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Musik, Film, Heiteres

Martin Blumenau

Martin Blumenau

Geschichten aus dem wirklichen Leben.

24. 6. 2009 - 19:38

Journal '09: 24.6.

Die Verachtung der Jungen, die Verachtung der Aktivisten. 2009 - Das Jahr, in dem Österreich kippt, die dritte Runde.

Ich war gestern recht froh, dass alle Einwände, die man gegen das Journal von vorgestern haben kann, von jemandem kamen, der die neue Generation vertritt.
Ich hätte die Referenzen, die Tom Schaffer in seiner Replik als Gegenbeispiele angeführt hat, wahrscheinlich auch rausstreichen können - es wäre allerdings weniger glaubhaft, weniger bestimmt gewesen.

Ich gebe ihm also recht; einerseits.
Isoliert betrachtet.
Im Gesamtzusammenhang aber muss ich widersprechen.

Das hat damit zu tun, dass ich all diese Widerständigkeiten seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten verfolge und kenne; ihr wellenförmiges Auftreten, immer dann, wenn die Lage unerträglich wird, wenn die Menschenwürde, der demokratische Grundkonsens, auf dem die 2. Republik fußt, und zentrale Moralvorstellungen unterminiert werden; ihre im Moment dann große gute Wucht und die unmittelbaren Auswirkungen; aber auch ihr immer schnelleres Versickern.

Das mit der Unumkehrbarkeit

Und, vor allem, das immer kleiner werdende Umfeld derer, die mit anstrengenden Themen wie einem Selbstverständnis als Citoyen, Zivilcourage und einem offenem Umgang mit dem Fremden, dem Neuen, dem Anderen, überhaupt noch ansprechbar sind.

Diese schwindende Basis ist das Hauptproblem; und auch der Grund, warum ich die Entwicklung als gekippt betrachte und sowas wie Unumkehrbarkeit konstatieren muss.

Zudem kann ich den von Tom an den Tag gelegten Optimismus, was Parteien und Medien betrifft, nicht teilen.

Im Handling der Medien sind die Populisten (sofern sie nicht eh selber die Herausgeber sind) um ein wesentliches besser als die guten Kräfte (zudem: Wer soll denn das im Medienbereich überhaupt sein?).
Und dass der Partizipations-Gedanke des Web 2.0 die Menschen bessert, ist leider auch nur ein naiver Ansatz. Wichtig werden auch hier (wie im Web 1.0) die Bürowitze und Katzenbilder sein, die demnächst dann durch Ausländer- oder Judenwitze ersetzt werden.

Die Grünen sind so planlos wie noch nie in ihrer Geschichte, inklusive Vorgeschichten als Bewegung: Sie stehen inhaltlich für nichts.
In der SPÖ gab es über die letzten Jahrzehnte immer ein intellektuelles Nachdenk-Zentrum (mit diversen Künstlern im Umfeld) - auch das ist nur noch Geschichte und nicht wiederbelebbar. Sonst ist die SP wie die VP geworden: eine "IG Machterhaltung" bar jeder ideologischen Selbstverantwortung. Mittlerweile haben nicht mehr nur die Intellektuellen der Großparteien keine (Macht-)Basis, sie wird zunehmend auch den wenigen verbliebenen Sacharbeitern entzogen.

Das mit dem letzten Backlash

Es fehlt also jegliche Struktur, die - wie in den USA - auf eine Betonkopf-Politik eine Grassroots-Bewegung folgen lassen kann. Und auch die angesprochene Möglichkeit des "letzten Backlash", nach dessen Schock dann alles besser würde, kann damit enden, dass wir (um meinen Freund Fred zu zitieren) mit einem Innenminister und Vizekanzler Strache aufwachen; und dass der "Schock" dann ebensowenig ein nachhaltiger sein wird, wie der, den die Wende-Regierung ausgelöst hat.
Alles nämlich, was dadurch ins Bewusstsein der in diesem Jahrtausend Sozialisierten eindrang, war die gesellschaftliche Zurkenntnisnahme der Anwesenheit von Xenophobie, Antisemitismus, herbeigeredeter Wertlosigkeit demokratischer Grundstrukturen und der Akzeptanz von radikalisierter Sprache darüber.

Und es gibt eben genau keine kritische und wehrhafte Masse, es gibt keine Bürgergesellschaft. Ein hin und wieder sich selber einfliegender Andre Heller eignet sich bloß zur Parodie einer solchen Bewegung.

Die von Tom "Irren" genannte Gruppe der Kräfte, die bewusst eine autoritäte Security-Variante von Schein-Demokratie anstreben, sind - und das bereits seit Jahren - nicht mehr klar zu verortende Bösewichte; sie sind auch nicht irr.

Diese Gruppe ist größer und breiter, als sie je wahr.

Sowohl die aktiven Betreiber, als auch die lauten (Stammtisch-)Zustimmer als auch die stummen (Mehrheits-)Abnicker. Sie erfahren neue Unterstützung durch eine Gruppe, die ich die Hämer, nein besser die Maliziösen nennen möchte.

Das mit den Maliziösen

ist natürlich komplex. Es hat viel mit gegenseitiger Verachtung zu tun; einer Emotion, die interessanterweise keine Todsünde ist, wohl weil die diese installierende Kirche sie brauchte, um auf andere Religionen herabblicken zu können.

Die Verachtung ist ein wichtiges Mittel der Populisten. Verachtet wird der politische Gegner, verachtet wird der konstruierte Feind - und zwar in einer Art und Weise, die beide nicht mehr als zur gleichen Gattung gehörig geltend machen.
Dass z.B. im Strache-Wahlcomix alle "Anderen" nur über Tierköpfe/-körper verfügen, spiegelt diese Grund-Strategie deutlich wider.

Verachtung ist überall.

Wenn die jungen Vorstädter (ganz egal ob white Trash oder 2. Generation) zum Praterdome pilgern und dabei am Fluc vorbeikommen, erklärt einer dem anderen, dass alle, die dort hingängen, eh einfach nur schwul wären, "verstehst, sind alle schwul".
Das bezieht sich nicht auf die Sexualität, sondern den Bewusstseinszustand. Dort sind die besser Ausgebildeten daheim, die die eine Chance haben im gesellschaftlichen Ranking, die sie selber nie bekommen werden, also lauern Neid und Frust, also wird eine offene und neugierige Grundgesinnung als "schwul" gebrandmarkt. Auch im Gegensatz zu den eingefahrenen Strukturen der neuen Prolo-Kultur, die sich aus unverdauten Überresten der machoiden Zuwanderungs-Communities und der atv-Tausche-Familie-Weltsicht zusammensetzt.
Umgekehrt verachtet der Fluc/Planetarium/Pratersauna-Heini natürlich den Praterdome-Geher als in jeder Hinsicht bewusstlosen Abloser, als jemanden, der die geringe Chance nicht einmal sucht.
Und das im Bewusstsein, dass die eigene prekäre Grundsituation sie nur knapp über die Chancenlosigkeit der anderen erhebt.
Die können nämlich nicht einmal mehr den Working-Class-Klassiker als Popstar oder Fußballer geben, weil es auch dafür mittlerweile erhöhte Anforderungsprofile gibt.

Das mit der Verachtung

Eine der besseren Chancen aus der Spirale rauszukommen wird künftig das direkte Engagement bei den Populisten sein, egal ob als Security, als Jugend-Kontaktperson oder gar als Kandidat.

So etwas wie eine Basis-Solidarität zwischen Jungen wird es künftig nicht mehr geben. Auch nicht zwischen jugendkulturellen Stämmen, denen Toleranz untereinander heute noch etwas bedeutet, das wird sich zunehmend verflüchtigen.
Die Verachtung wird zu Kämpfen führen, die nicht wie in den seligen 80ern (z.B. Mods - Skins) aus politischen Gründen geführt wurden, sondern (wie z.B. in Lateinamerika oder im Osten) aus Gründen einer aufgesetzten Verachtung (unwertes Leben, Elois - Morlocks) geführt werden. "Nicht-Schwule" werden "Schwule" dreschen.

Da weiß ich teuflisch gut Bescheid: Das ist meine Generation. Und ja, ein erheblich Maß an Selbstkritik ist da dabei.

Dazu kommt die Verachtung der Maliziösen, eines Großteils der Versager-Generation der 35- bis 50-Jährigen.
Die sind mit großen Ansprüchen an sich selbst losgestartet, waren grün- oder sonstwie bewegt und haben nichts erreicht. Mittlerweile sind sie angekommen in bürgerlichen Berufen (als letzte Generation mit brauchbaren Arbeitsplätzen) und befinden sich im Abwehrkampf: um ihre halbwegs abgesicherten Rechte, ihre neu entdeckten Familienwerte, ihren wiederentdeckten strukturellen Konservativismus, vielleicht sogar Katholizismus.
Sie leisten ihren gesamtgesellschaftlichen Beitrag, haben aber noch nichts zu sagen, fühlen sich als Sandwich-Generation eingesperrt. Gegen die Älteren opponieren sie mit Ignoranz (anrennen lassen...) und gegen die Jüngeren mit einer neuen Gehässigkeit.

Das mit dem Bildungs-Neid

Die Häme, die von dieser Generation der vor ihren eigenen Ansprüchen versagt Habenden den Jungen, den Aktiven gegenüber versprüht, ist atemberaubend; sie war noch nie so umfassend und groß; sie wurde aber eben auch noch nie so heftig befeuert, mit populistischen Neid-Standards.

Verachtung gibt's auch durch das Bildungsgefälle.
Man sollte nicht glauben, wie viele Menschen es gibt, die sich seit Jahren (negativ) über ihre fehlende Uni-Zeit definieren und das in Verhöhnung all derer, die diese Chance halt hatten, rauslassen.

Und in der Häme über die, die was machen, die vor Aktivität glühen, die sich einsetzen (wenn auch manchmal plump und fehlerbehaftet) und dadurch automatisch Öffentlichkeit und Applaus bekommen (denn: wer tut schon überhaupt was, hierzulande?) trifft sich diese Koalition der Übergöße: die hoffnungslosen Modernisierungs-Verlierer, der in den Konsumrausch ausweichende White Trash, die in ihrer überwiegenden Mehrheit zukunftslose 2. und 3. Generation, diejenigen, die das früher auch erfolglos probiert hatten und den Frust darüber heute auf ihre Nachfolger projizieren, die Bildungsneidigen, natürlich auch diejenigen, denen dank ihrer Herkunft ein Platz im Machterhaltungssystem sicher ist und selbstverständlich die Populisten, die in dieser kleinen Gruppe der Jungen und Aktiven ein ideales Feindbild für alle aufbauen können.

Diese Koalition der Übergröße war noch nie so stark und mächtig. Deshalb sind Vergleiche mit den 30ern, als mehrere große Lager gegeneinanderstanden, nichtig.

Das mit der Koalition der Übergöße

Die "heftige Zustimmung einer breiten Mehrheit", die ich vorgestern beschrieben habe, wird - auch - auf genau diesem Feindbild reitend zustandekommen.

Tut sie in Wahrheit jetzt schon.

Schaut euch die öffentlichen und privaten Reaktionen auf alles, was widerständisch, aktivistisch daherkommt und womöglich sogar noch von Jungen getragen wird, einmal genau an.
Hört die hämisch-altklugen Besserwissereien derer, die bereits vor Jahren aufgegeben haben und sich in ein privates Biedermeier flüchten.

Alle die haben bereits (und mehrheitlich) entschieden, dass das Biotop Österreich gekippt ist. Nicht die offensichtlich Bösen oder die "Irren" des Tom Schaffer. Sondern die (noch) heimlichen Abnicker der ganz normalen Verachtung für die Jungen und Aktiven.

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  • gunki | vor 962 Tagen, 20 Stunden, 1 Minute

    "Schaut euch die öffentlichen und privaten Reaktionen auf alles, was widerständisch, aktivistisch daherkommt und womöglich sogar noch von Jungen getragen wird, einmal genau an."

    es ist in der tat immer wieder unpackbar wie grundlos (?) bösartig die von dir beschriebenen reaktionen immer wieder sind. regelmäßig nachzulesen in den kommentaren zu entsprechenden artikeln

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  • citruss | vor 963 Tagen, 10 Stunden, 5 Minuten

    guter artikel, ich finds auch gut das ein bisschen an den "wortkunstwerken2 gespart worden is. ich würd die artikel eigentlich ganz gerne lesen, nur versagt sich mir der sinn vieler sätze einfach oft.
    schätze das hat mit der zielgruppe zu tun. also falls es möglich ist und dem journalistenego nicht zu sehr weh tut, bitte manchmal die klaare sätze statt komplizierten wort kunst griffen.
    dann erreicht die nachricht vielleicht auch das volk :)

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  • altruist | vor 963 Tagen, 10 Stunden, 12 Minuten

    Der Artikel überzeichnet in manchen Punkten doch enorm: Ständig unserer Gesellschaft die Zivilcourage abzusprechen erscheint mir gefährlich. Im ruralen Bereich (dem ist mindestens die 1/2 der österreichischen Bevölkerung zuzurechnen) herrscht weiterhin breite Ehrenamtlichkeit und zwar meist mit viel Zivilcourage.
    Die Grünen sind nicht planlos, sondern haben inhaltlich ein klar strukturiertes Programm. Eine derzeit im Aufbau befindliche Strategie kann nicht als nachhaltig planlos bezeichnet werden.
    Der SPÖ ihr intellektuelles Nachdenkzentrum wegzuschreiben ist schlichtweg eine Falschmeldung. Deren Anregungen aus der Kunst waren zwar leider immer schon dürftig, jedoch sind sie da und allemal Potenzial einer Gegenbewegung.
    Bei den Sozialpartnern, dem AMS und in hunderten anderen gemeinnützigen Vereinen - arbeiten weiterhin unzählige Intellektuelle und tausende echte Hoffnungsträger von Fairness und Demokratie. Deren Macht äußerte sich immer schon an ihrem Einfluss auf die 1. Garnitur - zugegeben: Dieser Einfluss scheint derzeit gering, aber das war schon mal anders und kann in einem Jahr wieder ganz anders sein.
    Es existiert also weiterhin eine Struktur, die eine Gegenbewegung zur derzeitigen Ohnmacht zulässt - sie ist halt medial derzeit nicht sichtbar. Bei Kongressen, Symposien, Zukunftsforen oder Klausuren etc. über Migration/ Bildung/ Kultur/ Wissenschaft und Forschung etc. trifft man diese Leute -...

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    • altruist | vor 963 Tagen, 10 Stunden, 11 Minuten

      ... trifft man diese Leute - massenhaft.
      Sie sind nicht xenophob, sie sind intellektuell, sie kämpfen um Arbeitsplätze, um Integration und sind Entscheidungsträger in Abhängigkeit der ihnen zur Verfügung gestellten mangelhaften Ressourcen. Sie bewegen trotzdem irrsinnig viel in diesem Land - zwar meist nur im kommunalen Bereich, aber das summiert sich. Diese und viele der Menschen, denen sie tagtäglich helfen, sind die Schläfer der Gegenbewegung, die Blumenau als kaum mehr existent sieht.
      Wenn Blumenaus Artikel lediglich warnen und wachrütteln soll, dann ist er richtig und gut. Ansonsten prognostiziert er ein auf Absolutheiten basierendes Szenarium, das so unwahrscheinlich ist, wie ein Sieg der USA über Spanien :-)

    • wedge75 | vor 963 Tagen, 8 Stunden, 34 Minuten

      mit "warnen und wachrütteln" hast du vollkommen recht. sehe ich auch so! in der lethargie dämmernd brauchts aber auch sowas scharfes, vor allem die wirklich jungen

  • umbertouno | vor 963 Tagen, 14 Stunden, 7 Minuten

    First conquer your own inner fascist

    danach kannst du dir um die Lage der Nation immer noch Sorgen machen.

    Das hier manches im Argen liegt, mag schon stimmen, von der Projektion persönlicher Denkmuster eingefärbte Pseudo-Analysen wie die oben dargebrachte, erweisen der Demokratie jedoch - so sie überhaupt etwas bewirken - einen Bärendienst, wenn sie deren Untergang herbeischreiben wollen.

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  • lageos | vor 963 Tagen, 15 Stunden, 55 Minuten

    Na wenigstens...

    ... gibts keine 16 er Regionalliga.
    In Österreich muß man Optimist bleiben und sich an kleinen Dingen erfreuen oder man verzweifelt.
    Anscheinend mach Dummheit glücklich?

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  • zikmund | vor 963 Tagen, 17 Stunden, 49 Minuten

    Die Vorstädter (GF,WU,BN,SP,etc) gehen nie am Fluc vorbei wenn sie in den Dome gehen, weil sie nämlich alle bei mir im Stuwerviertel mit ihren Karren parken und das nicht am Weg liegt.
    So eine Großraumdisco mitten in der Stadt ist ähnlich sinnvoll wie Heizdecken in der Sahara.

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  • blackjelly | vor 963 Tagen, 20 Stunden, 50 Minuten

    ich weiß ja nicht, wo der herr blumenau genau seine urbanen kreise auf den asphalt zu sohlen pflegt, aber der verdacht, der drängt sich auf wie ein versprengter schaß: gar raumgreifend sind die radien der selben nicht immer, oder? weil: so tot, verstorben und ins archiv geheftet, wie hier beschrieben, ist die kritische intelligenz, also vornehmlich und zum kontext abgewogen, jene, die im umfeld der kunsterzeuger sich befinden oder selbigst solche sind, nicht; keineswegs sogar. aber auch ich dachte einst, die forellen wären ausgestorben, weil perdü aus meinem handwaschbecken keine sich zum teller ködern lassen wollte - ich empfehle also aus gelebter eigenerfahrung eine blickfelderweiterung und biete mich gerne zu optischen hilfeleistungen an, wenn bedarf.

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    • thomas1974at | vor 963 Tagen, 18 Stunden, 21 Minuten

      na genau

      .....jene, die im umfeld der kunsterzeuger sich befinden oder selbigst solche sind,...

      die immerselbe leidige diskussion über kunstschaffende = haben sie nun eine fumktion in der gesellschaft oder sind sie nur ein fortsatz der daran herumbaumelt und sich das lassen der ebenso erwähnten schaase von dem geld das der arbeiterschaft im kapitalistischen systemn geraubt wurde aushalten!

      wie ich finde ist gerade in österreich die antwort sehr klar und einfach :die österreichischen "künstler" haben keine funktion und sind somit ebenso mitverantwortlich für das herschende klima! politisch prostituiert oder ans musikantenstadl/ambros -schifoarn klientel verkauft gibt es keine gesellschaftliche relevanz ....

      aber sich gegenseitig die eier kraulen und sich im eigenen intelektuellen erguss suhlen das können alle .....jene, die im umfeld der kunsterzeuger sich befinden oder selbigst solche sind,...

    • wedge75 | vor 963 Tagen, 17 Stunden, 59 Minuten

      also jetzt auf zb. künstler hinzuhauen ist
      1. nicht sinn der sache, weil wir alle (arbeiter, künstler, selbständige ...) schuld haben. sich jetzt gegenseitig die augen auszukratzen und in grabenkämpfe zu verfallen, wo sich auch noch gleichgesinnte aufreiben, bringt uns dem drohenden autoritarismus nur noch schneller näher!
      2. das ein ausgrenzen und verachten ist, was ja genau zu den hiesigen problemen beigetragen hat

    • thomas1974at | vor 963 Tagen, 17 Stunden, 33 Minuten

      ach es haut ja eh niemand hin ....

      der spruch das die intelektuelle elite ja eh in form der kunstschaffenden da wäre nur eben nicht gesehen wird hat mich provoziert, syr mein fehler!

      um schuldzuweisungen gehts wirklich nicht , war auch nicht so gemeint ! und ich grenze niemanden aus und für verachtung ist in meinem leben kein platz ....

    • blackjelly | vor 963 Tagen, 16 Stunden, 41 Minuten

      lieber thomas1974at,

      ich weiß nicht über welche kunstszene du dich so empörst, es ist aber wohl eine, wie ich vermeine, die entweder ich nicht oder du nicht kennst... die diskussion, ob kunstschaffende eine funktion in der gesellschaft haben, die kenne ich eigentlich nur von seiten einer klientel, der ich dich nicht zurech(ts)nen will. im übrigen setzte man sich einmal mit der literaturgruppe "perspektive" auseinander, wenn man ein fallbeispiel haben will, für das, auf das man schimpft.

  • heinzheinrich | vor 963 Tagen, 21 Stunden, 45 Minuten

    Auch wenn ich vielem zustimme...

    was da in den letzten 3 texten geschrieben wurde so stört mich doch die relativ simple herangehensweise auf basis derer schlüsse gezogen werden. ich wundere mich mit welcher selbstversändlichkeit da gesellschaftliche umbrüche vohergesehen werden. insbesondere die reduktiv kausal untermauerte argumentation stört mich. denn einerseits wird das fehlen einer intellektuelle elite die prospektiv final denkt und agiert bemängelt, andererseits folgen die argumentationslinien diesem grundsatz selbst nicht, sondern folgen dem schema: 2+2 ist 4. klingt logisch und ist es vielleicht auch. in bezug auf die gesellschaft und deren entwicklung kann 2+2 aber auch 5 sein. oder 3. oder was ganz anderes. denn was meine erfahrung betrifft, handeln wir menschen – individuell und kollektiv – in der regel heuristisch. müssen wir auch. denn alle alternativen abzuwägen und letztendlich die im sinne unseres ziel logisch beste entscheidung zu treffen, ist - ganz abgesehen davon, dass es für niemanden „computable“ wäre - einfach unökonomisch. insofern ist die unterstellung einer von menschen nachvollziehbaren logik im handeln bzw. in sozialen vorgängen irreführend und die prognose auf basis einer solchen absurd. dieser ansatz ist mir zu rationalistisch und führt letztendlich auch zu der für diese denkweise typischen schwarzmalerein....

    Auf dieses Posting antworten
    • heinzheinrich | vor 963 Tagen, 21 Stunden, 44 Minuten

      ein mensch und auch ein system von menschen ist kein stein

      der wenn man ihn auf eine bestimmte art und weise tritt immer gleich reagieren wird - dessen flugbahn man auf basis irgendwelcher gesetze berechnen kann. jeder tritt verändert einen menschen bzw. menschensystem und führt dazu, dass die reaktion auf den nächsten tritt ganz anders aussieht. denn ein mensch bzw. ein kollektiv kann den anderen bzw. das andere nicht induktiv strukturell verändern. er/ es kann ihn/ dieses destruktiv strukturell verändern. und das bedeutet letztendlich tod. wieso hat man dann den eindruck, dass diese induktiven veränderung sehr wohl statt finden – sich menschen im sinne der mächtigen von diesen beeinflussen lassen ohne (sozial) zu sterben. meine antwort: sieht sich ein mensch in seiner autopoese gefährdet, simuliert er der macht die in ihn induktiv strukturell verändern möchte eben diese, um der destruktiven veränderung zu entgehen – er ist nicht zwangsläufig tot er stellt sich tot. Auf dieser basis funktioniert macht.

    • heinzheinrich | vor 963 Tagen, 21 Stunden, 43 Minuten

      doch nur weil sich im moment eine große masse tot stellt

      heißt dass nicht dass sie es ist, dass der intendierte wandel der machthaber auch gegriffen hat. es heißt natürlich auch nicht das gegenteil. doch nachdem sich auf basis der strategieinduzierten trägheit des momentanen machtblocks ständig nischen auftun, die die leute zur gegenwehr im operativen alltag einladen und diese auch vermehrt angenommen werden, sehe ich zunehmend den wunsch nach verantwortung und die absage an eine entwicklung in richtung Autoritarismus.

  • os84 | vor 963 Tagen, 22 Stunden, 13 Minuten

    die häme/verachtung ist stärker als...? wann war das anders?

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  • thomas1974at | vor 963 Tagen, 23 Stunden, 35 Minuten

    selbstkritik eines mid 30igers ???

    ok ich bin auch ein mid-30iger und ich erkenne die beschriebenen phänomene teils an mir selbst resp. in meinem persönlichem umfeld ! also was tun ? blogs schreiben in denen man es anspricht? bildchen malen und damit auf die zustände der gesellschaft hinweisen wollen ? skulpturen schaffen , kunst im allgemeinen?? an lichterketten teilnehmen ? gegen burschenschaften demonstrieren? sich in elendige pragmatismus diskussionen verstricken mit menschen die ungewollt und unreflektiert den strukturellen Konservativismus als einzig lebbare philosophie betrachten??

    ich diskutiere immer noch, ich bilde mich weiter um die widersprüchlichkeit des ganze schei** besser zu verstehen und reflektieren / diskutieren zu können. Um wenigstens damit soetwas wie eine gedanklich selbstbestimmte existenz führen zu können! und nicht willenloses opfer von irgendwem/irgendwas zu werden!

    imo bleibt mir in zeiten wie diesen keine andere option!

    verachtung hat in meinem leben keinen platz.

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    • extraworst | vor 963 Tagen, 21 Stunden, 26 Minuten

      30iger (in Worten: dreissig-iger)

      Das Einzige, das man mit Sicherheit voraussagen kann, ist dass das dass vom das abgelöst wird.