Erstellt am: 29. 6. 2009 - 15:27 Uhr
Major Lazers globalisierter Dancehall
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Der Gringo mit den teuren Schuhen, wie Diplo von meinem Freund David so treffend bezeichnet wird, hat diesmal einen Abstecher nach Jamica gemacht, um gemeinsam mit seinen Produktionspartner Switch seine Version von gloablisiertem Dancehall auf die Welt loszulassen.

Diplo und Switch, die Soundwelt der beiden Herren kennen wir, auch wenn uns ihre Namen vielleicht nicht geläufig sind. Es sind die Producer, die sowohl an M.I.As als auch Santi Golds Klangkleid mitgewoben haben. Diplo ist Handlungsreisender in Sachen lokaler Beats, die dem Publikum dann zwischen Hong Kong, Birmingham und Oakland vorgespielt werden. Er sucht an Orten, an denen sich lokale Subkulturen gebildet haben, die aufgrund der politischen und sozialen Isolation noch nicht ihren Weg in die iTunes-Stores dieser Welt gefunden haben. In Interviews sagt Diplo recht deutlich, was ihn interessiert - und was nicht.

"The record it's not being taking very seriously it's more funny and I think that's what cool about our project is we where like: We're two white dudes doing a dancehall record but we're prooning as it's like a black superhero from Jamaica and the record is fun. It's not like gun talk it's more like silly and I think that we where doing a lot of influences in there that people would not expect and if you not havin' fun the music is not really a point to do it. I don't like to listen to serious music, I'm not into trance and drugs, I'm not into like hardcore jazz, I'm not into hip-hop about violence. I'm into like fun stuff. Club music and stuff the kids are into and I'm into like Soulja Boy even I like doing my dances and stuff at home when I'm alone on YouTube but if you not having fun I don't really see much point bringing a heart & soul into it."
In den Favelas von Rio de Janeiro hat er sein Herz an Baile Funk verloren, die "Favela on Blast"-Mixtapeserie gestartet und auch eine Doku mit gleichem Titel gedreht.
Als es ihn zum ersten Mal nach Jamika verschlug, fürchtete sogar die Promotions-Dame des jamaikanischen Plattenlabels um das leibliche Wohl Diplos, aber es gab keine Probleme sondern einen Haufen neuer Freunde und den Plan, ein Album in Jamaica zu produzieren.
Die Figur Majro Lazer ist ein jamaikanischer Söldner, der in den Zombiekriegen seinen Arm verloren hat und statt dessen jetzt einen Laser trägt. Die Comicwelt erinnert an die Masters oder Big Jim-Welten, in der viele kleine Kinder in den 80er Jahren ihre Nachmittage verbracht haben. Major Lazer ist laut Diplo auch ein Superheld der jamaikanischen Musikindustrie, der den Artists helfen soll, Wege aus der Krise der Musikindustrie zu finden.
Es ist ein Crossover-Album, man hört sehr viel der musikalischen Sozialisation der beiden Producer. Punk Samples, Surf Gitarren, ein bisschen Heavy Metal zum drüberstreuen. Diplo meint in Interviews, dass er mit diesen Dingen aufgewachsen ist und sie zurückbringen möchte. Und es funktioniert auch. Wir alles freuen uns doch, wenn wir unerwartet Elemente aus den Hits unserer Kindheit hören. Der nicht zu unterschätzende Retro Effekt.
Das Major Lazer Album ist kein normales, auf Riddims basierendes, Dancehall-Album. Es ist ein Album, das zwei erwachsene Kinder aus London und aus Philadelphia gemacht haben. Zwei erwachsene Kinder, die Reggae und Dancehall sehr lieben und ihre, mit musikalischen Spielereien durchsetzte, Version davon gemacht haben. Major Lazer ist reine Partymusik und hat keinen sozialen oder religiösen Hintergrund wie das Reggae Songs oft haben. Wenn jamaikanische Musiker Dancehall Songs als Party Musik konzipieren, dann sind diese Stücke doch oft wegen ihrer Explizitheit Kommentare und Zeugnisse der Probelme Jamaikas.
Die Major Lazer Welt von Switch und Diplo ist eine Fantasiewelt, voll mit Mobiltelefon-Trash Sounds, Surfgitarren, Punk und Heavy Metal Samples, MC-Gejaule in Autotune. Diplo war immer schon Meister darin, ungewohnte Elemente in seinen Sound einzubauen. Irritationsmomente, die die Geschlossenheit der Genres brechen. "Es war immer schon mein Anspruch, Ungewohntes in meinen Sound zu injizieren", so Diplo "ob ich jetzt einen Dubstep-Beat in ein HipHop-Stück einbaue oder versuche, House für ein Reggaepublikum zu machen - ich bin immer zuerst DJ und liebe es, die Stile zu mischen."

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