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21. 10. 2010 - 16:31

Wagenplatz geräumt

Am Donnerstag wurde der Wagenplatz polizeilich geräumt, alle Fahrzeuge wurden abgeschleppt. Die BewohnerInnen fordern weiterhin eine Unterstützung des alternativen Wohnprojekts.

Das alternative Wohnprojekt Wagenplatz Wien wurde Donnerstag Früh von der Polizei besucht. Alle BewohnerInnen mussten das besetzte Grundstück verlassen, die Fahrzeuge wurden abgeschleppt. Der Wagenplatz ist in den letzten Jahren schon öfter unfreiwillig übersiedelt. Zuletzt standen die LKWs und Wohnmobile auf einem leerstehenden Grundstück gegenüber der Arena, im 3. Wiener Gemeindebezirk. Die Räumung kam für die BewohnerInnen überraschend um halb neun in der Früh, sagt Mirjam: "Es hat sich in keinster Weise angekündigt. Es hat eine Lautsprecherdurchsage gegeben. Als ich aus dem Fenster geschaut habe, sind schon 30 Beamte dagestanden."

Ein Abschleppwagen zog einen LKW nach dem anderen aus dem Gelände. Auf dem Gehsteig standen 20 Menschen in der Kälte, aber die Polizei untersagte ein weiteres Betreten des Geländes. Zuvor hatten die Beamten den BewohnerInnen nur 20 Minuten Zeit gegeben, um die nötigsten Habseligkeiten einzupacken. Milan: "Sie meinten, wenn wir die Hunde nicht sofort wegnehmen, fangen sie die alle mit der Schlinge ein."

Die Wiener Polizei sagt, dass sie die Räumung im Auftrag der Firma Porr durchführt. Die Grundstückseigentümerin bestätigt das, möchte aber keine Gründe nennen. Das Wohnprojekt "Wagenplatz" hat seinen ersten Räumungsbescheid schon im April 2008 erhalten. Seitdem wechselte es mehrmals den Standort. Alexandra Augustin hat die BewohnerInnen im Jahr 2009 besucht, schon damals war man auf der Suche nach einer längerfristigen Lösung. Von der Gemeinde Wien gibt es bisher keine fixen Zusagen für eine Unterstützung des Projekts.

Die AktivistInnen hoffen immer noch darauf, sagt Milan: "Eine Lösung könnte so aussehen, dass es von Seiten der Stadt Wien ein Bekenntnis dazu gibt, dass man alternative Wohnformen auch dann fördert, wenn sie nicht der herkömmlichen Verwertungslogik und Geldmacherei entsprechen". Mirjam: "Es geht darum, dass sich die Stadt mit uns auseinandersetzt. Diese Lebensform wächst und wächst. Seit vier Jahren ist sie in Wien auf eine Zahl von 60 bis 70 BewohnerInnen angestiegen."
Als nächstes müssen die BewohnerInnen ihre LKWs vom Abschlepp-Parkplatz auslösen – und das kann teuer werden. Aufgeben wollen sie trotzdem nicht.

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  • rriotrradio | vor 942 Tagen, 12 Stunden, 44 Minuten

    pachtet's halt eine wiese...

    ...würd ich mal meinen...

    Auf dieses Posting antworten
    • superflow | vor 942 Tagen, 47 Minuten

      das wurde schon versucht, aber selbst das ist in wien nicht so einfach, ich empfehle die chronik durchzulesen: http://wagenplatz.at/archive2009/?cat=3

  • derrobsi | vor 942 Tagen, 18 Stunden, 38 Minuten

    Das erste handfeste Indiz..

    für Rot/Schwarz.

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    • superflow | vor 942 Tagen, 46 Minuten

      http://derstandard.at/1287099749942/Wiener-Buergermeister-Haeupl-sagt-Ja-zu-Vassilakou

  • moosesgarcia | vor 942 Tagen, 18 Stunden, 51 Minuten

    Schwierige Sache: Einerseits ein interessantes Projekt und ein Gegenpart zur Verimmobilisierung des Wohnraums. Damit meine ich, dass in Städten Wohnungspreise künstlich hochspekuliert werden, wodurch die ganze Volkswirtschaft negativ betroffen ist.
    Andererseits ist es immer schwierig, einfach einen Ort zu besetzen und für dein seinen zu erklären. Dieses Projekt ist auch nicht mehr als ein Fingerzeig. Denn trotz alldem bleibt die Frage: Was passiert mit dem Müll der Leute vor Ort? Wie wird Kanalisation geklärt? All diese Dinge laufen halt oft Gefahr übersehen zu werden.

    Auf dieses Posting antworten
    • superflow | vor 942 Tagen, 45 Minuten

      das sind alles dinge die sich klären lassen würden, sie wollen ja auch nix gratis, betriebskosten würden sie ja zahlen.

    • moosesgarcia | vor 941 Tagen, 22 Stunden, 36 Minuten

      Ich muss gestehen, dass ich mich mit der Materie nicht genug beschäftigt habe, um da jetzt zu diskutieren. Finds einfach nur einen guten Ansatz mit vielen Fragen.