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Musik, Film, Heiteres

Martin Blumenau

Geschichten aus dem wirklichen Leben.

28. 10. 2009 - 20:04

Journal '09: 28.10.

Which side are you on? Ein wildes Pamphlet für einen neuen Denkansatz der alten Medien, deren Bedeutung im aktuellen Uni-Protest 2.0 gerade pulversiert wird.

Die Uniproteste auf FM4

Die aktuelle Uni-Protest-Bewegung, die heute in großen Demonstationen kulminierte, lehrt uns eine Menge.
Mich jedenfalls.

Auch auf der ganz persönlichen Ebene.
Da wurde ich wieder an verschüttetes Wissen erinnert, das sauber verstaut im Regal lag: dass nämlich Menschen, die sich als gänzlich unpolitisch gerieren, grundsätzlich genau dazu hinterfragt werden müssen. Weil "sich nicht für Politik interessieren" letztlich sich nicht fürs Leben interessieren heißt, bzw. sich wichtige Entscheidungen aus der Hand nehmen lassen.
Aber wenn dann Leute, die dir bislang als unpolitische, aber aktionistisch hochbegabte Hedonisten bekannt waren, ihr wahres Gesicht, das einer arroganten, sich aristokratisch gebährdenden Elite, zeigen und einer kollektiven Anstrengung ausschließlich nichts als Verachtung überhaben, sollte dieses alte Wissen wieder zum Einsatz kommen.

Nichts ist nicht politisch.
Wer das nicht leben will, mag das tun, wird von mir aber als Dialog-Partner nicht ernstgenommen werden können.

Ausspiel-Hoheit

Die andere große Lehre betrifft die Situation der Medien.
Die ändert sich dieser Tage beträchlich, und gerade anlässlich der diesmal so deutlich anderen Wirkung und Bedeutung dessen, was die alten Medien, was der Mainstream zugeschrieben bekommen, ist eine Neubewertung nötig.

Dies ist die erste Protestaktion in Österreich, die nicht von einem klassischen Medium getragen oder von den Mainstream-Medien abhängig ist - sie funktioniert über ihre eigenen, viele Menschen erreichenden Ausspielkanäle.
Das garantiert nicht nur die Kontrolle über die eigenen Aussagen, das erlaubt auch Unabhängigkeit, was Zeitabläufe betrifft.
Alles Tugenden, die z.B die politischen Parteien verloren, aus der Hand gegeben haben: die müssen sich von den Medien, an deren Info-Gängelband sie hängen, herumschubsen lassen, terminlich und haben die Kontrolle längst verloren.

Wo stehst du?

Dieser neuen Kraft sind sich die #unibrennt-Aktivisten vielleicht erst zum Teil bewusst. Das ist daraus zu erkennen, dass viele Aktivisten und Sympatisanten noch recht analog und defensiv denken.
So kam in diesen Tagen immer wieder indirekt eine ganz alte Frage aufs Tapet: Which side are you on? Als ob die Forderung nach einer klaren Schwarz/Weiß-Positionierung im Rahmen der neuen Medienmöglichkeiten noch nötig wäre. Die klassischen Proteste der Pete Seeger-Generation mögen noch nach dieser Mobilisierungs-Strategie funktioniert haben - Protest 2.0 braucht das nicht mehr.

Wo die Medien in einer Situation wie dieser stehen sollten, hab ich schon am Samstag (als andere noch mit einem baldigen Ende des Protests rechneten) so beschrieben: "Gegen die Fehler der Nomenklatura gehört angeschrieben, weil sie sich ja auf alles und alle auswirken. Die Denk-Fehler der Nicht-Mächtigen, in diesem Fall der Jungen, gehören behandelt, aber auf einer ganz anderen, fördernden Ebene."
Also: der Vorwurf für die Mächtigen, der Rat für die Machtlosen.

How to act on the information

Dienstag hab ich eine Site mit 22 neuen Regeln für neuen Journalismus vorgefunden (danke Philip!), die hier im morgigen Journal ausgeführt werden müssen.
Die unterstützen das alles aus einem ganz anderen Blickwinkel heraus. Der Verfasser ist Brite und die österreichischen Uni-Proteste sind ihm tendenziell wohl egal - die Schlüsse aber sind ähnlich.
Da heißt es: "We would help people in the community become informed users of media, not passive consumers." oder "For any coverage where it made sense, we'd tell our audience members how they could act on the information we'd just given them. This would typically take the form of a 'What You Can Do' box."

Warum ist diese ideologische Koinzidenz kein Zufall?
Weil der Journalismus vor einer Änderung in genau diese Richtung steht, einem echten Turnaround. Und das Netz, die neuen Ausspielwege, die Blogs und Social Communities diktieren die Bedingungen.

Die Ohnmacht, die die Holzmedien und der Mainstream anlässlich des Uni-Protests 2.0 fühlen, ist nur ein Vorgeschmack auf das, was kommen wird.

Die Zukunft hat dieses Wochenende begonnen

Es geht nicht nur um Flexibilität durch die Etablierung eines seriösen zweiten Standbeins im Web - das Profil oder der Falter etwa haben alles komplett verpennt, weil sie hiefür geistig nicht gerüstet sind und sich noch in der Gutenberg-Galaxis wähnen.
Es geht auch nicht um die klassischen Hochjubel- und Niederhau-Mechanismen mit denen der Boulevard sich bisher auf solche Situationen eingestellt hat - zwar reagieren die Boulevard-Medien auf die aktuelle Audimax-Situation (rein instinktiv) richtiger als die sogenannte Qualitäts-Presse, sie haben aber nicht mehr die Macht, ein Geschehen einfach abzuwürgen, wenn sie die nächste Sau durch das mediale Dorf treiben wollen. Protest 2.0 existiert solang, solange seine Ausspielwege etwas Interessantes anbieten; der Boulevard kann da nur reagieren (und viel schlechter diffamieren).
Es geht auch nicht um die analytische Expertise (von der ich ja gern behaupte, dass es sie nur in Spurenelementen gibt) der Qualitäts-Medien - die wäre dann, wenn man dort begriffen hätte, welcher Paradigmenwechsel in der Berichterstattung gerade vonstatten geht, durchaus notwendig, findet aber wegen geistiger Kurzatmigkeit nicht statt.

Um das hier noch deppensicherer klarzustellen: die Proteste haben einen einzigen Zweck. Nämlich sehr deutlich zu machen, dass im Bereich Uni/Bildung so vieles im Argen liegt, dass die Betroffenen es nicht mehr stillschweigend hinnehmen können. Und dass Lösungen gefunden werden müssen, schnelle und sinnhafte Lösungen für ganz akute Probleme.
Die Erarbeitung dieser Lösungen obliegt den Zuständigen, die bereit sein müssen sich einerseits aus dem Faulbett der Möglichkeitsform, in dem sie sich seit Jahrzehnten suhlen zu erheben und andererseits die Anstöße der Protest-Bewegung ernstnehmen müssen.

Man steht also an einem Scheidepunkt

Es geht um weitaus mehr: um das tatsächliche Begreifen der neuen Medien und der ihnen innewohnenden Kraft.
Ein Medienmacher, der das bis jetzt noch nicht begriffen hat, ist ohnehin ein Spätzünder.
Ein Medienmacher jedoch, den nicht einmal das aktuell passierende Fanal aufrüttelt, ist verloren.

Und nur hier stellt sich die Frage: Which side are you on?
Die durch den Zeitfluss und die Selbstverständlichkeit mit der die Digital Natives mit der Gegenwart umgehen beförderte (und unaufhaltsame) Besetzung der Gegenwart durch gegenwärtige Kulturtechniken erlauben keine Laviererei.
Entweder die Medienmacher stellen sich ihrer Aufgabe - für die Menschen dazusein, als Kontroll-Instanz der Machthaber aller Bereiche (und nicht als ihre Haberer, wie aktuell in allen ressorts, egal ob Innenpolitik, Wirtschaft, Kultur oder Sport umfassend üblich) zu agieren; oder sie werden von den Elitaristen hinter den neuen Ausspielwegen einfach überrollt.

Angst vorm Publikum?

Wer sich vorm Publikum fürchtet, wer Angst vor Postings, Reaktion und Feeback hat, wer scih angesichts einer direkten Auseinandersetzung und vor allem Angreifbarkeit ins Hoserl macht, der muss sich halt mit Abt Armin und den anderen Angshasen einbetonieren. Für die alte Schule wird es durchaus einen Markt geben, ein paar Jahre lang, keine Sorge.

Letztlich wird aber eine womöglich langweilige, passive, angepasste und ultrabrave Generation der Technologie-Mächtigen allein durch die Wucht ihrer Ausspiel-Kompetenz über die alten Füchse hinwegrollen.
Und zwar viel früher als erwartet.
Nämlich ab genau jetzt.

"Which side are you on?" ist also keine Kernfrage für den Studentenprotest (denn es ist egal, welche Meinung der Berichterstatter zu einzelnen Forderungen hat - es ist seine Aufgabe die Umstände abzubilden und sich da blöde Ablenkungssschmähs (a la "Was die für einen Dreck machen! Was das kostet!") zu verkneifen und über die Substanz zu berichten.
In meinem Fall sind das nicht die Details der inhaltlichen Forderungen, sondern die Bedeutung der Aktions-Struktur und des Protest-Ablaufs, seine mediale Wirkung. Dort liegt meine Expertise, das ist meine Seite.

Die Hoheit um die öffentliche Meinung

Für die Forderungen zur Uni/Bildungs-Reform gibt es andere, Berufenere, die diese Diskussion vorantreiben müssen, und zwar nicht mit oder gegen den/die Forderer, sondern mit dedr drängenden Nachfrage den tatsächlich Verantwortlichen gegenüber, egal ob Minister oder Rektor.

Wer Twitter, denm Hauptausspielkanal des Protests, immer noch für einen überflüssigen Quasseldienst hält, wird nun allmählich umdenken müssen: warum, steht hier.

Die handelnden Akteure in den neuen Medien werden das leisten, nicht nur die direkten Kanäle, sondern auch die analytischen Blogs dahinter.
Die Zauderer in den alten Medien werden nachziehen müssen, weil sie sonst eine ihrer letzten USPs, der letzten Kernkompetenzen verlieren werden. Nämlich die Hoheit über die öffentliche Meinung.

In der derzeitigen Situation braucht sie, die alten Medien, nämlich keiner. Und, komisch, keiner vemisst sie.

Doch, einer: ich.
Ich wünsche mir, dass sie Teil der Zukunft sind, die dieses Wochenende begonnen hat. Und dass die, die erkennen, dass man allerspätestens jetzt handeln muss, dort das Heft des Handelns in die Hand nehmen; auch wenn die Alten noch so viel greinen.

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  • zorro69 | vor 1735 Tagen, 2 Stunden, 1 Minute

    Das ist doch...

    ... nichts Neues.
    Bereits Studentenproteste in FRA (dann leider sogar blutige Revolte) haben sich bereits über "neue" (zur jeweiligen Zeit) Medien- und Informationskanäle organisiert (letzlich eine gut funktionierende Info-Politik, simple Flugblätter). Neu in FRA war lediglich die dezentrale Info-Streuung, egal über welches Medium.
    Dasselbe, dann schon im Internet-Zeitalter passierte im grauslichen Jugoslawien-Konflikt. Über SMS und IRC - damals noch hoch aktuell als eines der ältesten Inet-Tools. IRC=Internet Relay Chat - einfache Chatkanäle, für die, die's nicht mehr kennen.

    Etwas wahnsinnig medien-revolutionäres findet da gerade an den Unis nicht statt. Und schon gar nicht ist heute der grossartige "Beginn eines neuen Medien- und Informationszeitalters in Österreich".
    Die ach so sensationelle Art und Weise wie diese Proteste kanalisiert werden durch zum jetzigen Zeitpunkt verfügbaren Werkzeuge, ist so spannend nicht. Wie zu jeder Zeit eben, um damit die Forderungen/Beschwerden etc., einer möglichst breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen einerseits, andererseits, um sich selbst zu koordinieren, Durchhalteparolen anderen Gleichgesinnten zukommen zu lassen. Was immer eben nötig ist.
    Dieser Artikel beschränkt (wunderbares Wort in diesem Kontext) sich auf die gefühlte Wahrnehmung eines Autors, der sich - so mein Eindruck - selbst noch nicht angekommen sieht in diesem Kommunikationsdschungel. Und darüber...

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    • zorro69 | vor 1735 Tagen, 1 Stunde, 59 Minuten

      staunt, dass Lifestreams, facebook-gruppen, differenziertes Auseinandersetzen (hopefully!), hin und her, hopp oder dropp, tatsächlich auch stattfindet. Und mitunter sogar funktioniert. Und das über Wege die - anscheinend vom Autor - bislang als eher passives Medium betrachtet wurden oder vielleicht besser: als Medium betrachtet wurde, das seine Reifeprüfung (zumindest in AT) erst vor sich hat - und erst jetzt (Spätzünder-Alarm!) erkennt er, dass er selbst vielleicht zur Kaste der alten Medien gehört und es in diesem Artikel auch zugibt.
      Augenreiben, verwundert schauen? Äh... ist in China ein Fahrrad umgefallen?

    • perrymason | vor 1735 Tagen, 1 Stunde, 53 Minuten

      Ja, komm, üben wir den Gestus der Öffentlichkeit, den Habitus des undifferenzierten Bildes.

    • blumenau | vor 1735 Tagen, 43 Minuten

      international ist das ein alter hut. but i'm talking bout Österreich, y'know...
      und es geht nicht um ein neues zeitalter, sondern den zeitpunkt an dem die blocker merken, wo sie stehen.
      und hierzulande ist die abblockhaltung der medien weit hinter dem, was du als standard annimmst.
      dass du mich als toren, der jetzt erst 2.0 entdeckt hinstellst, nehm ich mit gleichmut hin: wenn du dich dadurch besser fühlst, bittesehr...

  • perrymason | vor 1735 Tagen, 2 Stunden, 46 Minuten

    Ventil öffnen, Dampf ablassen, alles beim Alten

    Wenn die sogenannten „Scheißkinder“ nicht checken, dass alles bild- und diskursmächtig ist, wird der Protest so verlaufen: begonnen auf der Akademie der Künste und schließlich zum Theater verkommen. Man hat es geschafft, die Ignoranz in der nebensächlichen Akzeptanz zu verwirklichen. Man einigt sich auf ein „Du hast eh recht, aber bleiben wir beim Bewährten!“. Es soll ja nix passieren! Nie und nimmer soll irgendwas, irgendjemanden passieren! So beißt sich der Pazifismus in seinen christlich-kapitalistischen Schwanz. Alles ist, oder wird gut! Goschen halten, Hände falten und gelegentlich den Aufstand Proben dürfen; meistens ist auch drin, was draußen draufsteht, Österreichisches Zusammenfunken.

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  • edofrd | vor 1735 Tagen, 3 Stunden, 50 Minuten

    "Nichts ist nicht politisch.
    Wer das nicht leben will, mag das tun, wird von mir aber als Dialog-Partner nicht ernstgenommen werden können."
    danke!!! endlich jemand, der da meiner meinung ist

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  • rriotrradio | vor 1735 Tagen, 4 Stunden, 42 Minuten

    pfoa...jetzt wird's langsam ein bisserl fad...

    ...mit deiner monothematischen missionierung...

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    • blumenau | vor 1734 Tagen, 6 Stunden, 23 Minuten

      für dich ist punkt 17 hier wie gemalt: http://fm4.orf.at/stories/1630608/

  • fightclub | vor 1735 Tagen, 4 Stunden, 58 Minuten

    "2009 – das Jahr in dem Österreich kippt." MB

    weiß man schon auf welche seite?

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    • blumenau | vor 1735 Tagen, 3 Stunden, 24 Minuten

      steht da: http://fm4.orf.at/oesterreichkippt

    • fightclub | vor 1735 Tagen, 2 Stunden, 59 Minuten

      kenn ich eh. für mich sind die proteste der lebendige gegenbeweis zu deiner these. vielleicht kippts ja nicht in richtung security-demokratie sondern auf die andere seite. ok, das wär jetzt sehr optimistisch.

    • cheguevarawithblingon | vor 1734 Tagen, 17 Stunden, 12 Minuten

      wie ist das irgendwie anders? die sache von den studenten ist, wenn man es so nehmen will, ein black swan...bzw. wenn wir die kirche mal im dorf lassen wollen, ein grauer schwan.
      dass die blockwartmentalität und fehlende kontrollform der "mächtigen" durch medien, zivilgesellschaft etc. nicht gegeben ist, sieht man aber tagtäglich bei diversen kommentaren zu dem thema, die von "ich bin halt für aufnahmekriterien und studiengebühren" bis wirklich unappetitlichem scheiss auf der geilen "studieren statt blockieren" seite auf facebook zu sehen ist, wo eben reaktionäre kids ihrem reaktionärem naturell folgen.
      an den punkten von blumenau betreffend österreich kippt ändert das aber eher gar nichts. ich meine sogar, dass das ganze eher bestärkt wird.

    • cheguevarawithblingon | vor 1734 Tagen, 17 Stunden, 11 Minuten

      ..."ich bin halt für aufnahmekriterien und studiengebühren" bis wirklich unappetitlichem scheiss auf der geilen "studieren statt blockieren" seite auf facebook zu sehen ist, wo eben reaktionäre kids ihrem reaktionärem naturell folgen"...
      bis hin zu artikeln in diversen zeitungen..

    • alabaster | vor 1733 Tagen, 6 Stunden, 27 Minuten

      es muss leider erst so schlimm werden, dass auch der letzte depp merkt was ER zugelassen hat!

  • teilzeitjugendlicher | vor 1735 Tagen, 5 Stunden, 37 Minuten

    finde ich jetzt schon recht ärgerlich,

    dass der Herr Blumenau die Uni-Protest-Sache (hoffentlich wird da noch mehr draus...) dazu benutzt, seine eh-scho-wissen-Thesen (laaangweilig!) zu alten und neuen Medien zu untermauern.

    Als ob es irgendwem sozio-ökonomisch helfen würde, wenn der Herr Blumenau recht hat! Halt leider so typisch österreichisch: Anstatt den Protest auf seine Weise mittragen, lieber an Nebenfronten (durchaus fundiert) herumgscheitln...

    Aufwachen und selber protestieren gegen die reaktionär-repressiven Mehrheitskräfte in diesem Lande, Herr Blumenau, und zwar laut!!! Immerhin bist Du ein (in Summe recht guter) Mitanführer eines (in Summe recht guten) Radioprogramms!

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    • blumenau | vor 1735 Tagen, 3 Stunden, 25 Minuten

      wie jetzt? protestieren, aber nur so, wie es dir paßt? und weil dir die kippenden medien wurscht sind, ist's mir verboten mich damit auseinanderzusetzen?
      und: wieso sind die medien eine nebenfront, im meinungskräfte-streit?

      es geht doch nicht ums rechthaben, vielleicht irr ich mich kapital - es geht ums stetige evaluieren, und zwar laut!

    • teilzeitjugendlicher | vor 1734 Tagen, 16 Stunden, 46 Minuten

      @blumenau, nein, natürlich ist es dir nichts verboten,

      nur hat diese Gesellschaft sicher nicht primär ein Medienproblem im Sinne von alte gegen neue Medien. Vielmehr geht es heute um die Zurückdrängung von Demokratie und Menschenrechten sowie der Errichtung von Managerdiktaturen, wo nichts mehr evaluiert und diskutiert wird, sondern einfach auf den Tisch gehaut und willkürlich unreflektiert entschieden wird. Ein Ergebnis dieser "Politik" sind eben die katastrophalen Zustände an den Unis (oder bei den ÖBB), aber auch die Verdrängung von immer mehr Menschen ins Prekariat (erforsche einmal, wie zum Beispiel die arbeitsrechtliche Lage für APA-Mitarbeiter so aussieht). Und aus dieser meiner Denkwolke heraus glaube ich, dass du dich an einer Nebenfront abarbeitest, Protest sehe ich da wirklich nicht, sondern einen diskursiven Beitrag, der sehr gut in die vor-neoliberalen Zeiten (so unter Kreisky) passen würde, wo das soziale Klima wesentlich besser war und man eben Zeit und Luft hatte für Diskurse wie den von Dir geführten.

    • blumenau | vor 1734 Tagen, 6 Stunden, 20 Minuten

      richtig, die gesellschaft hat nicht einmal primär ein bildungsproblem, und trotzdem ist dieser protest legitim.
      und vielleicht ist auch das migrationsproblem nicht das wichtigste, trotzdem ist es hier thema: http://fm4.orf.at/stories/1630348/ wie anderes auch, dass ich individuum aufgreife, auch wenn du mir/uns ddiktieren willst, dass für solche diskurse keine zeit ist.
      das bestimmst sicher nicht du.
      wenn deine hauptfront so wichtig ist, dann mach was damit/daraus, anstatt hier rum rumzunölen.