622 Tagen, 59 Minuten

    das unterschwellige "den Menschen erfolgreich einreden, dass es eh keinen Unterschied gibt zwischen der aktuellen ungeliebten Demokratie und dem starken Führer" ist mir bis jetzt noch nicht so aufgefallen (vielleicht ist's noch zu unterschwellig). kannst du dafür ein paar beispiele nennen ?

    ansonsten gebe ich dir recht, dass die schon länger am horizont aufgetauchte sicherheitsgesellschaft mittlerweile wohl mehr als nur eine möglichkeit unter vielen darstellt. trotzdem, vielleicht/hoffentlich bewirkt das auch eine neu-politisierte, zivil couragierte und (elektronisch) vernetzte gegenbewegung. deswegen weiß ich auch nicht ganz, ob ich's gut oder schlecht finden soll, dass ich angst vor einer autoritäreren gesellschaft empfinde. (schlecht, weil angst auch von der "anderen seite" instrumentalisiert wird; gut, weil sie mich eben auch zum handeln bewegt)

    Auf dieses Posting antworten
  • voicefromeurope | vor 2622 Tagen, 1 Stunde, 32 Minuten

    Klarstellung

    Hallo!

    Nur um das nochmal klarzustellen (hier ist mehr Platz als auf Twitter):
    Die Situation ist in Österreich tatsächlich sehr kritisch, wie Sie schreiben.

    Wir hatten bekanntlich -- abgesehen von einem rigorosen Spitzelstaat in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunders und einem letzten Aufbäumen absolutistisch-neurotischer Staatsmacht bis zum 1. WK -- nach dem 2. WK keine ernsthafte Entnazifizierung und keine allgemeine Auseinandersetzung mit unserer Kriegsschuld, schon gar nicht mit dem von Österreichern mitbetriebenen Holocaust.

    Die österreichische Medienlandschaft wurde sich mehr oder minder selbst überlassen und ist heute eine nahezu undurchschaubares, demokratiepolitisch nicht vertretbares Machtknäuel. Die Schul- und Universitätslandschaft hat jahrzehntelang mehr oder weniger im eigenen Saft gekocht. Unsre Eltern sind in vielen Fällen noch von Nazis unterrichtet worden.

    Alle Deutschen, denen ich in Österreich begegne, sind über diese Zustände entsetzt. Und das liegt sicher auch daran, dass Deutschland, nicht Österreich Hauptzielgruppe der alliierten Entnazifzierung und Reeducation war, dass dort die Medienlandschaft unter scharfen Kontrollen nur langsam wieder sich selbst überlassen wurde und dass Deutschland einfach größer ist: Es gibt weniger Möglichkeiten zur Klüngelbildung, es gibt nicht einen wichtigen Sender, sondern viele, nicht 1-2 Qualitätszeitungen, sondern etliche, es gibt unüberschaubar viele Studien- und Forschungsstiftungen etc.

    Diese Weite,...

    Auf dieses Posting antworten
    • voicefromeurope | vor 2622 Tagen, 1 Stunde, 31 Minuten

      Diese Weite, denke ich, könnte Österreich grade in dieser gefährlichen Situation sehr gut tun. "Daher find ich die Vorstellung Österreichs als dt. Bundesland gar nicht schlimm" -- so mein Tweet, und das ohne nationalistischen oder völkischen Hintergedanken, hab ich noch klargestellt. Muss man nicht teilen, ist aber schon eine deutlich andere Begründung als die Vereinigung aller Deutschen in einem Land, die mir herzlich schnuppe ist.

      Der zweite Tweet war Sarkasmus, wie gesagt: In Deutschland würde nämlich imho eine FPÖ heute untergehen; daher wären sie wohl als erste dagegen und lieber in ihrem österreichischen trüben Teich weiterfischen.

      Es war mir ein Bedürfnis, mich noch einmal erklären zu können; ich hoffe, Sie akzeptieren das. Wie gesagt verstehe ich, dass sie mit den im Twitter-Kontext zweideutig geblieben Aussagen nichts zu tun haben wollen.

    • os84 | vor 2622 Tagen, 1 Stunde, 22 Minuten

      dank langjährigen satellitenempfang hat österreich auch diese mediale weite ohne zweiten "anschluss". :) die zeiten in denen man nur ORF empfangen hat, waren vor-vorgestern

    • bensch | vor 2622 Tagen, 1 Stunde, 17 Minuten

      Es geht leider auch darum, wie sehr die österreichischen Medien von österreichischen Politikern abhängen.

      Nicht nur darum, was wir aus dem Ausland durch Medien mitbekommen; das ist ohnehin durch Internet für jeden, der will, gegessen, sondern um die österreichische Innenpolitik, die Berichterstattung darüber und die betreffende tagesaktuelle Meinungsbildung in österreichischen Medien.

    • caveb | vor 2621 Tagen, 6 Stunden, 35 Minuten

      hier kann die EU punkten und zugang für uns kleine österreicher die, die schlesischen kolonien etc verloren haben... hey, die argumente kommen aus dem jahr 1919

      mit der EU kannst du genauso in germanien deine quali zeitungen und forschung machen...
      denn immer weniger wichtiger wird dann welche nationalität im pass steht...

      aja und das mit FS1 und SAT fernsehen wurde eh schon gesagt...

    • voicefromeurope | vor 2621 Tagen, 4 Stunden, 39 Minuten

      ok
      scheinbar ist das reflexionsniveau hier niedriger als erwartet. ist mehr so ein plapperforum von und für leute, die gern mal ihren instinkten folgen und lieber net zu viel denken.

      die zeitverschwendung geb ich mir nicht.
      beste grüße!