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Veronika Weidinger

Veronika Weidinger

12. 12. 2009 - 14:00

CO2, Kyoto, Öffis, Alk und Vorratsdatenspeicherung

Infrastrukturministerin Doris Bures war am Montag bei FM4 zu Gast. Das Interview zum Nachhören.

Im kommenden
Jahr feiert das Infrastrukturministerium sein 10-Jähriges. 2000, unter Schwarz/Blau wurde das Ressort etabliert und heißt im Untertitel: Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie.

Unser Ziel ist es, rasch neue innovative Technologien einzusetzen, damit die Verkehrsteilnehmer sicherer, schneller und umweltfreundlicher von A nach B kommen, meinte Doris Bures im Juni anlässlich der acht Millionen Euro für den Ausbau von Verkehrsleitsystemen.

Als Doris Bures vor zweieinhalb Jahren das erste Mal bei FM4 vorbeischaute, galt sie als Quereinsteigerin, nicht in der Politik, aber in der Frauenpolitik, für die sie damals als Ministerin zuständig war. Frauenförderung ist der gelernten Zahnarztassistentin auch heute noch ein Anliegen, auch als Infrastrukturministerin.

Ihr politisches Engagement startet die Wienerin, die aus sogenannten "kleinen Verhältnissen" stammt, bei der Anti-Atomkraft-Bewegung in den frühen 80er Jahren und engagiert sich bei der Sozialistischen Jugend. Dort lernt sie Werner Faymann kennen, Alfred Gusenbauer ist der damalige SJ-Chef. Gusenbauer gilt später als Bures' Mentor und holt sie nach zehn Jahren im Nationalrat 2000 in die SP-Bundesparteizentrale. Als Gusenbauer Kanzler wird, übernimmt Doris Bures den Job der Frauenministerin. Noch bevor noch die Neuwahlen 2008 ausgerufen waren, wird Doris Bures vom Ministerium zurück in die SPÖ Parteizentrale geholt und ist als Bundesparteigeschäftsführerin nicht unwesentlich am unverhofft guten Abschneiden der SozialdemokratInnen bei der letzten Wahl beteiligt. Der neue Kanzler, Werner Faymann, macht Bures zu seiner Nachfolgerin im Infrastrukturministerium. Damit ist sie für Verkehr, Innovation und Technologie zuständig - Vorratsdatenspeicherung, Alkohol am Steuer und klimafreundliche Verkehrspolitik sind nur einige der aktuellen Themen.

Doris Bures
Doris Bures

Data Retention

Mit der Vorratsdatenspeicherung, der data retention, hat Doris Bures ein unerledigtes Kapitel ihres Vorgängers übernommen. Bereits 2006 hat die EU eine entsprechende Richtlinie erlassen - ohne Verdachtsmomente sollen alle unsere Telekommunikationsdaten über einen Zeitraum von sechs Monaten gespeichert werden. Mittlerweile hat die EU-Kommission Österreich wegen Nichtumsetzung geklagt. Nun liegt ein Gesetzesentwurf zur Novellierung des Telekommunikationsgesetztes vor, in der die Speicherung von "Verkehrs- und Standortdaten" geregelt ist.

Eine Mindestumsetzung der EU-Vorgaben, so die Ministerin, gegen die sich bereits Kritik formiert hat. Mit acht Wochen ist die Begutachtungsfrist für das Gesetz doch ungewöhnlich lange, Bures meint, um die Gespräche mit dem Koalitionspartner und mit allen Interessengruppen weiterzuführen. Ich erwarte hier eine rege Beteiligung der Zivilgesellschaft. Bis 15. Jänner ist dafür Zeit. Dass sie den Vorschlag gemeinsam mit dem Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte erstellt hat, wertet sie als großes Zeichen dafür, dass der Schutz der Privatsphäre gesichert ist. Allerdings meint selbst das Institut, dass die Richtlinie diesbezüglich sehr problematisch ist. Und nicht zuletzt könnte das Gesetz auch noch viel schärfer ausfallen. Innenministerin Maria Fekter hat nämlich angekündigt, dass die Polizei noch viel mehr Befugnisse brauche.

Zum Nachhören: Doris Bures im Interview mit Roli Gratzer zum Thema Vorratsdatenspeicherung

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Doris Bures im Studio

Verkehrspolitik - außer Kontrolle?

Die Plattform probahn fordert einen attraktiven öffentlichen Verkehr und hat parallel zu Kopenhagen Aktionstage organisiert.

Apropos europäischer Standard, da hinkt Österreich in Sachen Kyoto-Ziele bekanntermaßen hinterher. Das liegt auch an der österreichischen Verkehrspolitik, wie Umweltminister Nikolaus Berlakovich, aber auch ExpertInnen meinen. Für das schlechte Abschneiden Österreichs bei den Kyoto-Zielen sei, so Stefan Schleicher vom WiFo, der Verkehr hauptverantwortlich, den wir sich völlig außer Kontrolle entwickeln haben lassen. Die Emissionen in dem Bereich seien seit 1990 um mehr als als 70 Prozent gestiegen. Vor allem beim privaten Individualverkehr müsse man endlich in Richtung des europäischen Durchschnitts kommen: Ab zwei Kilometern dominiert bei uns die Verwendung des privaten Pkw.

Wer gern mit den Öffis unterwegs ist, hat es in diesem Jahr nicht leicht - Verspätungen sind in manchen Regionen alles andere als eine Ausnahme, Einsparungen gibt es bei Fahrplänen bzw. im Streckennetz. Und dann noch die, ja, scheinbar obskure Meldung vor einigen Wochen, die ÖBB planen, Teile des Güterverkehrs wieder auf die Straße zu verlagern.

Zum Nachhören: Doris Bures im Studio zum Thema Verkehrspolitik

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Strafen für das Rasen auf Autobahnen sind vereinheitlicht, abseits davon angehoben, Untergrenze: 70 Euro. Bei Alkohol am Steuer sind von 0,5 bis 0,79 Promille zw. 300 und 3.700 Euro fällig. Wer mit 0,8 bis 1,19 Promille erwischt wird, muss ein Coaching absolvieren- und mindestens 800 Euro zahlen. Ab 1,6 Promille muss man künftig seinen Schein für ein halbes Jahr abgeben, zwei Monate länger als bisher.

Gegen Alk am Steuer

Alle zweieinhalb Stunden wird in Österreich ein Unfall durch Alkohol ausgelöst, bei dem Menschen zu Schaden kommen. Für 2008 heißt das in Zahlen: 2.646 Unfällen und 53 Tote. Bewusstsein bilden, nicht verurteilen und anklagen, sondern darstellen, was passieren kann, das soll die Kampagne "Alkohol am Steuer tötet". Und ist damit das momentan aufregendste Zeichen aus dem Infrastrukturministerium. Die Kampagne ist Teil eines Verkehrssicherheitspakets, im Rahmen dessen schon seit September die Strafen für Alk am Steuer und Rasen erhöht worden sind.

Zum Nachhören: Doris Bures zum Thema Alkohol am Steuer

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Die Position der SPÖ

Fall Arigona und #unibrennt - das waren zwei der wichtigsten Themen im Jahr 2009. Doch die SPÖ bezog wenig Position, wird profillos. Laut Doris Bures sind Asylverfahren in Österreich auf Grund ihrer langen Dauer unzumutbar. Sie wehrt sich und ist der Meinung, dass Sozialdemokratie noch längst nicht zum alten Eisen gehört.

Zum Nachhören: Doris Bures und die SPÖ

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  • paqua | vor 790 Tagen, 23 Stunden, 49 Minuten

    die fr. bures hat gesagt,

    daß es bei dem grenzwert von 0,5 promille darum geht, einen wert festzulegen der von der bevölkerung auch akzeptiert wird.....
    absoluter schwachsinn finde ich... sie nimmt demnach rücksicht auf die akzeptanz derjenigen, die alkoholisiert autofahren wollen! ...spei... :((
    würde man an die ganzen unschuldigen opfer (und deren angehörigen) von alko lenkern denken, sähe das wohl anders aus...

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  • drinkordrive101 | vor 791 Tagen, 13 Stunden, 33 Minuten

    Alkohol am Steuer

    Was hindert uns eigentlich an einer 0,0 Promille Grenze? Sind Alkoholunfälle alle 2,5 Std noch immer zuwenig????

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  • drinkordrive101 | vor 791 Tagen, 13 Stunden, 40 Minuten

    Alkohol am Steuer

    aktuell gute Aktion in den Medien!
    Aber wieso werden die Strafen nur marginal erhöht, ohne abschreckende Wirkung??? Bei 1,5 Promille steigt die Unfallgefahr auf das 36 fache!!!!! Die Strafe dafür wurde nur um das 0,5 fache erhöht!!! Wieso????

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  • jiippii2 | vor 791 Tagen, 14 Stunden, 13 Minuten

    Möglichkeiten

    Wenn man nicht gerade in einer größeren Stadt lebt hat man zum Teil nicht mal die Möglichkeit ein anderes Verkehrsmittel außer das Auto zu verwenden, dabei wäre es wesentlich rentabler bei ordentlichen Verbindungen und ertragbaren Preisen den Zug oder den Bus zu verwenden.

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  • treatus | vor 791 Tagen, 14 Stunden, 15 Minuten

    Frau Infrastrukturministerin

    Warum gibt es keinen Korridorzug zwischen Innsbruck und Reutte?

    Warum sind viele Strecken österreichweit gar so wenig mit öffentlichen Verkehrsmitteln frequentiert?

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  • namehiereintragen | vor 791 Tagen, 14 Stunden, 57 Minuten

    Stadtbahn Salzburg

    Sehr geehrte Frau Bundesminister,

    Sie waren vor wenigen Tagen in Salzburg bei der Eröffnung zweier S-Bahn Haltestellen. In Salzburg wird, ob der katastrophalen Verkehrssituation in der Innenstadt, schon seit einigen Jahren darüber diskutiert die Lokalbahn aus dem Flachgau durch die Stadt als Nord-Süd U-Bahn zu verlängern. Innerhalb der Salzburger Politik herrscht Einigkeit, vom Bund gab es immer wieder Halb-Zusagen. Können Sie uns sagen ob dieses Vorhaben ernst genommen wird oder ob uns diese "U-Bahn" auch die nächsten Jahre als Wahlkampfgag in Gemeinde- und Landtagswahlen erhalten bleibt?

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  • evolutionnow | vor 791 Tagen, 15 Stunden, 4 Minuten

    ... aber ich sage jetzt schon voraus was die antwort von frau minister bures sein wird: "ja, das ist alles wahr, daher muss man in jedem fall genau entscheiden".
    genau DAS passiert aber zu 100% nicht, da schon die personellen ressourcen fehlen!

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  • evolutionnow | vor 791 Tagen, 15 Stunden, 14 Minuten

    vorratsdaten

    es kann doch wahrlich keine agenda einer sozialistischen politikerin sein, die unerträgliche präventivkriminalisierungspolitik rechtsgerichteter politischer strömungen durchsetzen zu wollen.
    vorratsdatenspeicherung bietet -wie auch CCTVs im öffentlichen raum- keinerlei sicherheit vor verbrechen, im gegenteil: die echten großkriminellen ziehen sich damit immer weiter zurück in uneinsehbare räume... ob physisch oder virtuell. vorratsdatenspeicherung kriminalisiert präventiv user und macht sie zu potentiellen verbrechern... das widerspricht klar der rechtsstaatlichen auffassung der unschuldsvermutung. man kann ja gerne die vorratsdaten eines users speichern, der in einem laufenden strafverfahren steckt, aber ganz sicher NICHT die daten aller. das ist ja nicht weit weg von zuständen in der ddr, dem nationalsozialismus oder sonstigen totalitär-autoritären regimes!
    und wer jetzt mit kinderschutz und terrorbekämpfung kontert:
    ad 1: bei kinderpornographie ist es wie bei junkies: man kann die user natürlich bespitzeln, verfolgen und verhaften, sie wachsen ohnehin nach, da es sich um eine meist unheilbare psychologische beeinträchtigung handelt. es wäre vielleicht einmal sinnvoll, in großem stil und rücksichtslos gegen produzenten und online-plattformen vorzugehen, die so etwas verbreiten und damit geld verdienen! oder ist man froh, dass die "szene" im netz überschaubar ist und man hin und wieder "erfolge" vorweisen kann, wenn es politisch opportun scheint..?...

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    • evolutionnow | vor 791 Tagen, 15 Stunden, 13 Minuten

      ad 2: der terrorismus ist immer das, was die jeweilige staatsmacht so definiert; im naziregime galten sozialismus oder kommunismus als terroristisch, in den 1950ern war man generell als kritischer us-bürger in den usa gefährdet, als un-amerikanischer terrorist eingestuft zu werden etc. heute ist man schon verdächtig, wenn man muslimischen glaubens ist. also vorsicht mit bürgerrechtseinschränkenden massnahmen gegen terrorismus... die können schnell zum bumerang werden.

    • evolutionnow | vor 791 Tagen, 15 Stunden, 12 Minuten

      ad 1, ps:

      oder gibt es gutes steuergeld zahlende oder gar prominente wirtschaftstreibende hinter diversen kriminellen online-angeboten...? das wäre auch eine erklärung.

  • joe2010 | vor 791 Tagen, 15 Stunden, 14 Minuten

    CO2 Reduktion - leichter gehts nicht!

    Liebe Frau Bures,
    warum wird in Österreich nicht endlich die Höchstgeschwindigkeit auf Bundesstraßen auf 80 km/h und auf Autobahnen auf 100 km/h reduziert???
    Osterreich (klein, gebirgig) ist nicht Deutschland! In Norwegen geht es auch und in anderen EU-Staaten. CO2 könnte mit einem Schlag stark eingespart werden, ebenso positiv wirkt sich das auf die Verkehrssicherheit aus!

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    • evolutionnow | vor 791 Tagen, 15 Stunden, 10 Minuten

      viel sinnvoller wäre druck auf die automobilwirtschaft, nur mehr schadstoffarme bzw. mit alternativen antrieben ausgerüstete autos zu verscherbeln. aber allein die tatsache, dass immer noch SUVs verkauft werden, ist ja ein beweis gegen eine solche tendenz.

    • untutoredyouth | vor 791 Tagen, 15 Stunden, 8 Minuten

      na weil dann ein strache plakatieren lässt, dass er das zu verhindern wissen wird, wenn er zum papst gekrönt wird.

    • joe2010 | vor 791 Tagen, 15 Stunden, 1 Minute

      Das ist ja genau der Druck, den die Automobilindustrie braucht. Das kann nur Politik machen. Obwohl natürlich die wieder an der Wirtschaft hängt...
      Die Leute werden von sich auf keine "vernünftigen Autos" kaufen, die hören nur auf die Werbung. Temporeduktion ist auch eine Chance für Elektroautos, die nicht den Fehler machen dürfen, da weiter zu machen, wo unsere 150 PS-Dreckschleudern heute stehen!

  • caos989 | vor 791 Tagen, 15 Stunden, 42 Minuten

    Alk am Steuer durch Irisches System senken?

    Als ich voriges Jahr in Dublin war habe ich ein tolle Kampagne gegen Alkohol am Steuer entdeckt.
    Da darf derjenige der als Fahrer in einer Gruppe ausgewählt wird so viel Antialkoholisches trinken wie er mag und das ganze gratis.
    Finanziert wird dies durch die großen Alkoholkonzerne.

    Wäre sowas bei uns nicht durchführbar?
    Man könnte ja auch eine extra Alkoholsteuer einführen für die Sicherheit auf den Straßen.

    Wäre das nicht ein großer Anreiz für viele freiwillig auf den Alkohol zu verzichten und sich als Fahrer zu opfern?

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    • evolutionnow | vor 791 Tagen, 15 Stunden, 8 Minuten

      ein guter ansatz... aber in österreich tut man lieber "die bösen" bestrafen als "die guten" belohnen. ist leichter und billiger.