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Musik, Film, Heiteres

Martin Blumenau

Martin Blumenau

Geschichten aus dem wirklichen Leben.

17. 10. 2009 - 22:01

Journal '09: 17.10.

Warum wir drei Unique Clients oder gar vier Leser sind. Über G'schichtln bei der Mediennutzer-Messung.

Die wichtigen Links zum heutigen Journal: Christoph Chorherrs Blog.
Helge Fahrnbergers Zusammenfassung des aktuellen Debatte, im Gegensatz zu meiner unverdächtig.

In einem Beitrag zur seit längerer Zeit schwelenden "Internet? Voll pfui!"-Debatte, die leider noch auf einem ein wenig arg archaischem Niveau geführt wird, hat Christoph Chorherr, grüner Blogger, ein paar interessante Gedanken geäußert, die weit über den Anlass der Diskussion hinausgehen. Ihm, als Konsumenten, ist nämlich etwas ein/aufgefallen, was von den Machern (und da ist es egal ob das die Herausgeber-Runde, der streitbare Falter-Chef oder auch die Netz-Community betrifft) gerne beiseite geschoben wird: wie nämlich die Leser/User eigentlich gezählt werden.

Chorherr hält die Wirkung des Internet, was die blanken Zahlen betrifft, für aktuell überschätzt. Und schreibt den schönen Satz "Warum verstecken alle Medien ihre Zugriffszahlen hinter Verschleierungen?". Seine konkrete Kritik richtet sich gegen die Verwirrungstaktik der "ÖWA" (österreichische Webanalyse), die zwar akribisch, aber in zu vielen verschiedenen Währungen messe. Und auch die Realität außer Acht lasse. Er selber, meint Chorherr wäre drei "Unique Clients": je einer per Laptop, PC und iPhone.

Abgesehen davon, dass er sich da wohl verrechnet hat: so gesehen würde ich als täglicher Besucher von orf.at, sport.orf.at, der futurezone und von fm4.at nur einmal ausgewiesen werden, wäre da also nur ein Viertel User...

Er plädiert dafür, wie bei den anderen, den "richtigen" Medien Tagesreichweite bei Einzelmenschen zu messen. Und rechnet dann vor, dass etwa ORF.at, die überlegene Nummer 1, die zentrale Webfamilie des Landes, nur auf 0,2 bis 0,3 Millionen Menschen pro Tag kommen würde, alle anderen nur auf Bruchteile davon. "Zum Vergleich: Die ORF-Sendung 'Bundesland heute' sehen täglich 1,2 Millionen. Nicht verteilt auf 24 Stunden, sondern gleichzeitig."

Ich bin zwei Öltanks

Kurze Anmerkung in eigener Sache: seit die FM4-Site Anfang des Jahres neu gestaltet wurde und ihre Daten in der ORF.at-Zentrale zusammenlaufen, sind mehr als nur Schätzungen möglich: es gibt genaue tägliche Zugriffszahlen.
Da dieses Journal keine Gewinnspiele veranstaltet oder sich in 15 Teile zerlegt um so 15 Klicks zu generieren und 15 User zu behaupten, und da hierher auch kaum jemand zufällig reinstolpert, sind die Zugriffszahlen wohl in recht hohem Maß mit realen LeserInnen gleichzusetzen (ganz ohne Mitleser-Hochrechnungen...).
Und das bewegt sich, wie bereits gestern in einem anderen Zusammenhang angemerkt, in durchaus bundesligareifen Dimensionen.

Gute Anmerkung, richtige Anmerkung.
Aber: nicht konsequent zu Ende gedachte Anmerkung.
Dabei wäre es nicht so schwergewesen eine andere aktuelle Mediendebatte da mitreinzudenken und mitreinzunehmen.

Es hat sich nämlich dieser Tage der Chefredakteur der Presse mit maradonesker Sprache darüber erregt, dass das direkte Konkurrenz-Blatt, der Standard, bei der letzten Media-Analyse (seiner Meinung nach) bevorzugt behandelt würde. Weil der Leser-pro-Nummer-Faktor dort übertrieben hoch angesetzt wäre.
Um bei Chorherrs Beispiel zu bleiben: auch die Messung der Print-Leserzahlen rechnen die "Unique Clients" schlicht und einfach hoch. Und gesteht jedem verkauften Exemplar deutlich mehr als nur einen Leser zu (im Fall der Fleischhacker erboste waren es gar mehr als vier).

Darüber wird aber deshalb nicht diskutiert, weil man sich daran gewöhnt hat, dass die Print-Branche mit ihren kontrollierten Auflagen, Verkaufszahlen und andere Geheimnissen mehr die Öffentlichkeit seit Jahren am Schmäh führt. Und solange diese Zahlen nur in einem direkten Branchenwettbewerb eingesetzt werden, geht das ja auch noch an.

Andere Messmaßnahmen sind noch wilder hochgerechnet: die berühmte TV-Quote (Teletest) entsteht aus einem recht schmalen Sample von Beobachtungshaushalten, wird also von Menschen bestimmt, die sich in einer Art Schöffen-Position befinden und sich schon allein deshalb zunehmend aus der Realität verabschieden. Die vergleichsweise reellsten Zahlen der "richtigen" Medien entstammen dem Radiotest: der greift auf ein hohes Sample zurück und fragt (gestützt) Hördauer und Sender ab. Aber auch hier werden die Daten ungenauer, je kleiner die Fallzahlen sind.

Ich bin drei Unique Clients

Die interessantesten Messungen im Print-Bereich werden übrigens nie veröffentlicht. So etwa die sogenannten Reader-Scans, die quasi den Leser-Augen folgend, angeben, was der Einzelne in seiner Tageszeitung wirklich anschaut. Dabei kam bei heimischen Qualitäts-Zeitungen in Bereichen wie Kultur oder Sport zu einer täglichen Echtleser-Zahl, die Kopieren statt Drucken rechtfertigen würde...

Die Beschaffenheit des Internet, seine gläserne Struktur, die Exaktheit, mit der man Klick-Verhalten ausmessen kann, lassen die reine Zählung zu einem Kinderspiel schrumpfen.
Mit folgendem Resultat: während man in allen anderen Bereichen Hochrechnungen anstellt, sich auf Angaben der Verleger verlassen muß oder einer Umfrage klassischen Stils vertraut, liegen im Netz die Zahlen offen da - man hat die genauesten Leser/Userzahlen.

Will man die mit den, überspitzt gesagt, rituell eingeschliffenen Fantasiezahlen der alten Medien vergleichen, muß man sich zuvor auf einen Standard einigen: entweder alle legen die Karten auf den Tisch oder man läßt auch hier die Tricksereien zu, die in den anderen Bereichen auch gespielt werden.

Deswegen sind Rückschlüsse aus Vergleichen, die nicht auf demselben Level geführt werden, auch unsinnig.

Bäck spricht den Status Quo wahrheitsgemäß an - was die Wirkung betrifft: "Spiegel Online hat nach wie vor die meisten Verlinkungen in deutschen Blogs. Die klassischen Medien sind nach wie vor Leitmedien und die Öffentlichkeit im Netz ist lediglich eine kleine, wenn auch lautstarke Teilöffentlichkeit. ...
Leider spielen Blogs und Twitter auch weiterhin nur eine sehr untergeordnete Rolle in der politischen Wahrnehmung und der politischen Öffentlichkeit. Das was ich an Blogs so schätze ist die meist sehr offene Diskussion und die Möglichkeit auch ungewöhnliche Vorschläge und Gedanken veröffentlichen zu können. Einen wertvollen politischen Diskurs gibt es aber nur so lange, wie die Teilnehmerzahl bzw. der Leserkreis eingeschränkt ist. Gerade große Medienpages wie zum Beispiel derstandard.at oder auch diepresse.com beweisen, dass mit zunehmender Reichweite die Qualität des politischen Diskurses objektiv leidet."

Der führende österreichische Medien-Blogger Gerald Bäck geht die Frage richtig an, indem er nicht die unvereinbaren Messereien, sindern die Wirkung des medial geäußerten analysiert - Zitat anbei.

Wer sich jetzt fragt, warum die von Chorherr thematisierten Umgereimtheiten in der Zählweise von Medien-Nutzern nicht schon längst als Waffe im Kulturabwehrkampf der Alt-Medien gegen das böse Netz angeführt werden - das hat damit zu tun, dass sich die ÖWA entschieden hat ihre User genauso schief auszuweisen, wie das alle anderen Medien auch tun.

Ich bin vier Leser

Ich behaupte, dass es auch gar nicht anders geht. Ein Marktbewerber, ein neues Medium kann es sich in einem Land, wo seit immer schon Auflagenzahlen geschönt, unziemliche Messungen vorgenommen, falsche Zahlen als Kampfschriften rausgeplärrt wurden, nicht mit einer Entzerrung beginnen,die für den Durchblick sorgt.
Das wäre so, als ob das neue Joghurt als erstes seinen realen Fruchtanteil groß ausschildern würde - in der Hoffnung die alteingesessenen Joghurts würde ebenfalls mit der Wahrheit rausrücken und nachziehen.

All das, die Entzerrung der großen Medienlügen dieses Landes, wäre Aufgabe einer öffentlichen Medienbehörde, die diesen Namen auch verdient, anstatt sich als politisches Erfüllungsorgan von Lobby-Interessen zu genügen.

Das aber genau jetzt, mitten in einer wirklich großen und bitteren Medien-Finanzierungs-Krise (die, wahrscheinlich noch diesen Winter, zu drastischen und aktuell nicht vorstellbaren Maßnahmen am Printsektor führen wird), zu unternehmen, wäre seriöserweise zuviel verlangt.

Das ist der Grund, warum niemand auf das, was Chorherr da angemerkt hat, reagiert - und es auch fürderhin nicht tun wird. Weil die realen Zahlen der heimischen Print-Branche durch eine solche Diskussion ihres allzu dick aufgeplusterten Fells entkleidet werden könnten. Da schimpft man maximal über den anderen, der den Faktor 4,3 kriegt, während man selber nur 3,8 hat.
Außerdem will dann irgendwie doch keiner - dazu ist die Medienbranche aktuell nicht nur zu fragil aufgestellt, sondern dann doch wieder allzusehr ineinander verzahnt; auch das ist der Fluch eines kleinen, bildungsschwachen Marktes in einem leseuntüchtigen Land mit schauderhafter Diskurs-Fähigkeit.

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  • 010001000 | vor 843 Tagen, 54 Minuten

    Ich bin 20 Unique Clients - pro Tag

    Stichwort: Session Cookies.

    Nach jedem Schliessen und Öffnen des Browsers bin ich für die ÖWA jemand anders.

    Wenn jemand denkt, die ÖWA wüsste mich dann anhand der IP zu identifzieren, irrt ihr.

    Das würde die Zahlen noch mehr verfälschen, weil teils ganze weltweite Konzerne über eine einzige IP ins Netz routen, und die Medien bei einer IP-basierten Zählung um praktisch sämtliche Bürosurfer umfielen.

    Ich bekomme auch ziemlich oft diese "Online-Interviews" der ÖWA Plus. Wenn mir grad fad ist, fülle ich die aus. Natürlich mit Schmarrn, was sonst - Arbeitsloser Pflichtschulabsolvent an der Armutsgrenze. Data-Undermining.

    Die Daten der ÖWA und aller anderen Webanalyseverfahren sind nur für eine Aussage einigermassen brauchbar: wie ist die Position der teilnehmenden Websites RELATIV ZUEINANDER.

    Die absoluten Zahlen sind aussagelos, aber so lang Werbeagenturen und vor allem deren Auftraggeber genauso Internet-ahnungslos sind wie Anzeigenkeiler und Chefredakteure, wird lustig weiter Unsinn in Zahlen reininterpretiert werden, die keine Basis haben.

    Im Print ist das übrigens, wie der Schreiber anmerkt, auch nicht besser, also nicht glauben dass das Internet hier eine unbeherrschbare Ausnahme wäre, der Sumpf ist überall der gleiche.

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  • nachtmensch | vor 846 Tagen, 23 Stunden, 16 Minuten

    fleischhacker versus standard

    es geht übrigens weiter:
    fleischhackers blog wurde mittlerweile zum schlachtfeld:
    http://diepresse.com/blog/politikerbeschimpfung/entry/fidler_antwortet_nicht
    siehe dort auch die postings von harald fidler (fid@diemedien.at).

    und um an einen beitrag von weiter unten anzuschließen:
    würds den printmedien nicht wirklich so schlecht gehen, dann würden sie wohl kaum so erbittert um prozente in der media-analyse und damit inserentenpreise kämpfen.

    Auf dieses Posting antworten
  • capfuture | vor 847 Tagen, 5 Stunden, 1 Minute

    der blogeintrag von christoph chorherr hat schon etwas (leider unfreiwillig) ironisches: er beschwert sich über "irrelevante zahlen" der öwa und rechnet dann kunterbunt durcheinander (und methodisch schwerst fragwürdig) "Google Adplanner" und teletest werte vor. zugegeben: das öwa system liefert nicht (nur) einfach zu verstehende kenngrößen wie user/leser/mensch aber gerade darin liegt der vorteil. die aufgrund einer technischen komplettmessung (keine panelstudie wie teletest/print etc.) veröffentlichten kennzahlen wie PI/Visit/Usetime/UC erlauben eine wesentlich bessere und kritischere analyse (auch des messsystems ansich) als ein hochgerechneter einzelwert. vielleicht sind die öwa zahlen also per se nicht irrelevant wenn man etwas zeit darin invesieren will sie zu verstehen und zu analysieren. für ein bisserl mediales rampenlicht offenbar zu viel zeit.

    und noch bezüglich der UCs: diese werden im öwa system schon seit jahren absichtlich aufgrund von permanent gemessenen korrekturfaktoren nach unten korrigiert um näher an der wirklichkeit zu sein.

    Auf dieses Posting antworten
    • nachtmensch | vor 846 Tagen, 23 Stunden, 12 Minuten

      PI und mit kleinen einschränkungen UC sind technisch relativ vernünftige werte. usetime und visits sind jedoch willkürliche definitionen, die nicht mal offen gelegt sind (jeder, der ein bissl was vom web/http versteht, weiß, dass man das nicht messen kann)

    • capfuture | vor 846 Tagen, 11 Stunden, 50 Minuten

      visit-definition

      http://www.google.at/search?hl=de&q=define%3Avisit&btnG=Suche&meta=

    • nachtmensch | vor 846 Tagen, 2 Stunden, 26 Minuten

      leute wie du machen mich wahnsinnig!

  • koenigboris | vor 847 Tagen, 9 Stunden, 52 Minuten

    wie schon unten angemerkt wird in der öwa plus sehr wohl zwischen unique client und unique user unterschieden.

    "die Messung der Print-Leserzahlen rechnen die "Unique Clients" schlicht und einfach hoch" - das ist falsch. in der media analyse wird gefragt, ob man den entsprechenden titel im jeweiligen erscheinungszeitraum in der hand gehabt hat, um darin zu blättern oder zu lesen.
    im nachhinein kann die dadurch erfragte leserschaft mit den auflagenzahlen verglichen werden, was den leser pro exemplar ergibt. es werden also nicht aus den auflagenzahlen die leser berechnet.
    grundsätzlich ist jede studie in sich stimmig, da ähnliche kanäle auf gleicher basis verglichen werden. untereinander ist derzeit ein vergleich mit unterschiedlichen erhebungsmethoden einfach nicht möglich.
    noch kurz zu den "guten" studien radiotest und reader scan: der radiotest geht von einem telefon sample aus, das zu 80% aus telefonbucheinträgen besteht, obwohl 40% der telefonbesitzer dort nicht zu finden sind.
    der reader scan hat ein samplegröße von 120-400 befragten, dagegen muss ja dann der teletest mit seinen 3.500 personen eine superstudie sein.
    alle medienstudien und ihre ergebnisse sind konventionen und sie funktionieren, weil sich die teilnehmer der fehler und blinden flecken bewusst sind. den direkten vergleich wird es auch...

    Auf dieses Posting antworten
    • koenigboris | vor 847 Tagen, 9 Stunden, 49 Minuten

      in zukunft nicht auf gleicher basis geben, weil ich die internetnutzung nicht gleich abfragen/messen kann wie die radio/fernsehen/printnutzung.

    • zamp | vor 847 Tagen, 8 Stunden, 9 Minuten

      Wahre Worte!

    • blumenau | vor 847 Tagen, 6 Stunden, 49 Minuten

      1) siehe auch nachtmensch-posts weiter unten.
      2) natürlich ist die ma auch eine hochrechnung - sie geht ja von einem geringen sample aus - was keine netz-messung tut, die gehen vom ist-zustand aus.
      3) natürlich sind alle messungen in sich, in ihrer branche stimmig. das soll nicht über tradierte schwächen (siehe "auflagen-zahlen")
      hinwegtäuschen.
      4) dass aus den auflagezahlen die leser berechnet werden, steht bei mir nirgendwo.
      5) deine info zum radiotest ist alt. diese (auch von uns monierte) schwäche wurde behoben.
      6) natürlich haben die reader scans ein kleineres sample - ihre ergebnisse sind aber so radikal, dass auch die wildeste manipulation sie nicht verbessern könnte (weshalb sie auch unter verschluß bleiben; siehe ebenfalls posting weiter unten).

    • koenigboris | vor 847 Tagen, 5 Stunden, 40 Minuten

      1)ja, die öwa hat probleme aus der technischen messung personenbezogene daten zu generieren und ist dabei auf allerlei rechnerei angewiesen.

      2)die ma ist wie der radiotest eine repräsentative stichprobe und wird natürlich auf die bevölkerung hochgerechnet, dabei wird aber nicht der erhobene wert verändert, sondern von der fallzahl auf die bevölkerung projiziert. im gegensatz zur öwa, wo zusätzlich zur technischen messung noch eine befragung durchgeführt werden muss, um unique clients und unique user zu bekommen.

      3)ja

      4)wofür steht dann "unique client" im folgenden satz? "Um bei Chorherrs Beispiel zu bleiben: auch die Messung der Print-Leserzahlen rechnen die "Unique Clients" schlicht und einfach hoch." meinem verständnis nach muss das die jeweilige printausgabe (auflage) sein.

      5)ja, das war noch vom radiotest 2008

      6)wenn du den reader scan ergebnissen glauben willst, dann musst du das auch bei den teletest-werten tun. und die wahrheit tut manchmal weh. #readerscan

    • nachtmensch | vor 846 Tagen, 23 Stunden, 20 Minuten

      nix wissenschaft, sondern für mediaplanung

      danke koenigboris für deine erläuterungen, das wollte ich auch bereits sagen. diese untersuchungen liefern eben vergleichswerte innerhalb der mediengattungen, zwischen unterschiedlichen gattungen sind diese ergebnisse jedoch kaum vergleichbar.

      anmerken möchte ich noch eines: die motivation für diese studien ist ja großteils nicht wissenschaftliches interesse, sondern es dient zur werbeplanung, i. e. wieviel rezipienten erreiche ich mit einem inserat/spot/banner, und daraus wird dann natürlich der preis bestimmt.

  • alex19871987 | vor 847 Tagen, 10 Stunden, 4 Minuten

    rapid taktisch schlecht?!

    rapid hat das spiel zu einem großen teil dominiert... das einzige manko war die chancenauswärtung.
    hofmann loch?! --- damit hats eher selten probleme gegeben.... und gestern schon garnicht.

    Auf dieses Posting antworten
    • blumenau | vor 847 Tagen, 6 Stunden, 57 Minuten

      ein extrem witziger irrläufer...

    • zamp | vor 847 Tagen, 5 Stunden, 25 Minuten

      Find das passt eh dazu

  • spliss | vor 847 Tagen, 10 Stunden, 15 Minuten

    und wie ist das wenn 100 leute über einen firmen-proxy-server eine seite anschauen? (gleiche ip)

    Auf dieses Posting antworten
    • nachtmensch | vor 846 Tagen, 23 Stunden, 10 Minuten

      solang sie nicht alle vor einem bildschirm sitzen sind es 100 unique clients (unique clients werden in erster linie über cookies bestimmt). ein proxy ändert daran auch gar nix.

  • kwikstep | vor 847 Tagen, 17 Stunden, 42 Minuten

    "Das aber genau jetzt, mitten in einer wirklich großen und bitteren Medien-Finanzierungs-Krise (die, wahrscheinlich noch diesen Winter, zu drastischen und aktuell nicht vorstellbaren Maßnahmen am Printsektor führen wird), zu unternehmen, wäre seriöserweise zuviel verlangt."

    Hah, Krise. Wurden denn schon 2/3 der Journalisten rausgeschmissen? Fusionieren Mediaprint und Fellner? Werden Leser verklagt, weil sie einen Artikel vom Printexemplar scannen und über p2p verbreiten? Hat die faz keinen Vertrieb mehr?

    Print ist, verglichen mit Musikindustrie und den Charts, noch lange in keiner Krise.

    Mehr Werbung ghört ins Blatt, um das Überleben zu sichern! Tip: ein paar Doppelseiten mit lächelndem Bürgermeister, schon schaut die Welt wieder freundlicher aus.

    Auf dieses Posting antworten
    • modestmax | vor 847 Tagen, 10 Stunden, 39 Minuten

      Seh ich auch so, schon vor ziemlich genau einem Jahr wurde groß verkündet, dass einige Titel den vergangenen Winter nicht überleben würden. Auch dem Fellner soll immer "bald" das/die Geld(geber) ausgehen.
      Was passiert? Fast nix.
      Is aber jedes Jahr offenbar wieder eine schöne Vorbereitung für die weitere Ausdünnung der Redaktionen, Änderungskündigungen oder die schleichende Demontage des Kollektivvertrags (klingt gestrig, ich weiß). Aber Hauptsache, die beiden großen (Styria, News) hamstern viele Titel, Inhalt is wurscht. Sogar das "First" gibt's noch, wie ich unlängst bemerkt hab.

    • blumenau | vor 847 Tagen, 6 Stunden, 57 Minuten

      abwarten.

    • nachtmensch | vor 846 Tagen, 23 Stunden, 26 Minuten

      abwarten

      2/3 nicht, aber 1/3. bzw. wird einfach mehr von ihnen verlangt, zu produzieren.

      auch wenn ihr es nicht glaubt und man es auf den ersten blick sieht: print (vor allem tageszeitungen) leiden sehr - zusätzlich zur leserabwanderung ins internet jetzt auch noch rückgänge im anzeigengeschäft um bis zu 50%.

      und zum thema fusion: letztens haben erst styria und moser quasi fusioniert, also bitte. http://derstandard.at/1252771256592/Medienvielfalt-wird-stark-beschraenkt

      tja, und zum fellner: der wirds nimmer lang machen, sein lügengebäude bezügl leserzahlen ist schon schwer wacklig. und fusionieren mit dem mediamil-komplex tut er aufgrund persönlicher animositäten nicht.

    • nachtmensch | vor 846 Tagen, 23 Stunden, 26 Minuten

      und für alle, die auch über den teich blicken: dort sperren täglich tageszeitungen zu.

    • kwikstep | vor 846 Tagen, 12 Stunden, 31 Minuten

      Macht nix. Sind ja doch nur Sprachrohre der Politik und Wirtschaft. Siehe faz, die am 08.10. ein neues Wort für den Afghanistan-Krieg kreiert: laut faz ist das kein bewaffneter Konflikt oder Krieg, sondern ein Pazifizierungsfeldzug.

      ad Fellner, der wirds schon deswegen nicht mehr lang machen weil er irgendwann einen Herzinfarkt bekommt, bei den täglichen cholerischen Anfällen.

  • christianlehner | vor 847 Tagen, 20 Stunden, 11 Minuten

    die absurdeste ö-medienmeldung der letzten wochen: "der standard hat jetzt ein viertel leser mehr!"

    und die sind ja bekanntlich die gebildetsten von überhaupt.

    denen kann man das ja ruhig reindrücken.

    Auf dieses Posting antworten
  • nachtmensch | vor 848 Tagen, 21 Stunden, 43 Minuten

    öwa plus

    wen's interessiert: hier die methodik und ergebnisse der letzten öwa-plus:
    http://www.oewa.at/fileadmin/pdf/oewa_plus/oewa_plus_08q4.pdf

    vielleicht wichtigstes ergebnis: 2 Unique Clients ~ 1 Unique User (ist aber von angebot zu angebot natürlich unterschiedlich)

    wiewohl ich anmerken will, dass die öwa plus auch nicht der weisheit letzter schluss ist.

    wie sagt man: trau keiner studie, die du nicht selbst gefälscht hast ... ;)

    Auf dieses Posting antworten
    • harald123 | vor 848 Tagen, 8 Stunden, 58 Minuten

      danke, interessante Studie.
      26% der Internet-User in Ö haben keinen oder nur Pflichtschulabschluss.
      50% Lehre/Fachschule
      16% Matura
      8% Uni/Hochschule

      Das erklärt einiges ...

    • markenheini | vor 848 Tagen, 6 Stunden, 33 Minuten

      statistik richtig lesen, dann wirds noch interessanter wahrscheinlich.

    • harald123 | vor 848 Tagen, 5 Stunden, 18 Minuten

      sorry, ein paar prozente verschieben sich bei richtiger lesung. aber das gesamtbild ist trotzdem erschütternd. internet = spielwiese der bildungsfernen schichten.

    • fightclub | vor 848 Tagen, 3 Stunden, 32 Minuten

      76% aller internetnutzer haben einen lehrabschluss, fachschulabschluss, matura oder einen hochschulabschluss. wo genau entdeckt der harald da die bildungsferne?

    • nachtmensch | vor 848 Tagen, 3 Stunden, 26 Minuten

      naja, nachdem das web ja mittlerweile ein massenmedium ist, spiegeln sich da die gesellschaftlichen realitäten natürlich wieder.
      die unterschicht ist halt auf myspace, krone.at, szene1 usw unterwegs.

    • fightclub | vor 848 Tagen, 1 Stunde, 2 Minuten

      damit drängt sich natürlich die frage auf, ob ich erst jetzt unterschicht bin wo ich mich auf myspace rumtreibe oder immer schon unterschicht war, weil ich früher bereits eine gedruckte krone in der hand hatte.

    • harald123 | vor 848 Tagen, 32 Minuten

      @fightclub: wenn du die krone aus anderen gründen als
      - feindbeobachtung
      - realsatire
      - inspiration für ein kabarettprogramm
      - wissen wollen, was das "volk" denkt
      liest, bist mit hoher wahrscheinlichkeit unterschicht

    • alpiarts | vor 847 Tagen, 23 Stunden, 52 Minuten

      "...die unterschicht ist halt auf myspace..."
      hahaha, you made my evening ; )
      Btw.: die Gleichstellung, der Vergleich von MySpace mit Krone ist das Absurdeste, das ich in letzter Zeit gelesen hab.

    • tittietwister | vor 847 Tagen, 21 Stunden, 29 Minuten

      vielleicht nutzen einfach nur sehr viele noch in ausbildung befindliche personen (aka: schüler im alter von 10-18) das internetz in ausreichendem maße, um einen signifikanten anteil an den gesamtuserzahlen auszumachen ;)

    • fightclub | vor 847 Tagen, 6 Stunden, 52 Minuten

      Does your social class determine your online social network?

      http://edition.cnn.com/2009/TECH/science/10/13/social.networking.class/index.html

      welche überraschung, die menschen bewegen sich in sozialen netzwerken unter ihresgleichen (im sinne von ausbildung, umfeld usw.)

      @harald: und was is mit langeweile?

  • untutoredyouth | vor 848 Tagen, 22 Stunden, 42 Minuten

    der joghurt-vergleich ist echt lustig :) 15 clicks darfst du trotzdem nicht als 15 user verkaufen. jedes posting 3 clicks, 12mal komm ich dann noch zurück, um zu schauen was andere geschrieben haben.

    Auf dieses Posting antworten
    • blumenau | vor 847 Tagen, 6 Stunden, 55 Minuten

      die 50-70 durchschnittlichen poster fallen echt nicht ins gewicht, wenn es um fünfstellige leser-zahlen geht.

    • untutoredyouth | vor 846 Tagen, 13 Stunden, 57 Minuten

      ich fühl mich nun zwar unnützer denn je zuvor ;) aber danke fürs ins bild setzen!