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Rainer Springenschmid

Rainer Springenschmid

Punk & Politik, Fußball & Feuilleton: Don't believe the hype!

20. 1. 2010 - 19:41

Sozialneid von oben?

Es geht ums Geld: In Österreich sollen Transferkonten für Transparenz bei staatlichen Leistungen sorgen. In Deutschland läuft die Diskussion direkter: dort werden sozial Schwache gleich als "Minderleister" beschimpft.

Mit der Transparenz ist das so eine Sache: Gern fordert man sie bei anderen ein, bei sich selbst hält man sie oft nicht für notwendig. Ein Transferkonto, so die Argumentation von Karlheinz Kopf (ÖVP) soll Transparenz herstellen über soziale Leistungen, die Einzelne bzw. Familien erhalten.

Offenheit und Transparenz

Transparenz, so glaubt man, ist natürlich nichts Schlechtes. Eigentlich ja sogar eine Grundlage für Demokratie. Da stellt sich natürlich die Frage, warum ausgerechnet bei den unteren Einkommen Transparenz herrschen soll, und man bekommt die Antwort gleich mitgeliefert: um die "Treffsicherheit von sozialen Maßnahmen zu erhöhen". Ganz forsch fordert der Wirtschaftsbund gleich eine "Bürgerbilanz", er will damit "Leistungs- mit Verteilungsgerechtigkeit kombinieren" und mit Transparenz "ein neue Einstellung zu Leistung und staatlicher Gegenleistung" erreichen.

Das erinnert an die deutsche Diskussion um Thilo Sarrazin und Peter Sloterdijk - die war da allerdings ein bisschen direkter. Der deutsche Sozialdemokrat Thilo Sarrazin sprach, kaum hatte er es sich auf seinem gut dotierten Versorgungsposten in der Bundesbank bequem gemacht, von "Minderleistern" und davon, dass die Unterschicht (unter ihnen natürlich auch die "nicht integrationswilligen muslimischen Ausländer", die wir aus hiesigen Debatten nur allzu gut kennen) zu wenig Leistung erbringe und im Gegensatz dazu zu viele Kinder produziere, die dann allesamt zu bildungsfernen Proletariern heranwüchsen.

Noch vor Kurzem hatte man in Deutschland - wie fast überall - darüber diskutiert, was falsch läuft in einem System, in dem die, die eine halbe Weltwirtschaft in den Abgrund stoßen, mit fetten Millionenprämien belohnt werden, und in dem der Staat zu wenig Geld für Bildung, Kultur und Soziales hat - aber wenn es die Richtigen brauchen, dann scheißt er Milliarden heraus wie ein Goldesel die Dukaten. Binnen Kurzem hat sich die Diskussion gedreht, jetzt sind die Minderleister das Problem und eine Partei sitzt in der Regierung, die nie ein Hehl daraus gemacht hat, dass sie denen dient, die von diesem falschen System am meisten profitieren.

"Leistung muss sich wieder lohnen!"

Am Anfang solcher Kampagnen steht das Missverständnis, dass in unserer Gesellschaft die Menschen das verdienen, was sie verdienen. Das wird auch nicht wahrer, wenn man es ständig wiederholt. Ein Kindergärtner leistet nicht weniger als eine Bankmanagerin, ein Bauarbeiter nicht weniger als ein Fußballer, und trotzdem werden sie völlig anders entlohnt. Von den prekären Arbeitsverhältnissen gar nicht zu reden.

Dass Marktwirtschaft Gerechtigkeit schafft, haben sich vor ein paar Jahrzehnten nicht einmal ihre größten BefürworterInnen zu behaupten getraut. Darum ging es auch gar nicht. Der große Bonus der Marktwirtschaft war das Schaffen von Wohlstand, nicht dessen gleichmäßige Verteilung. Dass der Markt jedem das gibt, was er verdient, ist ein ideologisches Konstrukt, das in den Achtziger Jahren von den Wegbereitern des Neoliberalismus, Reagan, Thatcher, Kohl, propagiert wurde, und das auf Standesdünkel aus der Frühzeit des Kapitalismus zurückgreift.

Das Perfide an der seit damals immer wieder hoch kommenden Leistungsdebatte ist, dass sie gar keine Leistungsdebatte ist. Der Slogan Leistung muss sich wieder lohnen, in den Achtziger Jahren entworfen, hatte mit Leistung eigentlich gar nichts zu tun, er meinte Weniger Steuern für Großverdiener.

Studie zum sozialen Wert von Arbeit

WissenschaftlerInnen vom britischen Think-Tank New Economics Foundation haben statt dem ökonomischen den sozialen Wert der Arbeit für bestimmte Berufsgruppen berechnet. Dabei kam heraus, dass Topmanager in Banken für jeden Euro Gehalt sieben Euro sozialen Wert vernichten, wogegen in der Kinderbetreuung für jeden verdienten Euro rund zehn Euro sozialer Mehrwert entstehen.

Legt man für Transferkonten und Bürgerbilanzen statt dem ökonomischen den sozialen Mehrwert zu Grunde, dann brächte Transparenz uns wirklich weiter. Aber so ist das alles natürlich nicht gemeint, genausowenig wie gemeint ist, die Vermögenden zu durchleuchten. Wer erinnert sich, wie vor kurzem noch das Bankgeheimnis heilig gesprochen und mit Zähnen und Klauen verteidigt wurde? Kein ÖVP-Politiker forderte hier Transparenz.

Macht braucht Kontrolle, Kontrolle braucht Transparenz

Noch auf einem anderen Feld ist die Transparenzfreudigkeit der KoalitionspolitikerInnen wenig ausgeprägt: bei der Parteienfinanzierung blocken SPÖVP trotz (oder auch wegen?) des Kärntner Hypodebakels nach wie vor ab. Missstände, die seit Jahren nicht nur von Organisationen wie Transparency International angeprangert werden, sind für deren Profiteure natürlich keine. Die Korruptionsbekämpfung hierzulande ist unterentwickelt, Abgeordnetenbestechung ist in Österreich nach wie vor keine Straftat.

Karlheinz Kopf fordert mehr Transparenz für die Unterschicht, für die Empfänger von staatlichen Leistungen, damit denen auch ganz genau auf die Finger geschaut werden kann und ja niemand auch nur einen unkontrollierten Cent zuviel bekommt. Er fordert nicht mehr Transparenz auf der anderen Seite, nicht für Subventionen an große Wirtschaftsbetriebe, nicht für die Steuererklärungen von GroßverdienerInnen, nicht für Stiftungen, nicht bei Parteispenden, nicht für weisungsgebundene Staatsanwälte.

Dabei wäre gerade dort Transparenz vonnöten. Transparenz nicht als Machtmittel, sondern um Macht kontrollierbar zu machen.

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  • heimatstolz | vor 855 Tagen, 58 Minuten

    hättens halt was glernt... .

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    • elvishasleftthebuilding | vor 854 Tagen, 9 Stunden, 30 Minuten

      Solche Aussagen fallen immer auf`s Bildungssystem zurück.

  • elvishasleftthebuilding | vor 855 Tagen, 7 Stunden,

    Seltsamerweise führen vor allem jene den Spruch von der Leistung die sich wieder lohnen müsse im Mund, für die es sich doch bereits mehr als lohnt.

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    • elvishasleftthebuilding | vor 855 Tagen, 6 Stunden, 56 Minuten

      Auf Sarrazin würde ich das aber dennoch nicht beziehen.
      Da sollte man wirklich das ganze Interview lesen, das sich mit einer konkreten Problemlage in Berlin befasst, und nicht nur aus dem Zusammenhang gerissene Passagen.

  • rriotrradio | vor 855 Tagen, 12 Stunden, 42 Minuten

    ich bin für die abschaffung des bankgeheimnisses...

    ...und für das transferkonto. ich bin auch für transparanz bei gehältern und einkommen.

    und ich würde so gerne mal wissen, was "gerechtigkeit" eigentlich ist...also zB die gerechtigkeit die die soziale marktwirtschaft nicht schaffen kann...

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  • mannextdoor | vor 856 Tagen, 2 Stunden, 4 Minuten

    wie man den zusammenhang zwischen "der treffsicherheit von sozialen maßnahmen" und "minderleistern" bzw "bildungsfernes proletariat, integrationsunwillige muslimische ausländer" herstellen will ist mir in diesem kontext noch schleierhaft.
    man mag zu diesem transferkonto stehen wie man will und die intentionen der övp mögen auch nicht schwer herzuleiten sein. aber ich bin dagegen auf solch polemische art nicht verbundenes miteinander zu verknüpfen.

    außerdem leuchtet mir die logik nicht ein mit der hier dargestellt wird man solle doch alles offenlegen wos ums große geld geht, aber beim "kleinen mann" eine ausnahme machen, weil der ja eh so wenig hat..

    was den restlichen teil betrifft so sind es die üblichen kapitalismus kritiken, die wie ich finde mittlerweile ziemlich fad sind. (gute) manager schaffen arbeitsplätze, das soll die putzfrau mal aufwiegen. dass hier schon fast offen die gleiche entlohnung von diesen arbeitsgruppen gefordert wird, beweist die realitätsferne des autors.
    kapitalismus schafft wohlfahrt, sozialismus verteilungsgerechtigkeit. dass das eine ohne dem anderen nicht möglich ist, sollte man sich aus dem hausverstand herleiten können

    Auf dieses Posting antworten
    • duzur | vor 855 Tagen, 16 Stunden, 3 Minuten

      Niemand fordert

      die gleiche Entlohnung für alle. Es geht nur um die Relationen die inzwischen schon pervers sind.

    • rereaktionär | vor 855 Tagen, 15 Stunden, 51 Minuten

      dann hätte

      der Autor darauf hinweisen sollen, dass es in fast allen Bereichen vor allem ein Verteilungsproblem zwischen alt und jung ist. Die großen Profiteure sind heute schon in Pension...

  • theeye | vor 856 Tagen, 15 Stunden, 46 Minuten

    jeder verdient, was er verdient

    das Problem an der Gschicht is ja, dass wenn man mit so einem Wirtschaftsheini/FDP-Wähler (ich leb ja jetzt in Deutschland, da sieht man die aus der Nähe) redet, keine inhaltliche Kommunikation zustandekommt, weil sämtliche Begriffe mit anderer Bedeutung belegt sind. Wenn man nämlich, so wie diese Menschen, "fair" re-definiert als "das, was im freien Markt rauskommt" dann wird "fairer Lohn" zur Tautologie und ist per definitionem gegeben, solang keine böse Regulierung stattfindet.

    Da kommen wir dann auch gleich zu dem Dogma, dass nichts einen inhärenten (oder sozialen) Wert habe, Wert sei einzig und allein die Menge Geldes, die im freien Markt jemand bereit sei für etwas zu zahlen. Und mit der Argumentation bekommt natürlich jeder genau das, was er wert ist. Ist schliesslich das, was der Markt ausspuckt. Und am Ende sind wir bei Maggie "there is no such thing as 'society'" Thatcher.

    Auf dieses Posting antworten
    • harald123 | vor 855 Tagen, 15 Stunden, 40 Minuten

      Wenn sie das Wort "fair" in den Mund nehmen, gehören sie eh noch zum vernünftigeren Flügel der Wirtschaftsheini/FDP-Wähler. Ich hab schon Leute erlebt, die den Begriff "Fairness" überhaupt ablehnen, weil er nach "sozialistischer Gleichmacherei klingt".

  • duzur | vor 856 Tagen, 16 Stunden, 7 Minuten

    Von wegen Transparenz

    Hoffentlich entlarvt das Transferkonto wie viel von unten nach oben umverteilt wird, z.B. bei den Pensionen jenseits der ASVG-Höchstgrenze.
    Eine selektive Transparenz wo nur das festgestellt wird was einzelnen Parteien oder Interessensvertretungen genehm ist, wäre ein Hohn.
    Pikant sind auch Fälle wo Firmen mit Steuergeldern gefördert werden und sie dann die Gewinne in Steueroasen verstecken...

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  • negrete | vor 857 Tagen, 4 Stunden, 28 Minuten

    bitte wer fordert "mehr transparenz für die unterschicht"? also dass die fm4-artikel zu gesellschaftspolitischen themen für gewöhnlich den eindruck machen, als würden sie direkt aus der spö-parteizentrale stammen war ja nichts neues und ist bei den bekannten politischen abhängigkeiten des orf nicht weiter verwunderlich. da herrscht insbesondere im heurigen wahljahr offenbar große aufgeregtheit sodass jede gelegenheit zur stimmungsmache genutzt wird.

    aber dass hier mittlerweile auch ganz offen linksextremistische standpunkte verbreitet werden - noch dazu auf derart plumpe art und weise wie in diesem artikel - ist für ein öffentlich rechtliches medium schon eine reife leistung.

    was kommt als nächstes? das infragestellen der gewaltenteilung oder des rechtsstaatlichen prinzips?

    Auf dieses Posting antworten
    • redken | vor 857 Tagen, 2 Stunden, 33 Minuten

      jo, ist schon gut negrete

      bist eh ein leistungsträger

    • mjrchiphazzard | vor 857 Tagen, 1 Stunde, 19 Minuten

      wie einfach man dieser tage schon linksextremistisch sein kann, haha xD diese linkslinken gutmenschen, fürchterlich... xDDD

    • chesvic | vor 856 Tagen, 17 Stunden, 28 Minuten

      die Dichte, Einseitigkeit und Radikalität der Propaganda hier ist in der Tat erstaunlich

    • chesvic | vor 856 Tagen, 17 Stunden, 25 Minuten

      und die "kritische" Community beeindruckt auch immer wieder mit ihrem höchst kritischen "Kronenzeitungsleser!"-Gekläffe. Lieber flüchtet man in Selbst-Ironie, wenn etwas am feststehenden Weltbild kratzt. Ist halt auch deutlich bequemer.

    • moreno | vor 856 Tagen, 16 Stunden, 2 Minuten

      @ negrete: sehr interessant: extremistische standpunkte kritisieren und dann selbst solche vertreten... hast du den artikel überhaupt gelesen?

      wie dem auch sei, wenn "transferkonten" und "transparenz" so wichtig und zielführend sind, warum sollen diese nicht auch für partei(förderung)en, für banken (inkl. bankgeheimnis), stiftungen, unternehmen (staatsförderungen) etc. gelten? bei den "unteren" einkommensschichten (die wohl auch die meisten sozialleistungen erhalten -> transferkonto) ist man immer sehr schnell zur hand, wo der einzelne vielleicht ein paar hundert euro an sozialen maßnahmen erhält - geht es aber um beträge jenseits der 100.000 bzw. millionengrenze (einzelne od. wenige personen bzw. ein unternehmen/eine partei betreffend), ist transparenz plötzlich doch nicht mehr so wichtig... was sagt das über unsere politik aus? hmm...

    • negrete | vor 856 Tagen, 11 Stunden, 4 Minuten

      @moreno
      mein hauptkritikpunkt bezieht sich eigentlich darauf dass eine derartige propaganda im rahmen eines öffentlich-rechtlichen mediums, das eigentlich zur objektivität und unabhängigkeit verpflichtet wäre, erscheint. und warum ich der ansicht bin, dass dem o.a. standpunkt extreme tendenzen inhärent sind, erläutere ich dir gerne:

      grundsätzlich setzt bereits die österreichische verfassung mit den bestehenden grundrechten ein hohes maß an marktwirtschaftlicher orientierung der faktischen wirtschaftsordnung voraus. mit dem beitritt zur eu, deren primärrechtliche bestimmungen eine marktwirtschaftliche ordnung in den mitgliedsstaaten zwingend voraussetzen, wurde dies nachhaltig manifestiert. da sich auch alle der im nr vertretenen parteien – in welcher ausprägung auch immer – zu einer marktwirtschaftlichen wirtschaftsordnung bekennen, besteht in dieser frage somit auch ein demokratisch-gesellschaftlicher grundkonsens.

      mit den o.a. aufkärungen zu den „missverständnissen“ der marktwirtschaft, die als grundsätzlich ungeeignet dargestellt wird, den sozialen zusammenhalt einer gesellschaft sicher- oder den wert von arbeit gerecht darzustellen, befindet sich der autor meiner ansicht nach außerhalb dieses gesellschaftlichen grundkonsenses. und ob ein öffentlich-rechtliches medium für die verbreitung derartiger botschaften da ist, muss jedenfalls bezweifelt werden. (leider hat er ja nicht verraten, welches wirtschaftssystem er präferieren würde –ich vermute eine zentralverwaltungswirtschaft.)

    • springen | vor 856 Tagen, 10 Stunden, 35 Minuten

      wenn man schon linksextrem ist wenn man die marktwirtschaft für nicht perfekt und allein seligmachend hält, dann nenn mich gern linksextremist.

      aber bevor du das tust, denk mal drüber nach, dass es auch in österreich und in der EU instrumentarien gibt, um die freien märkte zu regulieren, sonst wären wir beim manchesterkapitalismus.

      aber vielleicht überlegst du dir nochmal wieviel von deinem posting aus meinem text stammt und wieviel aus deinem kopf.

    • softmachine | vor 856 Tagen, 3 Stunden, 37 Minuten

      @negrete :ganz schön dreist einen kritischen artikel zu finanztransparenz als linksextrem einzustufen. die freie marktwirtschaft hat sich 2008 selbst abgeschafft und sich als teilweise als hochkriminell herausgestellt. oder hast du vergessen wie banken auf dem boden kriechend um staatliche almosen gewinselt haben ? der staat, den du so verachtest, hat uns und auch dir und deinen reichen eltern den arsch gerettet. deine neoliberalen seifen und sprechblasen sind geplatzt, pass auf ,dass du nicht drauf ausrutscht. es ist immer noch glitschig.

    • alpiarts | vor 856 Tagen, 2 Stunden, 43 Minuten

      @ softmachine: thumbs up!

    • mannextdoor | vor 856 Tagen, 1 Stunde, 35 Minuten

      @ softmachine
      sag mal die plätte die du negrete vorwirfst findet sich vor allem in deinem posting wieder. Ich konnte aus seinen zwei postings weder herauslesen das negrete "den staat verachtet" noch das er reiche eltern hat. Dieser letzte satz ist sowieso der tiefpunkt. die zeitungsmeldung über die abschaffung der freien marktwirtschaft muss ich wohl übersehen haben.

    • moosesgarcia | vor 855 Tagen, 18 Stunden, 44 Minuten

      @negrete

      Ohne auf rechts, links, oben oder unten eingehen zu wollen: Die FM4-Website besteht zu 90 % aus Blogs, gekennzeichnet mit den Namen und dem Konterfei der Autoren. Diese spiegeln deren persönliche Meinung wider. In solch einem Zusammenhang darf auch ein Medium wie der ORF subjektiv sein oder willst du gewissen journalistische Gattungen einfach aus dem Public Value nehmen?
      Möglich, dass FM4 linkslastig ist, möglich, dass das manchmal problematisch ist. Ich sag dir aber eins, in einem Land, in dem der Druck eindeutig und überwiegend von Rechts kommt, ist das schon verkraftbar.
      Oiso, ned immer raunzen und und spucken, wenns um den ORF geht, sondern die Dinge ein wenig differenzierter sehen.

    • softmachine | vor 855 Tagen, 14 Stunden, 46 Minuten

      wie wars denn das jahr hinter dem mond ? banken wurden verstaatlicht, banker zu jahrelangen haftstrafen verurteilt, die welt stand kurz vor der völligen kollaps. freie marktwirtschaft, bzw. neoliberlaismus setzt übrigens einen fast nicht vorhandenen staat voraus und ist für die abschaffung eines solchen. willkommen auf der erde !

    • mannextdoor | vor 855 Tagen, 13 Stunden, 47 Minuten

      freie marktwirtschaft ist gegen staatliche eingriffe der in die wirtschaft, neoliberalismus befürwortet staatliche eingriffe zugunsten menschen die nicht leisten können (zb. geistig oder körperlich behinderte), soziale eingriffe zur existenzsicherung, eingriffe zur erhaltung öffentlicher dienste und eingriffe zum ausschalten von monopolstellungen bzw zum herstellen von vollkommener konkurrenz. abseits der wirtschaftsordnung wird natürlich ebenfalls kein kapitalist für die abschaffung des staates sein.
      die finanzkrise war kein versagen der marktwirtschaft, sondern ein versagen verschiedener kontrollinstanzen, ein versagen der amerikanischen nidrigzinspolitik und ein versagen von rationell unwirtschaftlichem verhalten (zb hauskauf mit 25 auf kredit). desshalb wurde das system auch von den staaten gerettet.

    • softmachine | vor 855 Tagen, 8 Stunden, 29 Minuten

      das glaubst du dir ja selbst nicht. freie marktwirtschaft basiert auf kreditwesen, mehrwert durch spekulation, aktiengewinne, akkumulation durch zinsgewinne. das ist die freie marktwirtschaft, die ohne staatliche unterstützung kollabiert wäre und die westliche gesellschaft ins chaos gestürzt hätte. was denn für kontrollinstanzen. der arbö ? freie marktwirtschaft würde sich selbst regulieren, so war das erste gebot aller pseudo adam smiths. dein system ist so hinfällig wie die udssr, es ist tot.QED.

    • mannextdoor | vor 855 Tagen, 7 Stunden, 12 Minuten

      kapitalismus basiert aber auch auf information für alle marktteilnehmer, ist diese information nicht gegeben (sprich bilanzen gefälscht usw.), werden durch zu niedrige zinsen undurchsichtige, realitätsferne riesen-spekulationen ermöglicht, oder wird staatlich unwirtschaftliches verhalten propagiert, dann kommts zu einer krise.
      daraus ergibt sich auch, das mehr oder weniger große krisen alle paar jahre unumgänglich sind (zinsen sinken - risiko-spekulationen steigen).
      kein perfektes system - aber wenn du bessere konzepte hast wohlstand zu schaffen, dann lass es mich wissen!

    • softmachine | vor 854 Tagen, 6 Stunden, 54 Minuten

      ja. soziale marktwirtschaft.hier für braucht es transparenz bei wirtschaft, banken, politik, cf. artikel von RS.

    • mannextdoor | vor 853 Tagen, 14 Stunden, 27 Minuten

      ok, ja soziale marktwirtschaft find ich ja auch gut.
      und gegen transparenz wird auch niemand was sagen.
      soziale marktwirtschaft is aber am ende immer noch marktwirtschaft und man sollte sich vor augen führen, dass jeder staatliche eingriff in eine marktwirtschaft wohlfahrtsverluste mit sich bringt. führt der staat zb eine reichensteuer mit 1 % ein, um dieses geld direkt an die ärmeren zu geben, so führt diese steuer nicht nur zu einer umverteilung um 1 %. sondern auch dazu, dass sich der reiche fragt ob es sich für ihn noch lohnt (in österreich) seine kapitalintensiven geschäfte zu machen. umverteilung führt also immer zu wohlfahrtsverlust.
      wo man die messlatte zwischen reichtum und verteilungsgerechtigkeit anlegt, soll am ende jeder für sich selber entscheiden. aber genauso wies bei hohem reichtum keine ganz faire verteilungsgerechtigkeit geben kann, wirds auch bei perfekter verteilungsgerechtigkeit kaum reichtum geben.

  • chesvic | vor 857 Tagen, 5 Stunden, 22 Minuten

    da sind wohl die Kategorien Geber und Nehmer etwas durcheinander geraten

    Auf dieses Posting antworten
    • chesvic | vor 857 Tagen, 5 Stunden, 17 Minuten

      soweit ich weiß war die pöhse ÖVP für Transparenz bei Subventionen für Wirtschaftsbetriebe sehr wohl zu haben. Alle Nehmer sollten transparent gemacht werden.

      Steuererklärungen, Bankkonten und sonstige Privatdinge fallen da nicht sicher nicht darunter - das ist die Geberseite. Jene die sich sonst Datenschutz und Privatsphäre auf die Fahnen schreiben, nehmen es bei Konten, Einkommen und Vermögen plötzlich alles andere als genau und kooperieren auf Teufel komm raus mit dem pöhsen Staat. Wie immer mit fadenscheinigen "Gerechtigkeits"-Argumenten. So als hätte eine eichmannsche Penibilität in Sachen Steuereintreibung etwas mit "Gerechtigkeit" oder "sozial" zu tun.

    • springen | vor 856 Tagen, 10 Stunden, 56 Minuten

      ich wollte dir eigentlich ausfühlicher antworten. aber deine nazikeule find ich dermaßen zum kotzen dass ich es mir spare.

  • flexxo929 | vor 857 Tagen, 5 Stunden, 34 Minuten

    Leider weiß der politisch-industrielle Komplex nur zu gut die Mittel- und Unterschicht gegeneinander auszuspielen.

    Auf dieses Posting antworten