Standort: fm4.ORF.at / Meldung: "Wenn das schon utopisch ist..."

Musik, Film, Heiteres

Markus Zachbauer

Markus Zachbauer

Bildung und Einbildung, die Herrscher der Welt. Lifelong Learning in der FM4 Internet-Redaktion.

30. 10. 2009 - 15:45

Wenn das schon utopisch ist...

Eigentlich stapeln die StudentInnen mit ihren Forderungen ganz schön tief.

Die Uniproteste auf FM4

"Ein gemeinsames Ziel im vollen Audimax auszuverhandeln ist ein hehrer und hoher Anspruch. Aber einfach ist das nicht." Das hab ich geschrieben, vor sechs Tagen. Eine Woche später kann man sagen: Das hat tatsächlich funktioniert. Und so unglaublich utopisch wie mancherorts getan wird, sind diese Forderungen nicht. Bei einigen davon könnten sich mit universitärem Alltag weniger vertraute Zeitgenossen sogar die Augen reiben und sich darüber wundern, dass das überhaupt gefordert werden muss.

Zum Beispiel?

  • Punkt 5: "Das Behindertengleichstellungsgesetz muss an allen österreichischen Universitäten umgesetzt werden, um ein barrierefreies Studieren zu ermöglichen."

Ein Gesetz soll umgesetzt werden? Unvorstellbar!

  • Punkt 7: "50% Frauenquote in allen Bereichen des universitären Personals."

Was die Chancengleichheit von Frauen betrifft ist Österreich ein Entwicklungsland. Das gilt auch für die Unis. Von den Studienabschlüssen entfallen über 55% auf Frauen. Bei den DissertantInnen sind es noch etwas über 40%, bei den Universitäts- und VertragsassistentInnen 33%, bei den Habilitierten mit Dienstverhältnis zur Universität 19%, Bei den ProfessorInnen 15% und bei den RektorInnen dann tatsächlich bemerkenswerte 0%. Die Zahlen stammen übrigens aus dem vom Wissenschaftsministerium herausgegebenen "Universitätsbericht 2008". Dort heißt es auch mit Verweis auf das Gleichstellungsgesetz: "Die Gleichstellung der Geschlechter an den Universitäten muss daher ein wesentliches Ziel der Reform der Universitäten bleiben." Noch so ein Gesetz also, das offensichtlich nicht ganz so perfekt umgesetzt wird. Ganz abgesehen von jedem Fairness-Gedanken und den handfesten negativen Auswirkungen die das auf die Biographien von tausenden Frauen hat: Dass fachlich qualifizierte Menschen bei der Bestellung in wichtige Funktionen aufgrund ihres Geschlechtes übergangen werden ist nichts anderes als unglaubliche Verschwendung. Das soll sich ändern? Undenkbar!

Die Großdemo der Studierenden am 28. Oktober in Wien
  • Punkt 3: "Demokratisierung der Universitäten"

Was hier gefordert wird ist nicht mehr und nicht weniger (vor allem aber nicht mehr) als eine Umorganisation inneruniversitärer Entscheidungsstrukturen. Und nicht, dass es das noch nie gegeben hätte. Die meisten der geforderten Veränderungen entsprechen eigentlich nur dem Stand von 2002. Seitdem sind Studierende und der sogenannte "Mittelbau" in ihren Einflussmöglichkeiten dadurch stark eingeschränkt, dass die wichtigen Gremien der Universitäten zu 50% mit ProfessorInnen besetzt werden. Die Forderung nach Demokratisierung der Universitäten ist eine organisationsentwicklerische Maßnahme. Fast schon Science-Fiktion.

  • Punkt 2: "Freier Hochschulzugang"

Die Überschrift täuscht, denn die eigentliche Forderung versteckt sich hier im ersten Satz: "Freie Studienplätze für Alle und Abschaffung der Studiengebühren, auch für nicht-EU-BürgerInnen und Langzeitstudierende."
Im Moment zahlen gerade einmal etwa 20% der Studierenden Gebühren. Alle anderen sind entweder davon befreit oder fallen unter eine der vielen Ausnahmeregelungen. Abgesehen von den administrativen Kosten (dass man unter eine Ausnahmeregel fällt muss man natürlich nachweisen) ergibt das über den Daumen und großzügig gerechnet an allen österreichischen Universitäten in Summe 30 Millionen Euro an Einnahmen aus Studiengebühren. Das ist zweifelslos viel Geld, entspricht aber gerade einmal 1% der Summe, die das Wissenschaftsministerium jährlich an die Universitäten überweist. Also: Die Forderung nach dem Verzicht von 1% der Einnahmen. Unbezahlbar?

Scheinbar nicht ganz. Am Freitag gab der Wissenschaftsminister bekannt, dass er den Unis 34 Millionen aus einer "Notfall-Reserve" zur Verfügung stellen wird. Sofern diese "in den Hörsälen ankommen", wofür wiederum die Rektoren zuständig wären.

Wenn das schon utopisch ist...

Die Forderungen im Detail

Das Spiel könnte man weiterspielen. Das sei hiermit auch jedem und jeder ans Herz gelegt. Tatsache ist: Die Probleme in den allermeisten Forderungen liegen nicht darin, dass sie utopisch wären. Einige davon sind tatsächlich teuer. Manche von ihnen kosten schlicht und einfach nichts. Im Grunde geht es aber um nichts anderes als um die Frage, wozu Universitäten eigentlich da sind. Sind es Bildungs- oder Ausbildungsstätten? Und sind sie (nicht nur auf dem Papier) für alle zugänglich oder nur für eine limitierte Zahl von Interessierten? Auf politischer Ebene sind das durchaus ungeklärte Fragen.

Die Studierenden im besetzten Wiener Audimax und an den anderen Unis haben sich entschieden. Sie wollen eine Universität, die für alle offen ist, an der alle bei guten Bedingungen studieren können was sie wollen und die ihren Angestellten faire Aufstiegschancen und vernünftige Arbeitsbedingungen bietet. Dass das schon als Utopie daherkommt, sagt mehr über den wahren Zustand der österreichischen Unis als jede Meldung über überfüllte Hörsäle, Drop-Out-Quoten und Unirankings.

Haftungsausschluss

Die ORF.at-Foren sind allgemein zugängliche, offene und demokratische Diskursplattformen. Die Redaktion übernimmt keinerlei Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Wir behalten uns aber vor, Werbung, krass unsachliche, rechtswidrige oder beleidigende Beiträge zu löschen und nötigenfalls User aus der Debatte auszuschließen. Es gelten die Registrierungsbedingungen.

Forum

Zum Eingabeformular Kommentieren

  • duzur | vor 936 Tagen, 19 Stunden, 48 Minuten

    Utopisch?

    wenn die Forderung nach stabilen und planbaren Arbeitsverhältnissen unrealistisch bleibt, wird verantwortungsbewußtes Kinderkriegen auch zur Utopie werden...

    Auf dieses Posting antworten
  • negrete | vor 937 Tagen, 15 Stunden, 7 Minuten

    der fordreungskatalog auf unereuni.at wurde mittlerweile offenbar modifiziert und kann tatsächlich nicht mehr als utopisch, sondern muss wohl eher als grotesk bezeichnet werden.

    mein favorit ist dabei die forderung nach der abschaffung von befristeten verträgen und werkverträgen "in der gesamten arbeitswelt" - wirklich nicht übel und beweist, dass das bildungssystem in diesem land tatsächlich im argen liegt.

    Auf dieses Posting antworten
    • trotzdem | vor 937 Tagen, 2 Stunden, 51 Minuten

      Verlink doch bitte das, was du für die Forderungen hältst.
      Ich finde es nur erfreulich, dass sich die Generation Praktikum wehrt. Wäre wirklich geil, wenn sie auch das zum Thema machen würden.

  • herrk | vor 938 Tagen, 3 Stunden, 45 Minuten

    feminismus = faschismus

    ...und versucht mit diesem quotenschwachsinn jegliche objektivität und jegliche vernunft auszuhebeln. geht es bei euch hingegen um abzulenende geisteshaltungen wie rassismus, sexismus oder x-irgendwas-mus, dann sind wir (logischerweise und der vernunft folgend) schon alle gleich und gleichberechtig, menschen eben...

    Auf dieses Posting antworten
    • freakout77 | vor 938 Tagen, 3 Stunden, 17 Minuten

      du glaubst ernsthaft, dass der frauenanteil nach oben hin immer geringer wird hat was mit objektivität und vernunft zu tun? das ist ja mal ordentlich bescheuert.

    • mjrchiphazzard | vor 938 Tagen, 1 Stunde, 24 Minuten

      ... und sexistisch.

    • alabaster | vor 938 Tagen, 1 Stunde, 8 Minuten

      Immer interessant, in anderen Leuten frühere Zustände seiner selbst zu sehen.

      Man könnte auch Idealistismus generell anprangern. Der Witz ist ja, dass man solche ideologisch aussehenden Forderungen gerade aus Pragmatismus aufstellen muss.

      Es ist ja nicht so, dass irgendjemandem damit geholfen wäre, wenn irgendwelche Quantitativen Forderungen erfüllt werden ("EXAKT 50 %!!!") - Man muss sich auch nicht daran aufgeilen, dass das die verkürzte Form davon ist, dass man eigentlich fordert: Frauen sollen gleiche Chancen bekommen wie Männer, das ist aber in unserer Gesellschaft noch nicht verwirklicht und deshalb müssen wir v o n o b e n mit zwanghaften Bestimmungen den Leute zu ihrem Glück verhelfen. Wir wollen natürlich weder die einen noch die anderen benachteiligen, aber diese Regelung wird insgesamt trotzdem dazu führen, dass ein gerechterer Zustand hergestellt wird.

    • alabaster | vor 938 Tagen, 1 Stunde, 7 Minuten

      und dieser Zustand wird uns als Österreich insgesamt effizienter machen.

      (das ist der pragmatische Teil)

    • kexxs89 | vor 937 Tagen, 22 Stunden,

      Ich steh der Quotenregelung immer etwas skeptisch gegenüber, wenn es eine 50% Frauenquote gibt , müsste es ja auch eine 50 % Männerquote geben.

      Eine Forderung auf usereuni.at lautet:

      Wir fordern eine 50-prozentige Frauenquote in allen Arbeitsbereichen des Bildungswesens auf allen Ebenen;

      Wenn ich meinen Gedanken nun weiter Folge heißt das auch , das es in Zukunft auch in Kindergärten ein Verhältnis von 1:1 herrschen sollte...

      Da haben aber die 100 Kindergärtner einen enormen Vorteil gegenüber den 10000 Kindergärtnerinnen bei der Jobsuche....

      Versteh ich das jetzt so richtig....

    • alabaster | vor 937 Tagen, 11 Stunden, 12 Minuten

      natürlich. Der Gedanke hinter dieser an sich sinnlosen Regelung ist ja, dass sie in den Bereichen, wo es überhaupt notwendig ist, schon was sinnvolles bewirken wird.

    • herrk | vor 936 Tagen, 2 Stunden, 13 Minuten

      den satz....

      ... "...und deshalb müssen wir v o n o b e n mit zwanghaften Bestimmungen den Leute zu ihrem Glück verhelfen." finde ich sehr interessant...um genau zu sein, finde ich ihn mehr als bedenklich. aber es ist sehr wichtig, dass er hier steht, denn er zeigt die doppelmoral hinter diesen ganzen quotendiskussion...und er untermauert meine meinung, dass feminismus eine faschistische geisteshaltung ist.

  • bronchitis | vor 938 Tagen, 17 Stunden, 17 Minuten

    warum eigentlich erst jetzt?

    Diese Problematik muss doch schon länge bestehen, und ich spreche hier nicht von den letzten 10 Monaten, sondern -eher- von den letzten 10 Jahren! Natürlich bestehen einige "Probleme" die eigentlich Missstände sind oder mit Symptomen gleichzustellen sind,nicht so lang. Hier suche ich den Fehler auf seiten der Politik wie der StudentInnen und deren Vertreter. Hier komme ich gleich zur nächsten Unsicherheit die meine konkrete Meinungsbildung einschränkt: Die ÖH-Wahlen hatten offenbar nur 25% Wahlbeteiligung... auch wenn man sich selbst organisieren kann sollte man doch auf "professionelle" Hilfe zurückgreifen wollen, oder nicht?

    Auf dieses Posting antworten
    • dilak | vor 938 Tagen, 16 Stunden, 32 Minuten

      der öh professionalität zu unterstellen geht eindeutig zuweit.

    • tittietwister | vor 938 Tagen, 16 Stunden, 22 Minuten

      zumindest in graz ist ein beachtlicher teil der tatsächlich an den forderungen arbeitenden personen (also nicht die anarchos und die leute aus der steirischen hausbesetzerszene) aus dem öh-umfeld, seien es jetzt ehemalige mitglieder, angehörige von nicht regierenden fraktionen oder leute, die durch ihre tätigkeit auf der uni viel mit der öh zu tun hatten und haben. und das ist gut so. warum? weil sonst wohl kaum irgendjemand beteiligt wäre, der sich mit dem universitätsgesetz in theorie und praxis schon mal intensiver befasst hätte.

    • alabaster | vor 938 Tagen, 54 Minuten

      was mir allerdings aufgefallen ist, ist, dass oft natürlich leute nur vergleichsweise kurze Zeit in der StudentInnenschaft tätig sind. Verglichen mit den Gegenspielern auf klassischen landespolitischen Seite. Deshalb ist es auch wirklich nicht angemessen, Studierendenvertretern irgendwie Professionalität zuzusprechen oder sie on ihnen zu verlangen!
      Es handelt sich dabei immer um Amateure, aber sehr engagierte, und wenn das Potential, gesellschaftlich-politisch was zu reißen nicht von gebildeten und jungen (motivierten, aufgeschlossenen gegenüber Innovativem) Leuten kommen soll, woher denn sonst?!

      Sich für die Belange von unterprivilegierten Ständen gegenüber der Mehrheit der Gesellschaft längere Zeit einzusetzen würde auch mehr Energie fordern, als irgendwessen Gesundheit hergibt.

  • elvishasleftthebuilding | vor 938 Tagen, 18 Stunden, 33 Minuten

    Einige Forderungen sind ja ohne Zweifel gut ...
    Aber wenn die nichtstudentische Jugend am Arbeitsmarkt sich zu einem erheblichen Anteil auf wenige typische Berufsbilder konzentriert, dann gibt es dort auch keine staatliche Ausbildungsgarantie.
    Also selber schuld, wenn man überlaufene Fächer wie Sowi, BWL, Medizin oder Publizistik studiert.

    Das maßlose "Allen alles überall" führt nicht nur in der Ökonomie in den Abgrund, sondern auch an der Uni.
    Und niemand soll mir jetzt platt mit dem Wert von Akademikern für die Wirtschaft kommen, die zigtausendste Sowi- oder PublizistikstudentIn ohne Job aber mit unbezahltem Praktikum ist sicher nicht der Zukunftsträger Österreichs oder Europas.
    Die kommen nämlich eher aus den schwach belegten Studienfächern.

    Auf dieses Posting antworten
    • elvishasleftthebuilding | vor 938 Tagen, 18 Stunden, 31 Minuten

      Achja:
      Eigentlich stapeln die StudentInnen ihre Erwartungen ganz schön hoch.

    • truhe | vor 938 Tagen, 17 Stunden, 12 Minuten

      Und was genau hat dein Geschreibsel jetzt mit dem Inhalt des Artikels zu tun?
      Billiges Geplärr Mr. Elvis, sonst nichts was da rüberkommt - das aller nullachtfünfzehnste Pseudoargument dass mit den tatsächlichen Forderungen exakt gar nichts zu tun hat und nur dazu dient mit sinnfreien Übertreibungen um sich zu werfen.
      Der akute Mangel an Ausbildungsplätzen ist ein Problem dass schleunigst gelöst werden muss und kein Argument warum die Ausbildungsmöglichkeiten noch weiter beschränkt werden sollen! Sowas dämliches!

    • schwarzbunt | vor 938 Tagen, 16 Stunden, 30 Minuten

      naja, zumindest ein kleiner funken wahrheit könnte man im posting von elvis... schon finden oder zumindest akzeptieren oder man könnte zumindest drauf eingehen, wenn man es schon als dämlich abtut

    • rriotrradio | vor 938 Tagen, 15 Stunden, 16 Minuten

      >>truhe

      gründe ein unternehmen das ausbildungsplätze anbietet...anstatt hier jemanden für einen klugen gedankengang zu beschimpfen...

    • truhe | vor 938 Tagen, 15 Stunden, 15 Minuten

      Was meinst du? dass es überlaufene Studienrichtungen gibt? Ok, geschenkt, hat aber erstens wenig bis gar nichts mit den Forderungen der Studenten zu tun und zweitens sind SOWI und Publizistik als pauschales Grundproblem schlichter Bullshit.
      Unterm Strich:
      Geplärr.
      und nebenbei Lösungsverweigerung á la ÖVP

    • truhe | vor 938 Tagen, 10 Stunden, 16 Minuten

      @rrriot:

      Welcher Gedankengang denn? Das ist einfaches nachplappern der ewig gleichen Blockadeargumente. Fehlt nur noch der Begriff "Orchideenfächer" und wir haben uns auf Kroneniveau hinuntergebuddelt.

      Es gibt kein plausibles Argument um bei der Bildung in welcher Form auch immer zu sparen.

    • seppkultura | vor 937 Tagen, 21 Stunden, 56 Minuten

      @truhe

      die forderung nach freier bildung für alle und der aufhebung von zugangsbeschränkungen hat nichts mit den forderungen der studenten zu tun? mich stört nur, dass die zugangsbeschränkungen für die kunstunis nicht auch fallen sollen. das wäre wirkliche gleichbehandlung! :)

    • elvishasleftthebuilding | vor 937 Tagen, 21 Stunden, 27 Minuten

      truhe spricht und alle haben ergriffen zu schweigen.
      Vor allem da er in alter Eloquenz und unwiderlegbarer Logik argumentative Kostbarkeiten wie "Kroneniveau" und "Bullshit" aufbietet.

      Noch viel Freude am Studium - beim jetzigen Niveau kannst du nur profitieren! ^^

  • formaldehyd | vor 938 Tagen, 21 Stunden, 27 Minuten

    ich find immer noch..

    ...dass einige Punkte utopisch sind. Nicht die von dir beschriebenen. Die gehören tatsächlich umgesetzt. Aber Sachen wie "selbstbestimmtes Lernen und Leben ohne Konkurrenz- und Leistungsdruck" machen für mich keinen Sinn. Die Uni soll ja anspruchsvoll sein und kein Kindergarten.
    Trotzdem find ich zumindest gut, dass aufgezeigt wird, dass wir uns doch nicht alles Gefallen lassen, auch wenns an der Umsetzung happert.

    Auf dieses Posting antworten
    • crisismakeup | vor 938 Tagen, 20 Stunden, 52 Minuten

      dieser punkt...

      ...ist längst nicht mehr teil des Forderungskatalog. Ist oben eh verlinkt, hier nochmal:

      http://unibrennt.at/?p=383

    • alabaster | vor 938 Tagen, 20 Stunden, 47 Minuten

      der effekt beim Schwinden des Drucks wäre, das man tatsächlich mehr lernen würde, weil man auch mehr zeit hätte (insgesamt, nicht auf die Woche gerechnet): die typishen Bachelor-Fristen zwingen Leute zum oberflächlichen Lernen, und dadurch, dass man nur noch einmal wiederholen darf, werden bestimmt keine Abbrecherquoten fallen. . .

      jedenfalls ist es gegenwärtig so, dass bekanntlich juristen gerne Bücher verstecken, um Kommilitonen zu schaden (bestätigt). Das ist vielleicht ein etwas krasses Beispiel, betrifft jedenfalls die Konkurrenz. Natürlich hat man in Form von Noten immer Leistungsdruck, das ist aber nicht gemeint: Vielfach sind die engen (z.B. "Orientierungs"-)Prüfungsfristen eher ein Test auf nervliche Belastbarkeit, als dass dabei fachlich aussagekräftigere Noten geschaffen werden.

    • winnetou2 | vor 938 Tagen, 20 Stunden, 33 Minuten

      hä?

      was ist an selbstbestimmung anspruchslos? was ist an konkurrenz- und leistungsdruck wie er derzeit herrscht "anspruchsvoll"? vielleicht sollten wir andere ansprüche entwickeln als die von neoliberalen und reaktionären vorgegebenen?

    • elvishasleftthebuilding | vor 938 Tagen, 18 Stunden, 29 Minuten

      rofl, oida Apache

      Die UdSSR ist übrigens schon lange zusammengekracht.
      Willkommen id Realität!

    • tittietwister | vor 938 Tagen, 16 Stunden, 13 Minuten

      in einem land, wo sich die aufgeklärte und liberale jugend gemüßigt fühlt selbst die gesetzesverankerung von genderfragen zu fordern weil sie befürchten, dass ihre eigene generation an veralteten sozialen denkmustern weiterhin festhalten könnte, würde man ohne leistungs- und prüfungsdruck mehr lernen??? man würde mehr dem nachgehen, wozu bei der besetzung aufgerufen wurde (aka party machen), und sich über den lockerlässig verdienten titel in einem titelgeilen system freuen. denn wo im wissenschaftlichen sektor geschlecht über können gestellt wird, kann es mit titelwahn statt tatsächlicher ausbildung auch nicht weit her sein.

    • caveb | vor 938 Tagen, 7 Stunden, 36 Minuten

      Wenn man jetzt die Prüfungen so gestaltet das man erst wieder nur für den Prüfungsstoff am Tag X, alles auswendig kann. Dann ist das schlecht. Wenn man keine Zeit hat sich mit dem Stoff auch auseinanderzusetzen.

      Oder überhaupt Dinge aus Selbstantrieb heraus zu lernen festigt das Wissen um Zehnerpotenzen mehr als wenn mans gezwungenermaßen mit Zeitplan lernen muss.

      Wieso gibts das Multidisziplinäre Studium eigentlich nimmer?

      Tja, da muss ich jetzt über den "ich bin eh nur bachelor" bisl schmunzln.

    • formaldehyd | vor 938 Tagen, 5 Stunden, 48 Minuten

      passt...

      Wenn mein oben angeführter Punkt jetzt wirklich aus dem Programm genommen wurde, bin ich ein wenig glücklicher. und ansonsten trifft tittietwister meine Meinung relativ gut.

  • angelie | vor 938 Tagen, 23 Stunden, 6 Minuten

    danke für diesen artikel!

    Auf dieses Posting antworten
  • buntewarenwelt | vor 938 Tagen, 23 Stunden, 36 Minuten

    Die 50%-Quote in allen Bereichen würde auch bedeuten, dass 50% der Maschinenbau-Professoren weiblich sein müssen, nicht wahr?

    Da man die männlichen Professoren nicht einfach rausschmeißen kann, würde das bedeuten, dass man die nächsten Jahrzehnte alle frei werdenden Plätze durch Frauen nachbesetzen müsste. Das wäre erstens eine extreme Diskriminierung von Männern, die ja dann überhaupt keine Chance auf eine Professur mehr haben und zweitens wäre es bei dem äußerst raren Angebot an Maschinenbauerinnen der Qualität von Lehre und Forschung wohl kaum zuträglich. Man müsste dann nämlich so ziemlich jede nehmen, um überhaupt nachbesetzen zu können.

    Da ist mir dann eine Besetzung nach Qualifikation doch lieber. Soviel ich weiß, sollte bei gleicher Qualifikation auch derzeit schon die Frau zum Zug kommen.

    Eine sinnvollere Forderung wäre, dass der Anteil der Professorinnen mindestens jenem der Studentinnen des jeweiligen Faches entsprechen sollte.

    Am Allerbesten wäre es aber, die Bewerbungen zu anonymisieren und einem unabhängigen Gremium vorzulegen. Somit wären nämlich sowohl Professorinnen wie auch Professoren von dem Verdacht befreit, den Job nur wegen ihres Geschlechts oder Freunderlwirtschaft bekommen zu haben.

    Auf dieses Posting antworten
    • freakout77 | vor 938 Tagen, 23 Stunden, 24 Minuten

      ja genau, bewerbungen anonymisieren.

      lebenslauf:
      leiter/in des institutes *P*I*E*P* an der uni *P*I*E*P*
      projektleiter/in für *P*I*E*P* bei *P*I*E*P*

      publikationen:
      *P*I*E*P*
      *P*I*E*P*
      *P*I*E*P*

      spitzen idee!

    • buntewarenwelt | vor 938 Tagen, 23 Stunden, 9 Minuten

      Über den ganzen Bewerbungsprozess ist sowas natürlich nicht durchführbar, aber in einem bestimmten Stadium des Entscheidungsprozess ist es durchaus zu überlegen, zumindest geschlechtsspezifische Angaben wegzulassen.

      Und bei Publikationen sind die Vornamen üblicherweise abgekürzt. Ich habe schon oft einige Papers eines Autors gelesen und mir diesen als bärtigen alten Mann vorgestellt, um dann eines Tages eine Frau Mitte 30 vorgestellt zu bekommen.

      Dass man natürlich mit entsprechendem Aufwand trotzdem herausfinden kann, ob es sich um Mann oder Frau handelt, ist auch klar. Aber wieso sollte ein unabhängiger Gutachter Interesse daran haben? Müsste schon ein ziemlich eingefleischter Sexist sein.

      Ist genauso wie beim Peer-Review, das System ist voller Schwachstellen, aber immer noch besser als alles andere.

    • nyxx | vor 938 Tagen, 22 Stunden, 57 Minuten

      "Soviel ich weiß, sollte bei gleicher Qualifikation auch derzeit schon die Frau zum Zug kommen."

      exakt. das zauberwort ist "sollte".

      ich finds ein bisschen schwach, die frauenquote immer mit "und wie wollts das machen bei technischer mathematik o.ä.?!" wegzuargumentieren. keiner will, dass alle männer rausgeschmissen werden oder die putzfrau jetzt lehrt, nur damit eine frau dort steht.

      aber dass in ganz österreich keine einzige frau qualifiziert genug ist, uni-rektorin zu werden, kann ich mir nicht vorstellen.

    • tittietwister | vor 938 Tagen, 22 Stunden, 48 Minuten

      die positive diskriminierung bei uni-jobvergaben gibt es noch nicht sooo lange, und der aufstieg vom assistentenposten ins rektorat erfolgt in der regel auch nicht über nacht. könnte das vielleicht mit ein grund dafür sein?
      fairness in allen ehren, aber die berechtigte kritik an einer unmöglichen umsetzung von einheitlichen und im gesetz verankerten quoten mit der sexismuskeule wegzuargumentieren ist auch nicht gerade der burnah.

    • nyxx | vor 938 Tagen, 18 Stunden, 8 Minuten

      ad zeitfaktor - kann man selbstverständlich zur verteidigung verwenden, ist aber imho eine schwache ausrede.
      vgl dazu vergabe des rektorposten an der meduni innsbruck - vor ein paar monaten.

      wo du in meinem absatz die sexismuskeule siehst, musst du mir erklären, ich hab sie nicht dort versteckt. mehr einen angriff auf das österreichische "sich im voraus ganz viele gedanken über probleme machen, die niemals eintreffen werden (und deshalb lieber alles so lassen wie es ist)".

      der fall "auf der maschinenbauuni nimmt eine unqualifizierte frau einem brillianten mann den job weg" sollte jedenfalls niemandem schlaflose nächte bereiten.

    • buntewarenwelt | vor 937 Tagen, 22 Stunden, 56 Minuten

      Und ich finds ein bisserl schwach, eine Forderung nach 50%-Frauenquote in ALLEN universitären Bereichen aufzustellen, ohne sich die die leisesten Gedanken darüber zu machen, wie das in technischen Fächern umsetzbar sein soll.

      Aber an den TUs studieren eh nur ein paar Freaks, was interessiert das uns in der PoWi-BagGru...

  • caveb | vor 939 Tagen,

    sehr guter artikel. danke
    cool wäre das ganze forderungsprogramm zu thematisieren und jeden punkt aufzubrechen und zu analysieren.

    Auf dieses Posting antworten
    • alabaster | vor 938 Tagen, 20 Stunden, 44 Minuten

      mach doch

  • thomaz | vor 939 Tagen, 19 Minuten

    mich würd interessieren, ob und inwiefern die ganze "generation 20-29" diskussion der letzten tage/wochen/monate ihren teil zur aktuellen protestbewegung beigetragen hat. ich glaub, das war nicht ganz unwesentlich und hat einige mobilisiert.

    Auf dieses Posting antworten
    • caveb | vor 939 Tagen, 2 Minuten

      denke nein.
      der überwiegende große teil der nicht Studierenden entspricht noch immer der Diskussion über die 2029 generation.

    • caveb | vor 939 Tagen, 1 Minute

      damn, der nicht - protestierenden