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Claus Pirschner

Claus Pirschner

Politik im weitesten Sinne, Queer/Gender/Diversity, Sport und Sonstiges.

30. 11. 2010 - 22:02

Abgebrochene Abschiebung

Die zwei Wiener Jugendlichen und ihre Mutter, die im Freunde Schützen Haus Zuflucht gefunden haben, werden vorerst nicht abgeschoben.

Drei Jugendliche im Freunde Schützen Haus
Magomed, ein Schulfreund und Khizar im Freunde Schützen Haus

Montag Nachmittag hat die aus Tschetschenien stammende Familie P. im Freunde Schützen Haus Zuflucht gesucht. Der 13-jährige Magomed, sein 22-jähriger Bruder Khizar und ihre Mutter sollten am Mittwoch nach Polen abgeschoben werden. Die Familie hat seit fünf Jahren in Österreich gelebt, ist inzwischen hier verwurzelt, Magomed geht in die Schule und spricht perfekt Deutsch. Sie sind aber auf der Flucht aus dem von bürgerkriegsähnlichen Zuständen zerrütteten Tschetschenien über Polen eingereist. Rechtlich ist daher Polen für das Asylverfahren zuständig, Österreich hätte den Fall aber freiwillig übernehmen können.

Siehe auch: wien.orf.at

Schon drei Mal wurde Magomed von der Fremdenpolizei aus der Schule geholt, um ihn mit seiner Familie abzuschieben. Jedes Mal wurde eine Abschiebung wegen der psychisch schwer kranken Mutter aber abgebrochen. Montag Abend sind nach einem Aufruf auf Facebook an die 50 Menschen aus Solidarität mit der Familie zum Freunde Schützen Haus gekommen. Einige sind zur Nachtwache dort geblieben.

eine Menschentraube vor dem Eingang des Freunde Schützen Hauses bei Nacht
Auf einen Internetaufruf hin sind hundert Menschen aus Solidarität mit der Familie P. zum Freunde Schützen Haus gekommen.

Am Dienstag hat die Fremdenpolizei angekündigt, die Familie um 18 Uhr abzuholen. Daraufhin haben sich wieder an die 100 Menschen beim Freunde Schützen Haus versammelt, um gegen die Abschiebung aufzutreten. Frau K wurde gegen 19 Uhr wegen eines Nervenzusammenbruchs mit der Rettung ins Spital gebracht. Daraufhin ist die neue Präsidentin der Wiener Fremdenpolizei, Andrea Jelinek, ins Freunde Schützen Haus gekommen und hat versichert, dass vorläufig keine Verhaftung oder Abschiebung stattfinden würde. Karin Klaric vom Verein Purple Sheep, der die BewohnerInnen im Freunde Schützen Haus betreut, zeigt sich positiv überrascht vom Besuch der Präsidentin, aber „hier muss ein Gesetz geschaffen werden, oder etwas gemacht werden, damit diese Familie endlich zur Ruhe kommen kann.“

Demonstranten halten ein Transparent "Wunsch ans Christkind: Abscxhiebung abschaffen"

Ziviler Protest im Freunde Schützen Haus gegen die Abschiebung, Bericht in FM4 Connected, Dienstag 30.11.10:

Ziviler Protest im Freunde Schützen Haus gegen Abschiebung

Abgebrochene Abschiebung, Bericht in der FM4 Homebase, Dienstag 30.11.10:

Freunde Schützen Haus Abgebrochene Abschiebung

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  • moosesgarcia | vor 542 Tagen, 16 Stunden, 8 Minuten

    Letztlich wieder die Kronen Zeitung Leserbrief Seite gelesen und mir wurde mein Bier in der Hand schal. Jedes Eichkatzal zählt den Leuten mehr als Asylsuchende. Zum Kotzen.

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