Standort: fm4.ORF.at / Meldung: "Raus auf die Straße"

Musik, Film, Heiteres

Markus Zachbauer

Markus Zachbauer

Bildung und Einbildung, die Herrscher der Welt. Lifelong Learning in der FM4 Internet-Redaktion.

28. 10. 2009 - 16:15

Raus auf die Straße

Eine Großdemo in Wien heute Abend bildet einen ersten Höhepunkt der aktuellen Uniproteste.

Die Uniproteste auf FM4

Die Studierendenproteste haben sich in der letzten Woche von der Akademie der Bildenden Künste aus über den Audimax der Uni Wien auf die meisten österreichischen Unis ausgebreitet. Der Protest und die Diskussionen sind breit und öffentlich, physisch sind die Studierenden allerdings bis jetzt vor allem auf und vor den einzelnen Unis selbst in Erscheinung getreten. Das soll sich heute ändern.

Eine Woche nach Beginn der Proteste werden die am Mittwoch abend einen (vielleicht ersten, vielleicht letzten, das wird sich zeigen) Höhepunkt erreichen. Unterstützt von Bundesjugendvertretung, ÖH, AKS und einigen weiteren Organisationen wird am Wiener Ring eine Demonstration unter dem Motto "Geld für Bildung statt für Banken und Konzerne" stattfinden. Ähnliche Aktionen gibt es heute in Salzburg und am Donnerstag in Graz und Innsbruck.

Buttons werden produziert

Nach einer Woche Protest ist man inzwischen organisatorisch gut aufgestellt. Neben einer eigenen U-Bahn Zeitung, die heute zum ersten Mal erschienen ist, gab es heute auch einen "offenen Brief" an den Noch-Wissenschaftsminister Johannes Hahn, Finanzminister Josef Pröll, den Bundeskanzler Werner Faymann und (als Kandidat als Hahns Nachfolger als Wissenschaftsminister gehandelten) Rektor der Uni Wien, Georg Winkler. Darin präzisieren sie einen Tag vor dem Treffen der ÖH mit Johannes Hahn nochmals ihre Forderungen. Darunter erneut die nach freiem Hochschulzugang, einer Ausfinanzierung der Universitäten, einer Frauenquote in allen Bereichen des universitären Personals, einem Ende der prekären Dienstverhältnisse eines Großteils der Lehrenden und einer Demokratischeren Organisation der Universitäten.

Die BesetzerInnen des Audimax sehen die heutige Großdemonstration vor allem als "Aktion Schulterschluss", bei der auch SchülerInnen und Lehrende erwartet werden. Johannes Hahn begrüßt die Demo ebenfalls, allerdings weniger aus inhaltlichen Gründen. Der Protest auf der Straße gebe den anderen wenigstens die Möglichkeit, im Hörsaal zu studieren, meinte Hahn heute. Und bekräftigte auch heute seine Forderungen nach Zugangsbeschränkungen.

Auch nach der Demonstration planen die Studierenden mit weiterhin offenem Ende im Audimax zu bleiben. Dort werden heute ab Mitternacht zum Beispiel Ja, Panik und Luise Pop das "Abendprogramm" bestreiten.

Wir berichten heute ab 19 Uhr in der FM4 Homebase und natürlich auch online von den Demonstrationen in Wien und Salzburg.

studierende tragen ein transparent mit der aufschrift "die uni brennt"
In Salzburg protestierten Studierende mit einer Demonstration durch die Stadt am Nachmittag gegen die aktuelle Bildungspolitik.
Studierende demonstieren in Wien
Die Großdemo in Wien, die VeranstalterInnen sprechen von 40.000 Menschen, die APA von 10.000

Haftungsausschluss

Die ORF.at-Foren sind allgemein zugängliche, offene und demokratische Diskursplattformen. Die Redaktion übernimmt keinerlei Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Wir behalten uns aber vor, Werbung, krass unsachliche, rechtswidrige oder beleidigende Beiträge zu löschen und nötigenfalls User aus der Debatte auszuschließen. Es gelten die Registrierungsbedingungen.

Forum

Zum Eingabeformular Kommentieren

  • mistersimpson | vor 836 Tagen, 21 Stunden, 11 Minuten

    also die offizielle zahl von 10.000 ist doch völlig aus der luft gegriffen.

    Auf dieses Posting antworten
  • malefue | vor 838 Tagen, 10 Stunden, 45 Minuten

    politics aside...

    ...die selbstorganisation ist beeindruckend.

    und die ratlosigkeit der öh erschreckend.

    Auf dieses Posting antworten
    • pixacao | vor 838 Tagen, 9 Stunden, 43 Minuten

      was ist daran erschreckend?
      ich finds gut, dass die öh-vertreterInnen im hintergrund bleiben und jetzt nicht versuchen, die bewegung, die von unten gekommen ist, für ihre (parteipolitischen) interessen zu vereinnahmen....

    • tom1305 | vor 838 Tagen, 9 Stunden, 42 Minuten

      ÖH muss und sollte eben keine parteipolitik sein.

    • heimatstolz | vor 838 Tagen, 8 Stunden, 40 Minuten

      die öh ist ein harmloser und hilfloser politkindergarten wie eh und je.