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Musik, Film, Heiteres

Martin Blumenau

Martin Blumenau

Geschichten aus dem wirklichen Leben.

9. 9. 2009 - 14:00

Journal '09: 9.9.

Der Vollständigkeit halber: Ingrid Brodnigs Falter-Replik zur hier im Journal angerissenen Diskussion um die "Generation 20-29", die von der SZ-Autorin Meredith Haaf (26) losgetreten wurde.

Ingrid Brodnik ist Redakteurin bei der Wiener Stadtzeitung Falter und blogt unter brodnig.org über Politik und Medien. Mit dem Generationen-Problem vor allem im Journalismus befaßt sie sich schon seit längerem.

Ingrid Brodnig sagt: "Ich habe es satt, als Mittzwanzigerin für alle Probleme in der Gesellschaft verantwortlich gemacht zu werden."

Rebelliert halt selbst, ihr alten Säcke!

Rechtsradikale, Komasäufer, Schulversager. Wer sind die heute 20- bis 29-Jährigen überhaupt? Über meine Altersgruppe habe ich mir schon viel anhören müssen: dass wir alle so unpolitisch sind, so konservativ. Dass wir lieber in klimatisierten Hörsälen hocken als in besetzten Häusern. Dass wir unsere Überzeugungen für einen hübschen Lebenslauf geopfert haben und doch nur in der Praktikaschleife steckenbleiben. Dass wir stille Mitläufer sind, die dann auch noch Heinz-Christian Strache wählen.

Zuletzt klagte FM4-Oldie Martin Blumenau über meine Generation und zeichnete das Bild von 20- bis 29-Jährigen – die sind feige Jasager. Als Beweis zitierte er die Thesen der jungen deutschen Journalistin Meredith Haaf über die ängstlichen unter 30-Jährigen. Wenn die ihre Generation beschimpft, muss das doch stimmen. Meine Altersgruppe ist der Fußabstreifer, an dem man sich abputzen kann, wenn einen etwas an der Gesellschaft stört. Da finden sie schnell einen Schuldigen und fühlen sich gut dabei. Früher war sowieso alles besser.

Der Mythos von der rechtextremen Jugend

Zur Erinnerung: Als Jörg Haider 1999 bei der Nationalratswahl 27 Prozent einfuhr, durfte ich noch gar nicht wählen. Und die meisten von uns 20- bis 29-Jährigen auch nicht.

Es ist ein Mythos, dass die Jugend so viel rechtsextremer wäre. Der Eindruck entstand, weil Zeitungen gerne von den milchbübigen Strache-Wählern berichten. Der Kurier schrieb zum Beispiel von einem „Marsch nach rechts“. Doch die Studien der Politologen und Meinungsforscher belegen diese Behauptung nicht. Die Jungwähler tendieren nicht mehr nach rechtsaußen als die Gesamtbevölkerung.

Mag schon sein, dass viele von uns unpolitisch, verdrossen oder gar demokratieskeptisch sind. Eine ähnliche Tendenz zeigt sich aber auch bei den Älteren. Jeder fünfte Österreicher sehnt sich nach einem starken Mann, der sich nicht um das Parlament kümmern muss. 1999 taten das nur 15 Prozent.

Rebellentum als Vorwand

Der Vorwurf der Politikverdrossenheit ist amüsant, wenn er von einer so abgestumpften Gesellschaft kommt. Wer das als verlogen bezeichnet, hört ein Totschlagargument: Der Idealismus, das Rebellentum gehöre halt zum Jungsein dazu.

Wirklich? Vielleicht ist das für Ältere nur ein Vorwand, die Füße hochlegen und selbst nicht aktiv werden zu müssen. Die strenge Unterscheidung zwischen Jung und Alt funktioniert nicht mehr. Wir Jungen sind pragmatischer geworden, die Alten wollen nicht erwachsen werden. Also hängen sich 40-Jährige Freitag-Taschen um, besuchen Gürtellokale und hören Bands, deren Mitglieder halb so alt sind wie sie.
Geht es dann plötzlich um politischen Widerstand, ist das wieder unser Job.
Demonstrieren soll die Jugend, wir haben schon einmal!

Unkritische Stubenhocker?

Dabei sind wir ja nicht alle unkritische Stubenhocker. Zwei Studentinnen haben die Lichterkette gegen rechte Hetze organisiert. Im heurigen Frühjahr gingen 25.000 Schüler auf die Straße. Sie wollten in der Bildungsdebatte ebenso mitreden.

Ich selbst war dabei, als im Museumsquartier hunderte junge Menschen mit Bierdosen, Gitarren und Soundblastern aufmarschierten. Wir wehrten uns gegen die Verreglementierung des öffentlichen Raums und das Verbot von mitgebrachtem Alkohol. Erfolgreich übrigens.

Gerne wird über solche Proteste gelacht. Aus der Schülerdemo machten Journalisten einen Wettbewerb, wer den dümmsten O-Ton findet. Beim Museumsquartier hörten wir: „Typisch, wenn es ums Saufen geht, seid ihr plötzlich politisch.“ Aber das ist schnell dahingesagt, wenn man selbst gut verdient und ohne Blick ins Geldbörsel einen Aperol-Spritzer nach dem anderen bestellen kann.

Über uns Junge wird dann auch philosophiert. Schon schlimm, das mit dem Komatrinken.

Facebook und Drogen

Doch welche Altersgruppe schüttet sich am meisten zu? Die 30- bis 39-Jährigen. Sie konsumieren am Tag durchschnittlich 32 Gramm Alkohol, bei den Männern sind es sogar 48 Gramm. Dagegen sind die 14- bis 19-Jährigen Waserln (17 Gramm). Trotzdem lesen wir viel über Kids, die ins Spital müssen, und wenig über Erwachsene, die den dritten Entzug hinter sich haben.

Es geht nicht darum, meine Generation zu glorifzieren. Ich frage mich aber: Wenn die 30-, 40- oder 50-Jährigen so schlimme Zustände in der Gesellschaft erkennen, warum -werden sie nicht selbst aktiv? Tatsächlich sind viele Ältere genauso dämlich wie wir, nur reden sie klüger daher.

Beispiel Martin Blumenau. In seinem Webjournal käut der 48-Jährige die Thesen der 26-jährigen Meredith Haaf wieder. Da kommt auch Facebook vor. Auf diesem Onlineportal können User die Beiträge anderer kommentieren oder mit einem Mausklick loben. Dafür gibt es den „Daumen nach oben“-Knopf. Der sagt: „I Like“. Einen „Daumen nach unten“-Button gibt es nicht.

Daumen nach unten!

Für Haaf und Blumenau ist das ein Anzeichen für die fehlende Kritikfähigkeit der 20- bis 29-Jährigen: Wenn uns etwas gefällt, Thumbs up! Wenn etwas unangemessen oder problematisch ist – Schweigen.

Ich bekenne: ich habe mehr Facebook-Leute als Brodnig Twitter-Follower (459)!

Das Tolle an dieser These: Martin Blumenau ist selbst auf Facebook. Und zwar mit 556 Freunden. Aber für ihn gilt diese Kritik natürlich nicht. Er kann das Onlineportal offenbar nutzen, ohne zum Jasager zu werden. Das ist wohl die Gnade der frühen Geburt.

Dieser Kommentar erschien im Falter 37/09. Geschrieben von Ingrid Brodnig, Dienstag 8. September 2009, 14:25. Kommentare (4) |

Auch interessant, weil weit weniger mimosenhaft, sondern analytisch und, ja, wütend: Tom Schaffer zum Thema

5 Anmerkungen dazu

von Martin Blumenau:

1) Nicht "das Facebook" ist böse oder blöde, es ist immer die Nutzung. Die "„Daumen nach oben"-Funktion hab ich etwa noch nie verwendet (doch, halt, zweimal, ironisch...).

2) So zu tun, als würde ich einfach einmal Frau Haaf hernehmen um sonstwen abzuwatschen, das ist eine groteske Verkürzung.
Das Generationen-Problem zieht sich seit Jahren durch mein (täglich erscheinendes) Webjournal, wurde in jeder erdenklichen Form und aus vielen Blickwinkeln abgehandelt.
In der Mehrheit in einer Verteidigungshaltung für die/vor den Jungen. Vor allem nach der letzten NR-Wahl.
Beispiel: Das aktuell bejammerte jugendliche Wahlverhalten und Vom abstrakten Nazi, der Vergesslichkeit und dem spielerischen Ausprobieren, wo ich die von Brodnig zurecht (warum nicht auch damals im eigenen Medium?) kritisierte Jugend-Bashing analysiert habe.

3) Von wegen "Alle Anlaßfälle hernehmen um die Brodnig-Generation in die Pfanne zu hauen": mein Senf zum angesprochenen MQ-Protest erkennt andere Schuldige und Probleme.
Einzelne Aussagen, so unangenehm sie einem sein mögen, schlicht hochzurechnen, um eine einfache Antwort geben zu können, ist nicht genug.

4) Dass die Reaktion auf die Haaf-Thesen (die immerhin im SZ-Magazin wochenlang für alle lesbar erschienen sind) in Österreich erst dann daherkommt, wenn ich das thematisiere, dann ist das durchaus ein Armutszeugnis. Und zwar für mangelnde Selbstreflexion; einer Journalisten-Generation.
Diese Debatte gehört längst und länger geführt, auch ohne Haaf und vor allem ohne mich.
Tut es aber leider nicht.
Also: don't kill the messenger.

5) Das zentrale Problem hat Frau Brodnig durchaus richtig zusammengefaßt: "Tatsächlich sind viele Ältere genauso dämlich wie wir, nur reden sie klüger daher."
Stimmt total.
Meine Konsequenz wäre a) sich weniger dämlich anstellen (zb weniger oberflächliche Rezeption) und b) klüger daherreden.

Ob eine beleidigte Replik allein das schafft, möchte ich bezweifeln.
Eine sinnhafte analytische Auseinandersetzung, die sich nicht darin genügt es jetzt einem bösen Typen ordentlich gesagt zu haben und sich dann wieder im Ablenkungs-Alltag verliert, sondern tiefer bohrt - das wäre klug.

Martin Blumenau am 09.09.2009 12:11.

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  • oberdenker | vor 882 Tagen, 9 Stunden, 32 Minuten

    Ad Daumen nach oben-Funktion

    Auf Facebook zu jeder Kleinigkeit seinen Kommentar (z.B. via "Daumen nach oben-Funktion") abzugeben ist zwar an sich ein bisschen ärmlich, aber dass es nur (mehr) eine Daumen nach OBEN-Funktion gibt, finde ich aus psychologischer Sicht - und an sich - positiv.

    Soweit ich weiß, besagt nämlich die (Erziehungs-)Psychologie, dass man gutes Verhalten loben sollte und schlechtes ignorieren, um das gute bestmöglich zu fördern.

    Mir scheint das jedenfalls sympathisch (und aus Erfahrung wirkungsvoll) und darum habe ich persönlich mir angewöhnt, möglichst nur zu loben oder zumindest positiv zu kritisieren (d.h. wenn nötig Schlechtes aufzuzeigen, aber gleichermaßen auch zu loben oder zumindest Lösungen aufzuzeigen).

    Ja, soviel zur Kritik an der "Daumen nach oben-Funktion".

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  • johnleehookerelectro | vor 886 Tagen, 13 Stunden, 55 Minuten

    äm "klug daherreden" is genau wie auf die strasse gehen und rebellisch fahnen hochhalten(letzteres kann als massenbesäufnis sehr leiwand sein auch ganz ohne jungschar-pfadfinder-idealistisches zusammengehörigkeitsgefühl..das vermissen die alten halt etc blabla wiss ma e alle)...->es spricht genau die leute an die sowieso auf der selben oder verwandten ebenen daher-smartassen sich gewitzt in themen einbetten um sie von oben und unten zu zerbröseln oder zu untermauern /dazumauern aus opportunistischen oder sozialen oder den verschiedensten motivationen heraus

    das problem is aber das ein zB.generationen thema implementär bis in sein kleinstes richtiges (aber nichtiges) detail, vom jeweiligen denker eigens induziert,in den pool namens rede diskurs internet geworfen wird und vollkommen vergessen wird das man hier eine MEEENGE leute aus AAALLEn schichten anspricht..(speziell beim thema dieses eintrags)

    aber reden bzw schreiben tut man so als obs nur die uni kollegen lesen(und kennt von anderen schichten derselben generation aber NÜSSE=NIX).. aber was bringt das dann ganz ehrlich?ihr sprecht genau die NICHT an die ihr angeblich erreichen wollt.. die spricht halt HC an..ein generationen thema das JEDEN betrifft,auch deduktiv formuliert sein sollte ,und dann redet jeder nur für sich
    bzw mit den leuten auf ähnlichen ebenen..(das is beim...

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    • johnleehookerelectro | vor 886 Tagen, 13 Stunden, 55 Minuten

      .(das is beim partnersuchen ok aber beim diskurs von solch grossen themen?).und dann wundern sich alle das sie sich verbal nur im kreis drehen aber nix weitergeht.es is vl nicht einfach aus verschiedenen schichten gute freunde zu haben ?.vl liegst daran??...
      kein wunder das man dann als 20 jähriger drauf SCHEISST und in die pratersauna/dome geht,filme dreht um etwas zu ändern musik macht events plant auf teufel komm raus ohne grosser ideologie ohne grossem "WIR-verändern-gefühl" mit nem überschüssigen EGO etc..es herrscht trotzdem mehr soziale interaktion als hier(im schön differenzierten diskurs) jemals geherrscht hat und als politiker und journalisten(in zukunft) jemals ausrichten können weil kunst (oder auch anti-kunst achterbahnfahren und party) existiert und herumreden und diskutieren is halt nur wie wixen...man ordnet aber man schafft nix..und die alten rede(ten) zuviel ..wie ich jetzt..
      wenn ein jeanpaul sarte-buch oder ein coen-drehbuch dabei rauskommt ok..aber sowas latschertes (8 punkte und die reaktion drauf..na ui)bei einem derartig grossem thema?

      facebook kürzt reden gottseidank ab..

      "klug daherreden" na lol

  • donely | vor 886 Tagen, 17 Stunden, 55 Minuten

    Klingt ja fast wie ein Geständnis Herr Blumenau?!
    Habe den Artikel im letzten Falter von Frau Brodning mit höchsten Vergnügen gelesen. Jetzt wenn man schon die Replik als bloße Beleidigtuerei abstemmelt, sollte man doch auf die Argumentationen eingehen, was leider vom Blumenau nicht gemacht wird, jedoch noch getan werden müsste. Meiner Ansicht nach war es keineswegs eine "beleidigte Replik" sondern durchaus auch eine sinnhafte argumentative Auseinandersetzung mit dem Thema.
    Ob die Debatte in den nächsten Wochen weitergehen wird bezweifle ich. Erfahrungsgemäß fordert der gute Herr Debatten, doch dran bleiben tun die wenigsten und dazu gehört auch seine Heiligkeit.

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    • juneonthewestcoast | vor 886 Tagen, 17 Stunden, 8 Minuten

      man kann ja auch nur etwas in bewegung bringen. braucht man denn für diese debatte den blumenauer als prügelknaben quasi?
      aber ich stimm zu, weitere auseinandersetzungen währen schon wünschenswert, um neue blickwinkel zu schaffen- vielleicht eine auseinandersetzung mit dem nur am rande erwähnten blog? ich find der falter bericht war nur ein "ihr warts ja ah ned besser".

  • grubsch | vor 886 Tagen, 18 Stunden, 56 Minuten

    was mich bei dieser diskussion irritiert ist die tatsache, dass diese "generation" in der laufenden debatte (nicht konkret in diesem beitrag, aber in allen anderen hier)nahezu ausschließlich aus praktikanten oder in prekären beschäftigungsverhältnissen arbeitenden zu bestehen scheint.

    das mag zwar vielleicht für die FM-4 community gelten, hat aber mit der lebenswirklichkeit der großen mehrheit dieser "generation" nix zu tun.

    die meisten "twenty-five-plus"
    - verfügen über eine gute ausbildung
    - haben bereits einen relativ sicheren job (sei es nach studium oder schon viel länger als facharbeiter)
    - und haben sich bereits ihren ersten eigenen wohnraum oder dinge wie auto usw. geschaffen

    unabhängig von job- oder monetär bedingten dingen
    - leben sie zumeist in längerfristig angelegten beziehungen
    - und engagieren sich z.B. in vereinen oder auch etwas loseren aber nachhaltig angelegten communities

    das sollte bedacht werden, wenn man schon eine noch dazu altersmäßig relativ genau abgesteckte "generation" zu analysieren versucht,. ansonsten ist die debatte darüber nämlich zum krenreiben....

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    • juneonthewestcoast | vor 886 Tagen, 17 Stunden, 13 Minuten

      und diese gruppe die du beschreibst verhält sich deiner meinung nach wie?
      politisch oder unpolitisch, kritisch, labernd, "falsches" körpergefühl, etc?

    • grubsch | vor 886 Tagen, 16 Stunden, 47 Minuten

      es handelst sich eben um keine homogene gruppe, deshalb auch kein homogenes verhalten. warum dieses bedürfnis, dass sich menschen einer bestimmten altersgruppierung gleichförmig verhalten?

    • juneonthewestcoast | vor 886 Tagen, 16 Stunden, 3 Minuten

      klar, ich versteh was du meinst. aber ich glaube die absicht ist ja nicht alle beschreiben zu können. ich denke- weiß es aber nicht- es verhält sich wie eine gaußsche glocke. und ist jetzt die mehrheit dieser gruppe so wie die sagt, oder ist sie es nicht bzw beschreibt sie die mehrheit oder nur einen geringen prozentsatz. du hast ja auch in einer beschreibung einer gruppe versucht, und mich würde deine sicht interessieren wie du diese gruppe nach den oben genannten kriterien siehst, ob sie eher zutreffen oder eher nicht.

    • futbol | vor 886 Tagen, 15 Stunden, 56 Minuten

      @juneonthewestcoast

      Wenn es Leuten besser geht, wenn sie ein stabiles Umfeld haben, wenn sie etwas zum verlieren haben werden sie sich wohl nicht so rebellisch aufführen wie es sich viele hier im Forum wünschen. Der freie Geschlechtsverkehr wird wohl der Freundin stören, das Demonstrieren gegen die "Besseren" wird wohl gegen sich selbst oder gegen den Freundeskreis gerichtet sein.

    • juneonthewestcoast | vor 886 Tagen, 14 Stunden, 38 Minuten

      freier geschlechstverkehr? is das jetzt in?
      ich glaub es is auch ein unterschied ob man nicht zeit zum kritisieren hat oder man nicht will, oder es für nicht notwendig hält. da bin ich auch deiner meinung: stimmt schon, denkt man alles sei tip top braucht man sich nicht aufregen. oder wenn man glaubt es bringt eh nix oder es schadet einem nur. aber ich denke grad die etwas zu verlieren haben, weil sie einen job haben, eine familie ein haus, ich glaub die schaun sich veränderungen kritischer an als die die damit beschäftigt sind sich etwas aufzubaun. weil sie angst vorm gesellschaftlichen absturz haben. vielleicht. ich glaub man braucht auch nicht rebellisch zu sein, aber aufpassen und kritisch sein, und mal nachzufragen schadet aber keinem.

    • johnleehookerelectro | vor 886 Tagen, 13 Stunden, 31 Minuten

      ja jeder kann nur schätzen und von sich und seinem eigenen umfeld berichten

      was die gaußsche glocken kurve bei dem thema (mit bildungs, drogen, ideoliogie etc koordinaten)inder wirklichkeit aussieht wurde im bericht nie eruiert...aber statistiken sind halt on se other hand ne verdammt üble menschheitserfindung und irgendwas.. also kriisieren wir alle mal halb imaginär daher um zumindest denk und reflektionsmässig nicht einzurosten

    • juneonthewestcoast | vor 885 Tagen, 22 Stunden, 1 Minute

      der letzte satz- da is bestimmt was dran! ich weiß ja nicht mal ob die haaf ihre thesen auch wirklich selber glaubt, oder ob sie da mal alles super überzeichnet um uns einfach nur aus der reserve zu locken (um zu sehen was denn wirklich dahinter steckt, ob wir uns das so einfach gefallen lassen)

    • johnleehookerelectro | vor 885 Tagen, 19 Stunden, 44 Minuten

      geh bitte .. nach der überschrift war ja wohl für jeden klar das das nur provozieren soll.is ja auch ne hauptaufgabe von journalimus .was sollens denn sonst machen..CIA spielen sie nur im kino.. ..entweder erörtern sie oder sie decken auf oder sie wixen ein bischen hirn und versuchen damit anzuecken

      es is dann halt immer lustig zum lesen wenn man weis "ui jetzt provozieren sie wieder man muss jetzt drauf eingehen "diskurs modus einschalten"klick..
      aber wenns plump und so offensichtlich formuliert is wirds halt mit der zeit fad nöm..da blumi kann das normal e recht gut aber manchmal kommts latschert

    • juneonthewestcoast | vor 885 Tagen, 16 Stunden, 27 Minuten

      i habs ja gar ned ernst gemeint und wollt nur provozieren theater geht immer, spätestens dann wenn ma vorher ernstgmeintes selbst lächerlich findet. ich bin mir trotzdem nich sicher ob sies ernst meint oder nicht, wenn man auch ihre bücher anschaut... man weiß es nicht, und das ist langweilig

  • teilzeitjugendlicher | vor 886 Tagen, 19 Stunden, 21 Minuten

    das hat es die Frau Brodnig aber dem Herrn Blumenau...

    ...schon ziemlich reingesagt,

    und in Summe halte ich die Argumente der Frau Brodnig für die stärkeren.
    Was mir aber bei der Diskussion fehlt (hoffe ich habe da nichts übersehen)...
    Falls es wirklich stimmt, dass die jüngeren Generationen geistig etc. immer "flacher" werden, sollte man dabei nicht vergessen, das Menschen immer früher und immer stärker zu Zielgruppen jener werden, die immer noch reicher und asozialer werden wollen. Dass aus den leider allzu erfolgreichen Versuchen einer Managerkaste (Frauen gibt es da kaum, deshalb kein /innen!), uns alle am besten schon von Geburt an einer kapitalistischen Verwertungslogik zu unterwerfen, nichts gutes und schönes entstehen kann, ist eigentlich nur logisch. Und wenn ich eingedenk des vorher gesagten das Verhalten der Schüler/innen betrachte, die ich auf meinem Arbeitsweg in den Öffis durch das bildungsferne Favoriten mitbekomme, dann muss ich sagen, die Kids sind durchaus recht OK. Und sicher nicht "flacher" etc als z. B. das typische schon ältere Publikum auf einem Falter-Fest in einer namhaften Wiener Brauerei, das offenbar kein Problem hat, für ein großer Bier 4 Euro zu zahlen und sich dabei von einer Armee von Security-Leuten "beschützen" lässt. Völlig ohne Widerspruch oder Unmut. Geht uns ja...

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  • teesa | vor 886 Tagen, 21 Stunden, 9 Minuten

    ganz kurz: brondnigs replik ist für mich eine weitere bestätigung der griffigkeit und des sprengkraft-potentials der thesen von haaf. noch mal, es ist vor allem wichtig dass dieses thema mal aufs tapet kommt. schon alleine dass darüber gestritten wird ist aus meiner sicht ein riesen fortschritt.
    in pkto selbstgefälligkeit und selbstgenügsamkeit steht unserer generation vielleicht nur der yuppie generation der 90iger nach.
    die leute der MQ protestaktion gehören bitte zu einer kleinen urbanen elite, und sind in keinem fall repräsentativ für das gros der leute zwischen 20 und 30. im übrigen gehört brodnig ebenfalls zu einer solchen elite, ebenso wie der autor der ersten hier erscheinenne kritik an haafs thesen. wieso wundert es mich so rein gar nicht, dass haaf s polemik sie alle auf die palme bringt ??

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    • dilak | vor 886 Tagen, 19 Stunden, 22 Minuten

      "in keinem fall repräsentativ für das gros der leute zwischen 20 und 30"
      war auch der junge blumenau oder der junge irgendwer in den 60,70,80,90ern!
      nur weil du teesa oder martin euch als teil einer damaligen bewegen fühlt oder nachträglich reinreklamiert erscheint es mir unverständlich warum MQ protestanten eine minderheit sein sollen und damals alleallealle ach so rebellisch/politisch aktiv gewesen sein sollten.
      ganz kurz:
      der yuppie ist 90er aber die mq-protestanten sind vernachlässigbar.

    • teesa | vor 886 Tagen, 17 Stunden, 36 Minuten

      niemand sagt dass damals "alle so rebellisch" waren. auch blumenau hat sich mehrmals recht kritisch zur 68iger generation geäußert. wenn du glaubst dass man die einstellungen, das lebensgefühl und die aktionen der "MQ gesellschaft" irgendwie auf die gesamte generation runterbrechen kann bist du hoffnungslos naiv. fahr mal raus aufs land, nach linz, graz oder innsbruchk. überall dasselbe. urbane szenen sind meist gebildet, kritisch und aktiv. das ist eine absolute minderheit. und ich bin übrigens noch keine 30.

    • teesa | vor 886 Tagen, 15 Stunden, 57 Minuten

      du checkst ja eines nicht / du denkst, haaf, blumenau etc wollen damit sagen: "seht her, früher wars besser, DAS war noch eine jugend!" das geht aber massiv am punkt vorbei. es ist nun mal notwendig herauszuarbeiten wie sich die generationen unterscheiden, und natürlich muss man auch mitreflektieren, wie sich die sozio-ökonomischen umstände verschoben bzw. verändert haben. das haben aber beide versucht.
      das alles sofort als angriff auf deine /eure / unsere generation zu verstehen - das legt schon eben genau diesen schluss nahe: selbstgenügsam und ziemlich unfähig zu einer echten selbstreflexion.
      "teesa findet das gut"

  • mizanthrop | vor 886 Tagen, 22 Stunden, 13 Minuten

    irgendwie fühlt sich das wie eine künstlich losgetretene sommerloch "diskussion" an.

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  • dilak | vor 886 Tagen, 23 Stunden, 8 Minuten

    klüger daher reden hilft sicher!

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  • kato | vor 886 Tagen, 23 Stunden, 14 Minuten

    flame war!!!! ;)

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  • heinzheinrich | vor 886 Tagen, 23 Stunden, 18 Minuten

    es is’ no ned vorbei

    das neue an den neuen kommunikationsmöglichkeiten ist immer schon und in jeder generation auf dem mist der kritisierten alterskohorte gewachsen.
    auf augenhöhe: die 80er 20er waren in ihren 20er hauptsächlich mit koksen beschäftigt, damit das geld zu machen mit dem sie sich jetzt jung konsumieren bzw. rezipieren. glauben weil sie facebook kennen sind sie das auch bzw. meinen die sprache und verhaltensmuster einer generation, die ihre symbolik unter völlig anderen voraussetzungen und möglichkeiten erarbeitet hat, eh zu verstehen…und kritisieren zu können. um sich mit der ursache dahinter, dem fundament von jeder derartigen kritik – und das war auch schon immer so –, nämlich ihrem eigenen altern, nicht auseinandersetzen zu müssen.
    kritik? nicht mehr als die suche nach dem jungbrunnen. altern ist immanent zu akzeptieren, dass man das meiste was nachkommt einfach nicht mehr verstehen kann. weil die entsprechenden erfahrungen fehlen. ein viertel-telefon hat mit einen mobil-telefon genau soviel gemeinsam wie die dazugehörigen praktiken. und deren produktion hat nix zu tun mit deren rezeption. letztere wird erster nie einholen. ein hund der seinem eigenen schwanz nachläuft.
    junge - die haafs - die so einen quatsch unter dem deckmantel der selbstreflexiven gesellschaftskritik raushauen, um...

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    • heinzheinrich | vor 886 Tagen, 23 Stunden, 18 Minuten

      sich bei den momentanen sesselklebern – den 80er koksern – anzubiedern und möglichst bald selbst auf so einem sessel zu kleben, sind einfach nur reaktionär (in ihrem verständnis von progressiven denken, wie in den versuchen dieses zu propagieren). so gern hätten sie auch schon mit 12 ein handy gehabt. statt dessen gabs ein gutes buch…und einen minderwertigkeitskomplex.
      Was ist Zeit?...Tausend Jahre sind ein Tag!