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Musik, Film, Heiteres

Rafael Reisenhofer

Rafael Reisenhofer Osnabrück

Lebt und studiert in Osnabrück

2. 9. 2009 - 13:24

Von wegen Veröden

Die Generation der 25-Jährigen labert sich substanzlos durch die Welt, scheut Verantwortung, Politik wie Konfrontation und hat noch nicht mal eine ordentliche Subkultur. Sagt Meredith Haaf und Martin Blumenau stimmt zu. Eine Entwarnung!

Meredith Haaf sagt:

  • Meine Generation ist geschwätzig.
  • Wir sind nicht fähig, Kritik zu üben.
  • Wir wissen, was auf uns zukommt – und haben: Angst.
  • Meine Generation hat keine Subkultur
  • Wir fürchten die Konfrontation.
  • Wir sind uns nicht zu schade.
  • Wir lieben unser gestörtes Körperbild.
  • Wir denken nicht politisch.

Vor gut zwei Wochen übte sich Meredith Haaf im Magazin der SZ in sexy Selbstkritik: Geschwätzig, unpolitisch und verängstigt. Ohne Mut zu Kritik und Konfrontation. Ohne Selbstwert, dafür bevorzugt essgestört. Dieses wenig erbauliche Bild unserer Generation breitet die 26-Jährige in acht schön gegliederten Punkten genüsslich provokant aus und stellt zum Abschluss noch mit erhobenem Zeigefinger die Rute ins Fenster: "Wir verwenden unsere Energie dafür, unsere Karrieren zu sichern, unsere Bachelorstundenpläne einzuhalten und zwischendurch bei Facebook einzugeben, was wir gerade tun. Wenn wir das nicht ändern, werden wir irgendwann feststellen, dass eine andere, jüngere Generation über uns sagen wird: Sie ließen ihre Welt veröden, weil sie lieber labern wollten."

Starker Tobak, schwere Geschütze, wenn auch sehr charmant formuliert.

In da guadn oidn Zeit

Ich denke - und die vorbehaltlose Zustimmung Martin Blumenaus bestärkt mich in dieser Ansicht - Haaf ist der nicht geringen Versuchung erlegen, sich selbst und ihre AltersgenossInnen am Idealbild unserer (linken) Elterngeneration zu messen. Wenn sie über fehlende Subkulturen lamentiert und schreibt, dass "die Generationen vor uns stets zu einer Form des Ausdrucks gefunden" hätten, sie das "politische Argument" in unserer Generation für fast ausgestorben erklärt oder enttäuscht anmerkt, dass "den Begriff Opportunist, das härteste Schimpfwort meiner Eltern" heutzutage niemand mehr benutzt, bedient sie sich einer befremdlichen "früher war alles besser"-Rhetorik. Befremdlich nicht nur ihres jungen Alters wegen, die Glorifizierung vergangener Zeiten krankt meist ganz allgemein am allzu menschlichen Hang zur romantischen Verklärung.

Journal 09: Die acht Thesen der Meredith Haaf. Oder: die Generation 20-29 läuft Gefahr, ihre Welt zu veröden.

Und gerade was die Errungenschaften der sogenannten Baby-Boomer betrifft ist es kein Leichtes, sich zu distanzieren. Denn tatsächlich war und ist - wie man bei Blumenau schon lesen konnte - die Generation der heute 50-Jährigen zahlreich und stark. Sie musste stark sein, schließlich hatten ihre Eltern, LehrerInnen und ProfesorInnen leben gelernt, da wurde mit gestrecktem Arm noch gegrüßt oder der Gewehrlauf auf den Russ gerichtet. In einer Welt voller Kriegsgeschädigter aufzuwachsen, die sich im Rausch des Wirtschaftswunders mit den Mitteln der Verdrängung und der harten Hand in eine völlig utopisch heile Welt zurückboxen wollen, ist natürlich eine harte Schule. Eine Umgebung die Konfrontation erfordert, politisches Bewusstsein, wo sich aus der Tristesse des Alltags, der Enge der Gemeindebauten ganz selbstverständlich Sub- und Gegenkulturen bilden. Und abseits aller heute stattfindenden Selbstbeweihräucherung der damals Rebellierenden muss man anerkennen: es hat sich ausgezahlt.

Als ich übrigens das letzte Mal innerhalb weniger Stunden - abwechselnd persönlich oder im Klassenverband - davor gewarnt wurde, ja nicht zu viel zu schwätzen, unkritisch zu denken, unpolitisch zu handeln, oder mir wegen einem zu geringen Selbstwert eine Essstörung aufzureissen, war ich auch in der Schule.

Von der Volksschule bis zur HTL wurden mir Kreativität, kritisches, selbstbestimmtes Denken und ein demokratisch geprägtes politisches Bewusstsein als unumstößliche Grundwerte vermittelt. Große weltanschauliche Konflikte mit meinen Eltern blieben mir - ebenso wie dem Großteil meiner Freunde - fremd. Im Gegenteil. Unser Verhältnis ist geprägt von Achtung und Respekt und als ich wissen wollte, wie es sich anfühlt, gegen die Globalisierung zu demonstrieren, ging der Papa eben mit.

Nun aber zu erwarten, dass unsere Generation eine ähnliche Entwicklung durchlaufen sollte, ist - bei aller Wertschätzung - blauäugig wie eh und je. Das gab es noch nie und wird es nie geben und jedesmal werden die Eltern den Verfall der Jugend beklagen, während ihnen ein paar besonders Wohlerzogene brav nach dem Mund reden.

Von der Freiheit

Im dritten und spannendsten Absatz ihrer harschen Anklage spricht Haaf nun zwei Aspekte an, die das Wesen meiner Generation tatsächlich entscheidend geprägt haben. Das vergleichsweise hohe Maß an Sicherheit, Wohlstand und Mobilität, einhergehend mit einer von Wirtschafts-, Energie- und Umweltkrise genährten Angst vor der Zukunft.

Dass es damals wie heute um die "soziale Durchlässigkeit" in Österreich nicht zum Besten bestellt war und ist, ist natürlich klar. Hier geht es ausschließlich um die Relation.

Die kurze und erstmalige Hochblüte der Mittelschicht gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts bescherte ein bisher nicht gekanntes Maß an Chancengleichheit. Der Siegeszug der neuen Medien, vor allem das Internet, ein Informationspotential sondergleichen und der Beitritt zur Europäischen Union schließlich einen ganzen Kontinent an einfach zu erreichenden Arbeits- Studien- und Lebensplätzen. Keine Generation vor uns war so ungebunden von den Fußstapfen der Eltern, so frei, ihre kulturelle Entwicklung auch abseits lokaler Szenen voranzutreiben und mit einem solchen Potential bedacht, ihre Zukunft zu gestalten.

Im gleichen Maße allerdings stieg die Komplexität der zu meisternden Lebenswelten. Wer nicht untergehen, sein Potential ausschöpfen will, muss informiert sein, das Richtige finden. Muss an sich arbeiten und den Druck der steten Möglichkeit des Scheiterns akzeptieren. In der Zwischenzeit im Dienst der Wahrheitsfindung vermehrt als PraktikantIn zu arbeiten, ist so gesehen eine ebenso natürliche Reaktion, wie der verstärkte Fokus auf die eigene Entwicklung fast eine Notwendigkeit.

Wenn nun Meredith Haaf eine zu Gunsten persönlicher Entfaltung und Karriere gehende politische Desensibilisierung und vermehrte Konfliktscheue anprangert, teile ich das Ideal und verstehe die Besorgnis, halte sie aber für weit überzogen.

Meine Generation verhält sich in Anbetracht der Umstände völlig normal. Auch die politisch ach so aktiven 68er waren dies - bei näherer Betrachtung - nur zu sehr exklusiven Teilen. Geschwätzig sind Menschen seit jeher, mit oder ohne Facebook und ob sich das (von den in den letzten Jahren führenden Kräften der Finanz und Wirtschaft vorgelebte) Prinzip der kompromisslosen Konkurrenz gegen eine etwas solidarisiertere Gesellschaftsordnung weiter durchsetzt oder nicht, halte ich für äußerst unentschieden. Aus persönlicher Erfahrung würde ich stark zu Letzterem tendieren.

Dass wir vielleicht ein bisschen entpolitisierter, konservativer, wirschaftsliberaler oder schlicht langweiliger, und damit zumindest eine kleine Antithese zu unseren Eltern sind, sollte dabei niemanden ernsthaft überraschen.

Wird schon!

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  • mareser | vor 891 Tagen, 17 Stunden, 47 Minuten

    ho ho ho!

    Ist es ein Aufruf zum Radikalismus den die 68-Nostalgiker den 20-25 Jährigen zurufen?
    Ein solcher Radikalismus kann sich nur gegen die Errungenschaften der Alt-68er richten.

    Die Reibungsflächen von damals (Vietnam, Nazis in den Ämtern, kriegsgebeuteltes Elternhaus) existieren nicht mehr und dem Wechsel von Finanzkrisen und Nicht-Krisen mit Kommunismus zu drohen ist was für geschichtsvergessene Provokateure.

    Ich will hier Mut zum Widersprechen und politischen Extremismus keinesfalls auf eine Stufe stellen.
    Ich glaube, dass dieser Mut sehrwohl vorhanden ist, aber sich Leute wie Haaf vom Elfenbeinturm herab, im Glauben, die Welt brauche wieder mehr Maoisten und Ho-Chi-Minhler, diesen Extremismus wünschen.

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    • juneonthewestcoast | vor 891 Tagen, 9 Stunden, 11 Minuten

      genau! aber nur weil man nicht kommunist ist, nicht sozialist, nicht konservativ und das alles, ist man doch nicht gleich unpolitisch! wahlen zu boykottieren - ist man da mutig und widerspricht? das wird ja so oft als ignorant bezeichnet, dumm und kaum verstaendlich. doch das alte parteien geruest ist so reizlos.

  • juneonthewestcoast | vor 892 Tagen, 5 Stunden, 2 Minuten

    Wir sind halt nicht naive blumenkinder mehr

    man versteht unsere herangehensweise einfach nicht einerseits und andererseits müssen wir das beste aus dem gegebenen machen.
    wir labern uns nicht durch die welt.
    die art der kundgebung und des protestierens ändert sich, man geht nicht mehr auf die strasse sondern ins internet, man kann beinahe anonym und beinahe alles und jeden niveauvoll und bis tief unter die gürtellinie kritisieren. und dass jetzt immer mehr das internet der ort der (politischen) meinungsbildung wird: obama, internetwahlkampf.
    Klar schreibt man in facebook dass man jetz nach hause geht müde ist oder hunger hat, denn meine freunde sind überall auf der welt verstreut. früher hat man seine freunde vom kindergarten an gehabt und ist nebeneinander beerdigt worden. Und da hat man das format facebook nicht gebraucht. So kann ich meiner freundin in bosten mahlzeit wünschen und meinem freund in honkong gut zureden wenns mal nicht so läuft. Facebook ist so wie das kaffeehaus in wien. Natürlich kann das eine das andere nicht ersretzen, aber was willste machen?
    außerdem find ich subkulturen auch blöd und unpraktisch. da kannst de nicht hören und denken und anziehn was du willst, da muss man dazupassen. und so kannst du dir...

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    • juneonthewestcoast | vor 892 Tagen, 5 Stunden, 1 Minute

      und so kannst du dir eine 200 euro jeans kaufen und mal bunt angezogen ins shelter gehn. wir haben uns von den zwängen der subkulturen befreit! Wir können FM4 UND Ö3 hören, im prinzip.
      verantwortung haben wir mehr als je, unsere entscheidungsmöglichkeiten sind riesig, aber nur wenige davon sind auch gut für uns. Wir sind halt nicht naive blumenkinder mehr.

    • johnleehookerelectro | vor 892 Tagen, 48 Minuten

      danke
      so kört das formuliert..wobei "naiv" ..ihnen gings damals halt ziemlich beschissen nöm.. zwischen orf 1 ,2 und dem brandneuen kassettenrekorder und blockwarte mama und papa..das is schon zeimlich behindert und erfordert mehr politische-aktivität

      eine revolution brauchts nur wenns einem nicht gut geht
      uns gehts gut also wieso sollte man das ändern

    • johnleehookerelectro | vor 892 Tagen, 45 Minuten

      was heist "gut"..wir leben ned in disneyworld..das ausmaß der "revolution" is halt ein anderer und vorallem auf anderen ebenen.man erfindet sich halt öfter neu nur ned so dramatisch und peinlich endgültig

      aber die alten cheken nie die ebenen der jungen zur gänze..wird uns auch so gehen ..logisch

    • stereoworld | vor 891 Tagen, 20 Stunden, 46 Minuten

      Ma,

      mir wird grad ganz schlecht von dem gesülze. ja, seids eh super, jungs, schönes leben noch ohne den geringsten ansatz von selbstreflexion.

    • juneonthewestcoast | vor 891 Tagen, 9 Stunden, 39 Minuten

      ich protestiere lieber leise, jeder tut's auf seine weise.

    • juneonthewestcoast | vor 891 Tagen, 9 Stunden, 21 Minuten

      vielleicht liegt es an mangelnder selbstreflexion, vielleicht aber auch daran dass man eine andere herangehensweise hat. ich denke die 8 thesen sind schon korrekt, vielleicht sind wir einfach nur kaputt, das ist die einfachste antwort. aber es gibt halt nicht mehr die alten formen des protests, die alten formen des politisch seins, die alten formen der selbstdarstellung. klar wenn man uns daratn misst versagen wir. schwierier ist es die neuen ansatze zu suchen, zu finden, zu verstehen und uns daran zu messen. was macht das fuer einen sinn uns mit den 68ern zu vergleichen? unsere welt ist anders, unsere probleme sind anders. wir reagieren anders.

    • juneonthewestcoast | vor 891 Tagen, 9 Stunden, 7 Minuten

      ich geb ja zu naiv war ein wenig zu laut und provozierend. ich manchen 68ern tief dankbar.
      ich glaub wir verstehn uns in dem punkt

  • coolekuh | vor 892 Tagen, 6 Stunden, 6 Minuten

    seid doch rebellisch!

    genau dasselbe wie "seid doch spontan".

    Auf dieses Posting antworten
  • dilak | vor 892 Tagen, 15 Stunden, 38 Minuten

    also

    ich gehör ca. zu der angesprochenen generation UND: ich war gestern beim Chinesen und hatte ein "free tibet" t-shirt an!
    Also was wollts den eigentlich?!?

    Auf dieses Posting antworten
    • os84 | vor 892 Tagen, 12 Stunden, 49 Minuten

      .. jetzt dürftest dich nicht mehr wundern, warum dein süß-saures schweinefleisch mehr sauer als süß geschmeckt hat! ;)

  • jurnsed | vor 892 Tagen, 23 Stunden, 13 Minuten

    kein Wunder dass diese Generation so lasch und schal wirkt

    als "politisch engagiert" und "rebellisch" gelten ja heute jene, die den angestaubten Attac-Sozialdemokratismus ihrer Standard- und FM4-Redakteure besonders brav und beflissen nachplappern. Die Reaktion gebärdet und hält sich 2009 eben für "progressiv". Der eine oder andere merkt eben dass da etwas nicht stimmt, wenn man zusammen mit Werner Pröllmann gegen Steueroasen und Globalisierung wettert oder mit HC Strache "Gier statt Kapital" gröhlt. "Widerstand!" - nur: wogegen?

    Reisenhofer merkt das natürlich nicht. QED. Sicher Lieblingsschüler des Deutschlehrers.

    Auf dieses Posting antworten
    • jurnsed | vor 892 Tagen, 23 Stunden, 7 Minuten

      "blablablah statt Gier und Kapital" muß das natürlich heißen. Nicht dass mir der Ariernachweis aberkannt wird.

      von FPÖ und ÖVP bis SPÖ und Grünen - 5 wenig aufregende Varianten von kraftloser, blutarmer Sozialdemokratie, ohne den Funken einer Idee wie in den kommenden 20 Jahren etwas anderes als Konkursverschleppung zustande gebracht werden soll.

    • charms | vor 892 Tagen, 8 Stunden, 11 Minuten

      und wenn die regierung ein lippenbekenntnis für den umweltschutz abgibt, fahrt der gelernte revoluzzer im SUV tropenholz kaufen.

    • mareser | vor 891 Tagen, 18 Stunden, 34 Minuten

      @ jurnsed: Jetzt wär ich schon gespannt auf die Auflösung: Wie sieht denn dieser "Funke" aus, der uns den Konkurs erspart?

    • juneonthewestcoast | vor 891 Tagen, 9 Stunden, 49 Minuten

      in deutschland war das so ein funke

      "Wir fordern, daß der Deutsche Bundestag die Änderung des Telemediengesetzes nach dem Gesetzentwurf des Bundeskabinetts vom 22.4.09 ablehnt. Wir halten das geplante Vorgehen, Internetseiten vom BKA indizieren & von den Providern sperren zu lassen, für undurchsichtig & unkontrollierbar, da die "Sperrlisten" weder einsehbar sind noch genau festgelegt ist, nach welchen Kriterien Webseiten auf die Liste gesetzt werden. Wir sehen darin eine Gefährdung des Grundrechtes auf Informationsfreiheit.
      Begründung
      Das vornehmliche Ziel – Kinder zu schützen und sowohl ihren Mißbrauch, als auch die Verbreitung von Kinderpornografie, zu verhindern stellen wir dabei absolut nicht in Frage – im Gegenteil, es ist in unser aller Interesse. Dass die im Vorhaben vorgesehenen Maßnahmen dafür denkbar ungeeignet sind, wurde an vielen Stellen offengelegt und von Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen mehrfach bestätigt. Eine Sperrung von Internetseiten hat so gut wie keinen nachweisbaren Einfluß auf die körperliche und seelische Unversehrtheit mißbrauchter Kinder." (franziska heien, denk ich)

  • os84 | vor 892 Tagen, 23 Stunden, 57 Minuten

    die 68er waren schon ein extrem für sich. verglichen damit muß jede darauf folgende generation langweilig wirken. trotzdem: es fehlt nicht an technischer innovation, aber schon an einer geistigen. mich beschleicht auch das gefühl, dass der zenit unserer entwicklung scheinbar erreicht ist. jeder verkrallt sich in den wohlstand, aus angst ihn morgen schon zu verlieren. das mag wohl berechtigt sein, aber eben jene ängste bremsen uns auch aus. ein bischen frecher und selbstsicherer könnte unsere generation schon auftreten. mich eingeschlossen. :)

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    • juneonthewestcoast | vor 892 Tagen, 4 Stunden, 47 Minuten

      aber schau dir doch mal, sofern du ein student bist, unsere profs an, wie sehr die angst haben evaluiert zu werden. warum haben sich damals die revoluzer unkündbare arbeitsverhältnisse geschaffen? wohl nicht weil sie selbstsicher und frech waren, sondern weil sie auch angst hatten nackert da zu stehn. Heut jedoch wollen sie uns keine solchen stellen mehr geben, weils geld nicht da sein soll. und ihre stellen kriegt man auch, nicht- obwohl man besser ist- weil man sie nicht rausschmeissen kann. dann sag es sich glaub ich einfacher: sei doch mal mutiger und riskier was, hab nicht solche angst.

  • dankwart | vor 893 Tagen, 11 Stunden, 6 Minuten

    die 50-jährigen haben mit ausgestrecktem Arm gegrüßt???
    aber auch nur, weil sie mit der haselrute eine übergezogen bekommen haben...

    ich banalisiere mal die thematik und komme zum schluss, dass
    die 80-90er generation dieses riesenpech hat, den mitt-60ern und 70ern nachzufolgen, die noch die basics erleben durften (ich meine hier nicht soziopolitische, sondern eher die technische supernova der 80er.). sei es in der schule oder privat beim ersten pc, video2000 gerät und sonstigem kram...man ist hier einfach mitgewachsen, ob man wollte oder nicht.
    und vice versa gilt das für die anschliessende generation, die vom konsum ja beinahe schon erdrückt wurde. vom ständigen penisvergleich mit der eigenen kaufkraft geprägt. dass hier das postive momentum einer generation hinterherhinkt ist mmn evident.

    Auf dieses Posting antworten
    • rafael | vor 893 Tagen, 11 Stunden, 2 Minuten

      das mit dem ausgestreckten arm waren die eltern der 50-jährigen. was eh auch so dasteht. aber macht nix.

    • dankwart | vor 893 Tagen, 8 Stunden, 8 Minuten

      das war auch sarkastisch gemeint, nicht auf den konsens bezogen (weil diese jetzt 50 - 60 jährigen noch gerne erzählen, dass sie mal eine mit dem stock kassiert haben!).aber macht nix.

    • rafael | vor 893 Tagen, 8 Stunden, 4 Minuten

      na dann

  • evte | vor 893 Tagen, 14 Stunden, 51 Minuten

    Gefühlsmäßig: die heute 15-20 jährigen werden noch eine Spur konservativer, als die momentan 20-29 jährigen...

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    • dilak | vor 893 Tagen, 11 Stunden, 56 Minuten

      und erst die 5 bis 10 jährigen. extremst konservativ.
      meist außerdem total unrebellisch. kein alk, keine zigaretten, sex ein absolutes no go.

      wo wird das nur enden?!?!

    • evte | vor 893 Tagen, 9 Stunden, 56 Minuten

      grins

      wobei 5 jährige durchaus rebellisch sein können...

  • stereoworld | vor 893 Tagen, 20 Stunden, 40 Minuten

    Also wenn die Älteren anfangen zu erzählen, wie super alles früher war, dann neige ich auch zum Papa/Opa-erzählt-vom-Krieg-Gefühl. Nur find ich es bemerkenswert, dass Haaf das über ihre eigene Generation sagt, und dem kann ich (nix Bildungsbürgereltern, nix 68er, also auch nicht die angesprochene Eltergeneration, sondern im Alter +/-35) sehr viel abgewinnen, auch weil ich glaube, dass einige ihrer Punkte zwar recht neu dazu gekommen sind (web2.0, hoho), andere sich aber schon länger eingeschlichen haben. Wobei, nicht allen stimme ich zu: Das Selbstwertgefühl ist vielleicht heute stärker ausgeprägt denn je, auch von der Zukunftsangst merk ich wenig.

    Ganz persönlich würde ich den Schwenk Richtung Befindlichkeitsfixierung zB Ende der 90er festmachen, das hat sich mit Facebook und Co freilich zuletzt massiv verstärkt. Damit ging einher, dass auftauchende Fragestellungen oder "Probleme" (Männer/Frauen, so genannte Ausländer, etc. you name it) nur mehr nach persönlichem Erfahrungsschatz und nicht mehr im gesellschaftlichen Kontext gedeutet worden sind.

    Auf dieses Posting antworten
    • stereoworld | vor 893 Tagen, 20 Stunden, 39 Minuten

      Und auf was sollte man schließlich auch aufmerksam machen muss: In Österreich (und wohl nirgendwo) gabs eine 68er, eine 89er, eine 96er oder sonst eine "Generation", genauso wenig wie es eine heutige Generation gibt, die irgendwie mehr teilt als zufällig nebeneinander zu leben. Nur gabs manchmal rein statistisch gesehen vielleicht ein bisschen mehr Leute, die mehr oder weniger gemeinsam ein bisschen auffälliger anders getan haben als der Rest. Dass sich das heute (Stichwort: Individualisierung/Pluralisierung) noch mal anders darstellt, ist eine Diagnose und nicht unbedingt eine Schuldzuweisung. Insofern ist das Aufzeigen a la Ich-bin-aber-ganz-anders ziemlich entbehrlich und eigentlich tatsächlich – wie unten eh schon von jemandem angemerkt – für Haafs Thesen eher bestätigend denn widerlegend.

  • toclind | vor 893 Tagen, 22 Stunden, 33 Minuten

    hab nach dem ersten absatz aufhören zu lesen, weil schon dieser nur so von sexismen strotzt. was bitte ist "sexy selbstkritik"? und wie formuliert man "charmant"? beides hättest du bei einem männlichen autor wohl nicht geschrieben.

    Auf dieses Posting antworten
    • rafael | vor 893 Tagen, 22 Stunden, 22 Minuten

      sexy selbstkritik deswegen, weil das was haaf macht natürlich keine wirkliche selbstkritik ist. wie könnte man auch einer derartig aktiven journalisten/autorin vorwerfen, unpolitisch, kritikunfähig oder geschwätzig zu sein. an essstörungen leidet sie (nehm ich jetz mal an) auch nicht...

      also ist es sexy selbstkritik. klingt gut, weil sich selbst kritisieren is immer ein bisschen lässig auch, zielt aber eigentlich auf andere ab. außerdem mag ich aliterationen.

      und ich find den text von ihr wirklich sehr clever und charmant geschrieben. obwohl ich eigentlich dagegen bin. und das wollt ich ganz gern erwähnen, einfach weil ichs gut find, wenn wer schön schreibt.

      das hätt ich bei jedem mann ebenso gemacht und mit den gleichen wörtern. weil auch bei männern mag ich aliterationen und verwende gern "charmant".

      is das nicht ein bisserl mühsam,hinter jeder ecke sexismus zu vermuten? die ganze rechtfertigung zumindest wars jetz schon...