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Musik, Film, Heiteres

Markus Zachbauer

Markus Zachbauer

Bildung und Einbildung, die Herrscher der Welt. Lifelong Learning in der FM4 Internet-Redaktion.

25. 11. 2009 - 18:05

Das Audimax ist keine Geisel

Nach dem Hochschuldialog ist vor dem Hochschuldialog.

Heute hat er also stattgefunden, der langerwartete "Hochschuldialog". Ergebnis? Keines. Das war aber auch nicht wirklich erwartet worden. Zu viele Menschen, zu wenig Zeit, zu wenig konktreter Auftrag. Die drei eingeladenen VertreterInnen der protestierenden StudentInnen machten schon im Vorfeld klar, dass sie diese Herangehensweise ablehnen und in diesem Rahmen kein geeignetes Mittel zur Meinungsbildung und Entscheidungsfindung sehen. Sie machten das aus ihrer Sicht beste aus der Sache: Aktionistische Präsenz zeigen. In Star-Manier zogen die VertreterInnen als "Die Drei" heute in die Aula der Wissenschaften. Roter Teppich, Fanclub und "Eine(r) von vielen"-Shirts inklusive.

"Die Drei" VertreterInnen der protestierenden StudentInnen
"Die Drei" mit "eine(r) von vielen"-Shirts

Der Hochschuldialog hatte seit seiner Ankündigung eher den Nimbus eines Moratoriums als den eines Schwertes, der den gordischen Bildungsknoten durchschlägt und Reformen Türen und Tore öffnet. Den Universitätsverwaltungen war klar, dass zumindest bis heute die Hörsäle besetzt bleiben würden. Den JournalistInnen war klar, dass mit Verweis auf dieses Treffen jede konkrete Ansage vom Wissenschaftsminister verweigert würde. Und den StudentInnen war klar, dass es die Zeit bis heute irgendwie rumzuschlagen galt. Es war ein bisschen eine Pause-Taste. Und jetzt ist wieder Play.

Studierendenproteste

Der größte Hörsaal der größten Uni des Landes bleibt der symbolische Nabel der Proteste. Dass im Wiener Audimax zwischenzeitlich durchaus auch mal bis auf drei einsame Gestalten gähnende Leere herrschte spielt dabei keine Rolle. Man hat gelernt, ressourcenschonend vorzugehen und nützt den Raum eher punktuell als Treffpunkt, für Vorträge, für bemerkenswert gut besuchte Abendveranstaltungen und eben als Symbol: Solange das Audimax und all die anderen Hörsäle besetzt sind, solange dauern die Proteste. Dass die geplanten Vorlesungen nicht in diesen Räumen stattfinden, ist die gehisste Flagge die zeigt, dass die Sache nicht vorbei ist.

Die Audimax-Besetzung ist keine Geiselnahme. Die Forderung lautet nicht "Geld gegen Hörsaal". Die besetzten Hörsäle sind Medium, kein Pfand. Es geht nicht um Lösegeld, es geht um ein Bekenntnis.

Noch haben die Studierenden offensichtlich nicht den Eindruck, dass ihr Impact schon groß genug gewesen ist, um nachhaltig für eine Verbesserung zu sorgen. Und darum geht es, sobald die Frage nach "Exit Strategien" aus den Protesten auftaucht: War das schon Druck genug?

Die Antwort muss die Politik geben. Das kann kein Blitzgesetz sein, das nächste Woche in Kraft tritt. Das muss schlicht und einfach das glaubwürdige Bekenntnis zu einer Verbesserung des Bildungssystemes sein.

Johannes Hahn schlägt als Ergebnis des heutigen Hochschuldialogs vor, dass bis Ende Juni 2010 in kleineren Arbeitsgruppen "klare Handlungsempfehlungen für die Politik" erarbeitet werden sollen. Den Studierenden, die die letzten Wochen über in durchaus großen Arbeitsgruppen ausgefeilte Forderungskataloge entwickelt und sehr klar gemacht haben, worum es ihnen geht und was sie wollen, könnte das ein bisschen dünn vorkommen.

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  • nyxx | vor 809 Tagen, 14 Stunden, 6 Minuten

    "Johannes Hahn schlägt als Ergebnis des heutigen Hochschuldialogs vor, dass bis Ende Juni 2010 in kleineren Arbeitsgruppen "klare Handlungsempfehlungen für die Politik" erarbeitet werden sollen."

    weil sich bis dahin niemand mehr an ihn erinnern kann? oder weil er dann schon auf belgisch "geht mi nix an" sagen kann?

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  • blumenau | vor 809 Tagen, 15 Stunden, 35 Minuten

    meine lieblingsstelle aus der erzähl-passage der "drei" über den ablauf des dialogs: die konkrete nachfrage nach dem weiteren vorgang brachte das stichwort "arbeitsgruppe" aufs tapet. daraufhin hahn (im OT): "Arbeitsgruppen, ja, das find ich eh super. Machma fünf!"

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  • eherd | vor 809 Tagen, 18 Stunden, 55 Minuten

    irgendwie muss ich bei deren aufretten gleich an die pratersauna denken

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    • tittietwister | vor 809 Tagen, 15 Stunden, 36 Minuten

      nicht nur du :D
      und zum erneuten male wurde bewiesen: in dieser protestbewegung entspricht die größe der accessoires, allen voran der gemeine schal, den fiktiven goldsternchen am revers der galauniform.

      wo blieben btw das binnen-R und der 50% männeranteil, ihr sexisten...

  • mastamind | vor 809 Tagen, 22 Stunden, 4 Minuten

    studenten - diese freizeitgestalter :)

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  • urfrosch | vor 809 Tagen, 23 Stunden, 9 Minuten

    Die Drei sind mir unsympathisch.

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    • clct | vor 809 Tagen, 22 Stunden, 3 Minuten

      Ein Tag ohne Lachen ist ...
      ein Tag der Produktivität für das System und ein Tag feierlichen Ernstes! Überhaupt lachen nur Idioten!

    • dilak | vor 809 Tagen, 20 Stunden, 24 Minuten

      das grinsen ist das kleide der dummen.

  • heimatstolz | vor 810 Tagen, 11 Stunden, 3 Minuten

    peinicher haufen mit überraschend viel tagesfreizeit

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    • doktorboese | vor 810 Tagen, 10 Stunden, 27 Minuten

      peinlicher nick und dazu passendes posting.

    • datsh | vor 810 Tagen, 9 Stunden, 44 Minuten

      i don't want fryzeit

      ich protestiere nicht, aber die protestieren und opfern ein semester, damit ich keine freizeit habe. denn wenn ich nächstes semester bin meiner masterarbeit beginne, dann werde ich viel freizeit haben:
      1. Beim Massenstudium mit wenig Personal findet man keinen Betreuer
      2. währenddessen ein Praktikum machen? - suche ich seit 2 jahre ergebnislos.
      3. währenddessen einen Nebenjob machen? - suche ich ich seit sommer wieder ergebnislos (antwort der letzten bewerbung: wir konnten uns bei 300 (!!!) bewerber nur für einen entscheiden)
      4. währenddessen einen anderen Kurs machen? - ich war zu oft eine sardine in der dose

      ich werden an die protestierenden denken, wenn ich heute in einen Jahr immer noch professoren anflehe, dass sie doch bitte, bitte mein betreuer bei der masterarbeit sein wollen.

      Go protest go! Freizeit für weniger Freizeit!

    • datsh | vor 810 Tagen, 9 Stunden, 41 Minuten

      und ja ...

      ich weiß das da fehler drinnen sind

    • godheadsilo | vor 809 Tagen, 20 Stunden, 4 Minuten

      geh nach hause heimatstolz.

    • etieca | vor 809 Tagen, 15 Stunden, 35 Minuten

      heimat im herzen....

      ....scheiße im hirn!

    • alabaster | vor 809 Tagen, 11 Stunden, 29 Minuten

      ein bestandteil der proteste ist ja auch, dass die verlorene Studienzeit als "streiksemester" angerechnet wird.

  • truhe | vor 810 Tagen, 13 Stunden, 9 Minuten

    Fixierung einer Roadmap bis Ende 2022 zur Erstellung eines unverbindlichen Tagesordungskonzeptes für Inhaltsevaluierungsgespräche als Vorbereitung von Massnahmenkatalogsvorschlägegen seitens der Parteien für die Bildungsreformkonferenz 2025.
    Durch diese konsequente Herangehensweise können die Studenten im Audimax bereits vor (!!) 2030 damit rechnen dass die aktuelle Situation als Problem erkannt wird!

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