Erstellt am: 2. 2. 2010 - 18:57 Uhr
Wir sind Aliens
Begonnen hat alles mit der Ursuppe. Das Leben auf der Erde und auch die Erforschung von außerirdischem Leben. Vor etwa einem halben Jahrhundert wollte ein junger amerikanischer Chemiker namens Stanley Miller herausfinden, wie das Leben auf der frühen Erde entstanden ist. Miller mischte in einem runden Laborgefäß die chemischen Grundzutaten der frühen Erdatmosphäre zusammen, darunter Wasser und Kohlenstoff, und setzte sie elektrischer Entladungen aus. Einige Tage später entwickelten sich in Millers Ursüppchen tatsächlich Aminosäuren. Diese bilden Eiweiße, die wiederum die Grundbausteine jeglichen Lebens auf der Erde sind.
Das Ursuppen-Experiment zum Nachkochen.
Warum dieses und nachfolgende Ursuppen-Experimente für "Alien-Forscher" so bedeutend waren: Wenn auf einem Planet ähnliche Bedingungen herrschen wie damals auf der Erde, könnte auch dort Leben entstehen oder entstanden sein.
Sicher ist es allerdings nicht, dass die Ur-Ursuppe tatsächlich auf der Erde gekocht wurde. Es könnte sogar sein, dass die für das Leben auf unserem Planeten verantwortlichen Aminosäuren bereits fix fertig auf die Erde gekommen sind, in Kometen und Meteoriten verpackt. Im Weiteren würde das heißen, das Leben auf der Erde hat einen außerirdischen Ursprung und wir Menschen sind Aliens.
Draußen sind die Aliens
Der Weltraum besteht aus 500 Milliarden Galaxien. In einer dieser Galaxien, der Milchstraße, ist unser Sonnensystem zuhause. Die Milchstraße wiederum beherbergt nicht nur die Sonne, sondern noch hunderte Milliarden anderer Sterne, die ebenso von Planeten umkreist werden. Genug Platz für mehr Zivilisationen als nur die unsere wäre also vorhanden.
1961 stellte der amerikanische Astrophysiker Frank Drake seine berühmte Drake-Gleichung vor, mit der man die Zahl intelligenter Zivilisationen in der Milchstraße bestimmen kann. Demnach müssten hunderte Zivilisationen allein die Milchstraße bevölkern. Es war auch Frank Drake, der Anfang der 60er Jahre das SETI-Institut in Kalifornien gründete - SETI steht für "Search for Extraterrestrial Intelligence". Das SETI-Institut versucht bis heute, mithilfe von Radiowellen Außerirdische zu kontaktieren bzw. außerirdische Kontaktsignale aufzunehmen. Bisher verrauschten die Radiosignale aber im All.
Kommunizieren mit Aliens
Per Radiowellen wird das SETI-Instiut aber nur intelligente, hoch entwickelte Lebenwesen erreichen können, falls es diese gibt. Die meisten Wissenschafter, die nach außerirdischen Leben suchen, sind viel bescheidener. Für sie wäre bereits der Fund von außerirdischen Bakterien oder Molekülen eine Sensation.
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Radio für Aliens.
Inzwischen gibt es immer mehr Hinweise, dass auf anderen Himmelskörpern im Weltall ähnliche Bedingungen vorhanden sind wie auf der Erde. Ein solcher Kandidat ist zum Beispiel der Jupitermond Europa, der nicht umsonst so heißt. Denn unter der kilometerdicken Eisschicht, die den Mond umhüllt, vermutet man einen Ozean. Vorstellbar wäre Leben auch auf dem Mars, auf dessen Oberfläche einmal flüssiges Wasser vorhanden war.
Life on Mars
Seit Mitte der 90er Jahre richtet die amerikanische Weltraumbehörde NASA ihre Anstrengungen verstärkt auf die Suche nach Leben außerhalb der Erde, wobei sich die Amerikaner besonders auf den Mars konzentrieren. Vor sechs Jahren schickte die NASA die Roboter "Spirit" und "Opportunity" zur Erkundungstouren auf unseren Nachbarplaneten. Nächstes Jahr soll der "Mars Science Laboratory"-Rover auf den Mars fliegen, um dort nach Spuren von außerirdischem Leben zu suchen.
Eine Tour über den Mars mit Google-Earth.
Und darüber hinaus
Für viel zu "geozentristisch" hält die im vergangenen Jahr gegründete Forschungsgruppe "Exolife" an der Universität Wien die bisherigen Forschungen. Denn bis jetzt ist man davon ausgegangen, außerirdisches Leben könne nur wie irdisches entstanden sein: mit Kohlenstoff und Wasser als Grundlage.
Deswegen hat man sich bei der Suche nach außerirdischem Leben auf Planeten konzentriert, auf denen ähnliche Bedingungen herrschen wie auf der frühen Erde. Die "Exolife"-Forscher aber wollen beweisen, dass Leben auch auf Basis von Stickstoff, Ammoniak oder Schwefelsäure entstehen kann. Damit würden sich die Bereiche im Weltall, in denen man nach "Alien-Molekülen" suchen kann, erheblich vergrößern.
Johannes Leitner im Interview mit Mari Lang:

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