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Physische Welt, virtuelle Realität. Politik und Kultur.

20. 11. 2009 - 15:59

25. Spielefest

Drei Tage lang steht das Austria Center Vienna im Zeichen der Würfel-, Karten- und Brettspiele. Nicht nur Firmen, sondern auch Vereine von Liebhabern und Fans sind auf dem Spielefest vertreten.

"Ich bin jetzt 18 und spiele es immer noch... Pokémon ist einfach ur leiwand." Ich nicke verständnisvoll, gebe aber zu, dass ich von den Regeln des hier am Tisch Gespielten weniger verstehe, als von der Bildschirmversion - hier geht es nämlich nicht um die Videogames-Serie Pokémon, sondern um das strategische Sammelkartenspiel.
Ein Genre, dessen Beliebtheit in den letzten Jahren ständig zugenommen hat, ob Magic, Yu-Gi-Oh, Vampire oder eben Pokémon.

Das Bild täuscht, Pokémon ist kein Brett-, sondern ein Kartenspiel. Die Unterlage dient nur dem besseren Verständnis des hochkomplexen Regelwerks.

Dementsprechend viele Vereine gibt es mittlerweile, die sich ausschließlich mit Sammelkartenspielen beschäftigen. Der erste hierzulande war der nichtkommerzielle First Austrian Trading Card Games Club. Gespielt wird Donnerstags ab 19 Uhr, die meisten Mitglieder sind Erwachsene oder Teenager, ausgeschlossen wird aber niemand. Beliebtestes Spiel derzeit ist "Vampire", für das man auch auf dem Spielefest die Werbetrommel rührt.

Der gute alte Baustein hat immer noch Saison, aber auch Klassiker wie DKT und Monopoly, beide in neuen Versionen erhältlich. Lego steigt heuer außerdem in den Brettspielemarkt ein, "Ramses Pyramide" heißt das erste Spiel.

Immer öfter zu sehen: Die Kombination aus Brett- und Videospielkonsole. Auf dem Bild zu sehen ist Yvio, eine der frühesten Varianten des Prinzips: Der Spieler kann mittels Sensortasten auf der Konsole interagieren, darüber hinaus erkennt der Computer auch, wenn Figuren auf das Spielbrett gestellt werden, wie weit sie von einen Punkt entfernt sind oder wie lange sie darauf stehen. Mehr und mehr Spiele sind für Konsole und Brett erhältlich.

Live Action Role Playing (LARP) wird mit selbstgebastelten Waffen- und Ausrüstungsgegenständen gespielt. Auf dem Spielefest werben die Fans für ihre Vereine.

Jemand drückt mir einen Flyer in die Hand, darauf steht: "Zombie Killing Spree, Sommer 2010". Es ist die Werbung für ein Live Action Role Play (LARP), bei dem der Verein Weltenweber aus Wiener Neustadt seine Mitglieder auf eine Burg schickt. Dort werden sie ein Wochenende lang von Zombies terrorisiert. "Das Verhältnis Zombies:Spieler wird 4:1 betragen. Wir wollen, dass sich ständig angreifbar fühlen, auch beim Schlafen - wie in den George-Romero-Filmen, deren Fans wir sind."

Auch ein Perry-Rhodan-Fanclub hat auf dem Spielefest einen Stand aufgebaut. Man zeigt Spiele, Romanserien und Goodies aus dem "Perryversum" her und will in Kontakt mit anderen Weltraumfreunden treten. Es ist diese Mischung aus kommerzieller Messe und Fan-Versammlung, die den besonderen Reiz des 25 Jahre lang gewachsenen Spielfests ausmacht.

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  • robertglashuettner | vor 814 Tagen, 19 Stunden, 58 Minuten

    you have to swing!

    youtube.com/watch?v=Od8Ka7bdqvU

    Auf dieses Posting antworten