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Veronika Weidinger

Veronika Weidinger

30. 11. 2009 - 18:31

Zwischen Kyoto-Protokoll und Kopenhagen

Vor der Abfahrt zum Klimagipfel nach Kopenhagen war Nikolaus Berlakovich bei FM4 Connected zu Gast - zum Nachhören.

Wer ist das?
Warum haben wir zuviel Müll?
Warum wird der öffentliche Verkehr nicht mehr gefördert und billiger gemacht?
Wieso ist die Energie und Umweltpolitik nur so ein Nebenthema und wird nicht ernstgenommen?

Das Lebensministerium gibt es seit 2000, das Ressort wurde unter Schwarz/Blau geschaffen. Es umfasst die Agenden Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft. Davor waren Umweltschutz und Landwirtschaft zwei verschiedenen Ministerien zugeordnet, wie es die meisten EU-Staaten heute noch handhaben.

Kollege Alex Wagner hat auf Wiens Straßen bereits einige Fragen an den ÖVP-Umweltminister eingesammelt. Thema dabei klarerweise auch die Infos aus einem aktuellen Bericht der EU-Kommission: Als einziges Land der "alten" 15 EU-Staaten, die gemeinsam ein CO2-Reduktionsziel unter dem Kyoto-Protokoll vereinbart haben, schafft Österreich seine Vorgaben nicht.

Bevor Nikolaus Berlakovich seinen ersten Jahrestag im Lebensministerium feiert und wenige Tage vor dem UN-Klimagipfel in Kopenhagen stellt sich Nikolaus Berlakovich euren Fragen in FM4 Connected.

der umweltminister im fm4 studio
Umweltminister Nikolaus Berlakovich im FM4 Studio

Biografisches

1961 im Burgenland geboren, studiert Nikolaus Berlakovich an der Boku und schließt nach sechs Jahren das Studium Landwirtschaft und Pflanzenproduktion ab. Im Anschluss arbeitet er in seiner Heimatgemeinde Nebersdorf als Landwirt arbeiten. Er ist Mitglied im VP Bauernbund.

Politisch aktiv ist Nikolaus Berlakovich seit 1987. Einige seiner Stationen: Vizebürgermeister; Landtagsabgeordneter, stellvertretender Parteivorsitzender der ÖVP Burgenland, im Parlament aktiv als VP-Sprecher für Agrar-Agenden, Volksgruppen-Sprecher und Vorsitzender im Europa Ausschuss. Bevor es Ende 2008 in die Regierung geht, ist Berlakovich Landesrat und zuständig für das Ressort Umwelt und Landwirtschaft. Übrigens auch sein Thema als Leiter der
Impulsgruppe Umwelt und Lebensqualität im Rahmen der ÖVP Perspektivengruppe unter Josef Pröll.

Wadel mit

Seit seinem Amtsantritt waren die Themen für den Landwirtschaftsminister breit gestreut: gleich zu Beginn gings nach Posen, zu einer Vorbereitungskonferenz für den anstehenden Gipfel in Kopenhagen, ein schöner Erfolg, so der Minister damals. Themen des Ressorts außerdem: die Diskussion um die Milchquote, die Proteste der Bauern.

Berlakovich auf dem Rad

Immer wieder spricht sich Berlakovich gegen Atomkraft aus, kündigt für 2010 einen "Masterplan Erneuerbare Energie" an und setzt sich für das Anbauverbot von Genmais ein. Im September freute er sich über eine Einigung über die Ökostrom-Novelle.

Berlakovich sorgt für Aufsehen, als er sich Arnold Schwarzenegger als Präsidentschaftskandidaten vorstellen kann und präsentiert sich auch aktionistisch: so stellt er einen elektronischen Fußabdruckrechner für SchülerInnen vor und für die Steigerung vom Radverkehr macht er mit der Tour „Wadel mit!” vom Neusiedlersee zum Bodensee mobil.
Aber zurück zu den Fakten im Vorfeld der Kopenhagener Konferenz:

"Klimaschutz ist keine One-Man-Show"

Prima Klima? Start einer Serie zur Klimapolitik von
Andreas Grünewald auf fm4.orf.at

Das erklärt Nikolaus Berlakovich auf Fragen nach den Versäumnissen Österreichs bei den Kyoto Vorgaben in der ORF Pressestunde. Er wolle die Zahlen nicht beschönigen, aber: die Ziele würden im Bereich des Umweltministers sehr wohl erreicht, also bei Landwirtschaft, Abfallwirtschaft, fluorierten Gasen, so der Minister. Nicht erreicht würden die Ziele bei der Raumwärme, bei der Industrie und vor allem beim Verkehr. Die anderen Ministerien seien also gefordert, um in Sachen Klimapolitik in Österreich etwas zum Besseren zu wenden - das Lebensministerium alleine würde es nicht schaffen.

Themenschwerpunkt zur UN-Klimakonferenz in Kopenhagen auf science.orf.at

Deswegen pocht der ÖVP-Minister auf ein Klimaschutzgesetz, denn damit sollen konkrete Konsequenzen für Versäumnisse festgeschrieben sein. Gute Idee, aber nicht nicht wirklich neu, meinen KritikerInnen; von denen gibt es einige - in den NGOs wie Greenpeace oder Global 2000. Politisch kommt die vehementeste Kritik, wenig erstaunlich, von den Grünen - sie wollen der ÖVP, immerhin schon über 20 Jahre im Ressort Umwelt tonangebend, das Ministerium wegnehmen, bzw. schlagen zuletzt ein eigenes Umwelt- und Klimaschutz-Ministerium vor, mit einer unabhängigen Person an der Spitze.

Nikolaus Berlakovich

Zum Nachhören

Am Dienstag Nachmittag war Nikolaus Berlakovich, Umweltminister von der ÖVP, bei Claudia Unterweger und Rainer Springenschmid bei FM4 Connected zu Gast.
Hier der Mitschnitt des Interviews, portionsweise:

Verkehr
Nikolaus Berlakovich ist mit seinem SuperEthanol Auto ins ORF Funkhaus gefahren. Das soll aber nicht nur dem Minister vorbehalten bleiben, Autos mit alternativem Antrieb werden gefördert, und da gibt es einiges zu holen, für Gemeinden, Betriebe aber auch Privatpersonen. Warum der ÖVP Minister die CO2 Steuer, die in den Niederlanden beschlossene Sache, erst beobachten will und welche anderen Maßnahmen er in Sachen Verkehrspolitik setzten will:

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Klimaschutzgesetz, regionale Strukturförderung und Ökostrom
Ein Jahr liegt das Klimaschutzgesetz am Tisch, jetzt will´s Nikolaus Berlakovich aber angehen und das Klimaschutzgesetz beschlossen haben, Thema außerdem: die Forderung nach verstärkter
Förderung regionaler Strukturen, Ökostrom, ein Hörer fragt außerdem, warum´s so schwierig ist, an Förderungen für Fotovoltaik Anlagen zu kommen.

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Kopenhagen
Die Beamten treffen sich ab 7. Dezember in Kopenhagen – die zuständigen Fachminister reisen einige Tage später zum UN-Klimagipfel nach Kopenhagen. Nikolaus Berlakovich leitet die österreichische Delegation und erzählt zum Schluss nochmal, was er sich von der Klimakonferenz erwartet.

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Forum

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  • untutoredyouth | vor 803 Tagen, 11 Stunden, 41 Minuten

    wie lang wird sich der arme niki noch durch fragen zu so einem orschthema wie umwelt quälen müssen, bis er endlich als landeshauptmannstellvertreter ins eisenstädter fernsehstudio geladen wird..?

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  • ufopilot | vor 804 Tagen, 16 Stunden,

    ah...

    ein fussball-vergleich. das hat der herr minister gut gelernt bei der nlp-schulung: fussball ist beliebt, vergleiche aus diesem bereich kommen gut an. immer bei kritikerInnen verwenden!

    LOL

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  • ufopilot | vor 804 Tagen, 16 Stunden, 2 Minuten

    zur frage von bruno: das passiert deswegen nicht, weil die övp mit der auto- und schwerindustrie verbandelt ist!

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  • ufopilot | vor 804 Tagen, 16 Stunden, 3 Minuten

    desinformation... wieder einmal

    "regionalförderung" ist ja ein wunderschön es schlagwort, das besonders gerne von der vp verwendet wird; was der herr minister bei seiner lobrede auf "autarke" energieversorgung verschweigt, ist, dass beim dauernd steigenden energieverbrauch in österreich immer mehr kraftwerke gebaut werden müssen... und das wird unmengen an wichtiger grünfläche und wald zerstören. siehe das aktuell in endplanung befindliche beispiel mur-auen-kraftwerk in graz: es sollen hier 5000 bäume gefällt werden, um ein nebulöses projekt von estag und der övp graz durchzuboxen, in dessen rahmen die halbe mur in graz zum stehenden staubecken missgestaltet werden soll!
    autarke energieversorgung heißt raubbau an der natur, sonst gar nichts! alles schlagworte.

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    • heimatstolz | vor 804 Tagen, 13 Stunden, 12 Minuten

      entweder so oder ein atomkraftwerk.
      die murgstättn dort geht eh keinem ab, die ist weit entfernt von einer au.

  • rezipient | vor 804 Tagen, 16 Stunden, 9 Minuten

    Meine Frage an den Minister

    Warum schmücken sich Minister in beinahe jedem Satz mit dem Ziel, alternative Energien zu fördern, wenn die Förderungen am ende nur mangelhaft umgesetzt werden?
    Die Fördertöpfe für photovoltaische Solaranlagen sind leer, die Bundesförderungen wird per internet in kurzfristig anberaumten Aktionen innerhalb eines Tages vergeben, die Länder haben nicht das Geld um die angepriesenen Förderungen auszuzahlen und halten sich als Reaktion die Leute mit bürokratischen Hürden vom Hals.

    Die Praxis sieht also anders aus.

    http://search.salzburg.com/articles/5436947?highlight=solar+

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  • chris8104 | vor 804 Tagen, 16 Stunden, 21 Minuten

    Zertifikatenhandel in Österreich gescheitert?

    Meine Frage an den Herrn Minister:
    Stimmt es, dass in Österreich das Verschmutzen sehr billig war (im Vergleich zu anderen EU-Staaten), weil zu viele CO2-Zertifikate angeboten wurden? Wenn ja, wer war dafür verantwortlich?

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  • jakobi | vor 804 Tagen, 16 Stunden, 27 Minuten

    ethanol

    bei der herstellung von ethanol
    werden regenwälder abgeholzt um platz für palmölplantagen zu schaffen.
    außerdem wird ackerfläche, für die herstellung von ethanol, bebaut.
    obwohl diese für den lebensmittelanbau verwendet weden sollte (vorallem in afrika)

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    • jakobi | vor 804 Tagen, 16 Stunden, 23 Minuten

      zusatz:
      bio-ethanol (als kraftstoff für motoren)

  • netmyller | vor 804 Tagen, 16 Stunden, 28 Minuten

    Gibt es Networking in der Politik?

    Umweltschutz ist für mich ein fächerübergreifendes Thema, genauso wie die Frage der GLAUBWÜRDIGKEIT von Politikern.

    Mit dem „Lebensministerium“ verbinde ich nur Pseudo-Ökologie Projekte wie z.B. den Bio-Sprit-Schmäh, der sich ja mittlerweile als Humbug herausgestellt hat.

    Unlängst, gab es starken Wind in Wien und es ist mir der Gedanke gekommen, dass wir zur relativ hohen Miete auch noch hohe Heizkosten haben (bzw. CO2 produzieren!), weil zwar auf Hausbesitzerebene gute Gewinne gemacht werden, nichts aber in die Energieeffizienz investiert werden muss.

    Warum setzt sich ein Umweltminister nicht für ein sinnvolles Zusammenspiel Resortübergreifend ein?

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  • jazztail | vor 804 Tagen, 16 Stunden, 37 Minuten

    Frage zur Ermittlung des CO2-Ausstoßes im Verkehrsbereich

    Lieber Herr Minister,
    Da der Straßenverkehr neben Industrie etc. sicherlich auch Hauptemittent ist, und das in ausdrucksvollen Graphiken oft dargestellt wird, hätte ich eine Frage zur Ermittlung der CO2-Werte im Straßenverkehr. Wie werden solche Graphiken erstellt? und wie wird der Tank-Tourismus bzw. Transitverkehr mitbedacht?
    LG Michael B.

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  • bernhardloder | vor 804 Tagen, 16 Stunden, 37 Minuten

    BIO-Treibstoffe aus Lateinamerika

    Sehr geehrter Herr Berlakovich. Mein Name ist Bernhard Loder, ich studiere Argrarwissenschaften auf der Boku. Bezüglich CO2-Emissionen im Verkehrswesen würde mich interessieren, was Sie vom BIO-Spritanteil halten, der überwiegend von Lateinamerika importiert wird?! Ob eine Erhöhung des Anteils nicht als Ausbeutung Ärmerer zu sehen wäre, und warum sich ein effizientes flächendeckendes öffentliches Verkehrssystem so lange Zeit lässt?!

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