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Musik, Film, Heiteres

Martin Blumenau

Martin Blumenau

Geschichten aus dem wirklichen Leben.

18. 2. 2010 - 17:30

Olympia-Log: Vancouver 2010, Tag 6.

Shani.

Auf einen Blick: Olympia auf fm4.orf.at, alles aus Vancouver auf orf.at und das Olympia-Log.

Jeweils 77 Zentimeter Oberschenkel-Umfang treiben die Füße des Hausherrn an, die damit befüllten Schlittschuhe bohren sich ins Eis des Richmond Olympic Oval, die Herzen der Zuschauer fliegen ihm laut vernehmbar zu und er selber macht sich auf den Weg über die 1000-Meter-Strecke: Jeremy Wotherspoon, Idol nicht nur der kanadischen Speedskate-Gemeinde, versucht es noch einmal.
Ihm ist klar, dass die junge Generation der Eisschnell-Läufer ihm wahrscheinlich überlegen sein wird, aber es wäre eine Sünde, wenn er, die Skater-Ikone seines Landes, nicht antreten würde, wenn Olympia vor seiner Haustür stattfindet.

Wotherspoon geht in Führung und die Halle tobt auf eine freundliche und entspannte Weise, in fröhlicher Feierlaune zwar, aber wohl wissend, dass das nicht halten wird.

Denn schon in der nächsten Paarung kommt einer der jungen Holländer, die Wotherspoon noch wegfahren werden, Stefan Groothuis, dann gleich Simon Kuipers und selbst Jan Bos wird vor ihm landen. Und als im 16. Paar dann der Amerikaner Chad Hedrick und Tae-Bum Mo, der koreanische 500m-Sieger von vorgestern antreten, denkt keiner mehr an Old Jeremy.

Duelle auf Eis

Die beiden legen ein sagenhaftes Duell ins Eis, Mo setzte sich mit 1:19.12 zwei Zehntel vor seinen Konkurrenten, der mit seiner Zeit auch noch vor allen anderen liegt. Als der Koreaner Lee und der für seine Kasperliaden beliebte Finne Poutala in Paar 17 und auch der letzte Holländer (Tuitert) in Paar 18 sich hinter die beiden einreihen, ist klar: Es wird auf den letzten Starter ankommen; und das wird der Titelverteidiger sein.

Shani Davis aus Chicago lebt und arbeitet in Calgary, Kanada, er ist Eis-Sprinter von Beruf, Weltmeister, Weltrekordhalter und Olympiasieger. Und wie beim 7 Jahre älteren Wotherspoon gibt es bereits erste Zweifler. Seine 500 Meter-Performance war nicht überragend - und die gute Zeit von Mo leuchtete bedrohlich von der Anzeigetafel.

Davis erste Durchgangszeit bestätigte die Unker: Rückstand. Rückstand auch bei den anderen Zwischenzeiten. Und dann in der letzten Runde dreht Davis dann plötzlich auf, demoralisiert seine koreanischen Gegner und skatet mit der einzigen Zeit unter 1:09 über die Ziellinie. Shani Davis ist, unerwartet, die Titelverteidigung gelungen, die Zuschauer, die schöne dramatische Bögen natürlich schätzen, springen auf und cheeren, selbst Mo applaudiert, und Davis reißt sich die Renn-Kapuze runter und schreit seine Freude an die Hallendecke, anstatt sich dem üblichen Läufer-Ritual nach dem Rennen (Kapuze runter, lässige Speed-Brille aufsetzen und ausgleiten) hinzugeben.

Shani Davis Aufschrei

Shani Davis schreit vor Glück.
Seine Coaches und Kollegen geben ihm fünf und mehr.

Shani Davis ist übrigens schwarz, Afroamerikaner. Und damit bei den Winterspielen Mitglied einer ganz exklusiven Minderheit.
Ja, Cool Runnings im Bob Jamaica, und da wäre noch der äthiopische Langläufer, der in den USA studiert und sicher noch drei andere Beispiele. Es nehmen ja auch durchaus ein paar afrikanische Nationen teil in Vancouver.
Aber die Schnee- und Eismenschen sind weiß oder gelb, kommen aus Europa und seinen neuen Kolonien oder Asien. Auch der Südamerikaner ist kaum vertreten, und viele der American Natives oder der Inuit sind zwar schneefest, aber sportdesinteressiert und vor allem von jeglichen Förderstrukturen ausgeklammert.
Bis auf Grant Fuhr und Jerome Iginla kenne ich auch keinen wirklich bekannten Hockeyspieler. Und Ausnahme-Fälle wie der kanadische Skispringer Stevie Collins in den 70ern bestätigen die Regel.

Winter-Olympia ist was für die Nordhalbkugel.
Für die erste Welt und die, die sich ranpirschen (wie China).
Luxus.
Ausrüstungsintensiv und ausbildungsschwer.

Bei Winter-Olympia hat der Naturbursch, der einfach losrennt, loskickt, losballert keine Chance. Selbst dem Maier-Hermann hat man erst die richtigen Ski anpassen und jahrelang warten müssen.

Das sollte man immer bedenken, finde ich.
Und wenn ein menschgewordener Zufall wie Shani Davis, der sich übers rollerskaten in der windy city dann halt irgendwie in diese exotische Richtung entwickelt hat, gegen die Hallendecke heult, dann erinnere ich mich kurz daran.

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  • diamondback | vor 724 Tagen, 18 Stunden, 27 Minuten

    ich melde bezueglich der zuschreibung "naturbursch" meine bedenken an.

    der nordhalbkugler mit seiner ausruestung im gegensatz zum naturburschen von der suedhalbkugel.

    das ist die denke von vorgestern...

    Auf dieses Posting antworten
    • maguro | vor 724 Tagen, 17 Stunden, 26 Minuten

      Oooooch.
      Naturburschen gibts in Norwegen und im Zillertal und in Ulan Bator, Harare und in Hietzing.
      Der Rassismusalarm hat hier ein wenig übersensibel angeschlagen.

  • alpiarts | vor 724 Tagen, 18 Stunden, 59 Minuten

    Wie fad muss Jemadem sein,

    Auf dieses Posting antworten
    • alpiarts | vor 724 Tagen, 18 Stunden, 55 Minuten

      der sich dieses Valium tagtäglich viele Stunden lang reinzieht und dann auch noch darüber berichtet? Das ist ja schrecklich.
      Und: was sagt eigentlich Deine angebliche Freundin dazu?

    • lookinglikeaem | vor 724 Tagen, 17 Stunden,

      nicht zu sprechen von deiner langweile, das dann aus dem selbigen grund zu lesen und zu kommentieren... interessieren tust du dich ja anscheinend nicht dafür ;)

    • alpiarts | vor 724 Tagen, 11 Stunden, 16 Minuten

      Das geht zack zack.
      Es gibt Abenteuer zu erleben, im eigenen Dasein.
      Rezensieren ist super, aber selber Sachen Erfinden
      noch superer. Ansonsten hätten nämlich die Rezensenten und Kritiker keinen Stoff mehr,
      über den sie sich ergehen können.
      Nur aus der Tatsache heraus,
      dass ich hier was poste, auf eventuelle Langeweile meinerseits zu schließen, ist daneben. Wurscht.

  • maguro | vor 724 Tagen, 20 Stunden, 3 Minuten

    Interessanter Artikel dazu

    http://www.infoplease.com/spot/bhmhockey1.html

    Auf dieses Posting antworten
  • santana1928 | vor 724 Tagen, 20 Stunden, 4 Minuten

    Wo nähert sich China im Wintersport an außer Eisschnelllaufen,Short Track und Eiskunstlaufen, in den anderen Sportarten dürfen sie halt mit machen, aber sind klassische Exoten, sogenannte Bloßflüßige! Das System von China im sport funktioniert nicht im Winter.

    Auf dieses Posting antworten
  • markenheini | vor 724 Tagen, 20 Stunden, 48 Minuten

    bitte schreib über fußball!!!

    die Olympiagschichterln waren ja bisher alle keine wirklichen Reisser, aber dieser ist so fad, ich packs nicht.

    Auf dieses Posting antworten
    • rockgottbuxi | vor 724 Tagen, 19 Stunden, 10 Minuten

      schau machs wie ich

      ich hab noch kein wort im olympia log gelesen. auch ich hätte lieber ein Fußballjournal zu EL.

    • whsonic | vor 724 Tagen, 6 Stunden, 7 Minuten

      Frage

      @ rockgottbuxi: Wenn du kein Wort des Olympiablogs gelesen hast - wieso antwortest du dann auf das Posting von markenheini? ;-))

  • antoinedionel | vor 724 Tagen, 22 Stunden, 28 Minuten

    Shani Who?

    Ich muss gestehen, ich bin ein bisserl frustriert. Ich schaue hier rein, in der Hoffnung, Martins Senf zu Standard Lüttich gegen FC Salzburg zu finden. Statt dessen lässt er sich über diesen Shani-Typen aus, was mich eher nicht interessiert.

    So kann man schon in aller Früh enttäuscht werde. Seufz.

    Auf dieses Posting antworten
  • mischnimpossible | vor 724 Tagen, 22 Stunden, 56 Minuten

    Schlittschuhe bohren sich nicht ins Eis, dieses schmilzt unter den Kufen.
    Wenn jemand seine Ahnungslosigkeit dermaßen hemmungslos zur Schau stellt, ist's ja dirkekt fürn Leser peinlich.

    Auf dieses Posting antworten
    • elend | vor 724 Tagen, 21 Stunden, 24 Minuten

      naja, vor dem start bohren sie schon ein bisschen

    • mischnimpossible | vor 724 Tagen, 21 Stunden, 11 Minuten

      Ja, und die Schlittschuh gehen bis zu den Oberschenkeln rauf, weil sie damit befüllt sind.
      Das ist ja wie aus an altn Lassiter-Heftl.

    • melkin | vor 724 Tagen, 20 Stunden, 12 Minuten

      himmelherrgott! die Sonne geht auch nicht "auf" oder "unter".

    • tjure | vor 724 Tagen, 19 Stunden, 2 Minuten

      Na klar geht die Sonne auf und unter! Wenn das Wetter schön ist, kann man das sogar sehen!

    • melkin | vor 724 Tagen, 16 Stunden, 44 Minuten

      eben. alles eine frage des standpunkts.

  • cikko | vor 725 Tagen, 9 Stunden, 22 Minuten

    "Bei Winter-Olympia hat der Naturbursch, der einfach losrennt, loskickt, losballert keine Chance."
    ich hab ganz vergessen, dass bei den sommerspielen lauter amateure antreten. achtung usain in london lauf ich mit dir um den weltrekord.

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  • hiems | vor 725 Tagen, 13 Stunden, 31 Minuten

    Ich bin mir da nicht ganz so sicher.

    Gäbe es in afrikanischen Ländern Schnee, würden die flotten Äthioper auch perfekt Langlaufen. Natürlich ist es richtig, dass quasi Schneevorkommen tendentiell ein Indikator dafür ist, dass ein Land zumindest nicht zu den ärmsten gehört.

    Schluss kann man allerdings keinen daraus ziehen; auch nicht sportlich

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    • dilak | vor 724 Tagen, 21 Stunden, 44 Minuten

      du meinst:

      schluss kannst du keinen daraus ziehen. andere schon.