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Musik, Film, Heiteres

Martin Blumenau

Martin Blumenau

Geschichten aus dem wirklichen Leben.

28. 9. 2009 - 15:46

Journal '09: 28.9.

Deutschland ist anders. Deutschland rückt nach links.

Zu den Wahlen in Deutschland hier mehr, die Nachlese zu den Wahlen in Oberösterreich erschöpft sich, wie erwartet, in einer SPÖ, voll arg!-Debatte, die zwar nötig, aber deutlich zuwenig ist, wie ich hier gestern abend bereits deutlich angemerkt habe.

Lechts und rinks sind selbstveständlich keine seriösen politischen Kategorien mehr.
Das weiß an sich jeder, der sich damit ein bisschen beschäftigt, es wird aber von einigen Übergestrigen immer noch eilfertig vor sich hergetragen, weil sie nur in Anwesenheit eines ideologisch total simpel (nachgerade primitiv) auszumachenden Feindes politisch existieren können (weil aus sich selber heraus nix geht).
Insofern kann man rechts/links maximal als Punkte verwenden an denen aktuell Parteien verortet werden; in einer kollektiven Zuschreibung, nicht mehr.

Und da passiert gerade Interessantes, gestern gleich an zwei Tatorten, nach zwei Wahlen.

Heinz Christian Strache nämlich sieht seine Partei (Zitat aus "In Zentrum" von gestern abend) als soziale Heimatpartei, die die Existenz einer linken Protestbewegung/partei wie "Die Linke" in Deutschland komplett überflüssig mache.
Und er hat recht.

Die soziale Heimatpartei

Zieht man die Ex-DDR-Vorgeschichte der Linken ab, ist sie das Reservoir für verunsicherte Modernisierungsverlierer, das Auffangbecken für die Überfremdungsbefürchter aus der Hartz4-Klasse und die xenophobe Mittelschicht. Die sind weder links noch sozial noch sozialistisch, nicht einmal mehr im Alt-DDR-Sinn - die sind angstgetrieben und kuscheln sich deswegen an den, der ihnen Wärme verspricht. Wärme, die sich nicht in Almosen erschöpft (wie es die SPD unter Schröder in einem System installierte, das die Partei letztlich auf die 23% geführt hat), sondern Wärme in Verbindung mit einer gefühlten Stärke gegen die da oben.

Die Autorin Thea Dorn hat das gestern abend im ZDF-Nachtstudion prima zusammengefasst, diese hermetische Realität, in der sich "Die Linke" bewegt, beschrieben, deren bewusste Verweigerung allem gegenüber, ihre ausschließliche Destruktionsanspruch, vor allem der SPD gegenüber.

Nun hat die FPÖ, um beim Strache-Bild der sozialen Heimatpartei und seiner Vereinnahmung der Position der "Linken" zu bleiben, mehr als nur diesen einen Lebenszweck, sie ist historisch aus der VdU, also der Sammelbecken der Nationalen, der rasch Entnazifizierten gewachsen, und wird dem deutschnationalen Paintballspielen nie entkommen können, aber um diese Abrissarbeiten an der SPÖ geht es zumindest auch.
Und die Feststellung, dass die FPÖ in vielen Bereichen, vor allem in Sozialfragen "linker" ist als die nominell dafür Zuständigen, fällt hier nicht das erstemal.

Das mag einem nicht gefallen - mit den herkömmlichen R/L-Kriterien ist diese Politik allerdings nicht einzuordnen.

Deutschland rückt nach links

Im bereits angesprochenen Nachtstudio des ZDF, einer der herausragenden Diskussionssendungen der deutschen öffentlich-rechtlichen, wo jede Woche relevante Themen gewitzt und querdenkerisch angegangen werden, dass es eine echte Freude ist, hatte Moderator Volker Panzer eine Runde beisammen, die bereits vor 4 Jahren die damalige Wahlnacht besprach.

Vor vier Jahren war auch Juli Zeh dabei, die sich allerdings diesmal, wie Panzer anmerkte, "im Ausland" befand. Nämlich in Wien, bei einem Auftritt der Konzert/Lesetour gemeinsam mit Slut. Ich war gestern den gesamten Tag verhindert und habe dringend angeregt, die Autorin noch am Abend zum Outcome zu interviewen, auch was ihr Spezialthema des Überwachungsstaats betrifft. Ist leider nicht passiert - offenbar kein Interesse der Redaktion.

Neben Thea Dorn war das vor allem der Dramatiker Moritz Rinke, ein Steinmaier-Unterstützer, und Ulf Poschardt, der neoliberale Poptheoretiker, der sich nach seiner Zeit im SZ-Magazin vor allem aber als stv. CR der Welt am Sonntag profiliert hat.

Im ersten Moment klang es verblüffend, worauf sich die drei Erwähnten, Panzer und auch der ebenfalls anwesende Kabarettist (es war noch ein fünfter Gast zugegen, das allerdings nur körperlich) einigen konnten: dass nämlich die meisten Parteien allesamt deutlich nach links gerückt waren. Was sie meinten, ist, dass von allen, auch von der als selbstsüchtig dauerverarschten FDP, die Solidargesellschaft, also das Soziale, in den Mittelpunkt des Handels gestellt wurde.
Bei Linken und Grünen ist das sowieso Programm, die SPD versucht den Hartz-Flop Schröders wieder wettzumachen und die Merkel-CDU wäre, so der Nachtstudio-Konsens, christlich-sozialer denn je.

Sozial = solidarisch, und das ist kein exklusiv linkes Thema.

Das hat natürlich seine Gründe im aktuellen Zustand des Landes, wo eine Fehlsteuerung zu einem Bruch, einer echten Zweiu-Klassen-Gesellschaft samt Zwei-Klassen-Medizin uä geführt hat. Weil davor selbst Teilen der FDP graust (auch weil alle wissen, wo das mittelfristig hinführt - hier hat man, im Gegensatz zu Österreich, aus der Geschichte gelernt) steuern alle dagegen. Jeder auf seine Art.

Das führt dazu, dass eine schlaue, intellektuelle und hinterfragende, politisch divers zusammengesetzte Runde das Gegenteil von dem konstatiert, was die Boulevard-Presse heute draus macht.

Es gibt keinen Rechtsruck in Deutschland.

Die neue Mitte-Rechts-Regierung wird sich im Sozial-Bereich keine Blöße geben, wird (hopperdatschig zwar) Wärme versprühen, um ihre leise auseinanderdriftende Nation wieder zusammenzukleistern.
Im strikten Eigeninteresse. Weil die politischen Mehrheiten dort liegen.

Dieser soziale Kurs führte dazu, dass in Deutschland die sonstwo topgesetzten Themen einer krankhaften xenophoben Angst vor Zuwanderung, im Wahlkampf kein Thema waren.

Weil das auch kein A-Thema ist.
Zum einen, weil man in Deutschland da viel richtig gemacht hat, langfristig, was Sprache/Bildung/Integration betrifft.
Zum anderen, weil man (im konkreten Fall die Rot-Grüne-Regierung, auf Antrieb der Fischer-Grünen) sich zu dem bekannt hatte, was man ist: ein Einwanderungsland.

Sozial = Zugeben, dass man ein Einwanderungsland ist.

Das ist es, was in Österreich fehlt.
Die Bekenntnis zur Wirklichkeit.

Dass Österreich ohne Zuwanderung nicht nur ausstirbt (ganz langfristig), sondern kurzfristig zu einem ökonomischen Minderleister wird, zu einer absurd überalterten Gesellschaft, die die Grundversorgung nicht mehr derhebt.

Die Unterschiede zwischen der deutschen und der österreichischen Situation sind zu gewaltig, um sie jetzt hier, wo es nur drum geht den Grundgedanken des sozial agiernden deutschen Grundkonsenses auszuführen, aufzudröseln.

Es ist auch nichts übertragbar - die durchaus lebendigen Osterfahrungen der Deutschen haben andere Gefühligkeiten nach sich gezogen als die jahrzehntelange Outpost-Situation im toten Winkel hierzulande.

Die SPÖ mag beratungs-resistent sein - die lachhaften, an Fußball-Trainer-Interviews gemahnenden Mantras, dass man nur hart genug arbeiten müsse, werden aber von einer genauso planlosen Öffentlichkeit entsprechend eingefordert.

Deshalb ist diese völlig gegenteilige Entwicklung, die die Proteststimmen/stimmung nehmen, nicht mit einfachen Rezepten, wie sie seit gestern allerorten angestimmt werden, umzukehren.

Das, was die vielen sozialen Heimatparteien in Deutschland ihrer Schwester-Bewegungen in Österreich voraushaben ist das Bewusstsein, dass es keinen Sinn hat ausschließlich gegen die Bevölkerung zu arbeiten - weil man dadurch die Kuh schlachtet, die man melkt.
Das hat nichts mit Gutherzigkeit oder wahrer Menschlichkeit zu tun, sondern ist schlichte Strategie.
Aber das ist etwas, was politischen Zirkeln hierzulande ausschließlich als Spielgeld sehr schmaler Lobby-Gruppen gilt - und für die Staatsraison zu selten zum Einsatz gebracht wird, politische Unvernunft höchsten Grades.

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  • alpiarts | vor 866 Tagen, 4 Stunden, 15 Minuten

    Farbenlehre

    Komplementärfarben:

    gelb + violett
    rot + grün
    blau + orange

    All diese Mischungen ergeben bei Malfarben
    (Plakatfarben, Acryl, Tempera, Ölfarben),
    also Farbpigmenten, ein und das selbe Ergebnis.
    (bei ausgewogenem Verhältnis) :
    Fades Grau-Braun. Das nur so assoziativ gedacht.

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    • alabaster | vor 861 Tagen, 22 Stunden, 41 Minuten

      eigentlich rot ung blaugrün

  • ktvor12 | vor 866 Tagen, 9 Stunden, 54 Minuten

    Ein Hauch von Vernunft in der Wirtschafts- und Finanzpolitik, ein sanftes Abbremsen auf der Schussfahrt in den totalen „Wohlfahrtstaat“, mit Glück auch eine Energiepolitik, die den Ruin einer Volkswirtschaft wenigstens nicht mit Vorsatz betreibt – viel mehr ist nicht zu erwarten.

    Die drei Oppositionsparteien werden sich alle als ökologische Linksparteien profilieren und alle Schleusen der einschlägigen Demagogie öffnen. Man lasse sich nicht durch den schlaffen Wahlkampf täuschen: Dass die SPD in den letzten Wochen nur eine matte Pflichtübung in Sachen Kapitalismus-Beschimpfung absolvierte, hatte vor allem damit zu tun, dass „die Genossen“ auf eine Fortsetzung der großen Koalition hofften und es deshalb selber affig fanden, heute den Partner von morgen zum Gottseibeiuns zu erklären. Nachdem dieser Plan A gescheitert ist, wird es bei Plan B kein Halten mehr geben.

    Es hätte schlimmer kommen können. Wie das knappe Wahlergebnis zeigt, ist Schwarz-Gelb nur knapp an einem Desaster vorbei geschrammt, das zuerst eine Verlängerung des schwarz-roten Elends und später dann die vollrot-grüne Chaos-Politik nach sich gezogen hätte. Wenn man sich vorstellt, dass die Stasi-Freunde sich mit den grünen Polit-Hysterikern und den SPD-Mumien zusammen auf den Regierungsbänken niedergelassen und das ganze Volk zu Geiseln ihrer Umerziehung...

    Auf dieses Posting antworten
    • ktvor12 | vor 866 Tagen, 9 Stunden, 53 Minuten

      gemacht hätten, dann ist man trotz aller Vorbehalte doch rechtschaffen froh, dass es auch diesmal wieder nur das „kleinere Übel“ ist, das uns demnächst heimsucht.

    • pixacao | vor 866 Tagen, 7 Stunden, 24 Minuten

      ja,

      MAN ist froh --- froh dich mal nicht zu früh. rechtschaffen.

    • ktvor12 | vor 866 Tagen, 6 Stunden, 14 Minuten

      ich froh mich nicht zu früh, ich froh mich überhaupt nicht. Aber besser als linke Touren allemal. Und der rote Darth Vader im Finanzministerium wurde auch donnernd abgewählt. Sogar seinen Wahlkreis gegen einen noname der schwarzen Sozialdemokraten verloren.

      Die CDU macht SPD-Politik und die "Links"partei holt sich die Ewiggestrigen, die bei uns F wählen - da bleiben eben nur mehr 23%. Irgendwelche Beamte und Pensionisten.

      Wird die politisch teilalphabetisierten, linken Bobodeppen trotzdem nicht davon abhalten "Angela Thatcher" an die Wand zu malen, während weitere 4 Jahre unaufregende, sozialdemokratische Politik ins Haus stehen. Im Wahl"kampf" wurde schon vorgeschlafen.

    • 2ventq | vor 866 Tagen, 6 Stunden, 6 Minuten

      @ktvor12

      super Stil! politisch anders denkende einfach mal mit lustigen Schimpfnamen belegen: Polit-Hysteriker, SPD-Mumien, roter Darth Vader und linke Bobodeppen.
      Und wie nennst du dich? Flitzpiepe oder Eierfeile vielleicht?

    • ktvor12 | vor 866 Tagen, 5 Stunden, 44 Minuten

      Gott Era

    • ktvor12 | vor 866 Tagen, 4 Stunden, 51 Minuten

      tagein tagaus anständige Unternehmer als Untermenschen, Ausbeuter und Heuschrecken diffamieren und Privilegien mit der offenen Drohung der Straße ("soziale" Unruhen) erpressen aber kaum nennt einer das Kind beim Namen die wimmernde Heulsuse markieren. Typisch rotgrün. Typisch linker Bobotrottel.

    • wedge75 | vor 866 Tagen, 4 Stunden, 40 Minuten

      was allerdings bei den freunden aus dem bürgerlich-liberalen-konsi-lager geflissentlich verschwiegen wird, ist die atom-politik der biene-maja-koalition, besser gesagt: die rückkehr zu atomstrom bzw. die aufhebung des ausstiegs. tolles signal, vor allem wen man bedenkt, dass gerade die industrie der umweltfreundlichen energieversorgung boomt, mehr arbeitsplätze schafft - schaffen wird - als die dinosaurier der co2-verbrecher.

    • protagoras | vor 866 Tagen, 3 Stunden, 39 Minuten

      wedge, du schmeißt die sachen auch einfach so wie es grad passt, oder?

      zuerst über atomstrom meckern und dann von co2-verbrechern reden deutet nicht gerade daraufhin, dass du ein klares bild von der materie hast.

      und welche alternativen bieten die grünen an, um deutschland (und übrigens auch aut) mit strom zu versorgen? windmühlen? solarenergie? output und kosten/nutzen-rechnung kann man nur ignorieren, wenn die rechnung schön auf andere überwälzen kann (wie zb ein politiker, der sich in einem sozialistischen system vor niemandem verantworten muss).

      ehrlich, solange kein vernünftiges gegenkonzept zum atomstrom vorliegt, ist es kindisch darüber überhaupt zu diskutieren, ob man aussteigt oder nicht.

    • wedge75 | vor 866 Tagen, 3 Stunden, 35 Minuten

      okay, da fehlt eben dann einfach noch sowas wie kohlekraftwerke, dann passts auch mit co2. zufrieden?
      allerdings ist bioenergie die zukunft, sowohl versorgunstechnisch als auch arbeitsplatzschaffend. eine der wenigen industriezweige, dem die krise nicht juckt!

  • sicklikejosef | vor 866 Tagen, 22 Stunden, 3 Minuten

    Blumenau hat es ja auf den Punkt gebracht

    Es fehlt das "Bekenntnis zur Wirklichkeit", vor allem bei der Sozialdemokratie. Ein Grund warum so viele Stimmen von der SPÖ zur FPÖ schwimmen, liegt an einem bestimmten Begriff von Sozialstaat. Die "soziale Heimatpartei" und die SPÖ teilen die Auffassung, dass die eigenen Leute versorgt werden müssen, bei der FPÖ aggressiv auf die Staatsbürgerschaft und die rassistische Wahrnehmung bezogen, bei der SPÖ soft auf die eigenen Wähler und Klienten der SPÖ geführten Institutionen.
    Man versteift sich auf Besitzstandeswahrung, auf eine konservative "moch ma scho" Haltung, in der der Sozialstaat als Einrichtung zur politischen Unbildung und Entmündigung wird.
    Die vielen SPÖ Wähler, die zur FPÖ wandern, sind schlicht unfähig zu politischer Willensbildung, die über "Protest" am Wahltag hinausgeht. Und das nach über 100 Jahren sozialdemokratischer Politik in Österreich. Und mit der Kronenzeitung hat ja die SPÖ gerade jenes Medium mit erschaffen, das Politik als Beliebtheitsskalen von Onkel Hans zelebriert.

    Auf dieses Posting antworten
    • elvishasleftthebuilding | vor 866 Tagen, 21 Stunden, 49 Minuten

      Geh bitte, soviel an Sozialstaat gibt`s aber bei uns auch schon seit längerem nicht mehr.
      Da täte dir etwas "Bekenntnis" zur Realität auch gut. ;)

      Und gerade was die Migrationsfrage betrifft, würde dem "linken Lager" dieser Realitätsbezug auch nicht schaden.
      Nicht immer die Fehler nur bei anderen suchen!

    • sicklikejosef | vor 866 Tagen, 19 Stunden, 58 Minuten

      Immer wenn ich das sage, behaupten die meisten Leute

      das sei so rechts neoliberal. .-)
      Ich bin also nicht unbedingt vom "linken Lager", aber seis drum. Um es klarer zu formulieren: Es stimmt natürlich, dass Sozialstaat abgebaut wurde, aber gerade dadurch ensteht auch ein drain von SPÖ zu FPÖ, man kuschelt sich an die "soziale Heimatpartei", weil man einfach versorgt sein will, ohne nachdenken zu müssen.
      Der Sozialstaat in Österreich unter diesen Bedingungen ist ein Modell zur Entpolitisierung von Menschen. Daran knüpft sich weder die Forderung ihn deswegen (oder überhaupt) abzuschaffen, noch der Glaube, dass Sozialleistungen etwas Falsches wären.
      Es muss nur klar sein, dass die Strukturen, die durch ihn erzeugt werden, Menschen von politischer Nachdenke abgehalten werden. Die FPÖ wird gewählt, nicht weil alle Nazis sind, die das tun (obwohl es zu viel deswegen tun), sondern weil die FPÖ erfolgreicher als ihre Mitbewerber (die es ebenfalls tun) vermittelt, dass sie Politik, also mühsame Kommunikation über schwierige Themen, abschaffen will.
      Das ist was Leute so gerne hören: keine Streitereien, keine Diskussionen, tuts was, was ist uns wurscht, Hauptsache wir werden versorgt und die lästige Konkurrenz um die Leistungen verschwindet.

    • sicklikejosef | vor 866 Tagen, 19 Stunden, 55 Minuten

      Und das Paradoxe daran ist, dass der Sozialstaat

      bei uns als klassisches Antidot verkauft wird gegen Zustände, die hierzulande als "amerikanisch" verschrien sind.
      Und was tun die Amerikaner? Sie politisieren sich über das Thema Krankenversicherung, reden überall mit und arbeiten über Communitynetworks an der Realisierung von politischem Druck.

      Gibt es das in Österreich?

    • ktvor12 | vor 866 Tagen, 9 Stunden, 49 Minuten

      Alle sozialistischen Regimes gründeten ihre Herrschaft auf individueller Entantwortung durch die zwangsweise Sozialisierung der wesentlichen menschlichen Vorsorgebelange: Familie, Alterssicherung, Gesundheitssystem. Genau dieses ist für den sogenannten "Sozial"staat systembestimmend. Und der Prozess wird weiter vorangetrieben werden.

      Authentische Kommunisten wie du haben jedenfalls mehr begriffen als jeder bobolinke Depp, wie es sie hier zuhauf gibt. Das hohle Geplapper ihrer rotgrünen Lehrerbeamten nachbetend, unfähig auch nur einen eigenen Gedanken zu denken.

    • protagoras | vor 866 Tagen, 6 Stunden, 29 Minuten

      @elvis: wo gibt es denn bitte mehr "sozial"staat als bei uns?

      die kosten steigen exponentiell von jahr zu jahr. dass manche dinge wie freifahrt für studenten abgeschafft wurden, heißt nicht, dass es weniger "sozial"staat gibt als zuvor (so werden ja ständig neue "sozial"gerechte förderungen wie zB "hackler"regelung eingeführt).

      tatsächlich muss man vergleichen wieviel der staat jährlich für "soziales" ausgibt (inkl der opportunitätskosten wie zinsen, zusätzlicher verwaltungsaufwand,...) und nicht was für leistungen er streicht. und die aufwendungen werden eben immer mehr und leider nicht weniger.

      es ist wohl unzweifelhaft, dass der "sozial"staat österreichischer prägung ohne massive änderungen nicht mehr langfristig lebensfähig ist. das sehen natürlich auch die politiker, aber sie denken sich: meine halbwertszeit ist (hoffentlich) kürzer als die des "sozial"staats. den mit den aufräumarbeiten will sich von den heute verantwortlichen keiner herumschlagen müssen.

    • rereaktionär | vor 866 Tagen, 5 Stunden, 34 Minuten

      Reformen...

      Und das ist das witzige an der Sache, dass längst fällige Reformen nicht mal weniger Sozialstaat bedeuten würde, aber dennoch deutliche Ausgabensenkung. Nur, die Feigheit unserer Politiker ist eben ein eigenes Kapitel und vor allem eines der SPÖ. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass die ÖVP im Vergleich zur SPÖ direkt reformfreudig ist. Ich befürchte, die jahrzehntelangem Einflussnahme der Gewerkschaften auf die SPÖ ist maßgeblich an dieser Feigheit verantwortlich, weil ja jeder SPÖler wusste: "Arbeite ich nicht im Interesse der Gewerkschaften, bin ich weg vom Fenster". Ich hoffe, diese Zeiten sind nun endlich vorbei, wo die SPÖ nur Politik für eine bestimmte Bevölkerungsgruppe gemacht hat. Denn so was ist nicht nur unsozial sondern auch grob undemokratisch.
      Allerdings, jede Regel mit Ausnahme: Der bisher beste Landwirtschaftsminister war ein Roter (Günter Haiden).

  • elvishasleftthebuilding | vor 866 Tagen, 22 Stunden, 26 Minuten

    Naja, mag sein - oder auch nicht.

    Manche Kommentatoren gestehen der FPÖ partiell linke Positionen zu, und wie weit Die Linke in einigen Bereichen links ist darf hinterfragt werden.
    Wichtiger scheint mir die Frage, wie weit sich Landtagswahlen in Öst. mit der deutschen Bundestagswahl vergleichen lassen (wenn schon fraglich ist, ob sich öst Regionalwahlen 1:1 auf die heimische Budnesebene umlegen lassen).

    Noch dazu wo in Deutschland auch nur Verschiebungen innerhalb der Lager stattgefunden haben und keine
    tatsächliche Umorientierung (die Regierung ist ja konservativer, geworden, nicht linker).
    Und wiederum auf der deutschen Regionalebene findet seit jeher das weit rechte Lager seinen Platz (Stichwort NPD).

    Auf dieses Posting antworten
  • grubsch | vor 867 Tagen, 5 Stunden, 40 Minuten

    hier vorgebrachte theorie konnte man schon vor 2 wochen in der "spiegel"- titelgeschichte lesen...besser geschrieben halt...

    Auf dieses Posting antworten
    • os84 | vor 867 Tagen, 4 Stunden, 19 Minuten

      allerdings. den beitrag zum politikverständnis hat blumenau schlichtweg rausgerülpst

  • donely | vor 867 Tagen, 6 Stunden, 31 Minuten

    Und jetzt rückt die SPÖ sogar in der Ausländerfrage nach rechts, na das kann ja heiter werden.

    Auf dieses Posting antworten
    • wedge75 | vor 867 Tagen, 5 Stunden, 36 Minuten

      nicht vergessen, dass spö-innenminister wie zb. löschnak schon sehr weit rechts agiert haben

      generell ist die stellung der spö zu migration/integration doppelzüngig: einerseits auf humanität pochen, andererseit die strengsten bestimmungen ever abnicken ... unglaubwürdigkeit und slalomkurs kippt die sozialdemokratie in Ö ins aus

    • mistersimpson | vor 867 Tagen, 4 Stunden, 47 Minuten

      diese ausländerthematik-doppelgleisigkeit ist eigentlich ganz einfach zu erklären: innerhalb der spö gibts genug funktionäre die weit genug rechts stehen würden, um für die fpö arbeiten zu können. die andere extreme gibts dafür halt auch wieder.

    • wedge75 | vor 867 Tagen, 4 Stunden, 42 Minuten

      allerdings dümpelt der linke flügel, ähnlich wie bei der SPD, seit jahren vor sich hin und kommt nicht und nicht aus den startlöchern! mmn wäre allerdings eine stärkere profilierung richtung "links" besser. mitte/rechts/konservativ/provinziell hamma eh genug, und wenn ich den schmied wählen kann, brauch ich den schmiedl nimma

    • elvishasleftthebuilding | vor 866 Tagen, 22 Stunden, 24 Minuten

      Imho rückt sie dabei eher in die Mitte.
      Aber das will man hier ja anders sehen.

  • futbol | vor 867 Tagen, 8 Stunden, 17 Minuten

    Ich sehen bei den Bereichen Soziales und Wirtschaft keinen Unterschied zu den Sozialisten/Kommunisten.

    Auf dieses Posting antworten
    • futbol | vor 867 Tagen, 8 Stunden, 16 Minuten

      Entschuldigung, gehört nicht an diese Stelle.

    • wedge75 | vor 867 Tagen, 5 Stunden, 35 Minuten

      jaja, gehört an keine stelle, genauso wie das "ironisch" gemeinte faschismus-posting bei der letzten politik-gschichte

    • futbol | vor 867 Tagen, 5 Stunden, 7 Minuten

      du meinst das Kommunismus-Posting?

    • wedge75 | vor 867 Tagen, 5 Stunden, 2 Minuten

      ein totalitäres system bleibt ein totalitäres system, wurst ob "rechts oder links". da brauch ma jetzt nicht i-tüpfel reiten gehen
      beide systeme haben in der realität versagt, wobei der faschismus selbstverständlich gänzlich abzulehnen ist

    • futbol | vor 867 Tagen, 4 Stunden, 49 Minuten

      na da sind war ja eh einer Meinung! Wobei ich im Gegenteil zu dir auch den Kommunismus gänzlich ablehne.

    • alpiarts | vor 867 Tagen, 4 Stunden, 34 Minuten

      futbol,

      jetzt wirst Du langsam, aber sicher, peinlich mit Deinen Unterstellungen. wedge75 nochmals lesen. Danke.

    • wedge75 | vor 867 Tagen, 4 Stunden, 31 Minuten

      was soll ich nochmal lesen?

    • alpiarts | vor 867 Tagen, 4 Stunden, 29 Minuten

      Er/sie Dein vorangegangenes Posting.

    • ktvor12 | vor 866 Tagen, 9 Stunden, 47 Minuten

      >ein totalitäres system bleibt ein totalitäres system, wurst ob "rechts oder links".

      ein sozialistisches System bleibt ein sozialistisches System, wurst ob braun oder rot.

      So wird ein Schuh draus.

    • protagoras | vor 866 Tagen, 6 Stunden, 22 Minuten

      ein sozialistisches System bleibt ein sozialistisches System, wurst ob braun oder rot...

      oder schwarz oder grün oder blau oder orange.

      jetzt haben wir einen schuh.

    • ktvor12 | vor 866 Tagen, 6 Stunden, 13 Minuten

      den Schwarzen und Gelben würde ich Sozialdemokratie attestieren, sonst d'accord

    • protagoras | vor 866 Tagen, 5 Stunden, 51 Minuten

      alright, aber du redest jetzt von deutschland, oder?

      die österreichischen schwarzen verdienen das prädikat sozialdemokraten wohl noch nicht. schönstes beispiel nö mit genosse numero uno erwin pröll (und seinem massivem einfluss auf die bundespartei). in ö gibts leider auch keine gelben, und die möchte-gern-gelben, die orangen, sind wie man herrlich in kärnten sehen kann, erzsozialistisch. von sozialdemokratie keine spur. insofern muss man hierzulande mit neid nach deutschland blicken, deren sozialdemokraten nunmehr ohne sozialistischen klotz am bein regieren können. ändern wird sich dadurch aber wahrscheinlich auch nur wenig (denn opel wird zB trotz allem gerettet...).

    • ktvor12 | vor 866 Tagen, 5 Stunden, 42 Minuten

      jo, eh. Ein in der Wolle gefärbter Sozialdemokrat wie Leitl gilt linken Bobotrotteln ja als "neoliberal" weil er "irgendwas mit Wirtschaft" zu tun hat.

    • 2ventq | vor 866 Tagen, 5 Stunden, 15 Minuten

      @ktvor12

      ... ein neoliberaler Vollkoffer bleibt auch einer

    • ktvor12 | vor 866 Tagen, 5 Stunden, 1 Minute

      Entwaffnend. Vielleicht solltest du dich historisch mal in Sachen "Neoliberalismus" bilden - das waren quasi die ersten sozialdemokratischen Verräter aus dem tendenziell freiheitsfreundlichen Lager und hatten ihr Nest vor 70 Jahren in Freiburg.

      Damit hab ich nun wirklich nichts zu tun. Im infantilen, ahistorischen und ignoranten Bobodeutsch bin ich quasi "neoliberaler" als "neoliberal".

    • blover | vor 866 Tagen, 2 Stunden, 59 Minuten

      "ein totalitäres system bleibt ein totalitäres system"

      Ja.

      Zu unterscheiden wären hier aber
      totalitär - autoritär - kommunistisch bei nicht-demokratischen Systemen.

      Um zu vermeiden, dass "ein Schuh" draus wird.

  • teilzeitjugendlicher | vor 867 Tagen, 9 Stunden, 26 Minuten

    Lechts und rinks sind selbstverständlich keine seriösen politischen Kategorien mehr???

    Diese Aussage des Herrn Blumenau verkörpert womöglich sehr gut die "Denke" eines nicht so geringen Teils einer kritischen Öffentlichkeit (z. B. Grüne) in diesem Lande, die noch dazu glaubt, Deutschland und Österreich seien sich politisch-kulturell irgendwie ähnlich (Österreich ähnelt sehr Italien und Ungarn und ist Lichtjahre weit weg von Deutschland, Sprache ist halt nur Teil der Kultur, und gar nicht unbedingt der wichtigste).

    Man will sich bloß nicht als links hinstellen, weil dann wäre man ja vorgestrig. Links ist ja im nie wirklich aufgeklärtem katholisch-hausmeisterfaschistoiden Österreich ein derartiges Schimpfwort, dass man die Unterteilung rechts-links einfach schnell auf den Misthaufen der Geschichte wirft, dabei so einiges "vergisst" und es damit der extremen Rechten wahnsinnig leicht macht. Links sein bedeutet, dass es mir nicht wurscht ist, wenn es anderen, die eben ich nicht kenne, schlecht geht. Es muss auch einem Rechten gar nicht unbedingt wurscht sein (ist es aber meistens), nur hat der für das Übel meistens recht abstruse (Religion) oder letztendlich menschenverachtende (kapitalistische Biologismen) Erklärungen. Und genau deswegen gibt es ja so wahnsinnig viele rechte Sozialarbeiter/innen, Entwicklungshelfer/innen, Künstler/innen und so wahnsinnig viele linke Manager, Unternehmer/innen und Militärs.
    Definitionsversuch: Rechte Politik = Elitenbildung...

    Auf dieses Posting antworten
    • teilzeitjugendlicher | vor 867 Tagen, 9 Stunden, 26 Minuten

      Fortsetzung

      Definitionsversuch: Rechte Politik = Elitenbildung + Entsolidarisierung, Linke Politik ist das Gegenteil!

      PS: Man muss auch kein DDR-Apologet zu sein, um linke Positionen zu vertreten. Wer redet heute noch von den Sternstunden der Linken, dem Roten Wien, wo es gelang, ohne Repression und Gulag die soziale Situation für so viele deutlich zu verbessern (wirkt übrigens bis heute, siehe Wr. Lebensqualität!) Und wer hat das zerstört (und die SP geistig gekillt?) Die Vorläufer jener, die in Ö heute eben Rechts sind (ÖVP und FPÖ)

    • sfbuch | vor 867 Tagen, 3 Stunden, 47 Minuten

      das schöne an deinem weltbild ist, dass es so einfach ist. eher nachteilig ist, dass es in der realen welt keine entsprechung findet.

      die kulturelle nähe zu deutschland bzw. italien oder ungarn lasse ich dabei noch völlig unkommentiert.

    • teilzeitjugendlicher | vor 867 Tagen, 2 Stunden, 37 Minuten

      @sfbuch

      Was ist da so einfach?

      Und was ist die reale Welt? Das, was uns die konservativen Spießer weltweit einreden, weil es so zu sein hat, weil es angeblich immer so wahr?

    • ktvor12 | vor 866 Tagen, 6 Stunden, 8 Minuten

      konservativer, spießiger und miefiger als deutsche SPD geht gar nicht. Selbst der CDU-Ortsverein in der tiefsten pfälzischen Provinz ist da irgendwie vergleichsweise ausgeschlafen.

      Überhaupt. Werner Faymann - voll der arge Rocknroll.

    • protagoras | vor 866 Tagen, 5 Stunden, 33 Minuten

      @teilzeit: ich finde, du erklärst die dinge viel zu kompliziert. man könnte doch einfach sagen:

      links = gut, und
      rechts = schlecht

      und jetzt haben wir superdefinitionen, die von allen verwendet werden können. und im nächsten schritt bezeichnet man alles, was man mag, zB Eiscreme oder Sex, als links und alles, was man nicht mag, wie Regen oder Manager, als rechts. ist jetzt natürlich blöd, dass ein Manager vielleicht Manager als links bezeichnen könnte, also müssen wir wohl eine oberste definitionsgewalt festlegen und da du offensichtlich eh ein superweltbild hast, bin ich dafür, dass du das zumindest für die region österreich übernimmst (später kann man sich überlegen, ob man das auf alle deutschen, alle weißen oder alle staaten in mitteleuropa, oder so ausdehnt; aber jetzt begnügen wir uns mal mit Aut). außerdem solltest du auch mit ein bißchen Macht ausgestattet werden, damit dann alles was du als rechts-extrem empfindest auch gleich unschädlich gemacht werden kann. ohne Macht geht das ja nicht. wir brauchen dafür sicher auch nicht lang wählen gehen, weil das wäre mühsam und vielleicht macht uns die mehrheit einen strich durch die rechnung. also schlage ich vor, wie bezeichnen ein...

    • protagoras | vor 866 Tagen, 5 Stunden, 32 Minuten

      paar von den an sich rechten militärs jetzt mal schnell als links, die helfen uns dann sicher dabei, dass wir dich als definitionsgewalt festlegen können. die werden dann halt auch noch mit den rechten militärs fertig werden müssen, aber dadurch würden sie ja sogar ganz von selbst links werden, weil der feind meines feindes...right? dann nehmen wir noch pixacao dazu, weil der hat oben eh schon vorhergesagt, dass einmal einer wie du kommen wird und haben schon eine vollsuper linke regierung.

      freu mich schon.

    • teilzeitjugendlicher | vor 866 Tagen, 2 Stunden, 26 Minuten

      @Protagoras lehrte, dass der Mensch zwar von Natur aus danach strebe, eine Religion auszuüben und einer staatlichen Gemeinschaft anzugehören, aber deren Gestaltung ihm selbst überlassen sei. Für Protagoras gab es keine allgemein gültige und verbindliche, sondern nur eine subjektive Wahrheit.

      Könnte ein zu früh geborener ÖVPler sein...

    • protagoras | vor 865 Tagen, 17 Stunden, 34 Minuten

      Du musst wohl recht haben, denn protagoras hat mit der övp ungefähr genauso viel zu tun wie josef stalin mit freiheit. Dass er einer der ersten deklarierten agnostiker war, kann man in deiner treffenden und genau recherchierten biographie ruhig weglassen. Das würde bloß die pointe stören...

    • sfbuch | vor 864 Tagen, 5 Stunden, 46 Minuten

      vielleicht övpler, aber in geometrie war er super.

  • pixacao | vor 867 Tagen, 15 Stunden, 32 Minuten

    "Zieht man die Ex-DDR-Vorgeschichte der Linken ab, ist sie das...

    ...Reservoir für

    für verunsicherte Modernisierungsverlierer, das Auffangbecken für die Überfremdungsbefürchter aus der Hartz4-Klasse und die xenophobe Mittelschicht."

    1. ich weiß, mit der ex-ddr-vorgeschichte der linken kann man viel machen. bild, spiegel und co. beweisen das seit jahren. aber dass man diese geschichte auch "abziehen" kann, dazu bedarf es schon des genialen fußballanalytikers blumenau...

    2. auch in der beschreibung der linke-wählerschaft (Modernisierungsverlierer, Überfremdungsfürchter, xenophob etc.) liegt blumenau sicher goldrichtig;
    da brauch ma kane studien dazu,

    http://tinyurl.com/ycqdeeg

    (was kennt sich schon das DIW aus?)

    Auf dieses Posting antworten
    • pixacao | vor 867 Tagen, 15 Stunden, 30 Minuten

      "Die Autorin Thea Dorn hat das gestern abend im ZDF-Nachtstudion prima zusammengefasst, diese hermetische Realität, in der sich "Die Linke" bewegt, beschrieben, deren bewusste Verweigerung allem gegenüber, ihre ausschließliche Destruktionsanspruch, vor allem der SPD gegenüber."

      eine feine Thea genügt halt nicht, um ein seriöses politisches urteil abgeben zu können ....
      die linke verweigert sich bloß der deutschen routinepolitik, sie verweigert sich NICHT der aktion auf der straße, der kooperation mit NGOs etc.
      in den letzten wochen war die linke zum beispiel federführend beteiligt an aktionstagen für ein atomkraft-freies deutschland sowie für datenschutz und gegen überwachungsstaat.
      dass die linke die spd zerstören will stimmt auch nicht, lt lafontaine warte man lediglich auf eine "resozialdemokratisierung" der spd ...

    • pixacao | vor 867 Tagen, 15 Stunden, 16 Minuten

      "FPÖ: mit den herkömmlichen R/L-Kriterien ist diese Politik allerdings nicht einzuordnen."

      nach der gleichen logik wären dann aber auch auf die poltik der NSDAP die "herkömmlichen r/l-kriterien" nicht greifen:
      einerseits nationalistisch-rassistisch (fpö: "heimatlich"/ausländerfeindlich), andererseits "sozialistisch" (fpö: sozial)

      ich schlage also vor, wir erklären die begriffe rechts und links rückwirkend für ungültig - zumindest für die letzten 90 jahre ...

    • izzystradlin | vor 867 Tagen, 7 Stunden, 2 Minuten

      nein du ewiggestriger dolm, sie sind heute OBOSLET. Wenn du den Diskurs auch außerhalb deiner maoistischen Uni-Zirkel verfolgen würdest, würdest du merken, dass diese Überholtheit längst common sense ist und nicht von Blumenau erfunden.

      Und was soll schon wieder dieses "bild, spiegel, co..."? Die bösen Imperialisten Medien die aufzeigen, warum die armen Linken-Vorgänger früher in der armen SED waren, dabei waren sie so stolze Verfechter des Arbeiter&Bauernparadieses?
      Bitte Dinosaurier, endlich aussterben!

    • pixacao | vor 867 Tagen, 55 Minuten

      ok, izzy, gerne kannst du begriffe für obsolet erklären, wenn du ohne sie auskommst.(du lebst in einer liberalen demokratie (mit lifestyle-bonus))
      blumenau kann das (auskommen ohne rechts-links-terminologie, anm.) - wie sein artikel beweist - offensichtlich nicht. zuerst herumzudrucksen, wie problematisch und unbrauchbar die begriffe doch seien, und sie dann doch mehrmals zu verwenden, ist mühsam.

      zum zweiten absatz:
      ich verstehe nur "dinosaurier" ...

      falls das eine metapher für das schicksal des kommunismus/sozialismus sein soll, dann täusch dich mal nicht und freu dich nicht zu früh.
      im gegenteil:
      das hollywood-happy-end der geschichte, so wie du es dir vorstellst/wünscht, wirds nicht spielen. der triumphale sieg von kapitalismus und demokratie wird ausbleiben. der glaube, in der besten aller möglichen welten zu leben, ist ein irrglaube ...
      die dekonstruktion der postmodernen philosophie ist längst im gange und der sich so munter inszenierende kapitalismus stirbt, weil er im kern krank ist:
      der "freie" markt funktioniert nicht, ohne dass er mit viel gewalt am laufen gehalten werden ... auf dauer endet das letal
      (nur meine meinung, kann mich auch täuschen, glaub ich aber nicht)

    • protagoras | vor 866 Tagen, 6 Stunden, 1 Minute

      Hört Genossen auf pixacao, den obersten Volkskommissar des Gulags Wiener Neustadt!

      Erzittert vor der Wut des Arbeiters, der wenn er sich von seinen Fesseln befreit hat, den Kapitalisten in allen Parteien mit seinem stahlhammergestärktem Arm den Kopf einschlagen wird und das Hollywood-Happy-End des gemeinen Kapitals mit simplen einfach zu lesenden Worten umschreiben wird.

      @pix: du bist echt noch um ein eckhaus "ewiggestriger" als sämtliche mit schmissen verzierten halbstarken burschenschafter zusammen. ist aber genau aus diesem grund sogar noch amüsanter deine posts zu lesen als deren.

      und ja die begriffe links und rechts sind was für die kronenzeitungsschlagzeile. aber eine allgemeingültige definition gibt es nicht für sie. wo würdest du zB im österreichischen links-rechts-spektrum eine liberale partei einordnen? ganz-ganz-rechts? als einzige opposition? oder irgendwo in der mitte? und warum? eben.

      obsolet. wie izzy bereits sagte.

    • ktvor12 | vor 866 Tagen, 4 Stunden, 45 Minuten

      Liberale wären ganz ganz links. Links wären Reformsozialdemokraten wie die FDP, Mitte-rechts sind herkömmliche Sozialdemokraten wie CDU und ÖVP und rechtsextrem sind die diversen Varianten des nationalen Sozialismus: SPÖ, FPÖ, Grüne, KPÖ. In dieser Reihenfolge.

    • ktvor12 | vor 866 Tagen, 4 Stunden, 42 Minuten

      und pixacao wär vor 70 Jahren der Erste gewesen, der sich freiwillig für die Essen-Waff-Waff meldet. Enteignen fürs "Gemeinwohl". "Gemeinnutz vor Eigennutz", alter Slogan dieser anderen, deutschen Arbeiterpartei da.

    • protagoras | vor 866 Tagen, 3 Stunden, 55 Minuten

      kt, stimme dir ja bei den meisten aussagen zu, aber mit meiner frage, wo man im rinks-lechts spektrum eine liberale partei ansiedeln würde, wollte ich nur aufzeigen, wie sinnlos die überkommene einteilung tatsächlich ist. meiner ansicht nach haben wir es nämlich beim politischen spektrum nicht mit einem eindimensionalen (auf einer linie), sondern zumindest einem zweidimensionalen (pyramide, quadrat) system zu tun.

      die anordnung wo eine partei im parlament platz nimmt, reicht nicht aus, um sie programmatisch festzulegen. in ö machen sie es einem natürlich sehr einfach mit ihren einheitsbrei-programmen, die sich lediglich durch die farbe des deckblattes unterscheidet. aber theoretisch ist das komplexer.

    • protagoras | vor 866 Tagen, 3 Stunden, 48 Minuten

      p.s. die anarchisten und libertären fehlen in deinem system noch (die wären dort noch linker als die liberalen).

      und bei der eindimensionalität steht man vor einem richtigen problem, wenn man dort auch noch die freiwirtschafter unterbringen muss.

      dann haben wir nämlich vier philosophien:

      1. sozialisten (also totalitäre jeglicher couleur)
      2. liberale (samt extremster ausprägungen wie anarchisten und libertäre, wobei erstere fast schon als eigene kategorie herhalten könnten)
      3. konservative (die einen möglichst langsamen wandel des bestehenden systems wollen, egal welches dieses ist)
      4. freiwirtschafter

      ...und jetzt würde ich gerne sehen wie man daraus ein links-rechts-spektrum zusammenbastelt.

    • pixacao | vor 865 Tagen, 23 Stunden, 56 Minuten

      @ktvor12, protagoras
      **hahahahahahahah*brüüülll** jaja heil hitler statt heil moskau hahahahhihihi++
      wenn ich so etwas lese, muss ich gott immer sogleich danken, dass ich kein konservativ-liberaler "freiwirtschafter" (hahhahahhohoh) mit einem "loch in der mitte" (zizek) geworden bin, der sich - angesichts nicht geschlagen geben wollender "ewiggestriger" (huhuhuhuh) sozialisten und mangels glaubens an eine große sache - in unproduktiven begriffsdiskussionen oder absurdem private-politische-kategorien-aufstellen ergehen muss !
      na dann prost noch - is eh schon feierabend, nich ?

    • protagoras | vor 865 Tagen, 17 Stunden, 23 Minuten

      He pixa, wenn du nächste mal mit deinem gott sprichst,, leg doch ein gutes wort für mich ein. Vielleicht macht er mich dann ja auch zu einem gottesfürchtigen kommunisten...

    • pixacao | vor 863 Tagen, 23 Stunden, 9 Minuten

      er sagt, du sollst marx lesen und dann wird dir ein licht aufgehn und auch du wirst erkennen, dass der kommunismus auf der hand liegt ...
      von da an wirst auch du dich nur mehr wundern über jedeN einzelneN, der/die (noch) keinE kommunistIN ist ; )

  • harald123 | vor 867 Tagen, 19 Stunden, 20 Minuten

    schöne analyse, danke. auch wenn du es dir mit der linkspartei etwas zu einfach machst. ja, sie mögen aus dem ddr-system hervorgegange populisten sein. trotzdem ist es ihr historischer verdienst, die nazi-parteien npd und dvu marginalisiert zu haben.

    wenn ich mich recht erinnere, hast du das in einem journal-eintrag 07 auch so festgehalten.

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