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Musik, Film, Heiteres

Veronika Weidinger

Veronika Weidinger

21. 11. 2009 - 12:29

Enjoy the Silence

Schluss mit dem Missbrauch unserer Ohren, fordert das Projekt "Hörstadt" - nicht nur am "No Music Day"

Was in die Ohren hineingeht, ist ein politisches Thema, erklärt Peter Androsch, Leiter des Linz09 Projekts Hörstadt. Der Musiker und Komponist fordert Regeln für die Gestaltung der akustische Lebensumgebung.

Hörstadt
Logo Linz 2009 Kulturhauptstadt Europas

Der Reader zum Thema: Hörstadt. Reiseführer durch die Welt des Hörens ist ein von Peter Androsch und Florian Sedmak verfasstes Hörbuch zum Lesen: Ein Manifest gegen die Diktatur des Lärms und ein Plädoyer für den selbstbestimmten Umgang mit dem akustischen Raum.

So wie die Gesellschaft lernen musste, den Verkehrsraum zu ordnen, oder im Verlauf der Industrialisierung lernen musste, dass das enge Zusammenlebens von vielen Menschen Regeln im hygienischen Sinn braucht, also Kanalisation, so braucht es auch akustische Regeln.

Stopp der Dauerberieselung

Die Kampagne Beschallungsfrei bringt die Thematik ganz gut auf den Punkt: Vor rund einem Jahr gestartet, setzt die Kampagne die akustische Dauerberieselung, die sogenannte Muzak auf die Agenda. Und man höre und staune, in welcher Lautstärke die "Hintergrundmusik" in Lokalen und Geschäften rausgeblasen wird: Ein Höchstwert von 87 Dezibel wurde da etwa in einem Shop auf der Landstraße gemessen. Bereits ab 80 Dezibel empfiehlt das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz Hörschutz zur Verfügung zu stellen, ab 85 ist es Pflicht.

Besagtes Geschäft hat zurecht den Titel "Zwangsbeschaller 08" eingestreift, allerdings ohne darauf zu reagieren, also leiser zu drehen. Aber andere Einrichtungen, wie öffentliche Ämter, Banken, Lokale, Geschäfte und eine Supermarkette in Linz haben mitgezogen, die Musik ganz abgeschaltet und tragen das Label "Beschallungsfreie Zone". Die diesjährige Vorweihnachtszeit wird genutzt, um den Zwangsbeschaller 09 zu erheben - mit Unterstützung der Gewerkschaft wird die Aktion der Kulturhaupstadt heuer auf ganz Österreich ausgeweitet.

Ruhepol und Akustikon
Das seltene Vergnügen von „Stille“ außerhalb sakraler Bauten hat man in Linz zur Zeit im Ruhepol auf der Landstrasse. Bewusstes Hören ist im anderen Zentrum des Projekt Hörstadt angesagt, im Akustikon - Welt des Hörens in der Pfarrgasse. Eine Einrichtung, die sich als Info- und Forschungsstelle versteht und dem Projekt Hörstadt über 2009 hinaus einen Raum gibt.

Akustikon in linz
Das Akustikon in der Pfarrgasse

Enjoy the Silence

Mit dem Projekt "Hörstadt" ist Linz am 21. November auch das Zentrum des No Music Day. Bill Drummond hat diesen Tag vor fünf Jahren das erste Mal ausgerufen; kein Tag gegen Musik, eher dafür - so soll der "no music day" nämlich die Beziehung zur Musik thematisieren, die sich durch ihre ständige Verfügbarkeit verändert hat.

Für Linz heißt das am Samstag konkret - hörbar weniger Hintergrunddudelei in der Innenstadt: Geschäfte und Restaurants wollen auf die Hintegrundmusik verzichten, und, was dem Ausgehen in Linz sicher eine eigene Qualität verleihen wird: bis Mitternacht "no music", zum Beispiel in der Stadtwerkstatt, im Rothen Krebs und im Solaris.

Susi Ondrusova über den No Music Day, Feiertag für eine neue Zeitrechnung.

Dort, im OK, kann der "no music day" gemeinsam mit dem Initiator zelebriert werden. Bill Drummond spricht über das Konzept - und er kocht Suppe, für alle.

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  • veliec | vor 117 Tagen, 8 Stunden, 12 Minuten

    gute idee!

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  • zitronenbiss | vor 118 Tagen, 1 Stunde, 21 Minuten

    Wunsch ans Christkind

    Meine hoffnung, dass dieses projekt jährlich zur weihnachtszeit(also ab september) auf ganz österreich ausgeweitet wird, wird sich aber wohl trotzdem nicht erfüllen, oder…

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  • tittietwister | vor 118 Tagen, 5 Stunden, 59 Minuten

    na großartig, "no music day" an meinem persönlich ersten "in the mood for some mixing day" seit längerem.

    hintergrundmusik wäre ja generell nicht so schrecklich, wenn es sich nicht um die genannte "berieselungsmusik" handeln würde. allerdings wäre die geräuschkulisse dann wiederum zu polarisierend was die ganze sache verunmöglichte.

    ein überlegtes musikkonzept in lokalen halte ich für durchaus vertretbar, da selbiges analog zum interior design den charakter des raumes mitdefiniert. die popmusikbeschallung des geringsten widerstandes im öffentlichen raum und auf geschäftsflächen, welchen man sich schwer entziehen kann (zb supermarkt), ist allerdings in der tat eine zumutung.

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  • harmonikation | vor 118 Tagen, 8 Stunden, 7 Minuten

    kule sache :)
    auch auf meiner liste : http://www.hoerstadt.at/akustikon/das_akustikon.html

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