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Musik, Film, Heiteres

Martin Blumenau

Martin Blumenau

Geschichten aus dem wirklichen Leben.

7. 9. 2009 - 17:09

Journal '09: 7.9.

Warum Bürgerliche eine "Linke" konstruieren müssen, wenn sie etwas sagen wollen. Am Beispiel von Michael Fleischhacker, dem instrumentalisierten Burgtheater-Direktor Hartmann und der fehlenden Nemesis.

Es gibt Sonntage, da bleibt sie im Sackerl.
Die gestrige Presse am Sonntag zur Hand zu nehmen war jedoch aus gleich zwei Gründen (eine Veröffentlichung und eine zufällig im Zimmerservice gelandete gemeinsame Kolumne) Pflicht.
Weshalb mir dabei dann das, was die alten Printmedien "Leitartikel" nennen, ganz zwangsläufig unter die Augen gekommen ist; um mich in der Folge aus zwei Gründen durchaus zu amüsieren.

Es ist mir seit Jahren nicht mehr gegeben, mich über kampagnenhaft wirkende gesellschaftspolitische Bekenntnisse zu ärgern, weil ihr Hintergrund die oft nur notdürftig verkleideten Zeilen davor eh meist deutlich überlagert. Deswegen war mir auch der hatscherte Vergleich den Michael Fleischhacker zwischen einer gesellschaftlichen Errungenschaft (der Frage von Kind + Karriere bei Frauen im öffentlichen Leben) und einer privaten und geschmäcklerischen Positions-Frage in einer sich mit sich selber fadisierenden Hochkultur (nämlich wo denn der neue Direktor einzuordnen wäre) zieht, ebenso keine Emotion wert wie das höchst überflüssige Bandwagoning angesichts der kürzlich aufgeflammten Abtreibungs-Diskussion.

Meine Überraschung wäre größer gewesen, wenn sich der Leitartikler dem, was von der Koalition aus Wirtschaft, gesellschaftlichen Konservierern und Bürgerlichen (also den Besitzern und Einflussnehmern der Zeitung) als "wichtig" empfunden wird, entzogen hätte.

Von Film-Heinis und anderen nichtdenkenkönnenden Linken

Viel witziger ist die - ebenso wie der Vergleich zwischen "zu kurzer Baybpause" der Grünen-Chefin und dem "sich mutig als nicht links" bekenndenden neuen Burgtheater-Direktors - an durchaus dünnem Haar herbeigezogene Diskussion über das angeblich öffentliche diskutierte Standing von Matthias Hartmann.

Denn, ehrlich: interessiert das irgendjemanden? Wo der neue Burgtheater-Chef von sonstwem verortet wird? Oder wo er nach eigenem Bekunden steht?
Und: Wer diskutiert das? Und wo?

Anhand dieser - eher künstlichen - Fragestellung, die mit einem - eher windschiefen - Vergleich veredelt wird, zieht Fleischhacker einen Begriff hervor, der mich dann wirklich staunen gemacht hat.
Nicht der des "linken Filmheini" (Hat der keinen Namen? Und: was wäre das dann bitteschön, ein "linker" Film? Die Fälscher? Die Klavierspielerin? Lourdes?), sondern der der/des "Linken" an sich, der sich so laut bemerkbar mache in der Welt, die Fleischhacker wahrnimmt, also der realen, wirklich wichtigen Welt der Machtvollen.

Das ist ein hübsches Feindbild, wie das des "Ausländers" für den Rechtspopulisten, das des "Exil-Juden" für den FPÖ-Wahlkämpfer oder das des Ungläubigen für den Radikal-Islamisten - aber genauso wie diese ausschließlich für propagandistische Zwecke herangezogenen Begriffe kann es sich nicht so recht entscheiden ob es eine pure Erfindung (wie die des "Exil-Jude") oder ein reines Konstrukt ist.

Genau diese Frage hat mich in der Folge interessiert.
Was also ist - laut Fleischhackers Leitartikel - dieses linke Denken (besser: Nicht-Denken) und wo findet es statt?

Ich kann es nämlich nicht öffentlich wahrnehmen, ich hab' mich bemüht, aber ich kann es nicht finden.

Wo verstecken sie sich, diese definitionsmächtigen Linken?

In den politischen Parteien?
Wo sind die linken Kultur-Vorredner und -Denker der relevantesten "linken" Kraft, der SPÖ unter denen, die - auch von der "Presse", und das zurecht - als kulturlose und kühle Pragmatiker der Macht benannt werden, auszumachen? Oder denkt man da an Harald Krassnitzer und den hochpragmatischen Wiener Kulturstadtrat? Oder wen?
Wo sieht es mit den Grünen aus? Kann da jemand aus dem Stand den Kultursprecher nennen (mit dem richtigen Vornamen bitte!)? Gibt es einen relevanten Künstler/Akteur, der "grün"-punziert wäre? Oder wie?

Sorry, aber da ist niemand. Vor allem keiner, der dem Fleischhackerschen Diktum des Linken entsprechen würde.
In der Legislative fiele einem allenfalls der Alt-Sekretär Morak ein, der Mann übrigens, der den aktuellen Burgtheater-Direktor im Alleingang bestellt hat, ein.

Und überhaupt, die Staats-Künstler, die sind doch immer "links", oder? Nun, zum einen sind die allermeister dauerstumm, und zum anderen ist die "Künstler = Links"-Gleichungs auch nur eine Mär. Das, was etwa unlängst Daniel Kehlmann vom Stapel gelassen hat, liegt viel näher an der Wahrheit. Die etwa durch das gestrige Kurier-Interview von Thomas Glavinic noch dick untermauert wird.

In den machtvollen Seiten-, Neben- und Hinterregierungen? In Kammern, Kassen, Banken, in Exekutive oder Judiaktur? Zitable linke Kultur-Redner oder -Denker? Nicht ernsthaft, oder?

Nicht in der Öffentlichkeit, vielleicht in den Medien?

Bliebe also die vierte Gewalt, die Medien, als Hort der "Linken".
Die populistischen Tages/Wochenzeitungen sind entweder stramm kulturfeindlich bis hin zur Linkenfresserei oder dem jeweiligen Wind hinterherhechelnd, die Qualitätsblätter befinden sich in Besitz konservativer Pressverlage, der Kirche, der Raika oder der Industriellenvereinigung, die einzige lachsfarbene Ausnahme ist sehr von der Kreditgebarung abhängig und hat zudem eine durchaus bürgerliche Grundanmutung, was die Hochkultur betrifft.
Das gilt auch für das vormalige mediale Korrektiv "Profil". Und auch für den vergleichsweise zwergenhaften Falter, der wegen seiner andersartigen Herangehensweise ein scharfes (Profil) hat - aber auch hier war das Hartmann-Vorab-Portrait sanft und interessemachend.

Wie auch das Special des ORF-Kulturmontags, der die Hochkultur ohnehin wie rohe Eier transportiert. Was die neue atv-Kultursendung zu Hartmann zu melden hatte, kann ich mir angesichts der Zugangs-Verstaubtheit auch vorstellen.
Und in der noblen Berichterstattung von Ö1 kann ich auch nichts Linkes finden.

Wo wären also hier, im Medien-Mainstream, die Linken?
Falter-Redakteur Kralicek, der in der ORF-Feiersendung für den Faust, ausgewogene Worte fand? Der lobende Standard-Pohl? Oder wer?

Fakt ist - es gibt sie nicht.
In einem eh kaum existenten österreichischen Kultur-Diskurs gibt es keine "linken" Stimmen.

Was es gibt sind liberalere und konservativere Bürgerliche, die sich - wenig fruchtvoll - um Nuancen balgen, in Wahrheit aber so eng beinanderliegen wie Hermann Maier und Benni Raich; oder Demokraten und Republikaner. Die also Termini wie "links" und "rechts" domestizieren, nein, pervertieren um sich so wichtiger zu fühlen als sie eigentlich sind.

Muss der Burgtheater-Direktor den Faust gelesen haben? Ne.

Die einzige kritische Stimme, die ich zum neuen Burgtheater-Direktor gelesen hatte, kam justament aus der "Presse" selber. Gast-Kolumnist Peter Strasser hatte sich da drüber beschwert, dass Hartmann - aufgrund eines träge argumentierten Traumas durch elterliche Schuld - Linke und Rechte nicht wolle, und ihn dadurch ausschließen würde.

Ich hab's nicht ganz verstanden, auch weil mir die (politische) Positionierung von Hartmann sowieso blöde vorkommt.

Matthias Hartmann ist nämlich unpolitisch hoch drei, er ist ein reiner Theater-CEO (der Spiegel sagt, dass sie das in Zürich sagen, wo man ja tatsächlich so spricht. "Du bist wie ein CEO" gilt dort als ironisches gebrochenes, also gleichzeitig tadelndes und lobendes Schimpfwort), ein Marketing-Mann, ein Verkäufer, der mir das sichere Gefühl vermittelt, dass man den Faust (also auch den Einser) nicht einmal gelesen haben muss, um ihn auch zu inszenieren - es reicht, eine Grundidee zu haben und du von guten Mitarbeitern umsetzen zu lassen; die Details bleiben dem Gedöns überlassen.
Das hat eine gewisse Frechheit, die einem Publikum, dass Hedgefonds-Manager auch irgendwie für die neuen Piraten hält und lässig findet, durchaus gefallen mag.

Diese Art der "Führung" vermittelt Hartmann, der neue Direktor, seinem Publikum. Wohl auch Besteller Morak und scheinbar auch Verteidiger Fleischhacker.

Der ahnte, wie alle anderen auch, dass der Faust und damit auch der Einstand des Burgtheater-Neulings als matt, mau und lahm rüberkommen würde, vor allem im kritischen Ausland (die heimischen Rezensenten waren fast durch die Bank sanft - man muss ja mit dem Mann noch arbeiten, etliche Jahre lang...) und hatte so zusätzlichen Antrieb für seine Verteidigungsrede.

Darf ein Chefredakteur seine Gegenspieler konstruieren?

Weil Fleischhacker im Gegensatz zu Hartmann ein durchwegs politischer Mensch ist, fällt diese dann eben entsprechend aus.
Weil sich aus dem Thema heraus aber nicht wirklich politisch argumentieren lässt, braucht es das Konstrukt einer linken Definitionsmacht, die die österreichische Öffentlichkeit in einer Art Geiselhaft hält, um zu Potte zu kommen.

Das legt nun einen Schluss nahe, der mir das zweite eingangs angesprochene Lächeln des Amüsements ins Antlitz treibt: die sich als bürgerliche Mitte verstehenden Konservativen wünschen sich so sehr eine schlaue Widerrede eines klar auszumachenden politischen Gegenspielers, dass sie sie gleichsam aus dem Nichts selber herbeischreiben. Weil (nicht nur im Medienbereich) nichts fader ist als keinen echten Gegenpart zu haben.

Fleischhackers Leitartikel ist also in Wahrheit keine Abrechnung mit einer grausamen Linken, die den inhaltlich etwas dünnen Auftritt des Burgtheater-Direktors urgemein und aus niederen Motiven abkanzelt (das ist die Wunschvorstellung, die - in Österreich - eben nicht einmal ansatzweise eingetreten ist; weil es hierzulande keine freie Diskurs-Kultur gibt), sondern letztlich das Gegenteil, ein Schrei nach Reibung.

Fleischhacker weiß, dass der von ihm beschriebene Mut des Cabriofahrer-Outings "nicht links zu sein" nur ein auch schon ödes Lippenbekenntnis ist. Es macht natürlich keinen Spaß "hohle Schwätzer" zu verteidigen, wenn es keine seriösen Angreifer gibt, und man aus dieser Not einen nicht satisfaktionsfähigen Einzelfall bemühen muss, um ein klassisches Feindbild so bedienen zu können, auf dass wenigstens ein bissl Diskurs entstehen möge.

Der Wunsch nach einer Nemesis

Das ist mehr als nur der übliche Schrei nach einem Moriarty, den Fleischhacker in Armin Thurnher eh schon hat - das ist ein fast schon bettelnder Aufruf diese veritable Lücke zu füllen.

Ich fürchte nur, dass über 60 Jahre der Verheerung durch österreichische Medien- und Restitutionspolitik, pures Bewahrungsdenken des schmalherzigen Großbürgertums (also, Achtung, Treppenwitz, auch der "Presse" selber) und die nicht umzubringende Blockwarte-Mentalität des Landes das unmöglich machen.

Eine echte intellektuelle Linke, wie es sie in einigen Nachbar-Staaten tatsächlich gibt, existiert in Österreich nur noch als Folklore und wird genauso wie ein verkaufsorientierter Burgtheater-Direktor nur noch als Spielfigur im Hirn-Lego durchaus verzweifelt konterpartloser konservativer Chefredakteure gebraucht.

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  • dnin | vor 883 Tagen, 16 Stunden, 8 Minuten

    post fuer blogger mi eq unter 83.

    orthodiox kann mensch mit th schreiben, und das entweder im 2fingersuchsystem oder klassisch. und schoen langsam frag ich mich, ob ihr blogger wisst, wo rechts und links IST??? ein rechtshandiger journalist haelt den bleistift z.b. mit rechts, und rechts ist da, wo der daumen links ist um helge schneider zu zitieren - weil die post da unten namlich nix anderes verdient hat - "LERNEN,LERNEN,LERNENPOPERNEN". und dann gehts alle brav zur wahlurne und lassts polotische positionierung das sein, was sie ist: a. eine freie entscheidung und b. privatsache. mfg,nd,bbc4.

    Auf dieses Posting antworten
  • dnin | vor 883 Tagen, 16 Stunden, 17 Minuten

    duden, teil 1.

    Auf dieses Posting antworten
  • valentinowich | vor 885 Tagen, 8 Stunden, 25 Minuten

    zwar etwas spät....

    ...aber dennoch will ich mich zu diesem äußern:
    obwohl blumenau sonst allerorts als ziemlicher kommunisten-fresser auftritt, deffiniert er hier "die linke" als etwas nicht-bürgerliches, also nach klassisch (die bobo-koffer unter euch werden das sicher als "ortodox" bezeichnen) sozialistisch-marxistischer diktion... und ich glaube nicht das sich blumenau selbst zu den liberalen und konsevativen bürgerlichen und den leuten mit der blockwart -mentalität gesellen will...
    blumenau, bitte entscheiden! rechts, oder links? weil unpolitisch kannst du nicht sein!...

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  • abhorash | vor 886 Tagen, 12 Stunden, 11 Minuten

    wer sind denn die intellektuellen linken im ausland? gysi? die zeit? lafo?

    mir fällt spontan grad noch titanic ein.
    (gern hätte ich auch andere nationen gebracht, da scheiterts aber an der sprachbarriere)

    und es gibt sie noch, die linken in österreich, nur werden sie allerorts (auch von fm4) übersehen. der herr hermes soll versuchen jetzt im casino baumgarten was zu feiern.
    und da gäbs noch einiges mehr zu berichten, passiert viel zu wenig (das jungendzimmer vom wagenplatz als positive ausnahme)

    Auf dieses Posting antworten
    • valentinowich | vor 876 Tagen, 6 Stunden, 17 Minuten

      @abhorash: ein großer teil der titanic macher und redakteure ist politisch, in der linken und kommunistischen bewegung anzusiedeln! deswegen wird auch in der titanic immer für die "junge welt" geworben, die einzige marxistische, linke tageszeitung des vereinten deutschland!
      übrigens macht der großartige wladimir kaminer mittlerweile wahlwerbung für die linkspartei (früher war er grün sympathisant, diesen fehler begeht er wohl nicht mehr...)
      man kann gysi und lafo noch so oft als sozialdemagogisch (ungeachtet der falschheit dieser wortwahl) verunglimpfen, es ändert nichts an der rhetorischen und intellektuelen bilanz der zwei "besseren sozialdemokraten"...

      das intellektuelle in österreich logischerweise auch im "kpö"-lager (interessierte werden wissen, dass es so etwas wie eine kpö-bundespartei nicht mehr gibt) zu finden sind, beweise ich hier:
      kurt palm der die nette leit show für phettberg konzipiert hat ist kommunist, kpö-steiermark anhänger... der mittlerweile verstorbene kotan und tohuwabohu-erfinder und regiseur helmut zenker war bis zuletzt kpöler, lotek 64 ist der grazer kpöler georg fuchs und natürlich ehemalige kommunistInnen und nachwievor sympathisantInnen der bewegung wie elfriede jelinek, peter turrini, marlene streeruwitz...
      ich hoffe das reicht dir als beweis! ;)

  • toteraltermann | vor 887 Tagen, 15 Stunden, 15 Minuten

    Martin Blumenau

    Der österreichische Matthias Matussek.

    Auf dieses Posting antworten
  • prom000 | vor 888 Tagen, 3 Stunden, 21 Minuten

    ach bitte

    die linke vielleicht nicht.
    sozialistisch ist in Ö ja jede partei, andereseits sind auch alle sehr gläubig christlich...
    und so weiter
    p.s.: Nur damit das mal klar ist die Presse wurde von der CIA mitbegründet, haben sehr wahrscheinlich immer noch ihre Finger dort drinnen.
    Und bitte letztlich gibts weder gute noch böse.

    Auf dieses Posting antworten
  • alpiarts | vor 888 Tagen, 6 Stunden, 33 Minuten

    Ab den 70ern gab es in der "linken Szene" bereits den Begriff "roter Faschismus". (Ostblock, China usw).
    Sollte erwähnt sein...

    Auf dieses Posting antworten
    • futbol | vor 888 Tagen, 1 Stunde, 52 Minuten

      obs du es Faschismus oder Kommunismus nennst ist ja wohl schnurzegal. Das Gewissen der Linken wird durch diese künstliche Abgrenzung wohl etwas erleichtert werden. Klar ist wohl, dass man "links" nicht demokratisch umsetzen kann wie alle bisherigen Versuche uns gelehrt haben. Deshalb läuft alles auf einen totalitären Staat hinaus.

    • qball | vor 887 Tagen, 23 Stunden, 46 Minuten

      a geh

      die "rechte" tendiert in gleichem maße zu faschistisch-totalitären strukturen.

    • qball | vor 887 Tagen, 23 Stunden, 46 Minuten

      a geh

      die "rechte" tendiert in gleichem maße zu faschistisch-totalitären strukturen.

    • futbol | vor 887 Tagen, 23 Stunden, 5 Minuten

      Kommt darauf an, was du unter "rechts" verstehst. "Rechts" im Sinne des NationalSOZIALISMUS, soviel Staat wie möglich, hat sicher das Endziel eines totalitären Staates. "Rechts" im Sinne von mehr Privat weniger Staat (manche würden die Richtung auch als "liberal" bezeichnen) ist kann den Reizen totalitärer Strukturen sicher am wenigsten verfallen.

    • qball | vor 887 Tagen, 21 Stunden, 48 Minuten

      vielleicht sollten wir mal die begriffe auseinander dividieren

      http://de.wikipedia.org/wiki/Politische_Linke

      im gegensatz dazu kann rechts wohl kaum liberal sein.

      und die formel "mehr privat, weniger staat" hatten wir schon im alten rom und im ständestaat und eigentlich überall wo das "bürgertum" den staat ansich bildete weil das proletariat nichts zu melden hatte.

      also hat sich die reinform des kapitalismus insgesamt schon öfter und grausamer erledigt als alle marxistischen alternativmodelle.

    • futbol | vor 887 Tagen, 19 Stunden, 44 Minuten

      Linkes Gedankengut, das per se das Kollektiv über den Einzelnen stellt, als liberal zu bezeichen ist für mich Schwachsinn. Sorry.

    • futbol | vor 887 Tagen, 19 Stunden, 43 Minuten

      Um auch Wikipedia auszupacken:

      Der Liberalismus (lat. liber: frei, lat. liberalis: die Freiheit betreffend, freiheitlich) ist eine philosophische, ökonomische und politische Ideologie, die die individuelle Freiheit als normative Grundlage der Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung anstrebt.

    • qball | vor 887 Tagen, 19 Stunden, 25 Minuten

      individuelle Freiheit als normative Grundlage der ... Wirtschaftsordnung.

      nur gut dass wir gerade gesehen haben das exakt das auch nicht funktioniert und "das kollektiv" für das versagen einzelner aufkommen muss.

      und "das kollektiv" muss über dem einzelnen stehen weil der einzelne untrennbar mit "dem kollektiv" verwoben ist. ein beispiel: ein ganzer berg gold bringt gar nichts ohne "kollektiv" in dem es mit einer vorstellung von einem gegenwert aufgeladen ist. und solange man nicht als selbstversorgender einsiedler lebt, wird der liberalismus immer an natürliche grenzen stoßen.

      klar kann man das hartnäckig ignorieren und von sich selbst regulierenden marktutopien träumen. die realität sieht anders aus.

    • futbol | vor 887 Tagen, 19 Stunden, 13 Minuten

      Das wird mir zu müßig. Du kannst ja ruhig von Planwirtschaft träumen.

      Nur eine kurze Anmerkung: Ob Staats- oder Marktversagen die Wirtschaftskrise verursacht hat ist noch lange nicht raus. Aber lieber alle 10 Jahre eine Krise, als eine Dauerkrise mit Planwirtschaft.

  • permission | vor 888 Tagen, 10 Stunden, 16 Minuten

    Echte Linke gab es beim Volksstimmefest.

    Die haben zwar die richtigen Ansätze, aber keinerlei Macht. Der richtige Ansatz für eine links-rechts-Diskussion wird eine zwischen absurf viel Besitzenden und massiv Verarmten sein, der richtige Zeitpunkt nach dem Zusammenbruch des Sozialsystems mangels frischem Geld. Solange der Staat das alte System noch über eine massive Neuverschuldung intakt halten kann, ist business as usual angesagt.

    Auf dieses Posting antworten
    • elvishasleftthebuilding | vor 887 Tagen, 15 Stunden, 6 Minuten

      Ich denke eher, sie stellen in vielem die richtigen Fragen (was allerdings mit etwas Grips so schwer auch wieder nicht ist).
      Gerade die Antworten erschöpfen sich dann allerdings meist in altbekannten Utopien oder in Phrasen.

      Sie hatten ihre historische Chance, an vielen Orten der Welt.
      Dass sie überall gescheitert sind (meist mit hohem Blutzoll und systematischer Vernichtung aller Strukturen) wird kein Unfall der Geschichte gewesen sein.

  • jumo1704 | vor 888 Tagen, 10 Stunden, 44 Minuten

    Dieses ganze selbstmitleid und beleidigt sein wenn jemand (ein wenig polemisch) die linken angreift ist wirklich köstlich.
    Nebenbei ist es widerlich die ganze arschkricherei zum hr. blumenau in manchen postings. Ich möchte von so manchen nicht seine illusionen rauben aber fakt ist doch das das seit den frühen siebzigern gesellschaftpolitisch und kulturell die linken dominiert haben oder noch oder wieder dominieren.
    Ihre anhänger sind in die meisten verwaltungen eingezogen,sie beherrschen den öffentlichen dienst,die erziehungsinstitutionen und die kultur.
    Doch es gibt nix neues keinen aufbruch mehr, keine neuen ideen, das einzige, was die linken beschäftigt, ist heute die verteidigung des erreichten. Es herrscht ein wahrer linker konservatismus.

    Auf dieses Posting antworten
    • jumo1704 | vor 888 Tagen, 10 Stunden, 18 Minuten

      Die meisten in der medienbranche tätigen fühlen sich eindeutig den linken verbunden, weil es die anderen ja auch sind, weshalb sie aber nimmermüde und immerzu einen heroischen kampf gegen eine feindliche übermacht herauf beschwören.
      Nach einer untersuchung von (2004/05) medienwisschaftler siegfried weischenberg,direktor des institutes für journalistik u. kommunikationswissenschaft uni hamburg sieht in deutschland die sympathie der medienschaffenden wie folgt aus: Grüne 35,5%, SPD 26%,CDU 8,7%,FDP 6,8% keine präferenz 19,6% die linke 0,8%. Nicht eimal ein sechstel fühlt sich dem bürgerlichen lager nahe. Also immer locker durch die hose atmen.

    • futbol | vor 888 Tagen, 1 Stunde, 55 Minuten

      Danke für die Zahlen! Ich hoffe jetzt herrscht endlich Klarheit. Interessant welche Verschwörungstheorie jetzt hervorgekramt wird.

    • os84 | vor 887 Tagen, 22 Stunden, 22 Minuten

      dir wärs lieber wenn man dir in den arsch kriecht, gell? blöderweise beziehen sich deine zahlen auf deutschland und nicht auf österreich. somit hast dein thema verfehlt, weil's hierzulande wirklich anders ist als im feindlichen ausland! schau mal in deinem ORF-landesstudio vorbei und sag mir, wieviele von denen links stehen?

    • futbol | vor 887 Tagen, 22 Stunden, 7 Minuten

      Hast irgendwelche Zahlen um das zu belegen? Wenn nicht sind die Zahlen von jumo1704 der einzige ernsthafte Ansatzpunkt. Aber wenn es dir subjektiv zu wenig links in der österreichischen Medienlandschaft vorkommt, dann wird es wohl so sein... Mir kommt es nicht so vor, so what?

    • os84 | vor 887 Tagen, 21 Stunden, 13 Minuten

      krone zeitung?

    • futbol | vor 887 Tagen, 20 Stunden, 26 Minuten

      Außer beim Ausländerthema keine rechtslastigkeit zu erkennen.

    • os84 | vor 887 Tagen, 19 Stunden, 58 Minuten

      wir reden aber von linkslastigkeit. die erkenn ich da nicht, auch nicht beim standart, schon gar nicht in der tiroler tageszeitung, oder beim orf. und dorfer's donnerstalk ist nur special interest und nicht mainstreamtauglich. es gibt eine linkslastige strömung in österreich, keine frage! aber in der hiesigen medienlandschaft gibt's die so gut wie nicht

    • futbol | vor 887 Tagen, 19 Stunden, 38 Minuten

      Also den Standard würden wohl sehr viele Leute als linkslastig einstufen...

    • os84 | vor 887 Tagen, 16 Stunden, 56 Minuten

      die süddeutsche würde ich so einstufen. standart ist vielleicht für österreichische verhältnisse linkslastig(er). generell ist es überhaupt nicht auszuschließen das eine große anzahl von medienmachern privat links stehen. nur ihre "produkte" sind dennoch recht an den markt angepasst, dessen abnehmer ja doch überwiegend mitte-rechts sind.

  • alpiarts | vor 888 Tagen, 14 Stunden, 44 Minuten

    Folklore, hierzulande, längst.

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