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Musik, Film, Heiteres

Elisabeth Scharang

Elisabeth Scharang

Geschichten über besondere Menschen und Gedankenschrott, der für Freunde bestimmt ist.

5. 1. 2010 - 20:11

Keine BumBangBegegnung

Was Jan Delay mit George Michael verbindet. Und warum wir einander humorlos und pubertär finden. Ein Doppelzimmer Spezial mit dem Hamburger Musiker Jan Delay, das interessant zu hören, aber nicht angenehm zu machen war.

Im Radio!
Heute von 13 bis 15 Uhr zu hören: Ein Doppelzimmer Spezial mit Jan Delay

Wir hören uns Michael Jacksons ersten Nummer 1 Hit an, den Michael im Alter von neun Jahren gesungen hat. Mit neun tanzte sich der kleine Jan zu Musik aus dem Plattenregal seiner Eltern die Hüften locker, so erinnert sich der große Jan, während wir Michael Jackson lauschen. Denn wer das tanzen nicht von klein auf in den Beinen hat, der bleibt sein Leben lang steif wie ein Stock, erklärt mir Jan Delay; der auf der Bühne biegsam wie ein Expander ist, mir gegenüber aber steif wie ein Stock sitzt. Das Reden und das Singen kommen aus zwei Familien, die nur partiell etwas miteinander zu schaffen haben. Aber für Familiengeschichten interessiert sich der Hamburger auch nur am Rande. Zurück zu BumBang.
Die erste BumBangBegegnung mit Musik war ein Tape mit Songs von Udo Lindenberg. "Der hat zu mir gesprochen. Den habe ich verstanden. Und er und seine Musik hatten nichts mit meinen Eltern zu tun; das war mein eigenes Kinderentdeckungserlebnis."

Jan Delay zu Gast im Doppelzimmer Spezial

Ein schönes Wort. Hat er das gesagt, oder habe ich ihm das nachträglich angedichtet, weil ich mich so sehr um ein Gespräch bemüht habe? Immer diese verfluchte Ernsthaftigkeit, mit der ich zuhöre, mit der ich ein Gespräch führe. Aber manchmal führt sich das ad absurdum. Lösen kann man dieses Dilemma nur wie kürzlich mein genialer Kollege Albert Farkas in seinem ernsthaften Versuch, Frau Soap&Skin zu befragen. Ihr Unvermögen, diese Intention zu respektieren brachte ihr das respektloseste Interview ein, das ich auf FM4 je gehört habe (die Übertreibung ist hier angebracht). Und neidvoll habe ich mir in meinen Arsch gebissen, weil ich diesen Weg mit Jan Delay nicht gegangen bin. Aber zurück zu Michael Jackson.

Jan Delay zu Gast im Doppelzimmer Spezial

Nach Michael Jackson und Udo Lindenberg singt George Michael. Ebenfalls eine Herzensnummer von Jan Delay. "Freedom" habe ihn aus einem emotionalen Loch geholt. Ausgebrannt sei er damals gewesen. Er wollte alle Kumpels auszahlen und das Projekt "Jan Delay" schließen. Und wenn du denkst, es geht nicht mehr, dann kommt von irgendwo diese Mukke her – singt Jan Delay in seinem Song "Hoffnung". Ich mag den Kitsch dieser Nummer. Ich mochte auch die erste Delay-Platte über die Söhne Stammheims, über hirnlose Mitmenschen, die es besser lassen sollten, seine Lieder nach zu singen. Und dabei hätte wir es belassen sollen. Delay und Scharang passen nicht.

Jan Delay zu Gast im Doppelzimmer Spezial

Die M.J.-Nummer ist vorbei. Ich ziehe in Zweifel, dass es für M.J. ein Glück war, mit neun Jahren auf einer Bühne zu stehen und Popstar zu sein. Da stünde ich wohl nicht auf der Seite der Kids, für die so eine Chance das Größte in ihrem Leben sei, wirft sich Jan Delay in die Bresche für all die kleinen Kinderstars. Ich bin verblüfft über sein trotziges Robin-Hood-Gehabe. Und fühle wie mich auf einem Kindergeburtstag, an dem ich plötzlich die Tante bin, die dem kleinen Jan verbietet, die vierte Schaumrolle in Reihe in sich hinein zu stopfen. Weil ich auch wirklich so eine Spielverderberin bin! Dabei ist es mir völlig egal, wenn fremde Kinder sich ankotzen; schon gar wenn sie einen 3-Tages-Bart haben und genug Geld verdienen, um sich die Schaumrollen selbst zu kaufen. Kurzum: nach zwei Stunden Gespräch hat mein Gegenüber einen verdorbenen Magen und ich bin erschöpft und habe mir mindestens zwei Jahre Pause für Interviews mit männlichen Künstlern und Musikern unter 40 gegeben. Das überlasse ich den wirklich coolen Hunden – ich wähle das Interview von Albert Farkas hiermit zum Besten des Jahres 2009.

Zum Nachhören:

Jan Delays Playlist:

artist song  
Absolute Beginner IRGENDWIE, IRGENDWO, IRGENDWANN  
Jan Delay Showgeschäft  
Madonna FROZEN (Stereo MCs rx)  
Michael Jackson Ben  
Prince Dance On  
dj a-trak say whoa  
Public Enemy FIGHT THE POWER  
Beatles Drive My Car  
Rio Reiser HERZVERLOREN  
Pharcyde RUNNIN  
Jan Delay SÖHNE STAMMHEIMS  
Jan Delay Hoffnung  
George Michael Freedom  
Bob Marley GET UP, STAND UP  
Udo Lindenberg Säufermond  
Alabama 3 WOKE UP THIS MORNING  
Talking Heads Burning down the house  

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  • dyrn | vor 764 Tagen, 15 Stunden, 28 Minuten

    IQ und Raumtemperatur

    Böse Zungen behaupten, Jan Delays IQ übersteige nicht die durchschnittliche Raumtemperatur. Diese Kommentare kommen sicher aus einer Ecke, die ihm nicht wohlgesonnen ist, aber auch als jemand, der den Typen sympathisch findet, muss ich sagen: Sobald er in Interviews versucht, die konkrete Ebene (sprich was er heute gegessen hat, wie er geschlafen hat und dass er gerne zu Besuch ist) verlässt, werden seine Aussagen und Argumente meist wirr und unreflektiert... und - je länger das Gespräch dauert - irgendwie kindisch trotzig.

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  • nureineplatte | vor 767 Tagen, 3 Stunden, 28 Minuten

    wie so oft: sehr interessant. diesmal eher informativ.

    schönen dank!

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  • spookster | vor 767 Tagen, 12 Stunden, 58 Minuten

    Ein wirklich interessantes Doppelzimmer..

    Eine Anmerkung, gleich zum ersten Punkt:
    Musiker und deren Erfolg

    Ich denke da liegt jd absolut falsch.
    Es gibt jede Menge, wirklich musikalisch grandiose, wahnsinns gute Bands, die so gut wie gar keine Öffentlichkeit oder "nur" eine Regionale bekommen.
    Man braucht sich da auch nur selbst an der Nase zu nehmen und sehen inwieweit man im Soundpark stöbert.. anstatt diese Mainstream Pop-Ecke, Einheitsbrei zu hören..

    Ich weiß nicht, inwiefern er das selber ernst gemeint hat..
    Das sollte jeder Musiker doch am Besten selber wissen und kennen, auch wenn sich langsam nach vielen Jahren, ja, villeicht auch mit etwas Glück, der Erfolg einstellt.

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    • billyhunt | vor 767 Tagen, 52 Minuten

      ja na dann hast du nicht ganz aufgepasst. weil er ja - im gegensatz zu dir - klarstellte dass es da nicht um geschmack geht, der ja subkektiv is; er hat ja extra das bohlen-bsp gebracht; also die grösste anti-ästhetik für unsereiner die geht... ihm ging es eben darum, dass bei jeder erfolgreichen sache egal wie behindert sie für deine, seine oder meine ohren klingen mag in der regel harte arbeit dahintersteckt.

      keine ahnung ob er mit dieser these recht hat, aber das war sein punkt. und diese, seine meinung sei ihm ja wohl zugestanden.

    • beatnoir | vor 766 Tagen, 16 Stunden, 23 Minuten

      selbst wenn er es so gemeint haben sollte, da kann ich ihm absolut nicht zustimmen. ich glaube häufig ist eher das gegenteil der fall - nämlich dass gerade im musik-business viele überaus erfolgreiche dinge mit einem minimum an aufwand erreicht werden können; während andere musiker/bands jede menge herz, schweiss & kohle in ihre arbeit stecken und dafür erstaunlich wenig zurückbekommen!

    • alpiarts | vor 766 Tagen, 14 Stunden, 29 Minuten

      +++++++++ !

  • billyhunt | vor 767 Tagen, 19 Stunden, 39 Minuten

    hmm, also jetzt grad beim podcast hören find ich den jan sehr sympathisch, nett und gscheit. hab aufgrund des vorberichts den ur (eingerauchten) dodel erwartet.

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  • schneehund | vor 767 Tagen, 19 Stunden, 49 Minuten

    Elisabeth Scharang

    hat Recht: Das Interview war interessant zu hören. Und warum war es nicht angenehm zu machen?
    Vielleicht, weil man niemanden zu fragen braucht, wie die Welt so ist, wenn man es sich eh nur selbst glaubt...

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    • blauegiraffe | vor 767 Tagen, 15 Stunden, 16 Minuten

      frag ich mich auch

      ...das stermann/grissemann interview hab in WÖ hab ich noch als sehr locker und unkompliziert in erinnerung.

  • ikaracolt | vor 767 Tagen, 21 Stunden, 25 Minuten

    der kernsatz

    jd: "du bist viel zu pessimistisch und viel zu.. nörgelich"
    es: "nein,..."

    :)

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  • fuzzjunk | vor 767 Tagen, 21 Stunden, 35 Minuten

    wieso darf so etwas [Elisabeth Scharang]...

    ...immer wieder so tolle leute interviewen obwohl es immerwieder beweist das es dem (denen) nicht gewachsen ist???

    the fm4 downward spiral is spinning faster and faster and faster...

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    • sadsappysucker | vor 767 Tagen, 19 Stunden, 43 Minuten

      unterschreib ich

    • pamphletear | vor 767 Tagen, 16 Stunden, 22 Minuten

      hast du es wirklich nötig, elisabeth zu verdinglichen - und das auch noch lustig zu finden? mich hat jan delay nach der ersten stunde bereits so genervt, daß ich auf ö1 wechselte, wo der gute sven regener seine gedanken zum großen thema romantik feilbot.

  • reyl | vor 767 Tagen, 22 Stunden, 47 Minuten

    Gibt's das Interview mit Soap&Skin irgendwo zum nachhören?

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    • plakes | vor 767 Tagen, 20 Stunden, 6 Minuten

      maybe in the interview podcast

  • softmachine | vor 767 Tagen, 23 Stunden, 39 Minuten

    also was da elisabeth scharang aufführt ist eine frechheit. keine fragen oder völlig belanglose (brauchst du viel geld, magst du schnee bla bla) zu haben, keine neugierde,irgendwie unvorbereitet, dann besserwisserisch andere meinungen nicht ertragen, diese art der ignoranz ist nicht gerade einem gespräch, einem interview zuträglich. das niveauloseste ist aber hier hinterherzutreten, weil man ja eh nur hören will, was man selber denkt. jan delay hat noch das beste aus diesem krampfigen getue gemacht, dieses hinterhacken ist eine journalistische katastrophe und typisch österreichisch.

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    • shiloh | vor 767 Tagen, 22 Stunden, 42 Minuten

      Typisch österreichisch

      ist dieses "typisch österreichisch -Geweine" - WAS ist schon typisch österreichisch??
      Jan Delay war nie mein Fall, irgendwie nervig und dieser etwas mühsame nasale Singsang...
      Das Interview war dennoch interessant, auch weil die Distanz zwi. Interviewerin und JD doch spürbar war, dazu noch einige Aussagen von ihm.
      "oh Johnny" ist ja wirklich ganz nett, sowie ich auch einige Texte spannend finde - dennoch, so richtig erwärmen kann ich mich nicht für ihn.

    • fuzzjunk | vor 767 Tagen, 21 Stunden, 45 Minuten

      na da bin ich ja mal gespannt auf das interview...

      ich persönlich find den jan so ziemlich das sympathischste wesen das so auf diesem erdenball herumläuft...

      tolle musik, toller typ und sowas von easy drauf... vergifte uns alle mit deiner art!

  • schneehund | vor 768 Tagen, 17 Minuten

    Indenwaldhineinrufen

    Elisabeth Scharang passiert es mitunter, die Situation unnötig unangenehm zu machen, indem sie das Gespräch mit Unverständnis(?), Suggestivfragen und Unterstellungen in eine vordergründig kontroversielle Richtung zerrt. So bereits im Interview mit den Ärzten passiert...

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    • konraider | vor 768 Tagen, 14 Minuten

      find ich auch ..

      .. zB in der Tokio Hotel passage, J.D. hat aber die Größe da überhaupt nicht drauf einzugehen.

    • schneehund | vor 767 Tagen, 21 Stunden, 59 Minuten

      Die Ärzte...

      ...hat sie tatsächlich angerotzt, dass ihre Liedtexte nicht aus der Sicht der Frau wären - no na, bei 3 Männern! X-p