Erstellt am: 13. 1. 2010 - 17:15 Uhr
"Reform-Lulus"
Eine Woche lang blicken wir mit den SprecherInnen der politischen Jugendorganisationen in die Zukunft der Parlamentsparteien:
- Marc Pommer-Gutschy (GZÖ)
- Wolfgang Moitzi (SJ)
- Sebastian Kurz (JPV)
Auch wenn es heißt, die SPÖ wäre in der Krise, der ÖVP geht es anscheinend auch nicht gerade gut: Zur Bundespräsidentenwahl wird zum ersten Mal wahrscheinlich kein ÖVP-naher Kandidat antreten, bei den Landtagswahlen in Wien, dem Burgenland und der Steiermark schaut es nicht nach den großen ÖVP-Siegen aus und (Ex)Minister wie Johannes Hahn und Maria Fekter sind öffentlich umstritten.
Sebastian Kurz (Junge Volkspartei)

Sebastian Kurz studiert in Wien Rechtswissenschaften, ist seit 2008 Obmann der Wiener JVP und seit vergangenem Sommer auch Bundesobmann. Kurz wird auch im Herbst bei der Wiener Landtags- und Gemeinderatswahl antreten.
Die politische Debatte um das neue Erstaufnahmezentrum in Eberau geht ihm auf die Nerven: "Ich bin mittlerweile nicht nur enttäuscht, sondern auch angefressen auf diese scheinheilig geführte Diskussion." Für Sebastian Kurz steht wegen der Dauerüberfüllung von Traiskirchen außer Frage, dass Österreich ein drittes Erstaufnahmezentrum braucht, aber "es ist anscheinend nicht möglich, einen Standort zu finden, weil sich in der SPÖ immer einige quer legen." Die ÖVP ist von der Kritik ausgenommen? "Es geht gar nicht darum, jemandem die Schuld zu geben. Was mir abgeht, ist eine Solidarität unter den Ländern."
Mit der Regierung ist Sebastian Kurz an sich zufrieden, wenn es ihm auch an Reformeifer fehlt: "Vor allem in der SPÖ gibt es Minister, die aus meiner Sicht totale Reform-Lulus sind." Auf die SPÖ ist Kurz offenbar nicht so gut zu sprechen, vielleicht weil sie die JVP-Idee, die Wiener U-Bahnen am Wochenende durchgehend fahren zu lassen, jetzt in einer Volksbefragung für sich einnimmt. Dabei wolle das die SPÖ gar nicht: "Aus SPÖ-Quellen weiß ich, dass vom Bürgermeister Häupl abwärts allen SPÖ-Mitgliedern vogegeben wird, dass dagegen gestimmt werden soll."

Die zweideutigen Plakate mit der entsprechenden Forderung, die im Sommer für Diskussionen gesorgt haben, verteidigt er. Die JVP-Kampagnen sollen aufregen und polarisieren.
Das ganze Interview mit JVP-Obmann Sebastian Kurz

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