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Martin Blumenau

Martin Blumenau

Geschichten aus dem wirklichen Leben.

14. 2. 2010 - 23:46

Olympia-Log: Vancouver 2010, Tag 2.

Geschwindigkeits-Begrenzungen und Schein-Kombinationen.

Auf einen Blick: Olympia auf fm4.orf.at, alles aus Vancouver auf orf.at und das Olympia-Log.

Die alpinen Bewerbe schwimmen weg, in der Loipe schneit es plötzlich für 5 Minuten wie irre, und auf der Schanze weht bei den besten 3 ein böser Wind – ja, dieser seltsame Wintersport, der findet Outdoors statt, nix mit Berechenbarkeit.

Und dann fallen die österreichischen Teilnehmer der Reihe nach um, dazu braucht es die gebeutelten alpinen Damen gar nicht: die Rodler sind zwar alle drei unter den Top Ten, aber eben deutlich hinter den Fahrern mit Medaillenchance. Dann erwischt es Felix Gottwald im ersten Bewerb der Kombination (die heißt Sprint und das bedeutet: 1x über die Schanze und zwei Stunden später eine kleine Runde laufen) schon beim Springen. Und dann greifen die Biathleten voll in den Gatsch, Sumann bei noch akzeptablen Bedingungen, die anderen dann mit Wetter-Problemen. Das schießt sie gleich für zwei Bewerbe aus dem Rennen, nicht nur für heute, auch die anschließende Verfolgung kann man sich chancentechnisch in die Haare schmieren.

Was Rodeln mit dem freien Markt zu tun hat

Die Rodler starten gestern und heute Nacht von weiter unten, dort wo das Doppel und die Damen lospratzeln. Das hat mit dem Unfall zu tun, der dem jungen Georgier am Freitag das Leben kostete (weil er über die Bahn hinausschoss und gegen einen Pfeiler crashte): man will die extrem hohe Geschwindigkeit mit der die Rodler talwärts rasen, begrenzen. Konkret geht es um eine 137 km/h-Grenze, die für die Bahn in Whistler zwar auch ausgerechnet, dann aber überschritten wurde.

Da stellt sich dann eine philosophische Frage, wie sie auch bei der Abfahrt oder etwa in Motorsport immer wieder auftaucht: wenn es das Streben der Menschen ist immer schneller zu werden, und wenn der Spitzensport das widerspiegelt, dann ist es die Aufgabe der gesellschaftlichen Regulatoren dieses Rennen so lebensschonend und gefahrfrei wie möglich zu halten, will man sich nicht ins Gladiatorentum der Antike zurückversetzen. Was von einem die Produktions-Bedingungen des Kapitalismus als selbstverständlich hinnehmenden kollektiven Denken oft aber nicht so gesehen wird. Da ist dann – als Parallele zu gesellschaftlichen Regulationen – gerne von einem illegitimen staatlichen Eingreifen die Rede, von den Selbstregulierungs-Fähigkeiten des freien Marktes etc.

Sprt als gesellschaftliches Versuchs-Modell

Weil Sport in jeder Ausprägung ein optimales Versuchs-Modell von gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen ist, sollte eigentlich klar sein, dass das eine Schimäre ist. Die freien Marktgesetze haben nie ein Problem Menschen so unter Druck zu setzen, dass sie sich verbrennen oder gar zugrundegehen. Schützende Regulative wird immer nur eine Vertretung der Akteure einfordern und durchsetzen, egal ob das sowas wie eine Standesvertretung oder Gewerkschaft ist oder eine genau kalkulierende Ausbeutertruppe wie das IOC, das aus jahrhunderter Erfahrung zu wissen glaubt wie man ein Mittelmaß aus Schutz und Risiko findet.

Warum sich im Europa des Jahres 2010 politisch Verantwortliche, Regierungen oder andere Zuständige mehr und mehr abputzen und sich auf die Markt-Kräfte verlassen, ist auch in diesem Zusammenhang nicht nachvollziehbar.

Die andere Diskussion, die an diese Rodler-Maßnahme anschließt – warum nämlich die Frauen weniger lang fahren dürfen als die Männer – verblasst ein wenig hinter der Bedeutung der einen. Auch weil auf den Todesfall viel an Krokodilstränen draufgesetzt wird; und eine Menge an medialen Krokodilstränen, die die der Offiziellen thematisieren, aber letztlich doch nur froh drüber sind, den Mächtigen damit ans Zeug zu flicken. Der junge Mann aus Georgien ist in Wahrheit allen sehr wurscht.

Kombination von Unkombinierbaren

Die österreichischen Rodler kommen letztlich nicht in die Top 5, was Kombinierer Mario Stecher hingegen schafft, ihm aber auch nix nützt, weil er nicht im Medaillen-Sprint der letztlichen Vierergruppe dabei war.

Wobei ‚Kombinaton‘ letztlich ein Euphemismus für die zwei unkombinierbaren Sportarten Springen und Langlaufen ist. Das Springen misst sich in Weiten und Noten, beim Laufen geht es in der direkten Konfrontation ums Ausreizen nach Poker-Vorbild; und weil immer dort die Entscheidung fällt, ist das Gespringe letztlich nur eine Vorspeis‘, keine vollwertige Hälfte.

Vielleicht wäre eine Kombination aus Eisschnelllauf und Skilauf sinnhafter – denn auch der gemeinsame Nenner des „Schis“ ist reine Augenauswischerei, so unterschiedlich wie mittlerweile sämtliche Skis für sämtliche Ski-Bewerbe sind.

Andererseits ist Österreichs technologischer Vorsprung, was den Sprungsport betrifft, wohl dafür mitverantwortlich, dass man in dieser Sportart international mithalten kann. Und das ohne den Hauch eines negativen Anstrichs zu transportieren, der die heimische Langlauf-Szene in den letzten Jahren umweht hat.
Das hat damit zu tun, dass die heimischen Kombi-Helden eher in der ideologischen Ecke der Innauer-Partie (die das Preiml-Erbe vorbildlich verwaltet) zu suchen sind, und so wie Stecher oder Gottwald Aushängeschilder einer Attitude sind, die sich eher auf Mental-Training verlässt, als in ausdauerfördernden Tricks und den begleitenden Lügen und Schmähs ihr Heil zu suchen.
Und das macht die Qualität der Kominierer aus.

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  • ircdays | vor 728 Tagen, 6 Stunden, 5 Minuten

    ein privater Verband gibt sich aus Sicherheitsgründen neue Regeln. Von staatlichem Zwang keine Spur. Funktioniert gar am Ende die Selbstregulierung der Branche? Oder darf nicht sein, was nicht sein kann?

    Schlampig denken mit FM4. Heute: Martin Blumenau.

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  • herrk | vor 728 Tagen, 20 Stunden, 5 Minuten

    der blumenau bleibt seinem motto treu:

    dilettantisches halbwissen in hoher quantität vor qualität!

    schade, dass das öbb-pensionsantrittsalter nicht auch für ausgebrannte fm4ler gilt...

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    • falcao | vor 728 Tagen, 17 Stunden, 52 Minuten

      naja, wäre wirklich gescheiter, der Blumenau würde sportlich gesehen beim Fußball bleiben. Da schreibt er wenigstens manchmal was Interessantes, auch wenn er es gerne hinter seinen Polemiken versteckt.
      Aber das sind ein paar Allerweltsanmerkungen übers Sportliche, garniert mit der üblichen standardisierten Medien-, Österreich-, -dingsbumskritik.

  • fent | vor 728 Tagen, 22 Stunden, 1 Minute

    in der kombination von unkombinierbarem

    liegt ja gerade der reiz. was macht es für einen sinn zwei sportarten zu kombinieren, in denen man sehr ähnliche bewegungen ausführt und daher auch ähnlich traineren kann? soll heißen: eisschnelllauf/langlauf = fad. nordische kombi und biathlon sind doch viel spannender. vielleicht wär auch turmspringen kombiniert mit 200m lagen eine idee?

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    • linzsandler | vor 728 Tagen, 21 Stunden, 30 Minuten

      Da stellt sich ja die Frage, warum einer über die Winterspiele schreibt, der mit Wintersport überhaupt nix am Hut hat.
      Wahrschienlich habens den Blumenau eingeteilt, weil er ständig vorm Fernseher sitzt.

    • santana1928 | vor 728 Tagen, 21 Stunden, 23 Minuten

      man merkt das er keine Ahnung hat, wenn er sich die Frage stellt wieso Damen und Herren im rodeln unterschiedliche Starts haben, was kommt als nächsters wieso Damen und Herren im Ski-Alpin nicht auf der gleichen Strecke fahren oder warum die Damen im Langlauf andere Distanzen zu bewältigen haben als die Männer! Er verhält sich genau so wie die Experten die er immer kritisiert im Sport. Er ist genauso ein Ahungsloser und Nichwisser!

    • 81eas | vor 728 Tagen, 11 Stunden, 6 Minuten

      @santana1928

      Das würd' mich jetzt aber schon interessieren: Welche Gründe gibt's denn dafür das die Rodel-Damen die kürzere Strecke (eine andere Abfahrtsstrecke) fahren?
      btw: Soweit ich es mitbekommen habe, dürfte die Damen-Abfahrt dieses Jahr sogar um einiges schwerer sein als die der Herren.

    • santana1928 | vor 728 Tagen, 10 Stunden, 58 Minuten

      @81eas

      Frauen sind körperlich anders gebaut und für die wäre es zu schwierig aber auch gefährlich vom Herrenstart. Im Ski-Alpin kommt es einerseits auf die pistenpräparierung an die ist bei den Männern viel eisiger und härter als bei den Damen. Der Bau der Pisten ist auch anders bei den Herren viel schwieriger und damit wird auch mehr Kraft benötigt!

    • blowfly1968 | vor 727 Tagen, 19 Stunden, 23 Minuten

      @ Santana 1928.
      Die Damen dürfen also vom Damenstart starten, wenn die Herren vom Herrenstart starten, aber wenn die Herren vom Damenstart starten dürfen sie das nimmer *hmmmm*
      Bei den Herren wurde aufgrund des Todesfalls (der zu hohen Geschwindigkeit) verkürzt.
      Bei den Damen gabs kein Problem im Training, aber es wurde verkürzt, weil sie eine kürzere Strecke fahren MÜSSEN als die Herren. Und dieser Grund ist nun wirklich doof.

    • mischnimpossible | vor 727 Tagen, 18 Stunden, 5 Minuten

      Man hat ganz einfach bei beiden die Geschwindigkeit reduziert, weil bei beiden (anscheinend) zu schnell war.
      Hat man auch beim einem gestrigen Interview einer österr. Rodlerin rausgehört.

  • ryhme | vor 728 Tagen, 22 Stunden, 54 Minuten

    geht es nur mir so..?

    mit daniel pfister hat österreich das unsympatischte rodel-aushängeschild seit jahren.

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  • blackbenz | vor 729 Tagen, 37 Minuten

    Die Idee Eisschnelllauf und Langlauf

    zu kombinieren gibt es schon: http://tinyurl.com/y8fzyxq

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  • isron | vor 729 Tagen, 5 Stunden, 6 Minuten

    Bei den Biathleten würd ich jetzt Leute im Bereich der Österreicher nicht unbedingt für das Podest abschreiben, da die Führenden nach dem Sprint, auch saisonal gesehen, in der Verfolgung durchaus auch größere Zeitverluste einstecken könnten. Wobei ich ganz explizit hier eigentlich nicht die Österreicher ansprechen möchte, deren Leistung war eher mittelmäßig, ungeachtet von den Wetterproblemen.

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    • schwarzbunt | vor 729 Tagen, 2 Minuten

      Das ergebnis des sprints wird in der verfolgung kräftig durcheinandergewirbelt werden, immerhin wird da viermal geschossen. Ein bis zwei Minuten sind da schnell verloren.

    • came | vor 728 Tagen, 22 Stunden, 56 Minuten

      eder war einer der besten mit hinteren nummern. sumann hats natürlich gewlatig verschissen, mit der 7 muss er normal unter die 3 laufen. beide haben da echt gute chancen in der verfolgung.

  • pezibaer75 | vor 729 Tagen, 8 Stunden, 41 Minuten

    es gibt keinen "sprint" in der nord. kombi mehr. es gibt immer nur mehr 1 sprung und 1 10 km-lauf, nur halt 1x von der kleinen und 1x von der großen schanze (und den teambewerb natürlich).

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    • connal | vor 729 Tagen, 7 Stunden, 56 Minuten

      völlig

      richtig. hat dem bewerb auch gut getan.

    • einoeder | vor 728 Tagen, 20 Stunden, 23 Minuten

      Ui: das heißt - auch nie wieder olympiasieger nach der gundersen-methode?

      Schade, das hat immer so nach esoterischer diät aus der apotheke geklungen.

    • diamondback | vor 728 Tagen, 19 Stunden, 32 Minuten

      die olympia kombi wird nach der gundersen methode durchgefuehrt (zeitgutschrift errechnet aus dem springen)...