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Musik, Film, Heiteres

Elisabeth Gollackner

Elisabeth Gollackner

Subjektivitäten, Identitäten und andere feine Unterschiede.

11. 2. 2010 - 10:45

Oh! Bienen und Blumen

Die Krise der Musikindustrie trifft auch den Himmel am Rücksitz.

Oh! - Irritationen im Alltag

Krise, Krise, korrupte Finanzinvestoren und das Ende der EMI. Davon schreibt die Berliner Zeitung. Und dass den unter Vertrag genommenen MusikerInnen, nachdem sie "zu 90 % Faulpelze" geschimpft wurden, auch noch der Posten "Früchte und Blumen" gestrichen wurde. Da hätten sie dann endgültig das Label verlassen.
Und während ich gar nicht auf die Idee kommen würde, nachzufragen, erleuchtet mich der Artikel mit dem Zusatz: "Früchte und Blumen (zu Deutsch: Koks und Nutten)".

Comicstil; jemand denkt an Blumen.

Wer hätte das gedacht.
Nun, meine einfältige Wenigkeit nicht. In den vereinzelten, prägenden Backstagemomenten meines Lebens war von Früchten und Blumen (im übertragenen wie auch im direkten Sinn) leider keine Spur. Es gab Bier, und im besten Falle: Putzpersonal. Mein einschlägiges Wissen auf dem Gebiet der floral-lukullischen Showbiz-Schleimerei beziehe ich deshalb aus jahrelangem, übermäßig stattgefundenem "Wetten Dass?"-Konsum.

Dort habe ich gelernt, dass nach einem gelungenen Playback-Auftritt ein bunt gekleideter Mann mit ewiger Frisur den Stars einen Blumenstrauß überreicht. Und wenn sie dann "ihren Flug erwischen müssen", na dann hat man ihn doch richtig vor sich, den Geschenkkorb mit Schleifchen und kleinen hüpfenden Fragezeichen dran, der in der Glitzer-Limousine bereits auf sie wartet - prall gefüllt mit einem Stilleben aus Mini-Ananas, südfranzösischem Weichkäse und belgischem Feigensenf.

Blumen und Früchte eben.
Dass die Herren Musiker ihre Würstchen ganz woanders eintunken, zerstört meinen persönlichen Eurovisions-Traum und ist nebenbei bemerkt ein weiterer trauriger Beweis dafür, dass die Keith Richardse dieser Welt kein Rock'n'Roll-Klischee unangetastet lassen, nur um ihren Mythos vom geilen Stecher wie eine Kuh durchs mediale Dorf zu treiben. Obwohl das Publikum vor den Schmierblättern doch längst überrissen hat, dass die Richardse es inzwischen nicht mal mehr mit einer Kokosnuss aufnehmen können.

Vielleicht sind das Koks und die Nutten heutzutage ja auch nur eine dem Metier angepasste Umschreibung für "das richtige Pulverl und eine Assistentin, die hilft, das gut verdauliche Obst zitterfrei und ordentlich geschnitten zu essen"?
Nein?
Koks und Nutten, wie einfallslos.

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  • brownbear | vor 731 Tagen, 23 Stunden, 47 Minuten

    DAS LICHT

    ich wiederhole mich nur ungern - aber diesmal muss es sein: danke für deine genialen stories, sie sind DAS LICHT am fm-himmel!

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  • dilak | vor 732 Tagen, 20 Stunden, 17 Minuten

    koks und nutten sind so 80er Jahre.

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    • dilak | vor 732 Tagen, 18 Stunden, 12 Minuten

      ziehe hiermit mein obiges post zurück

  • tittietwister | vor 732 Tagen, 21 Stunden, 32 Minuten

    oh holde naivität.
    dank der ansonsten so ungeschönten alltagssprache, die "nutten und koks" als gängige wendung anerkennt, hätte ich in meiner tagträumenden unschuld ebenfalls an das gedacht, was sogar in den schauräumen eines schwedischen möbelkonzerns (zwar nur in plastikversion, aber dennoch) unvermeidbar ist: den hollywoodesken obstkorb und ein paar krankenhaussträuße mit briefchen von heimlichen verehrern...
    scheinbar sind die roaring sixties aber endgültig vorbei, und selbst bei der bezeichnung "blumenkinder" muss man beginnen zwischen den zeilen zu lesen. irgendwie schade...

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  • werwilldaswissen | vor 732 Tagen, 21 Stunden, 57 Minuten

    jaja, früher hieß es noch "fresh fruits and vegetables" wenn die herren (und wenigen damen) ein reichhaltiges buffet an natürlichen und chemischen substanzen zum hirnweichspülen verlangten. und wer braucht nutten? hat der internationale überstar nicht sowieso immer einen rattenschwanz williger groupies hinter sich? stardom macht doch sexy, oder?

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