Erstellt am: 30. 10. 2009 - 13:33 Uhr
Studieren? Blockieren? Demonstrieren?
Die Uniproteste auf FM4
- "Freie Bildung für alle": Bundesweiter Aktionstag
- Unizugang, frei geregelt oder beschränkt?
- Die Uni brennt auch in Berlin:
- Nicht im traditionellen Sinn "politisch"
- Bildung und Markt
- Uni, Quo Vadis?
- Journal '09: 31.10. Angewandter Audimaxismus
- Was bringt der Bachelor?
- Wenn das schon utopisch ist...
- Studieren? Blockieren? Demonstrieren?
- Viel Lärm um wenig
- Doch nicht so angepasst?
- "Wir sind die Uni"
- Zu viele für den Audimax
- Durch die Realismusbrille
- Journal '09: 28.10.Which side are you on?
- Raus auf die Straße
- Journal 09
- Protest in Selbstorganistation
- #audimax #unsereuni #unibrennt
- Journal '09: Studis und Unis. Rat und Vorwurf
- Die Basis und die Demoktratie
- Audimax besetzt
- Malen nach Zahlen
- und alles im Überblick auf fm4.orf.at/uni
Die Besetzung des Audimax auf der Uni Wien hat inzwischen einen Organisationsgrad erreicht, den ich bislang nicht gekannt habe.
Eine Woche Besetzung
Normalerweise ist das ja mit einer Hausbesetzung so: da kommen ein paar Hanseln in ein temporär leer stehendes Gebäude - hängen bunte Fahnen raus, organisieren eine Party, eine Volxküche, ein Volxkino und wie so was halt heißt, führen ein paar mehr oder weniger anregende Diskussionen darüber, wie gemein irgendwelche Dinge (das System oder die Gesellschaft zum Beispiel) sind - bis irgendwann die Polizei vor der Tür steht und das Spektakel beendet, noch bevor sich einer größeren Gruppe erschlossen hätte, wofür das alles gut sein soll.
Dass eine Besetzung, wenn sie von vielen Menschen mitgetragen wird, nämlich durchaus für etwas gut sein kann, zeigt sich am Beispiel der Unibesetzungen, die vor gut einer Woche in Wien begonnen hat.
Innerhalb weniger Tage sind Räume der Uni, die normalerweise dazu gut sind, dass Vortragende zu einem festgesetzten Thema festgesetzte Sätze lesen, einer komplett neuen Nutzung zugeführt worden.
Hunderte Arbeitsgruppen werkeln an ihren Projekten, die von gesellschaftsdiskursiv ("Strategien gegen Nationalismus") bis zu lokal-aktionistisch ("Protest auf der Universität für Bodenkultur") reichen. Ein Livestream von den Besprechungen und den Gastvorträgen im Audimax ist eingerichtet - und ein breites Netzwerk entstanden, das die unterschiedlichsten Interessen verbindet. Von den vielen verschiedenen Aktionen und Sachen rund um die Proteste war ja in den letzten Tagen eh schon viel zu lesen: der Kasten rechts ist schon ganz gelb vor lauter Links.

Das Netz
Einen Boss gibt es nicht, keine Sprecherin und kein Gesicht, das in den Abendnachrichten Zeug verlautbart. Die Besetzung hat nur eine vage Stoßrichtung - sie ist mehr eine breite, wabernde Plattform als eine punktuelle und konzertierte Bewegung.
Am Abend trifft der Wissenschaftsminister übrigens in der Sendung "Runder Tisch", direkt im Anschluss auf die ZIB2, auf eine Vertreterin der Audimax-BesetzerInnen. Beginn: 22.25 Uhr, ORF2.
Zu Gast bei Tarek Leitner sind:
- Dr. Johannes Hahn (Wissenschaftsminister, ÖVP)
- Sigrid Maurer (ÖH-Vorsitzende)
- Isabella Weiss (Sprecherin Audimax-BesetzerInnen)
- Dr. Sabine Oberhauser (ÖGB-Vizechefin, SPÖ)
- Univ. Prof. Dr. Peter Skalicky (Rektor, TU-Wien)
- Dr. Michael Landertshammer (Bildungsexperte, WKÖ)
Lässt sich mit so einem Netz längerfristig arbeiten? Wie sinnvoll ist es, außerhalb der bestehenden Strukturen, Parteien und Interessensvertretungen zu handeln? Wie lange hält der anfängliche Enthusiasmus über neu gewonnene Freiheiten an? Wo fängt die eigene Freiheit an? Und wo hört die Freiheit der anderen, irgendwie braveren Studenten auf?
Der Freitag im Wiener Audimax
Christoph Weiss hat sich auch heute im Audimax der Uni Wien unter den Studierenden umgehört, und wollte wissen wie es nun weitergehen soll mit den Protesten.
Im FM4 Jugendzimmer (19-20-15) werden wir heute diskutieren. Zu Gast werden ganz verschiedene Studierende sein, die politische Forderungen haben, die Besetzung selbst genutzt haben, oder von Hörsaalblockaden gar nichts halten:
Zum einen wären das Johannes Bauer und Gregor Nosek, die einer Initiative angehören die sich auf Basis der Facebook-Gruppe Studieren statt Blockieren gegründet hat.
Zum anderen ist Veronika Helfert vom Vorsitzteam der ÖH Wien mit dabei.
Und auch Clement, Student und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni, der sich seit den ersten Stunden der Besetzung in verschiedenen Arbeitsgruppen rund um die Plattform Uni Brennt beteiligt hat.
Um 19 Uhr gehts los: Anrufen unter 0800-226996 und mitdiskutieren ausdrücklich erwünscht. Zuhören ist aber auch okay.
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