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Arthur Einöder

Arthur Einöder

POP: Partys, Obsessionen, Politik. Ich fürchte mich vor dem Weltuntergang, möchte aber zumindest daran beteiligt sein.

2. 11. 2009 - 17:16

Partnerschaft eintragen

Schwule und Lesben dürfen ihre Partnerschaft ab 1. Jänner eintragen lassen. Glamourös wie eine Hunde-Anmeldung, aber immerhin.

Wie geht eigentlich die Mehrzahl von Bräutigam?

Bräutigame, Bräutigamme, Bräutigams? Letzteres gäbe immerhin Platz für ultralustige Wortspiele (Betreff: Hochzeitsnacht), was der Duden umgangssprachlich sogar erlaubt.

Europa im Vergleich: so schaut die rechtliche Lage in den einzelnen Staaten aus - Wikipedia.

Richtig ist aber Bräutigame. Das Wissen könnte für Menschen, die am Standesamt arbeiten, ab 1. Jänner durchaus essenziell sein. Weil schließlich sind am Wochenende Details zum geplanten Gesetzespaket für eingetragene Partnerschaften ans Licht der Presse gekommen.

Bisher waren Schwule und Lesben in Österreich nämlich auf wilde Ehen angewiesen. Die Diskriminierung hat insofern ein Ende, als dass diese nun per Gesetz erstens beseitigt und zweitens gleich wieder eingeführt wird.

2 bräute auf hochzeitstorte

Die Welt im Vergleich: Ehe oder Todesstrafe? - Wikipedia.

Weil mit dem, was man so landläufig unter einer Ehe versteht, hat die eingetragene Partnerschaft nicht viel zu tun. Sie wird zwar der Ehe nachempfunden, aber trotzdem wird mit jedem Wort im Gesetzestext klar sein, dass sie eben nicht dasselbe ist.

Eine Zeremonie auf dem Standesamt gibt es etwa nur dann, wenn Bürgermeister und Bezirkshauptmannschaft ihr Okay dafür geben. Kinderadoptionen spielt es nicht - genausowenig wie Besuche für lesbische Paare in der Samenbank.

Deswegen herrscht auch große Uneinigkeit in den verschiedenen Vereinen, Zirkeln und Initiativen der LGBT-Communities, ob das jetzt cool ist oder nicht.

Ein Kompromiss

Einerseits ist es ja ein Meilenstein, dass die ÖVP mit ihrem erzkonservativen Familienbild von ihrem Njet abrückt. Andererseits gehen die neuen Bestimmungen vielen Organisationen nicht weit genug, und deswegen die Wogen hoch.

Hauptsächlich deswegen, weil der ausgehandelte Kompromiss von der HOSI Wien, Österreichs dienstältester schwul/lesbischer Interessensvertretung, hinter den Kulissen forciert worden ist, und jetzt vorsichtig beklatscht wird.

Dementsprechend ist der HOSI Wien Obmann Christian Högl unter Beschuss. Die Details, die aus dem Justizministerium durchgesickert sind, entsprechen nämlich nicht einmal der Position, zu der sich die ÖVP in ihrer Perspektivengruppe vor einigen Jahren durchgerungen hat. Dort ist nämlich noch von einer Partnerschaft nach Schweizer Vorbild die Rede.

In zwei Wochen wird das ganze Paket den Ministerrat passieren, noch vor Weihnachten wird sich das Parlament damit befassen.

Das Gesamtpaket der rechtlichen Gleichstellung ist noch nicht fertig. Wichtige Bereiche wie das Sozial- oder das Innenresort haben ihre Vorschläge für die Materiengesetzgebung noch nicht veröffentlicht. Dennoch wird es wohl große Unterschiede zwischen dem österreichischen Modell und dem angeblichen Vorbild, dem Schweizer Partnerschaftsgesetz geben.

Während sich Clemens Steindl vom Katholischen Familienverband freut, dass es in Zukunft "mit gutem Grund keine Pseudotrauungen auf Standesämtern" gibt, ist die neue eingetragene Partnerschaft für Helmut Graupner vom Rechtskomitee Lambda "auf der Ebene einer Hunde-Anmeldung" und eine "geplante gesetzliche Demütigung und Erniedrigung gleichgeschlechtlicher Paare".

Ganz schön viel Stoff, der Christian Högl von der HOSI Wien da also um die Ohren fliegt. Ich habe ihn heute zum Interview getroffen und mit ihm über die ÖVP, Kompromisse und den 1. 1. 2010 gesprochen:

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  • elchaos | vor 134 Tagen, 20 Stunden, 44 Minuten

    Demo gegen Scheißhomoverpartnerungsgesetz - (...) Du musst nicht heiraten wollen, um für gleiche Rechte zu sein. Deshalb fordern wir erstklassige Rechte statt letztklassige Gesetze und rufen zu einer Kundgebung auf:

    Datum 13.11.2009
    Zeit: 15 Uhr
    Ort: Treffpunkt Parlament und anschließender Demonstrationszug vor das Bundeskanzleramt

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  • ipood | vor 137 Tagen, 10 Stunden, 19 Minuten

    ist aber schon komisch...

    das jene, die die Ehe als Gespenst vergangener Zeit sehen und diese am liebsten abschaffen würden, am lautesten nach der Homo Ehe rufen....

    Auf dieses Posting antworten
    • elchaos | vor 137 Tagen, 9 Stunden, 57 Minuten

      nein, das sind dann meistens die, die "ban marriage" rufen. es geht darum, dieselben rechte und dieselben möglichkeiten zu haben. ich persönlich würde ein religionsfreies partnerschaftsgesetz für alle der ehe vorziehen

    • ipood | vor 137 Tagen, 9 Stunden, 13 Minuten

      eine religionsfreie...

      Ehe, gibt es schon, eben das Standesamt.
      Die bleibt aber Homosexuelle verwehrt, aber hier stelle ich die Frage ob eine sexuelle Vorliebe bereits genug Raum für gesetzliche Anpassung bietet.
      Dieselben Rechte würde auch Adoption von Kindern einschließen, und hier bin ich dagegen... Die Rollenverteilung macht schon Sinn, die erzieherischen Mängel von Kindern mit nur einem Elter (Singular von Eltern) sind in einem Soziologischem System nicht von der Hand zu weisen.

    • alexwagner | vor 137 Tagen, 8 Stunden, 54 Minuten

      Das

      Wort sexuelle Vorliebe klingt so nach Beliebigkeit, als ob die Menschen auch heterosexuellen Geschlechtsverkehr vollziehen könnten, aber eine Leidenschaft fürs gleiche Geschlecht entwickelt hätten.

      Meine konservative Erziehung hat mir auch immer gesagt, dass Vater und Mutter die beste Basis für die Erziehung eines Kindes ist. Realpolitisch gesehen: Wieviele alleinerziehende Mütter (Väter ja eher weniger) gibt es, denen es sicherlich hart geht, die aber einen verdammt guten Job leisten? Und wenn das eine Mutter schon gut kann, warum sollten zwei Mütter schädlich sein? Das wichtigste ist doch, dass die Kinder geliebt werden.

    • albundyfan | vor 137 Tagen, 8 Stunden, 9 Minuten

      @alexwagner

      viele schwule haben heterosexuellen sex ausprobiert und sich dann gesehen,daß das nicht das richtige ist.

      die wenigstens wußten schon mit 12-14,daß sie 100%ig schwul sind und haben nie was anderes probiert.

    • elchaos | vor 134 Tagen, 20 Stunden, 29 Minuten

      ich schließ mich alexwagner an: das beste für ein kind ist wohl, dass es geliebt und respektiert wird. ob von 1, 2, 3 oder mehr personen ist weniger wichtig, wobei mehr liebe wohl nichts schlechtes ist. und verschiedene haltungen, lebensentwürfe, perspektiven kennenzulernen kann auch nicht schaden. ob die personen väter, mütter, großväter, großmütter, tanten, onkel, freunde eben dieser usw sind ist meiner meinung nach nebensächlich. wichtig ist dass ein kind bezugspersonen hat, auf die es sich verlassen kann. und wenn es zwei oder mehrere sind, die ein kind großziehen, dann ist es ziemlich elementar, dass die irgendwie miteinander klarkommen. ich persönlich würd ein 'funktionierendes' lesbisches oder schwules elternpaar jederzeit einem 'dysfunktionalen' klassischen vater-mutter-modell vorziehen

  • alexwagner | vor 138 Tagen, 2 Stunden, 19 Minuten

    Das eigentlich

    tragische an dem Entwurf: Wie in Deutschland wird es keinerlei Argumentationsstärke seitens der Homosexuellen für eine wirkliche Gleichstellung mit der Ehe mehr geben. Jeder wird sagen, was möcht´s denn, habt´s ja eh eure eingetragene Partnerschaft. Jetzt kann man noch was erreichen, auf die Barrikaden gehen, denn jetzt ist noch Bedarf gegeben und soweit ich das einschätzen kann auch der Wille der Bevölkerung. Kein Thema ist in den letzten Jahren so mühelos in der Bevölkerung aufgekommen, wie Homosexualität. Also bitte, auf die Barrikaden, #unibrennt anschließen oder so. Aber was machen.

    Auf dieses Posting antworten
    • dervau | vor 138 Tagen, 2 Stunden, 2 Minuten

      http://fm4.orf.at/stories/1630984/

    • elchaos | vor 137 Tagen, 9 Stunden, 54 Minuten

      @alexwagner: seh ich genauso. kein wunder auch, dass sie das gesetz jetzt nach jahrelangem hinauszögern in windeseile einführen wollen