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Musik, Film, Heiteres

Clara Trischler

Clara Trischler Jerusalem

Erzählt an dieser Stelle über israelische Alltagsbeobachtungen.

7. 8. 2009 - 18:53

Nächtliches Warten zu arabischem Café

Eine palästinensische Familie erzählt uns aus ihrem Leben, bevor sie aus dessen Schauplatz evakuiert wird.

Palästinenserkid am Feuer

Es ist eine kühle Märznacht. Ich sitze mit zwei palästinensischen Burschen im Freien des arabischen Teils von Jerusalem. Wir wärmen uns die Hände an einer brennenden Tonne. Sie hören hebräischen Emo-Pop aus ihrem Handy, während wir auf die Nacht warten, um mit AktivistInnen im Wohnzimmer einer palästinensischen Familie zu schlafen.

AktivistInnen
Maher und seine Söhne Rami und Omer, links

13. März - Backgammon, Wasserpfeife und süßer Tee

Als 1948 Israel gegründet wurde, besetzte Jordanien den Osten Jerusalems. 1967 wurde er wieder von Israel besetzt, das seither Besitzansprüche an Orte stellt, die vor 1948 von Juden bewohnt waren. Das betrifft auch das Haus von Maher Hanoun, da half auch nicht, dass er beweisen konnte, dass dieses Haus seiner Familie schon lange vor 1948 gehörte.

Der Familienvater Maher Hanoun und sein Sohn sind schon in diesem Haus geboren. Ich treffe auf junge norwegische Aktivistinnen mit geschorenen Haaren und Palästina-Schals, die in die Runde fragen, wer bereit ist, sich festnehmen zu lassen oder anzuketten. Sie übernachten hier, seit die Familie Hanoun laut gerichtlicher Bescheinigung jederzeit evakuiert werden darf.

Nachts selbst ist es dann ruhig.
Die israelischen und internationalen SympathisantInnen spielen mit den palästinensischen Jugendlichen und Kindern Backgammon, rauchen Wasserpfeife, bringen einander Spiele bei. Sie reden über einander Leben. Die Mutter serviert süßen Tee. Auch ein „Rabbi for Human Rights“ bleibt wach. In vielen Momenten scheint es eine ausgelassene, natürliche Nacht, in der einfach am Ende alle auf Matratzen schlafen.

Josh & Jenna rauchen in der Küche
Josh & Jenna

Der Londoner Israeli Josh fragt Mahers 17-jährige Tochter Jenna, ob sie Angst habe.
Gegen Mitternacht hätte ihr Herz gerast, sagt sie, aber sie weiß ja jetzt, wie so eine Evakuierung läuft. Vor sieben Jahren, 2002, ist ihnen das schon einmal passiert. Da war sie 10.

In dieser Nacht ist weiter nichts passiert. Im frühen Morgenlicht erwachen die Schlafenden, die Mutter macht tiefschwarzen arabischen Café. Maher ascht ins Küchenwaschbecken. Wir machen uns auf den Weg zur Arbeit, auf die Uni, ins eigene Bett.

Lichterscheinungen des Morgens

2. August - 05:20

Es ist noch vor Sonnenaufgang, als erst das Zauntor, dann die Haustür aufgebrochen und die Fenster eingeschlagen werden. „Nur um die Kinder zu schrecken und die Nachbarn einzuschüchtern“, so Maher Hanoun, nehmen übertrieben viele Polizisten die Anwesenden fest und tragen sie aus dem Haus.

Niemand rechnete damit, dass die Soldaten in dieser Nacht kommen würden und irgendwie ist es seltsam. Nur wenige Stunden zuvor wurden in Tel Aviv zwei Menschen erschossen. Manche munkeln über einen Zusammenhang zwischen der erahnbaren medialen Aufmerksamkeit da- und der gewollten medialen Stille hierüber.

Ein Drittel der Einwohner Jerusalems sind Palästinenser, bei den bis zu 10-Jährigen sind es 42%. Die zukünftige demographische Lage ist daher absehbar.
Als OstjerusalemerIn kann es dich deinen Personalausweis kosten, einmal das Land zu verlassen. Ohne den kann man aber nicht wieder einreisen (selbst wenn man in Jerusalem geboren ist). Als OstjerusalemerIn kann man nicht national, nur kommunal wählen. Aber auch das tun die wenigsten. Angeblich, weil sich am Wahlsystem zu beteiligen so wäre, als würde man sich der israelischen Dominanz fügen.

Später am selben Tag findet der friedvolle Übergang statt, unberührt von den Spuren der Nacht ziehen die SiedlerInnen in ein unbewohntes Haus und behalten das Mobiliar. Sie hieven ihre Kinderwägen in das Haus und ich denke an all die schönen Konnotationen, die mit so einem Einzug in eine unbelastete Gegend einherkommen müssten. Der Beginn einer Zeit, der Beginn neuer Erinnerungen.

"Wo deren Vater wohl geboren ist?", fragt Maher Hanoun. Er war schon mehrmals im Gefängnis, um in diesem Haus wohnen zu bleiben.
Sein Anwalt sagt: „Es gibt keine Chance für Frieden, Frieden ist jetzt vorbei.“ So, denke ich dann, schmiedet jeder mit seinen persönlichen Geschichten sein Siegel, seinen Standpunkt, der sich unabrückbar versteift, weshalb dann die Flexibilität für den vielleicht notwendigen Kompromiss fehlt.

"Without their guns they're scared, man"

Uri, Siedler
Hinter Uri die orthodoxen Siedler

Am Nachmittag desselben Tages mache ich mich mit Uri, einem Links-Aktivisten und Armeeverweigerer aus Gewissensgründen, auf den Weg zur Demonstration gegen die Evakuierung der Hanouns und einer weiteren Familie.
Er spricht darüber, wie alt viele der AktivistInnen plötzlich aussehen. Und fragt sich, ob er selbst darüber alt wird.

Die kommenden Stunden reihen sich in einer Stimmchoreographie von Singen, Sprechchören und warnenden Megaphon-Ansagen. Darauf folgt die Aufreihung im Spalier, Soldaten stehen DemonstrantInnen gegenüber, ein junges Mädchen schreit einem Soldaten zu: "Keep smiling! Things will change!" Die Soldaten drängen die DemonstrantInnen immer mehr an eine Grenze, bleiben stehen, zeitweise kommt es kurz zu Gerangel, die Soldaten ziehen sich wieder zurück.
"Without their guns they're scared, man", sagt ein Demonstrant zum anderen.

Soldatenspalier

Persönliche Überbleibsel, von Siedlerkindern entsorgt

Es ist ein bizarres darauf Warten, dass etwas passiert.

Orthodoxe Talmud-Studenten fahren zweimal provokant vorbei, bleiben lachend stehen, lassen sich dabei filmen und fahren weiter.

Siedler

Ein junger Amerikaner sagt, er wolle amerikanische Juden wissen lassen, was sie da finanziell unterstützen. Ein Siedler, der mit den DemonstrantInnen spricht, zitiert die Stelle aus der Bibel, in der Gott zu Abraham sagt "all the land that you see I will give to you and your offspring forever", also dem jüdischen Volk. Barack Obama habe auf diese Bibel geschworden, sagt er, deshalb könne der jetzt nicht aufhören, Israel zu unterstützen.

Spät ziehen sich die SoldatInnen schusssichere Westen über.
Kinder von Siedlern werden mit Kartonboxen von Sachen der Hanoun-Familie vor die Tür geschickt, um sie demonstrativ zu entsorgen.

PalästinenserInnen

Dinge, die man niemals frei hat wählen können

PalästinenserInnen stehen relativ passiv im Hintergrund. Für sie ist es weit gefährlicher, verhaftet zu werden oder sich mit israelischen Autoritäten anzulegen. Viele protestieren mit Gesang und Sprechchören.

Eine junge Amerikanerin schreit auf hebräisch: „Du weißt, dass es falsch ist, jüdische Menschen einziehen zu lassen, wo ihr gestern noch Palästinenser geräumt habt. Du weißt, dass es falsch ist und es ist zum Kotzen und du weißt, dass es zum Kotzen ist!"

Seltsames Gefühl, 18-jährigen Soldaten gegenüber zu stehen und zu wissen, dass sie nicht die Befehle ausgeben, die sie ausführen, dass sie sich ihrer eigenen Meinung womöglich nicht sicher genug sind, um einen davon nicht zu befolgen. Dass sie nicht der wahre Feind der Menschen, die gerade ihre Häuser und ihr darin befindliches Leben verloren haben, sind.

Soldaten

Nach einigen Stunden geht es dann ganz schnell: Sechs Polizisten greifen einen stehenden Demonstranten am Rucksack und zerren ihn in den Polizei-Minibus. Die Umstehenden sind wie paralysiert und begreifen erst nicht.

Warum müssen bei einer Demonstration Menschen festgenommen werden?

Die "Internationalen", wie sie genannt werden, sind ein notwendiger Puffer in dieser Situation. Werden sie festgenommen, werden sie vergleichsweise zart behandelt, im schlimmsten Fall des Landes verwiesen. Die internationale Reaktion, wenn ihnen etwas passiert, ist allerdings ungleich schärfer, als wenn ein Palästinenser eingesperrt wird.

Beliebig werden sitzende Anwesende unter Kreischen und Schreien in das Polizeiauto getragen oder gezogen. Drei junge Frauen umarmen einander so fest, dass sie nicht weggetragen werden können. Wie physisch sich Gewalt anfühlt, sich Schreie anfühlen, wenn sie nahe um einen passieren. DemonstrantInnen blicken um sich und die gefühlte Auswegslosigkeit macht die Situation ganz still.

Bei der Abfahrt hält sich ein Aktivist permanent am Auge, ein anderer hat offensichtliche Kopfverletzungen. Zwölf Menschen wurden festgenommen, drei Palästinenser, fünf Israelis und vier Internationale. Als das Auto davon fährt, bleiben Stille und zerstreute Menschen.

Evicted palestinian women
Jenna und ihre Mutter, Mahers Frau (dritte von rechts)

Maher Hanoun ging gleich am nächsten Morgen wieder vor Gericht.
Seit sechs Nächten schläft er jetzt gemeinsam mit seinen Söhnen und einigen AktivistInnen am Gehsteig vor seinem Haus.

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Forum

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  • makronaut | vor 1019 Tagen, 15 Stunden, 46 Minuten

    was hat es eigentlich mit den schwarzen trauerbändern auf deinen fotos auf sich? shutter kaputt? o_O

    Auf dieses Posting antworten
    • claratrischler | vor 1019 Tagen, 15 Stunden, 2 Minuten

      Endlich.

      Ja, Shutter kaputt. Hat den intensiven Tag & die vielen geschossenen Filme nicht ueberlebt.

  • elvishasleftthebuilding | vor 1021 Tagen, 8 Stunden, 54 Minuten

    Etwas mehr an Hintergrund zur Story wäre kein Fehler gewesen.

    Und als persönliche Anmerkung:
    Ganz gleich wie man jetzt dazu steht, dass Europäer derartigen "gelebten Humanismus" scheinbar vor allem in Israel ausleben, und selten anderswo (zB im Arabischen Raum oder der Türkei), ist mit ein Grund weshalb ich
    dem ganzen mit Skepsis begegne.

    Auf dieses Posting antworten
    • subuntern | vor 1021 Tagen, 7 Stunden, 27 Minuten

      nun, in israel ist ein "gelebter humanismus", wie du sagst, für europäerInnen relativ gefahrlos möglich. es gibt in israel eben, wie auch aus dieser geschichte hervorgeht, eine vielzahl an aktivisInnen und politischen gruppen, die sich gegen die gegenwärtige politik ihres staates stellen (können). und als aktivistischeR ausländerIn an solche gruppen oder leute vor ort anzudocken (und was lernen dabei) gefällt mir tausendmal besser, als mit keiner ahnung von nix und palituch um den hals in europa zu sitzen und sich in bemerkenswerter ideologischer verstocktheit mit hamas zu solidarisieren, während man von freiheit redet. was es leider viel zu oft gibt.

      die beweggründe vieler europäischer aktivistInnen in israel mögen unsere skepsis verdienen, aber immerhin lassen sie sich auf die erfahrung ein.

    • claratrischler | vor 1021 Tagen, 6 Stunden, 24 Minuten

      '68er nachholen?

      Ein Teil, der den Artikel zu lang gemacht hätte, der mich aber selber sehr interessiert:
      ist das eine Art Nachholen der persönlichen '68er, dass weil unserer Generation vorgehalten wird, so konservativ & passiv zu sein, sich manche objektiv gesehen unbeteiligte EuropäerInnen so radikal involvieren möchten? Auch zB christliche deutsche Zionisten?
      Nämlich quasi vergleichsfrei, wüsste nicht von weißen AktivistInnen, die für Rechte von Schwarzen derartige Emotionspegel aufbrächten.

    • claratrischler | vor 1021 Tagen, 6 Stunden, 14 Minuten

      Und das mit dem Hintergrund ist Geschmacksache. Hat den Lesefluss gestört und ist mithilfe von Neuen Medien flink nachholbar.

    • elvishasleftthebuilding | vor 1020 Tagen, 6 Stunden, 57 Minuten

      @subuntern
      Ohne Zweifel liegt es daran, das ist mir schon klar.

      Aber gerade weil es in Israel bereits erfolgreiche zivilgesellschaftliche Aktivisten gibtm und gerade weil auch die europäischen "Mitläufer" auf die Rechtstaatlichkeit Israels hoffen dürfen (trotz ständiger gegenteiliger Aussagen) finde ich das etwas daneben.

      Junge Europäer (gerade aus unserem Ländern) sollten sich lieber anderswo engagieren.
      Es gibt ausreichend andere Konflikte, auch innerhalb Europas (die Roma in Mittel-Osteuropa etwa oder Zypern).
      Gerade angesichts der ewiggestrigen Aussagen auch hier im Forum wie:
      Israel darf alles.

    • elvishasleftthebuilding | vor 1020 Tagen, 6 Stunden, 56 Minuten

      scheiß Tippfehler! ;)

    • makronaut | vor 1019 Tagen, 15 Stunden, 59 Minuten

      @ clara

      ich habe nicht den eindruck, dass es sich um '68er handeln würde. zumindest nicht ideologisch. parallelen sehe ich vor allem in sachen selbstgerechtigkeit.

      ich verfolge schon seit einigen jahren nahostforen im studizv und im standard - und ich habe sehr, sehr stark den eindruck, dass den meisten nicht darum geht für die palästinenser zu sein, sondern gegen die israelis. die palästinenser sind da ein dankbares vehikel, deren handeln (bzw das deren organisationen) aber in keinster weise hinterfragt wird.

      um mich mal weit aus dem fenster zu lehnen: ich habe den eindruck, dass bei vielen sogenannten israel"kritikern" die überzeugung besteht, dass es eine art deal zwischen der westlichen welt und den juden(!) gäbe:

      "wir erkennen an, dass wir grausam zu euch waren - und dafür seit ihr brave idealisierte opfer, mit denen man angenehm mitfühlen kann."

      wenn dieser "deal" verletzt wird, indem der staat israel seine rechte verteidigt, bzw auch deutlich weiter geht als nur zu verteidigen, ist der "deal" in den augen der "menschenfreunde" nichtig und es ist fürderhin legitim, das handeln der israelis mit dem der nazis gleichzusetzen.

      letzlich halte ich das ganze für eine art kompensation für einen schuldkomplex gegenüber den juden.

      (auf...

    • makronaut | vor 1019 Tagen, 15 Stunden, 59 Minuten

      ...der anderen seite gibt es da die antideutschen, die völlig unkritisch die position der israelischen rechten einehmen, und jeden als antisemiten bezeichnen, der nicht diese radikale position einnimmt.
      und das scheint mir psychologisch letzlich das gleiche zu sein.)

      -

      wie gesagt, da lehne ich mich etwas aus dem fenster.

      aber anders kann ich mir das handeln angeblich "linker" nicht erklären, wenn sie selbstmordattentate gegen cafes und busse ernsthaft als "legitimen widerstand" bezeichnen.
      das gleiche gilt dafür, dass die leute in gaza, die 10.000+ raketen auf städte in israel abgefeuert haben - und von der "friedensbewegung" vollständig ignoriert wurden. wenn dann israel allerdings versucht das abzustellen, ist das geschrei groß.

  • judithgruber | vor 1021 Tagen, 15 Stunden, 33 Minuten

    danke

    für diesen bericht clara. echt hervorragend.

    Auf dieses Posting antworten
    • diqits | vor 1021 Tagen, 14 Stunden, 17 Minuten

      Sehr gut

      Leider habe ich keinen Bezug, wie es dort jeden Tag zu geht. Also enthalte ich mich meiner Meinung.

  • sicklikejosef | vor 1021 Tagen, 15 Stunden, 35 Minuten

    Während palästinensische Familien sich gerade so durch ihren Alltag bringen

    tagt gerade ein Kongress der "moderaten" palästinensischen Organisation, die das alles einfach einen Scheißdreck zu interessieren scheint. Ihr wichtigstes Problem ist der einzige einstimmige Beschluss ihrer Zusammenkunft: Dass Israel Yasir Arafat vergiftet haben muss, denn von selbst kann er ja nicht gestorben sein.
    Dass das Gros der palästinensichen Menschen unter Schikanen und Repression isarelischer Behörden leiden muss ist schlimm genug, aber unerträglich für diese leute ist die völlige Unfähigkeit ihrer Führungen und Eliten zu praktischer und verbünftiger Politik. Weder Fatah noch Hamas wollen irgendeine Lösung des Konflikts, sondern im Gegenteil: nur die andauernde Konfliktsituation mit Israel hält sie politisch überhaupt am Leben, und garantiert Gelder aus der EU und den USA, ohne die sich keine Autonomiebehörde weiter korrumpieren ließe.
    Und der Antizionismus der heimischen Linken, der noch keinem Palästinenser jemals was gebracht hat, ist die dümmste herrschende Ideologie aller Zeiten (DHIAZ).

    Auf dieses Posting antworten
    • izzystradlin | vor 1021 Tagen, 10 Stunden, 57 Minuten

      du bist bei diesem thema definitiv nicht objektiv, soviel steht fest.
      siehe unteres posting.
      warum verteidigst du eigentlich grundlos israelische rechtsradikale?

    • peggysue | vor 1021 Tagen, 8 Stunden, 29 Minuten

      naja, ich hab den eindruck, dass sich bei der "heimischen linken" (die gibts ja eigentlich nicht in geeinter form) die solidarität zu den palästinensern, und zu muslimen allgemein, grad wieder stärker in grenzen hält.

    • sicklikejosef | vor 1021 Tagen, 6 Stunden, 25 Minuten

      @izzystradlin

      Nicht genau ich verstehen dich. Warum ich verteidigen Rechtsradikale?
      Wo stehen das, Freund guter?
      In Artikel, falls lesen du noch nicht in Repertoire aufgenommen hast von Kopf, stehen Kritik an palästinensische Organisationen, die was sich viel bemühen alles werden schlechter machen für eigene Leute.
      Aber offenbar schwierig lesen das zu.
      Vielleicht ich einmal Wörter richtig schreiben hin, dann verstehen du was steht da.

  • appetiteforconstruction | vor 1022 Tagen, 3 Stunden, 1 Minute

    wird den menschen, die da aus ihren häusern vertrieben werden, eigentlich eine entschädigung angeboten? in form von geld oder einer anderen wohnung? nicht, dass ich das für einen angemessenen ersatz halte, denn ich würde auch nicht einfach mein heim aufgeben wollen, nur weil jemand anderer beschließt, dass es mir nicht mehr gehören soll. aber grundsätzlich interessiert's mich, ob eine entschädigung vorgesehen ist, und wenn ja, in welcher fom.

    Auf dieses Posting antworten
    • claratrischler | vor 1022 Tagen, 1 Stunde, 39 Minuten

      Sehr gute Frage

      Soweit ich weiss, wird das vom Obersten Gerichtshof für Recht gesprochen, deshalb halte ich eine Entschädigung für unwahrscheinlich.

      Aber im Falle eines Hausabrisses (durch Israelis) bietet die Hamas den Neo-Hauslosen Geld an.

    • kleinerrollhügel | vor 1021 Tagen, 16 Stunden, 20 Minuten

      "die presse" schreibt heute über den selben fall, aber mit mehr juristischen und politischen hintergründen:
      http://tinyurl.com/lgjaxr

      und schreibt:

      "Wiederholt hätten ihm jüdische Organisationen viel Geld für sein Haus angeboten, erzählt Maher. „Ich brauche weder ein anderes Haus noch Geld“, sagt er. „Sie wollten mir zuletzt eine Million Dollar geben, aber damit hätte ich meine Identität verkauft."

    • sicklikejosef | vor 1021 Tagen, 15 Stunden, 27 Minuten

      Diese Summen sind sicherlich falsch

      Wenn ihm jemand eine Million Dollar bietet und er nimmt sie nicht, ist er ein Idiot, dem seine "identität" wichtig ist, seine Familie aber nicht.
      Die Summen die da geboten werden sind sicher unter dem Wert des Hauses und darum hat er es nicht genommen, weil ein solcher Deal auch seine Rechtsansprüche zunichte gemacht hätte.
      Also mit einem Wort: Niemand würde dem Mann 1 Million Dollar für sein haus geben, das ist eine Geschichte, die er erzählt, damit er vor Nachbarn und Familie gut dasteht und wenigstens so was wie Stolz im Angesicht der Misere zeigen kann.
      Man kann es ihm nicht verdenken, aber man muss auch nicht alles glauben, was jemand so erzählt.

    • appetiteforconstruction | vor 1021 Tagen, 13 Stunden, 24 Minuten

      josef...

      ich finde es ziemlich anmaßend, dem mann zu unterstellen, dass er a) lügt und/oder b) ein idiot ist. nebenbei bemerkt, ist seine "misere" ja nicht selbst verschuldet. und warum sollte er weniger nehmen, als sein haus wert ist, wenn er schon daraus vertrieben wird?

      der hintergrund meiner frage war übrigens, dass ich vor kurzem den film "lemon tree" gesehen habe. da geht's um eine palästinensische witwe, deren zitronenhain abgeholzt werden soll, weil der ein sicherheitsrisiko für den israelischen verteidigungsminister darstellt, der sich kurz zuvor in der nähe des hains angesiedelt hat (wo die frau schon seit ihrer geburt lebt). die frau bekommt einen brief, in dem ihr der beschluss mitgeteilt wird, und da sie nicht hebräisch lesen kann, geht sie in ein café, wo die einflussreichen männer des ortes sitzen, und bittet um übersetzung. bei ihrem eintreten wird es ganz still, und der mann, den sie um rat bittet, übersetzt (sinngemäß wiedergegeben): "sie wollen deine zitronenbäume abholzen ... sie bieten dir eine entschädigung an ..." und fügt dann hinzu: "wir nehmen ihr geld nicht." es wird ihr also in aller öffentlichkeit zu verstehen gegeben, dass sie nicht mal daran denken soll,...

    • appetiteforconstruction | vor 1021 Tagen, 13 Stunden, 23 Minuten

      ich finde es ziemlich anmaßend, dem mann zu unterstellen, dass er a) lügt und/oder b) ein idiot ist. nebenbei bemerkt, ist seine "misere" ja nicht selbst verschuldet. und warum sollte er weniger nehmen, als sein haus wert ist, wenn er schon daraus vertrieben wird?

      der hintergrund meiner frage war übrigens, dass ich vor kurzem den film "lemon tree" gesehen habe. da geht's um eine palästinensische witwe, deren zitronenhain abgeholzt werden soll, weil der ein sicherheitsrisiko für den israelischen verteidigungsminister darstellt, der sich kurz zuvor in der nähe des hains angesiedelt hat (wo die frau schon seit ihrer geburt lebt). die frau bekommt einen brief, in dem ihr der beschluss mitgeteilt wird, und da sie nicht hebräisch lesen kann, geht sie in ein café, wo die einflussreichen männer des ortes sitzen, und bittet um übersetzung. bei ihrem eintreten wird es ganz still, und der mann, den sie ... das geld anzunehmen. es wird ihr aber auch nicht gesagt, was sie sonst tun soll.

      diese szene ist mir wieder eingefallen, und obwohl's ein spielfilm ist, gehe ich davon aus, dass da die israelisch/palästinensische realität recht gut widergespiegelt wird. deshalb kann ich mir vorstellen, dass...

    • claratrischler | vor 1021 Tagen, 12 Stunden, 31 Minuten

      Stimmt sicher bis zu einem gewissen Grad. Siehe meine (wortwörtliche) Randbemerkung zu Wahlen, an denen sich gar nicht erst beteiligt wird, weil man dadurch kooperierender Verräter wird.

      Hab auch von einem, in einem Kofferraum gefundenen, ermordeten Palästinenser gehört, der sein Haus in Ostjerusalem über einen Strohmann an einen Juden verkauft hat.

    • sicklikejosef | vor 1021 Tagen, 6 Stunden, 29 Minuten

      Ich unterstelle erst mal gar nichts

      sondern finde es sehr typisch, dass manche sich sofort beeindrucken lassen, wenn jemand von seiner "Identität" redet.
      So ein Schwachsinn.
      Wenn er eine Million kriegt, wird er es nicht erzählen, sondern es nehmen und abhauen. Wenn er davon redet ist es einfach eine Pose.
      Du solltest besser damit aufhören in neokolonialer Manier dir deine edlen Wilden herbei zu träumen, die du mit deinen Projektionen bewerfen kanst.

    • sicklikejosef | vor 1020 Tagen, 20 Stunden, 6 Minuten

      Vielleicht habe ich das zu spät gelesen, aber

      die Bemerkung von Clara:
      "Hab auch von einem, in einem Kofferraum gefundenen, ermordeten Palästinenser gehört, der sein Haus in Ostjerusalem über einen Strohmann an einen Juden verkauft hat." sagt doch, was da los ist.

      Da geht es nicht um "Identität", sondern um Angst vor terroristischen Angriffen durch die eigenen Leute.
      Da schwafelt schon gern einer davon, dass er sich seine Identität nicht nehmen lassen will.

  • arbeiterkind | vor 1022 Tagen, 6 Stunden, 33 Minuten

    nie vergessen, israel darf alles.

    Auf dieses Posting antworten
    • sicklikejosef | vor 1021 Tagen, 15 Stunden, 32 Minuten

      Nie vergessen:

      Dein Recht auf Meinungsfreiheit wurde auf den Leichen von 6 Millionen Ermordeten gegen den Faschismus erkämpft, deren Nachfahren du gerade mit deinem Ressentiment bewirfst.

    • duzur | vor 1021 Tagen, 8 Stunden, 59 Minuten

      Mitgefühl

      Ich finde dein Mitgefühl mit den Palästinensern rührend und hoffe, dass du auch mit den täglichen Hundertschaften von gegenseitig getöteten Schiiten, Sunniten,etc. auch dementsprechend mitfühlst auch wenn diese nicht so prominent beworben werden wie die leidenden Palästinenser.
      Kurdische Freunde von mir sind empört wie wenig ihr Wunsch nach einem eigenen Staat weltweit beachtet wird!

    • elvishasleftthebuilding | vor 1021 Tagen, 7 Stunden, 40 Minuten

      Wie gehen die Kurden selbst eigentlich mit den sog. Aramäischen- (bzw Syrischen-) Christen, im gemeinsamen Siedlungsraum, um?

      Aber an sich hast du natürlich recht.
      Es zeigt eine gewisse Verlogenheit der europ. Israelkritiker, wie auch im arabisch-islamischen Lager.
      Den Nahostkonflikt zum Weltbedrohungsszenario zu stilisieren (wozu er gezielt gemacht wird), und die Ansprüche der Kurden, von der Türkei über Syrien bis Irak und Iran, zu negieren.

      Ähnliches gilt für Irian Jaya, Südsudan Darfur, Westsahara ...

    • duzur | vor 1020 Tagen, 17 Stunden, 25 Minuten

      elvis

      Minderheiten werden selten gut behandelt und sind bekanntlich bei Bedarf immer die besten Sündenböcke. Aber dass die Palästinenser bei ihren Machtkämpfen sich auch gegenseitig umbringen wird auch nicht so hysterisch gezeigt. Echte Opfer sind nur die die von Israelis verursacht werden...

  • kleinerrollhügel | vor 1022 Tagen, 9 Stunden, 2 Minuten

    alter schwede.
    deine berichte sind der wahnsinn...mach weiter!

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