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Martin Blumenau

Martin Blumenau

Geschichten aus dem wirklichen Leben.

20. 9. 2009 - 23:49

Journal '09: 20.9.

Vorarlberg geht voran.

Man wird wieder allenthalben davon sprechen, morgen, dass die heutige Landtagswahl von Vorarlberg keine überregionale Bedeutung habe - weil lokale Themen vorherrschend waren und weil das kleine Bundesland eine zu spezifische Struktur hätte.

Ich bin da nicht so sicher.
Eher im Gegenteil.
Ich denke, dass die Vberg-Wahl vieles, was davor nicht so genau zu sehen war, geschärft hat.

Punkt 1: Politik ohne affirmativen Charakter hat keine Chance mehr. Wer nur reagiert, ist tot.
Punkt 2: Die Jungen sind nicht schuld, sie sind aber auch nicht nicht schuld.
Punkt 3: Die Unterschiede zwischen Land und Kleinstadt sind verschwunden.

Klar, das für Restösterreich in jeder Hinsicht wenig gut verständliche kleine Land hinter dem Alberg gilt als nicht repräsentativ, auch weil man sich mit den komischen Alemannen nicht wirklich auskennen mag - ich halte die aktuelle Struktur Vorarlbergs aber durchaus für eine Preview zu dem, was in 15, 20 Jahren für ganz Österreich gelten könnte.

Ein Blick hinter den Berg...

Dazu muss man sich das Russland ein bisschen näher anschauen.
Vorarlberg ist vergleichsweise reich, man ist vergleichsweise gut ausgebildet und sieht recht genau, was etwa in der nahen Schweiz abgeht. Und man hat den Umstieg, der vielen strukturschwachen Gebieten des Landes (Kärnten uä) noch bevorsteht, schon hinter sich: das Bewusstsein für das Laptop&Lederhosen-Modell der nördlichen Nachbarn.

In Vorarlberg sind wehrhafte Biobauern, im benachbarzen Ausland Beschäftigte oder Kulturschaffende keine Freaks, sondern Normalität. Die Vorarlberger Jugend fährt nach Zürich, St.Gallen, Ludwigshafen oder München, ohne dabei etwas besonders zu finden. Man hat keine Angst vor den Nachbarn und eine aufgrund der sprachlichen Minderheit sehr spezielles Heimatgefühl.
Die Denkmuster sind also andere.
Dazu kommt, dass die in Rest-Österreich demografisch ultraschwach ausgeprägte Gruppe der 20-29jährigen hier größer ist. Und die multi-kleinstädtische Struktur des Rheintals, wo die Grenze der einen Kommune schon das Entree in die nächste ist, hat das Schluchtenscheißertum, das in anderen Gegenden vorherrscht, weit hinter sich gelassen.

Man weiß hier in Vorarlberg also recht genau was man tut. Man kennt sich aus mit Populisten (weil der Schweizer Blocherismus sich herumgesprochen hat), weiß als Grenzregion wie wichtig übernationale Zusammenarbeit ist und hat die womöglich längste und seriöseste Erfahrung mit Zuwanderung.

... zeigt wie es bald auch davor ausschaun wird.

Wichtig, um seinen Vertretungsanspruch zu manifestieren sind, das zeigte der Wahlkampf, das zeigt das Ergebnis, zwei Dinge: ein zwar diffuses, aber stark nach außen getragenes Heimatgefühl und der Mut zum Affirmativen.

Die Heimat des Kleinstadtbürgertums ist die ÖVP.
Und das Kleinstadtbürgertum stellt - außerhalb Wiens - eine eklatante Mehrheit. Ihr ist nur mit drastischen Ansagen zu begegnen, mit bemerkbaren Absetzbewegungen einer klaren Fundamental-Opposition, die die hoffnungslos Unzufriedenen sammelt. Das sind nicht wie sonst bei der FPÖ mehrheitlich die Modernisierungs-Verlierer, sondern eher die ungeduldigen Aufsteiger und die jungen Nachdränger, also durchaus die Kinder eines reichen und zufriedenen Kleinstadtbürgertums.

Das bestätigt am Montag Politologe Peter Hajek ua mit dem schönen Satz: "Es gibt hier kein sehr ausgeprägtes Gefühl, was geht und was nicht geht in der politischen Debatte."

Die, und das ist eine der überschätzten Erkenntnisse dieser Wahl, sind auch mit ganz klar jenseits des gesellschaftlichen Konsens ansetzenden Sprüchen (wie im Falle Vorarlbergs mit dem offenen Antisemitismus) abzuschrecken. Das hat viele Gründe, hauptsächlich den, dass öffentliche Empörung jenen, die halbprivat auch dauernd andere als Untermenschen abtun, nicht abgenommen werden kann.

Das Affirmations-Prinzip...

Die, die nur reagieren, haben wenig Chancen: die Grünen, die sich aufgrund eines Polarisierungs-Wahlkampfes wesentlich mehr versprochen haben, blieben auf ihren 10% kleben. Klar, wer nicht affirmativ arbeitet, sondern den von anderen (in dem Fall: der FPÖ) gesetzten Themen hinterherhechelt, kann noch so brav und ehrenhaft sein: er wird nur als schwache Figur wahrgenommen.

Schwach wie die Neffen an der Staatsspitze, denen man schon an der Körpersprache ansieht, dass nicht sie es sind, die das Heft in der Hand haben, sondern die Onkel, der Hans, der Erwin und der Christian.

Stark, weil affirmativ, sind der lokale FPÖ-Chef, der es den Juden reinsagt (und vom Strache geechot wird) und der Landeshauptmann, der dem Egger draufhin den Stuhl vor die Tür setzt. Der eine bekommt ein Viertel der Stimmen, der andere die Hälfte - der Rest den Rest. Hat die SPÖ auch kandidiert? Ja, sie hat. Und bekommt grade noch 10,06% der Stimmen. Und zwar nicht, weil sie sich seit Jahrzehnten lächerlich macht in Vorarlberg, sondern weil sie das Prinzip der Affirmation nicht einmal noch buchstabieren kann.

Der Rest stürzt brutal ab: das außerhalb Kärntens immer noch inexistente BZÖ und auch die Gsiberger, ein Haufen von engagierten Freaks, die auch türkischstämmige Kandidaten in ihren Reihen hatten.
Die haben auf lokaler Ebene, mit konkreten Bürgerinitiativen alle Chancen, wenn es aber drum geht in einem größeren Rahmen zu wirken, dann zählen andere Dinge.

Und das kleine Vorarlberg ist nach seinem (auch nach meinem) Selbstverständnis eine größere Einheit.

... lässt die Reaktiven auflaufen.

Letztlich wird das, was heute in Voralberg passiert ist, in ein paar Jahren überall greifen.

Weil die Kleinstädte wichtiger werden und die letzte Kluft (die zur Einöde) schließen. Vberg zeigts vor: die Ergebnisse sind letztlich überall fast gleich, egal ob Bregenzerwald oder Bregenz, Lustenau oder Ludesch.

Dass sich das Wahlverhalten der Jungen (U30) vom Rest nicht ernsthaft unterscheidet, bestätigt am Montag Politologe Peter Hajek in einer ausführlicheren Anaylse.

Und: es ist egal, wie die Jungen abstimmen - die schwimmen mit denen mit, die sich klar positionieren; ganz egal, ob sie einen gesellschaftlichen Konsens verletzen oder nicht. Es geht nur um einfache Muster von Zustimmung und Ablehnung; nicht um Lösungen.

Es ist also auch egal, wer ideologisch wo steht: sobald die diffuse Heimatbegrifflichkeit irgendwie erfüllt wird, passt es. Dabei ist es egal, ob das ein Eishackler oder ein Stelzenfresser oder ein Herrenbauer repräsentiert. Wichtig ist die permanente Affirmation, jenseits von Ideologie oder Inhalt, die Beteuerung dass man's kann (egal was).

Im übrigen meine ich das gar nicht zynisch. Denn auch "Heimat" oder "Sicherheit" läßt sich anders definieren. Was andere zb mit dem Gutmenschen geschafft haben, das kann man damit auch: Umschreiben der Begrifflichkeiten.

Das heißt aber auch, dass letztlich jeder und jede politische Gruppierung eine Chance hat. Denn das, was der VP in Vberg gelingt, schaffen andere auch (nicht im erbhöflichen Umfang von 50%, aber immerhin). Man muss sich halt den vorherrschenden Mainstream-Bedürfnissen unterordnen: Heimat und Sicherheit. Und das mit klaren bestätigenden Botschaften klarmachen.

Wer in einem künftigen Österreich andere Themen durchbringen will, ist gut beraten sich da einzuordnen.

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  • oxymoron | vor 1332 Tagen, 1 Stunde, 20 Minuten

    1. es waren keine lokale themen vorherrschend.
    2. unterschiede zwischen land und kleinstadt sind NICHT verschwunden - wer vorarlberg nicht kennt, braucht nur die bezirksergebnisse oder die ergebnisse kleiner gemeinden mit den ergebnissen der kleinstädte vergleichen.
    3. ich halte es für unsinnig, so zu tun als wäre affirmation per se ein notwendiger wahlkampfwinner - die ist nämlich hauptsächlich für jene menschen wichtig, die sich nicht mit programmen auseinandersetzen, und unter diesen zieht vor allem die affirmation von stammtischniveau-problemempfinden, weil sich keiner von denen, die das publikum dazu haben (in vorarlberg zB die övp) darum schert, die leute zum kritischen reflektieren zu bringen.
    3. die vorarlberger jugend empfindet einen ausflug nach münchen wahrscheinlich als ungewöhnlicher als die salzburger jugend (mal davon abgesehen, dass in vorarlberg ein größerer anteil der bevölkerung im ballungsraum lebt, und damit weniger landei ist), und die grenznahen gemeinden, die öfters besucht werden, werden schlicht und einfach wegen der mehr oder weniger gleichen sprache und kultur nicht als "fremd" empfunden.
    4. längste und seriöseste erfahrung mit zuwanderung?
    5. übernationale zusammenarbeit?
    6. in den kleinstädten hat die övp trotz eines in ganz vorarlberg tief verwurzelten katholizismus +konservativismus +wirtschafts/-besitzorientierung am allerwenigsten zuspruch. und dort,...

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    • oxymoron | vor 1332 Tagen, 1 Stunde, 19 Minuten

      .. wo die verachteten "roten" eine regierungsbeteiligung haben (und man deshalb auch eher politische linie und qualität kennt), erhalten sie auch weitaus mehr stimmen.
      in bregenz hat die övp zB 40%, und die spö ist mit 21% etwa gleichauf mit den 22% der effen.
      7. die grünen haben KEINEN reaktiven wahlkampf geführt, erst recht keinen "polarisierungswahlkampf", sondern energiewende, mobilität, gerechte bildungschancen, grundsicherung, ausbildung für arbeitslose jugendliche, etc. thematisiert. es ist problem der gesetzlichen rahmenbedingungen für wahlkämpfe, der sparsamkeit der grünen bei wahlkämpfen und auch ein problem des journalismus, dass massiv beworbene provo-parolen der rechten in der öffentlichen wahrnehmung dominieren, und programm und äußerungen einer wenig gehörten partei, deren politik sich auch in diesem punkt am deutlichsten von den effen unterscheidet, als reaktion darauf statt als eigeninitiativ wahrgenommen wird.

  • aubrey | vor 1341 Tagen, 5 Stunden, 23 Minuten

    1999

    Das Ergebnis ist eigentlich nur eine Fortsetzung des bereits bestehenden von 1999. 2004 war ja - danke Implosion der FPÖ - allenthalben eine Ausnahme auch in OÖ, wo die SPÖ plötzlich in die Rolle der Opposition treten konnte.

    Zur Erinnerung, Vorarlberg 1999:
    ÖVP: 46 %
    FPÖ: 27 % (!)
    SPÖ: 12 % (!)
    Grüne: 6 %
    LIF: 3,5 %
    Rest: diverse Kleingruppen.

    Und ebenso wird das Ergebnis in OÖ dem von 1999 ähneln, und das bei den nächsten Nationalratswahlen wohl dem vom 2000, nur das ÖVP und SPÖ die Plätze tauschen.

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    • oxymoron | vor 1340 Tagen, 17 Stunden, 42 Minuten

      absolut.
      und noch eine anmerkung zu blumenaus kommentar zu den grünen: die grünen haben es gerade wegen ihrer relativ deutlichen positionierung in vorarlberg schwer, weil alles, was "links" ist, im tiefschwarzen und schwerreichen vorarlberg (in dem auch menschen "in prekären dienstverhältnissen" meist mindestens eine möglichkeit haben, gratis in einem viel zu großen elternhaus zu wohnen oder gar selbst zu bauen und in altersvorsorge zu investieren) verpönt ist. wer aus dem ihm meist durch erbschaft zugekommenen vermögen weiteres vermögen macht, hat es verdient; wer nichts hat, und nichts daraus macht, hat auch nicht mehr verdient. deswegen ziehen hier nur schwarze und blaue themen, aber kaum grüne und rote.

    • schwarzbunt | vor 1340 Tagen, 14 Stunden, 16 Minuten

      das stimmt natürlich alles (außer: oö hat 97 gewählt und nrw war 99), trotzdem sind seit dem fpö wähler verstorben und neue junge sind dazugekommen, die gründe gefunden haben fpö zu wählen, so traurig das sein mag.

  • formaldehyd | vor 1341 Tagen, 15 Stunden, 19 Minuten

    Angst...

    Ich muss erlich gestehen, dass mir bei dem Gedanken daran, in einem Bundesland zu leben, in welchem ein Viertel der Bewohner einen meiner Meinung nach rechtsradikalen und offensichtlich antisimitschen Mann gewählt hat, doch ein wenig Angst und Bange wird.
    Langsam habe ich das Gefühl Österreich hat mit der NS-Zeit ZU sehr auf- und abgeschlossen.

    Auf dieses Posting antworten
    • protagoras | vor 1340 Tagen, 21 Stunden, 59 Minuten

      lustig

      mir wird beispielsweise immer angst und bange, wenn ich daran denke, dass in meinem bundesland mehr als 50% der spö ihr vertrauen schenkt, obwohl sie mit den staatlichen abgaben hier recht abenteuerlich umgeht (letztes beispiel in einer unendlichen kette: großannoncen für danksagungen des bürgermeisters an geburtstagsgratulanten in allen größeren tageszeitungen).

      so hat jeder vor etwas anderem angst. ich fürchte nur, dass meine angst (dass nämlich die schuldenberge von meiner generation abgebaut werden müssen) wesentlich realer ist als deine vor einem 2. dritten reich.

  • schwarzbunt | vor 1341 Tagen, 15 Stunden, 44 Minuten

    Sausgruber hat mit der fpö ausgrenzung noch mal die umfragen gedreht und damit seine wähler mobilisiert.

    Das sollte eigentlich vorbild sein, denn bisher hat kaum jemand aus der spö oder övp diesen schritt gewagt und die fpö brutal und öffentlichkeitswirksam ins rechte eck gestellt.

    Auf dieses Posting antworten
    • harald123 | vor 1341 Tagen, 14 Stunden, 50 Minuten

      respekt. ich hoffe, häupl machts in wien ebenso.

  • donely | vor 1341 Tagen, 19 Stunden, 34 Minuten

    Hm

    Egger hat zwar mit seinem Juden- Sager für mehr Stimmen gesorgt (darübe sind sich die Meinungsforscher einig), hat aber dadurch eine mögliche Regierungsbeteiligung verpatzt. Da frage ich mich schon welche Interessen eine FPÖ anstrebt Regierungsbeteiligung oder Opposition und das für Jahre.

    Auf dieses Posting antworten
    • rriotrradio | vor 1341 Tagen, 18 Stunden, 47 Minuten

      stimmenmaximierung ist das einzige interesse...

      die wissen ja inzwischen, dass ihr businessmodell in regierungsverantwortung nicht funktioniert.

    • sicklikejosef | vor 1341 Tagen, 3 Stunden, 56 Minuten

      ganz dersselben meinung

      die FPÖ will posten und lukrative einkünfte aus steuergeldern. mit graf als 3.nrp hat sie ja bereits eine wichtige funktion ganz ohne regierungsbeteiligung.
      von dort aus kann sie ihr netz weiter ausbauen und gutdotierte sessel in vorstandsetagen lukrieren.

  • valentinowich | vor 1341 Tagen, 21 Stunden, 14 Minuten

    @os84

    es sollte heißen neubürgerlich UND/ODER rechts, bzw linksliberal! der politische begriff vom liberalismus (manchmal auch zentrismus) ist in den letzten 60 jahren total schwammig geworden. wenn man sowieso bedenkt, dass es so etwas wie die mitte nicht gibt, sondern die unentschlossenheit vor politischen entscheidungen.
    links und rechtsliberal unterscheiden sich sowieso kaum voneinander, da gibts fließende übergänge(zb lif/grüne in ö, am ehesten fdp/grüne in dt)! und "neu"bürgerlich sind sie alle deswegen weil es die klassische rechte bürgerliche bewegung nach dem ende ihres logischen erzfeindes "weltkommunismus" neu definieren hat müssen... die ideologie ist trotzdem dieselbe geblieben.

    Auf dieses Posting antworten
    • os84 | vor 1341 Tagen, 20 Stunden, 49 Minuten

      danke schön

      ..so macht das wieder sinn. allerdings ist rechts/linksliberal dann das geringere aller politischen übel, oder? klingt nach deiner definition nicht unbedingt zwangsläufig schlecht,weil das in deine kritik an den postern eingeflochten war?

  • merani | vor 1341 Tagen, 21 Stunden, 26 Minuten

    und die spö

    hat definitiv soviel verloren aufgrund ihres äußerst deppaten, unsympathischen, nichtsnutzigen auftreten. ritschfaktor ole

    Auf dieses Posting antworten
    • valentinowich | vor 1341 Tagen, 20 Stunden, 17 Minuten

      @os84: wenn unter "liberal" sozialliberal/gesellschaftsliberal, libertär gemeint ist ist es auf jeden fall ein sehr kleines übel...
      mir kommt vor es überwiegen aber wirtschafts/neoliberale und sogar "nationalliberale" (was im 21 jh. eindeutig weit rechts bedeutet)

    • os84 | vor 1341 Tagen, 13 Stunden, 56 Minuten

      ist generell schwer irgendeinem politischen wort noch einen positiven wert beizumessen.. wenn man bedenkt wie oft "demkokratisch" in der rechten und linken rhetorik vorkommt. liberal heißt dann in der praxis eigentlich auch nichts anderes wie "mal so, dann wieder so"

  • softmachine | vor 1341 Tagen, 23 Stunden, 56 Minuten

    Testament der Angst

    der kommentar kann doch jetzt nicht ernst gemeint sein. parteien sollen sich der sicherheits-und angst doktrin der rechten UND der medien unterordnen ? gestern och einen bericht über ein pöses alkaida grusel grusel you tube video schreiben, dann verwundert schauen, dass angstparteien so viel gewinnen und über die securitydemokratie schwadronieren. vielleicht endlich mal die eigendenke aktivieren, die eigene mediale angstproduktion einschränken.

    Auf dieses Posting antworten
    • valentinowich | vor 1341 Tagen, 22 Stunden, 6 Minuten

      ein lob!

      softmachine hats begriffen! ein lichtblick in dieser überwiegend aus öden blumenau-anhängern (hirnausschalter+a....kriecher) und neubürgerlich-links/rechtsliberal reaktionären bestehenden postergemeinschaft.

    • os84 | vor 1341 Tagen, 21 Stunden, 44 Minuten

      was ist rechtsliberal?!macht das auch wirklich sinn oder soll's nur hübsch klingen? NEUbürgerlich-links würd ich auch gern erklärt kriegen

    • blumenau | vor 1335 Tagen, 14 Stunden, 48 Minuten

      ein irrläufer-post? wo steht, dass sich irgendwer dem genannten unterordnen soll? wo soll angst sein?
      es wäre doch besser das zu kommentieren, was da steht, anstatt eine wirre, für niemand nachvollziehbare interpretation dessen.

  • seminoleeaglechief | vor 1342 Tagen, 1 Stunde, 36 Minuten

    Ich ordne...

    ...deinen Beitrag einmal als einen weiteren Ableger deiner Serie "2009 - Das Jahr in dem Österreich kippt" ein. Und da bist du uns, wie ich finde, inzwischen ein paar Antworten schuldig: Wie soll deine vielbeschworeene "Security-Demokratie" konkret aussehen? Du orakelst seit Wochen herum, aber im Wesentlichen bleibt alles sehr vage.
    Also: Was - ganz konkret - sind die Merkmale der "Security-Demokratie", wie definiert sie sich, und wann können wir hier sagen, ja, jetzt leben wir in einer "Security-Demokratie"? Was sind die Kriterien, die dafür erfüllt sein müssen? Und, ganz wichtig, was sind die Unterschiede zum Status Quo? Wie genau soll die autoritäre Ausprägung aussehen?
    Ich bitte um einige Antworten. Sonst können wir in einem Jahr hier lesen, dass wir bereits darin leben, und keiner weiß warum.

    Auf dieses Posting antworten
    • harald123 | vor 1341 Tagen, 23 Stunden, 57 Minuten

      wie die security-demokratie konkret aussehen wird, darüber zerbrechen sich bestimmt schon einige schmissige "denker" in diversen burschenschafterbuden ihre zernarbten köpfe.

    • softmachine | vor 1341 Tagen, 23 Stunden, 55 Minuten

      hierzu :Giorgio Agamben: "Der Ausnahmezustand".

    • seminoleeaglechief | vor 1341 Tagen, 23 Stunden, 12 Minuten

      @harald123:

      Das kann schon sein. Mir geht's aber darum, dass Blumenau hier ständig einen Zustand prophezeit, ihn aber nie konkretisiert. Damit ist aber eine Überprüfung dieser Behauptung niemals möglich, weil's keine (messbaren) Kriterien von Blumenau dafür gibt, wann eine "Security-Demokratie" vorhanden ist.

    • os84 | vor 1341 Tagen, 21 Stunden, 5 Minuten

      bitte schön

    • os84 | vor 1341 Tagen, 21 Stunden, 4 Minuten

      http://www.youtube.com/watch?v=OwrMroEiHj0

    • os84 | vor 1341 Tagen, 21 Stunden,

      nicht mehr ganz so aktuell und amerikafixiert, aber trotzdem gut!
      http://www.youtube.com/watch?v=xq-3_GoMOJM

    • harald123 | vor 1341 Tagen, 1 Stunde, 25 Minuten

      @seminoleeaglechief: stell dir einen innenminister strache vor. und private security-firmen, die zunehmend reguläre polizeiarbeit übernehmen. die polizei ihrerseits bekommt mehr befugnisse, um die opposition und kritische journalisten zu überwachen/bespitzeln/einzuschüchtern. das parlament wird geschwächt und ein starker mann installiert. gesetze kommen zunehmend per volksabstimmung zustande oder auf zuruf aus der krone-redaktion.

      klingt das paranoid oder doch nicht ganz unplausibel?

    • blumenau | vor 1335 Tagen, 14 Stunden, 49 Minuten

      chief,
      alles dazu hier http://fm4.orf.at/oesterreichkippt
      modell dazu gibt es keines, es gilt sie ja zu verhindern.

  • altruist | vor 1342 Tagen, 1 Stunde, 51 Minuten

    Ja, permanente Affirmation ist wichtig. Aber sind die vorherrschenden Mainstream-Bedürfnisse wirklich Heimat und Sicherheit? Sind das nicht jene Begriffe, mit denen alle Rechtspopulisten Europas die Wählerschaft seit Jahren verführen zu versuchen? Sollen alle anderen auch auf den Heimat und Sicherheitszug aufspringen?
    Der Zweck sollte nie die Mittel heiligen. Vielmehr soll der Weg das Ziel sein. Daher Affirmation ja, aber nein zum Unterordnen unter vermeintliche Mainstream-Bedürfnisse, die ja seit Jahren künstlich gepusht werden und auf Phobien basieren.
    Affirmation kann auch bedeuten, die Themen Bildung und Gesundheit oder Umwelt und Energie klar zu positionieren.
    Blumenaus Beitrag klingt für mich wie die Resignation vor der Rechten. Bei 75% Zustimmung in Vorarlberg auch nicht verwunderlich.

    Auf dieses Posting antworten
    • os84 | vor 1342 Tagen, 33 Minuten

      (private) sicherheit kann bildung und gesundheit bedeuten, nicht nur polizeischutz. heimat kann sich auch auf umwelt und energie beziehen, nicht nur auf schützenaufmärsche. von daher bleiben's meistens trotzdem hohle phrasen, egal wie man sie dreht. in dem zusammenhang ist der ZDF wortWahl-scanner ganz lustig. da sieht man welche schlagwörter die häufigsten sind bei den deutschen parteien

    • grubsch | vor 1341 Tagen, 23 Stunden, 22 Minuten

      was genau rechtfertigt deine aussage, övp und fpö in einen topf zu schmeißen und undifferenziert unter den begriff "die rechten" zu subumieren...?

    • altruist | vor 1341 Tagen, 21 Stunden, 15 Minuten

      @grubsch.
      in diesem zusammenhang gerechtfertigt: beide forcieren die begriffe heimat und sicherheit.

    • grubsch | vor 1341 Tagen, 3 Stunden, 17 Minuten

      was ja per se noch nichts unanständiges ist. es kommt, darauf an, WIE man diese themen forciert und da gibt es gewaltige differenzen.

      wenn man sich allerdings die aussagen zur integrationspolitik des OÖ sp- haider anschaut, müsste man die spö konsequenterweise auch subsumieren => so eine schematische betrachtungsweise bringt eigentlich nix...