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Martin Blumenau

Martin Blumenau

Geschichten aus dem wirklichen Leben.

14. 7. 2009 - 16:26

Journal '09: 14.7.

2009 - Das Jahr, in dem Österreich kippt, Teil 7. Wie gefährdet ist unsere Demokratie, fragt Robert Misik. Und noch ein postdemokratischer Exkurs.

Vor über drei Wochen hab ich an dieser Stelle eine Debatte losgetreten - eher unabsichtlich. Mit einem Journal mit dem Titel Es ist vorbei. 2009 ist das Jahr, in dem Österreich kippt. Der Weg zur Security-Demokratie ist fix vorgezeichnet, in dem ich versucht habe, die vielen mulmigen Gefühle, die in den letzten Jahren gearbeitet haben, auf einen fassbaren Punkt zu bringen.

Die Reaktionen waren tiefgehend und weitreichend.
Immerhin.

Mir geht es in der seither, durch Zurufe, Verweise und andere Reaktionen entstandenen Reihe nicht darum, hier einseitig Schuld zu verteilen.

Denn: zum Kippen gehören immer mehrere.
Die, die aufschaukeln - weil sie's bewusst vorantreiben wollen.
Die, die das zulassen - weil sie's entweder so unterhaltsam oder gar eh "irgendwie richtig" finden oder weil sie über keinerlei Reflexionsfähigkeit oder weil sie über keinerlei Wehrhaftigkeit verfügen.
Und auch die, die den Boden bereiten, indem sie ein systemisches Problem nicht erkennen können oder wollen, von einem Behebungsversuch gar nicht erst zu reden.

Verdruss, Passivität, Ressentiment

Robert Misik, Österreichs bester Blogger und auch Vlogger, hat in diesem Zusammenhang - im Gegensatz zu mir - Hoffnung. Auch wenn die von ihm erwähnten Bedingungen, unter denen die "Verhängnis-Spirale" (schöner Begriff) noch aufzuhalten ist, wie ein Wunschzettel an ein demokratiepolitisch sehr fittes Christkind klingen.

Misiks Begleittext zu seinem Vlog (das auf misik.at , im Standard-TV und auf seinem Youtube-Kanal jede Woche zu sehen ist:
"Es gibt ein Parlament, es gibt Wahlen, es gibt eine Regierung, die sich auf eine Mehrheit im Nationalrat stützen kann und sie verwaltet das Land - meist nicht einmal schlecht.
Also, die Demokratie funktioniert ja prima. Aber sie funktioniert auch nicht: Immer mehr Leute haben das Gefühl, dass sie das eigentlich nichts angeht und dass sie 'denen' bei jeder Gelegenheit einen Denkzettel verpassen muss.
36 Prozent derer, die bei der jüngsten EU-Wahl zu den Urnen gingen, haben für populistische oder rechtsradikale Parteien gestimmt.
Und legt man die Zahl der Wahlberechtigten zugrunde, hat die 'siegreiche' ÖVP gerade mal 15 Prozent der Stimmen erhalten, die einst mächtige SPÖ hat nur mehr jede/r Zehnte gewählt.
Es gibt also eine massive Krise des Parteiensystems. Die Parteien umzirzen die Wähler mit blöden PR-Slogans, die quittieren's mit Verdruss. Das ist kein österreichisches Spezifikum, aber in Österreich noch mal spezieller, soll heißen: ärger.
Woran liegt's? Und kann man gar nichts dagegen tun? Darüber wird im Laufe der Sommermonate bei FS Misik in loser Folge nachgedacht."

Seht selbst: "Verdruss, Passivität, Ressentiment. Wie gefährdet ist unsere Demokratie? (FS Misik Folge 85)"

Apropos Postdemokratie

Noch ein paar Worte zum Begriff der Postdemokratie, der da bei Misik auftaucht, und auch bei Žižek vorgekommen ist.

Der erwähnte Colin Crouch hatte bei seiner Analyse Europa im Blick, nicht Österreich. Crouch besetzt den Begriff nicht positiv oder negativ, sondern beschreibt und analysiert. Er geht von der zunehmenden politischen Apathie aus, die auf die größer werdende Machtlosigkeit der Politik (ein kleiner Einspruch von mir dazu war Teil 5 dieser Reihe) gegenüber der tatsächlich die Geschicke lenkenden Wirtschaft zurückzuführen wäre. Schlussendlich, so beschreibt das Eberhard Rathgeb in einem Essay über Crouchs Postdemokratie-Buch in der FAZ , würde diese Entfremdung der Menschen von politischen Prozessen zu einer Politik hinter verschlossenen Türen und einem gebannten Starren auf das Funktionieren des Marktes führen.

Die Bürgergesellschaft, die auf Partizipation angelegt war, wird also zu einer output-orientierten reinen Konsumgesellschaft, in der nur noch die Ergebnisse, nicht aber die Prozesse zählen.

Man lagert die politische und damit auch die moralische Verantwortung also aus, in die Hände derer, die am besten um dieses Top-Geschäft werben. Das sind einerseits die Populisten, die sich das Vertrauen des Wahlvolks durch unerfüllbare Heilsversprechen und das Ausfindigmachen von Feindbildern und Sündenböcken erschleichen, andererseits die Bosse, die Mächtigen, denen ein Wahlvolk nicht nur (meist ja irrtümlich) Führungsqualitäten zuschreibt, sondern auch im Glauben, dass die sich nicht bereichern würden, weil sie schon reich wären (ein noch größerer Irrtum, der die Konstante "Gier" sträflich außer Acht lässt), delegiert.
Im wilden Optimal-Fall sind sie das in einer Person (Berlusconi, in gewissem Maß auch Haider).

Die spezielle Postdemokratie in Österreich

Also wird Berlusconi gern als Erklärungs-Maßstab genommen. Das verzerrt den Blick auf die Lage aber: was für ihn und Italien gilt, hat für die Entwicklungen zb in Ungarn oder Österreich wenig Belang.

Das hat etwa mit der einzigartigen Stellung der Kronen-Zeitung zu tun, die das populistisch-politische Mainstream-Denken des Landes vorgibt. Das hat mit der nie ernsthaft aufgearbeiteten und deswegen zum Spielball der Rechtspopulisten verkommenen Nazi-Vergangenheit zu tun, die zu einer Blockwarte-Mehrheit in der Bevölkerung geführt hat. Das hat mit einer dem speziell alpinen katholischen Provinzialismus geschuldeten xenophoben Abschottungs-Politik gegenüber den "Anderen" zu tun. Das hat mit der Vertreibung der Intelligenz, der nicht erfolgten Rückholung und der Marginalisierung des urbanen Bürgertums zu tun. Das hat mit einer unterentwickelten Schein- bzw Haberer-Demokratie zu tun. Das hat mit dem sehr österreichischen Konzept der Missgunst, das auch einem historischen Minderwertigkeits-Komplex entstanden ist, zu tun.

Das alles führte in den letzten Jahren zu (und ich wiederhol' mich jetzt, so sorry ...) einem Schlechtreden der demokratischen Werte zugunsten einer zunehmenden Beförderung nach starken Männern, zu einem mittlerweile flächendeckenden Delegieren von Verantwortung, also zu einer Ausreden- und Outsourcing-Gesellschaft und zu einer ständigen Neuvermessung moralischer Standards, einem dauernden Ausreizen.

Da die nachrückende Generation durch das postdemokratische Aufweichen ihrer Beiträge bis hin in die Bedeutungslosigkeit und andere Versäumnisse (etwa bewusste politische Bildung für die in den großteils undemokratischen Strukturen ihrer Herkunftsgesellschaften gefangenen Secondos) hier auch kein Hoffnungsträger, sondern - im Gegenteil - ein Brandbeschleuniger für den populistischen Flächenbrand sein wird, ergibt sich folgende groteske Situation:

Phantom-Schmerzen mit Breitband-Hämmern begegnen

In einem wirtschaftlich (Nummer 6 oder 7 weltweit), kulturell und lebensqualitätstechnisch (mit ähnliche Ranking-Zahlen) florierenden Land werden Phantom-Schmerzen zu einer zu behandelnden schweren Krankheit hochgepitcht, werden im weltweiten Kontext als Kinkerlitzchen nebenbei zu erledigende Probleme zu Katastrophen aufgeblasen.
Der große Herausgeber kann unhinterfragt eine "große Wendung", von der nicht nur er, sondern ganz Österreich träume, propagieren - ohne diese Heilsverkündung inhaltlich zu konkretisieren; es reicht Personen zu nennen.

Es reicht, weil der ganz spezielle (zuvor beschriebene) österreichische Mix das nicht nur zulässt, sondern sogar verlangt.
Und deshalb denke ich, dass auch die besten aller Maßnahmen-Kataloge jetzt nicht mehr effektiv greifen werden. Wenn Europa zunehmend in einer postdemokratischen Struktur versumpert, wird der österreichische Weg einer sein, der unserer speziellen Anmutung entspricht. Nicht der Realität wohlgemerkt, sondern der Selbstzuschreibung, die tief drin und dahintersteckt - also nicht der des Häuslbauers, sondern der des Kellerverließ-Errichters.

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Forum

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  • rriotrradio | vor 943 Tagen, 20 Stunden, 38 Minuten

    misik ist österreichs bester blogger?

    musste mich richtig überwinden weiterzulesen...

    was misik macht ist eher ideologiegetriebene polemik.

    Auf dieses Posting antworten
    • malefue | vor 943 Tagen, 13 Stunden, 24 Minuten

      und?

      widerspricht sich ja nicht.

    • malefue | vor 943 Tagen, 13 Stunden, 19 Minuten

      btw

      ich kenn den misik nicht wirklich.
      aber: das schöne am bloggen ist ja, dass man die pseudo-objektivität weglassen kann, mit der sich journalisten abplagen müssen und man einfach sagen kann was man denkt.

    • alpiarts | vor 943 Tagen, 12 Stunden, 49 Minuten

      word

    • rriotrradio | vor 943 Tagen, 9 Stunden, 56 Minuten

      au ja...

      ...das konnten sie seinerzeit im reichspropagandaministerium auch sehr gut...

      scheiss journalistischer ethos...aber echt...

    • alpiarts | vor 942 Tagen, 22 Stunden, 25 Minuten

      Im Reichspropagandaministerium wurde gebloggt?
      hui hui ...

    • rriotrradio | vor 942 Tagen, 21 Stunden, 4 Minuten

      >>alpiarts

      bist du überfordert?

    • alpiarts | vor 942 Tagen, 18 Stunden, 19 Minuten

      Unterfordert. Aber einen Lacher war Dein Witz wert.

    • malefue | vor 942 Tagen, 17 Stunden, 37 Minuten

      hehe

      blogger reichspropagandaministerium

      ganz oben auf meiner liste dummer nazivergleiche.

    • rriotrradio | vor 942 Tagen, 11 Stunden, 27 Minuten

      was ist das hier?

      eine legastheniker-selbsthilfegruppe? sinnerfassendes lesen würde nämlich deutlich vor augen führen, dass es den vergleich blogger reichspropagandaministerium nicht gibt. vielmehr geht es in polemischer form um die frage, ob objektivität im journalismus ein grundwert ist. denn misik ist ja ein journalist der sich des mediums blog bedient. zumindest verkauft er sich so.

      ich denke, jetzt ist es auch für die etwas benachteiligten nachvollziehbar erklärt.

    • dilak | vor 941 Tagen, 22 Stunden, 37 Minuten

      rrrrrrriot

      will mich hier als etwas benachteiligter zu wort melden:

      ich kann leider nicht erkennen warum du an das reichspropagandaministerium den anspruch hast dass es einen journalistischen ethos bzw eine objektivität an den tag legt.

      weil sonst hätten die ja objektive propaganda betrieben.
      geil.

      Na, also für mich nicht nachvollzeihbar erklärt. :(

    • malefue | vor 941 Tagen, 17 Stunden, 22 Minuten

      was der mensch der den weblog vollschreibt von beruf ist, ist ja erstmal wurscht, oder legst du bei bloggenden busfahrern auch standesethische maßstäbe an?

      p.s.: mit überflüssigen nazivergleichen um sich werfen zeugt auch nicht grade von hochbegabung, ad "benachteiligte"

    • rriotrradio | vor 941 Tagen, 11 Stunden, 19 Minuten

      >>dilak

      diese polemik war auf malefues gelästere über journalistische objektivität bzw. deren wert bezogen.

      >>malefue
      misik betreibt diesen blog nicht als privatperson...sondern als journalist.

      aber ich gebe dir recht...der vergleich war auch als polemik völlig überzogen.

  • thomas1974at | vor 943 Tagen, 21 Stunden, 17 Minuten

    misik & blumenau

    das dynamische duo! die beiden blogs die ich verfolge vereinen sich , einerseits schön andererseits hats ein bisschen was von gegenseitigem eierkraulen! aber gut es sei beiden gegönnt in diesem land wo diese art der analyse mehr befremdung auslöst als sympathie.

    die fähigkeit die gegenwart analytisch abseits des mainstreams darzustellen ist eine wichtige funktion im rahmen einer öffentlichen meinungsbildung! das die beiden damit in Ö so alleine dastehen ist ja schon bestätigung genug für das was sie von sich geben!

    lösungen wäre halt auch mal ganz nett nur ist mir klar das in einer demokratie diese lösungen nicht von kommentierern kommen können. visionen gibts halt keine mehr ....

    Auf dieses Posting antworten
  • os84 | vor 944 Tagen, 6 Minuten

    wohlstand macht schwach

    notstand macht kritisch?

    Auf dieses Posting antworten
    • alpiarts | vor 943 Tagen, 23 Stunden, 25 Minuten

      Notstand fördert autoritäre Strukturen.

    • os84 | vor 943 Tagen, 18 Stunden, 51 Minuten

      .. vorausgesetzt man berücksichtigt die lehre aus der vergangenheit. in jeder krise steckt bekanntlich auch eine chance. die hauseigenen erfahrungen mit autoritären sytemen könnten sich ja endlich als wirklich nützlich erweisen.

    • fenris79 | vor 943 Tagen, 18 Stunden, 47 Minuten

      in jeder krise steckt bekanntlich auch eine chance.

      so fern diese auch Wahrgenommen wird, und gerade das ist in AT nicht der Fall.

  • jumo1704 | vor 944 Tagen, 9 Stunden, 28 Minuten

    Seniorenclub der Marxisten und Pseudolinken !

    Nicht immer lernt man aus der geschichte. Mit ausgeluschten paranoia denken und linkslastigem geschwafel wird man die gegenwärtigen und zukunftigen probleme nicht beheben können. Mir gehen seit jeher
    diese sprechblasen debatten von irgendwelchen privilegierten intellektuellen pfeiffen auf die nerven die wissen wo es krankt in der republik od der welt an sich.Die sich reinfühlen können in die gedankenwelten von teilweise einfachgestrickten mindestlohnempfängern mit stupiden jobs oder karrieregeilen maschinen-fh-mag-menschen die in einem dauer-frühstückfernsehn-lifestyle-mq lüge festsitzen.
    Aber dennoch keine neue ideen aufzeigen können welche wege es gibt aus einem immer mehr um sich greifenden desintresse an sozialen und politischen entwicklungen der gesellschaft. Wie ein rattenschwanz verfolgt einem immer die faschismuskeule.Die nazizeit ist die lösung (ich meine die aufarbeitung). Es wird zu tode augeklärt und seziert bis zum lächerlichem " hitlers helfer,frauen,firmen,hunde od klofrauen".Jede diktatur ist ganz einfach und für mich persönlich ein wunderbares schauspiel der menschlichen existenz. Ein spiegel für jeden einzelnen wie labil und schwach man ist. Betroffenheit wird geheuchelt und viele andere totalitäre ideen und verbrechen nur am rande erwähnt od ganz verschwiegen. Die spö/övp/fpö haben in der zweiten republik das land untereinander bestetzt und verwaltet haben regiert und aufgeteilt. Nicht alles...

    Auf dieses Posting antworten
    • jumo1704 | vor 944 Tagen, 9 Stunden, 6 Minuten

      Nicht alles war schlecht aber vieles versäumt ( aufarbeitung der nazizeit und das gleich nach kriegsende, bildung, gesundheit, pensionen, beamten/verwaltungsreform od umwelt uvm).
      Auf das angesprochene schauen sie ins wahlvolk mit treudoofen kuhaugen und labbern von stabilität und "gegen strache" und das der koalitionspartner blockiert etc. und gähn u schnarch.
      Ich hab auch keine lösungen nur ein zitat von ferris bueller aus "ferris macht blau":
      "Ich bin nicht für faschismus oder irgendeinen "ismus". Man sollte nicht an einen "ismus" glauben, sondern an sich selbst".

    • alpiarts | vor 944 Tagen, 7 Stunden, 55 Minuten

      Und wieder Unterstellungen.
      Und: Du sagst selbst, dass Du keine Lösungen hast.
      Wäre vermessen, das von einem Journalisten zu erwarten. Er wirft seine Gedanken raus und schaut halt, was passiert. Das ist dann wichtig.

    • os84 | vor 944 Tagen, 12 Minuten

      der gute ferris war ja auch nie in einem faschistischen system eingebunden. :) für sich selber kann man das leicht festlegen

    • winterresidenz | vor 943 Tagen, 22 Stunden, 4 Minuten

      @jumo1704
      Du willst Lösungen? Die Lösung ist doch gerade, dass es keine einfachen Lösungen gibt. Darum geht´s nämlich meiner Meinung nach an dieser Stelle auch, dass wir versucht sind, denen zu glauben, die uns simple "Wahrheiten" vorsetzen. Lösungen kommen nicht von selber, sondern entstehen, wenn man sich ernsthaft mit der entsprechenden Thematik beschäftigt und sich darüber austauscht. Dass dir solch eine inständige Auseinandersetzung mit Problemen von "privilegierten, intellektuellen pfeiffen" mächtig auf die Nerven geht, zeigt ja schon, dass du an einer Beschäftigung mit Problemen nicht interessiert bist, sondern das glaubst, was dir die PR-Fuzzies an einfachen Lösungen vor die Füße werfen.

    • alpiarts | vor 943 Tagen, 12 Stunden, 44 Minuten

      Selber Pfeife. Sorry, aber das musste mal sein.
      Wieder diese Unterstellungen.

    • sackgasse | vor 942 Tagen, 13 Stunden, 22 Minuten

      es ist ganz witzig, wenn hier jemand seine meinung kund tut, die nicht den standard meinungsfloskeln die stur heruntergebetet werden übereinstimmt, wird man entweder ins lächerliche, rechte eck, oder sonst wohin gezogen.

      nur weil der liebe jumo1704 reaktionären realismus im krassen gegenstatz zum blinden götzendienst an sozialistischen linksradikalismus nach dem verzweifelten nachtrauenern des wirtschaftlich prostituierten systems der sozialdemokratie bekundet.

      und das alles von leuten die in der blütezeit (auslauf?) des pyramiden spiel des kapitalismus aufwachsen.

      @winterresidenz beteiligt sich jumo nicht an der diskussion hier? also beschäftigen in die dinge wohl schon (stichwort ernest hemingway - zwischen den zeilen lesen)

      fühlst du dich als intellektuller angesprochen?

      und woher weiß du was er glaubt

      o-ton sondern glaubst, was dir die pr-fuzzies an einfachen lösungen vor die füße werfen.

      das würd ich mal als unterstellung ansehen oder?

      @alpiarts gehen wir da d´accord ? immer diese unterstellungen !

    • winterresidenz | vor 942 Tagen, 11 Stunden, 46 Minuten

      also bis jetzt hat in diesem absatz noch niemand jemanden ins lächerliche oder rechte eck "oder sonst wohin" gestellt. im gegensatz dazu hab ich bis jetzt gelesen: marxisten, pseudolinke, blinder götzendienst am sozialistischen linksradikalismus. das versteh ich schon eher unter "jemanden in ein eck stellen", oder wie siehst du das?

      und keine sorge, nein, ich fühle mich nicht als intellektueller angesprochen. und ich würde auch blumenau oder die hier zitierten blogger nicht als intellektuelle bezeichnen. aber es gibt menschen, die beschäftigen sich ernsthaft mit problemen und wollen sich darüber mitteilen, anstatt auf stur zu schalten und zu sagen, man hätte ja sowieso auch keine lösung anzubieten und dann sei das eh alles sinnlose zeitverschwendung und fürn arsch. worauf ich hinaus will, und das habe ich bereits gesagt: lösungen erscheinen nicht irgendwann von selbst, sondern entstehen im denken und im dialog der menschen. und jeder hat das recht sich daran zu beteiligen.

    • sackgasse | vor 942 Tagen, 10 Stunden, 56 Minuten

      Nur sollte ein dialog möglichst alle anschaungen, ansichten und perspektiven in betracht ziehen, auch wenn mir die argumente nicht nur im ersten moment sondern grunsätzlich weder einleuchten noch gefallen.

      das mit blinder götzendienst am sozialistischen linksradikalismus kannst du dir auch gerne als "publikumsbeschimpfung sehen" wenn etwas übertrieben dargestellt wird od ungerechtfertigt radikalisiert wird - stelle ich mich queer gegen diese ungerechtigkeit oder aber filtere selbst hier die mögliche wahrheit heraus und denke darüber nach (innere dialog) und starte dann einen dialog. meiner meinung entstehen so lösungen und ansichten, aspekte. wenn einer vorbetet und die andern amen sagen das ist das halt ehre religion.

  • hprill | vor 944 Tagen, 10 Stunden,

    Meine Replik ist etwas länger, habe sie deswegen auf meinem Blog gepostet: http://bit.ly/4Akp71

    Auf dieses Posting antworten
  • godspeedyou | vor 944 Tagen, 11 Stunden, 43 Minuten

    "Ah-ah! Lisa, the whole reason we have elected officials is so we don't have to think all the time"

    homer simpson wurde in der heutigen folge diese zeile in den mund gelegt, deren aussage die derzeitige mentalität eines großteils der österreichischen wähler mmn ganz gut widerspiegelt und was die rechten parteien mit ihren plakativ provokativen parolen momentan immer noch überraschend erfolgreich auszunutzen wissen, wie die gestrigen umfragenwerte des standard zeigen. (vp 30, sp 26, fp 25, g 10, bz 6)

    Auf dieses Posting antworten
  • jennyand | vor 944 Tagen, 13 Stunden, 1 Minute

    schön, zu sehen, dass misik und blumenau, die sich in der sache ja weitgehend einig sind, dennoch zwei verschiedene positionen einnehmen. vorsichtiger optimismus und - notgedrungen - pessimistischer realismus vereinen sich und sprechen so jedenfalls mehr menschen an, als wenn sich die beiden ganz einig wären.
    denn darum geht es doch letztendlich: ein bewusstsein soll geschaffen werden für das wahrlich schlimme. nur so kann, imho, der tendenz (misik) oder dem zustand (blumenau) entgegengewirkt werden. danke, und viel glück dabei.

    Auf dieses Posting antworten
  • alpiarts | vor 944 Tagen, 14 Stunden, 21 Minuten

    Veränderungen schleichen sich oft heran, von hinten, langsam, über die Jahre, scheinbar unmerklich.
    thx.

    Auf dieses Posting antworten
    • endlessnameless | vor 944 Tagen, 10 Stunden, 15 Minuten

      verzeih mir die naive frage und die simple kategorisierung, aber denkst du da an positive veränderungen

    • alpiarts | vor 944 Tagen, 9 Stunden, 40 Minuten

      Eigentlich dachte ich an negative Veränderungen. Aber danke für den schönen Wink ...

  • grubsch | vor 944 Tagen, 17 Stunden, 17 Minuten

    wieder beschreibt der autor umständlich, WARUM und WIE die Republik seiner Meinung nach in eine "postdemokratische Security- Demokratie" kippt.

    WODURCH jedoch eine deratige "Security- Demokratie" konkret gekennzeichnet sein soll und WAS eine solche tatsächlich ausmacht, erfährt man nicht.

    Ergo eine nette Wegbeschreibung eines Weges, dessen Ziel im Nebulösen liegt.

    Auf dieses Posting antworten
    • blumenau | vor 944 Tagen, 16 Stunden, 25 Minuten

      gut beobachtet, grubsch.
      selbstverständlich kann ich nur beschreiben wie und warum was jetzt kippt. um die wegbeschreibung, auch wenn sie dir umständlich erscheint.

      über das wohin auskunft zu geben, also die zukunft vorherzusagen, den kaffeesud lesen, in den crystal-ball schauen, das kann ich nicht. es ist auch hier, in teil 7, nicht thema.
      die bestmögliche annäherung daran findet sich in teil 1.