Erstellt am: 12. 7. 2010 - 03:50 Uhr
Beach Boys & Indie Girls
Wooooosh!
Und wir wurden zu Kindern der Sonne. War der New Yorker Sommer schon bisher einer der schwitzend durch die Häuserschluchten getragenen Strohhüte, rollte vergangene Woche eine Hitzewelle über die Ostküste hinweg, die Mensch, Tier und Technik an den Rand des Kollaps trieb. Mit dem Juli-Rekordwert von 103° Fahrenheit (ca. 40 °Celsius) hatte man tatsächlich das Gefühl, im Melting Pot dahinzuschmelzen wie sonst bei einem Tune von Erykah Badu.
Die hohe Luftfeuchtigkeit und der Beton/Glasmix der Stadt lassen dann endgültig jegliches Gefühl von Cool verdampfen. Die Hundertausenden, in die Fenster eingebauten Mini-Klimaanlagen („they suck a lot of juice!“) verursachten in einigen Boroughs flächendeckende Stromausfälle. Auch das gehört zum New York Summer. Das große Blackout ist jedoch ausgeblieben.

Bereits am 4th Of July, dem Independence Day, flüchtete alles was Räder, Füße oder Flügel hatte entweder zu Muttern aufs Land oder an die zahlreichen New Yorker Strände. Wir nahmen die Fähre vom South Seaport in Manhattan über Coney Island nach Queens zum Fort Tilden Beach. Noch vor drei Jahren ein Geheimtipp, trifft man dort mittlerweile alle BesucherInnen, die man tags zuvor schon beim Gratiskonzert auf Governors Island, der Summer Stage im Central Park, der Waterfront von Williamsburg, dem Siren Festival oder in der Bandshell vom Prospect Park gesehen hat.
Dass sich die dazugehörenden Musikschaffenden nicht bloß mit der Jagd nach dem alljährlichen Sommerhit zufrieden geben, sondern seit gut einem Jahr in Sachen Sound, Ästhetik, selbst Bandnamen äußerst nostalgisch dem Ideal der verträumten "Beach Boys & Indie Girls" Ästhetik nachstellen, habe ich an dieser Stelle zu beschreiben versucht. Nicht einmal die Frohsinn-Nemesis in der öligen Gestalt des BP-Lecks konnte den Schwall an sonnendurchfluteter Low-Fi Elektronik und Schrammel Schrammel Badekultur eindämmen.
Anbei zu den Pix vom 4th of July Strandausflug also ein kleines „Mixtape“ ausgesuchter US-Sommerperlen der Jahrgänge 09 und 10. Aber Vorsicht! Das Band nicht zu lange unter der Windschutzscheibe liegen lassen!
Cults - Go Outside
Ariel Pink - Bright Lit Blue Skies
Neon Indian - Deadbeat Summer
Toro Y Moi - Blessa
Eternal Summer - Pure Affection
Phosphorescent - Mermaid Parade
Devendra Banhart - Brindo
Le Loup - Beach Town
Surfer Blood - Swim
Wavves - King Of The Beach
Girls - Big Bad Mean Motherfucker
Kid Cudi, Best Coast and Rostam of Vampire Weekend - All Summer
YACHT - Summer Song
Delorean - Endless Sunset (Not from USA, I know)
Teen Daze - Shine On, You Crazy White Cap
Washed Out - Belong
Memoryhouse - Lately
The Morning Benders - Sleeping In
The Drums - Down By The Water
Beach Boys - God Only Knows (weil dieses beste Stück Liebeshuldigung auch noch 2010 eternal ist ....)

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