Erstellt am: 28. 7. 2009 - 16:14 Uhr
Keine Plakate mehr vom "Mehr im Hemd"
Der Auslöser: die Will i mohr?-Geschichte.
Die Diskussion: Sprache und Sensibilität
Martin Blumenau zum Verlauf der Debatte in seinem Journal '09: 23.7.

Veronika Weidinger hat Karin Höfferer, die Pressesprecherin von Unilever Austria / Eskimo zum Verlauf der Diskussion innerhalb des Lebensmittelkonzerns und zum geplanten Verbleib des "Mohr im Hemd" Eis in den Kühlregalen befragt.
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Veronika Weidinger (FM4): Wir haben jetzt gerade erfahren, dass die Kampagne "I will mohr!" gestoppt wird, bzw. nicht verlängert wird.
Karin Höfferer (Eskimo/Unilever): Genau, die Kampagne wird nicht verlängert. Der Buchungszeitraum war von Anfang an mit Freitag dieser Woche beendet. Es gab jetzt die Möglichkeit, einen kostenlosen Freiaushang an 660 Plakatstellen in Anspruch zu nehmen. Das machen wir jetzt nicht.
Das heißt, die Kampagne wird einfach nicht verlängert, sie wird nicht gestoppt. Im August wird es diese Plakate nicht mehr geben.
Genau. Die beiden Augustwochen wären noch kostenlos dazugekommen. Normalerweise nutzt man eine solche Gelegenheit ja sehr gerne, aber in diesem besonderen Fall natürlich nicht.
Wie sind denn da die Diskussionen, die zu diesem Entschluss geführt haben, bei Unilever, bei Eskimo gelaufen?
Also es war sehr spannend, wir haben natürlich nicht nur intern, sondern auch sehr viel extern diskutiert. Wir haben auch eine Einladung zum offenen Dialog an den Herrn Inou von M Media ausgesprochen. Ich freue mich, dass er gesagt hat, dass er zu uns kommen will und das auch mit uns in einem größeren Rahmen diskutieren möchte. Das ist natürlich sehr spannend. Eine solche Diskussion ist ja immer etwas sehr emotionales und subjektives. Und da ist in der letzten Woche sehr viel passiert.
Wie war denn das Verständnis innerhalb von Eskimo/Unilever bezüglich der Kritik?
Wir nehmen die Kritik natürlich sehr ernst. Wir sind ein Unternehmen, das in über 150 Ländern der Welt Produkte verkauft und nichts liegt uns ferner als rassistische Aussagen zu tätigen. Wir haben das mit den Betroffenen diskutiert und ich bin auch sehr froh darüber, dass uns keine der Gruppen hier eine rassistische Absicht unterstellt hat, sondern einfach diese Sensibilität in der Sprache diskutiert wurde.
Jetzt hat ja Eskimo sehr viel Aufmerksamkeit bekommen durch die Diskussion in der letzten Woche. Wär das nicht auch ein guter Zeitpunkt, ein Statement zu setzen und einfach auch das Eis umzubenennen, oder geht das nicht, weil die ganzen Verpackungen schon gedruckt sind?
Wir sind ja aufgrund der Kampagne und dem Produktslogan kritisiert worden. Ich denke mir, wir haben auch sehr viel zu Diskussionen angeregt, was ich als sehr positiv empfinde: Auch dazu einen Beitrag zu leisten, dass man Sensibilität in der Sprache als Thema diskutiert.
Aber diese Diskussion wurde ja nicht bewusst von Eskimo angestoßen.
Bewusst auf keinen Fall, aber ich denke, wir haben sehr viel dazu beigetragen, dass jetzt diskutiert wurde und wir haben das auch öffentlich kommentiert und uns auch mit den verschiedenen Gruppen zusammengesetzt und mit den Vorwürfen auseinandergesetzt. Ich denke, wir haben da auch einen Beitrag zur Diskussion geleistet.
Okay, das legen Sie jetzt auch ein bisschen zu Ihren Vorteil aus. Aber das Eis, weil das ja die Frage war, die Sorte will man jetzt umbenennen?
Nein, das wollen wir nicht umbenennen. Wie gesagt, es geht darum, diese in Österreich gängige Speisenbezeichnung weiterhin im Regal zu lassen.
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